Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

2. Bundesliga, 7. Spieltag, Spiele vom Freitag

Heidenheim – RB Leipzig 1:1

Bochum – Fortuna Düsseldorf 1:1

Freiburg – Arminia Bielefeld 2:2

FREIBURG IM BREISGAU, GERMANY - SEPTEMBER 18:  Supporters of Freiburg show banners against newspaper BILD during the Second Bundesliga match between SC Freiburg and Arminia Bielefeld at Schwarzwald-Stadion on September 18, 2015 in Freiburg im Breisgau, Germany.  (Photo by Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)

Fans des SC Freiburg beziehen Stellung zur «Bild»-Aktion. 
Bild: Bongarts

Boykott und Shitstorm: «Bild»-Flüchtlingsaktion sorgt in der Bundesliga für rote Köpfe

An diesem Wochenende sollen alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga das Logo einer «Bild»-Aktion für Flüchtlingshilfe tragen. Nun haben sich sieben Klubs zum Boykott entschieden. 

Nik Dömer
Nik Dömer



Wenn an diesem Wochenende in der Bundesliga wieder das Leder über den Rasen rollt, dann werden fast alle Klubs der 1. und 2. Liga mit dem Logo einer «Bild»-Aktion zugunsten von Flüchtlingen auflaufen. Alle bis auf sieben Klubs aus der zweiten Bundesliga. Der SC Freiburg und der VfL Bochum absolvierten ihre Spiele gestern bereits ohne Logo. Nürnberg, Union Berlin, Duisburg und Kaiserslautern werden es ihnen nun gleichtun. 

«Die scharfe Reaktion seitens der ‹Bild›-Chefredaktion ob der Absage eines anderen Klubs an die Aktion hat uns dazu gebracht, uns mit diesem Verein solidarisch zu zeigen.»

Die Stellungnahme des VfL Bochum zum Boykott 

St. Pauli reagiert als Erster

Ursprünglich hatte die Deutsche Fussball Liga gemeinsam mit der «Bild» geplant, dass alle 36 Bundesliga-Vereine am Trikotärmel anstelle des Sponsorenlogos der Firma Hermes den Ärmelaufnäher «Wir helfen – #refugeeswelcome» tragen. Klein gedruckt stehen da aber auch die Namen Hermes und «Bild». 

Doch nicht alle Vereine wollten nach der Pfeife der Boulevard-Zeitschrift tanzen. Als Erster weigerte sich der FC St.Pauli. Geschäftsleiter Andreas Rettig äusserte sich dazu folgend: «Wir stehen für eine Willkommenskultur, und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Klub schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird».

Das Eigentor von Kai Diekmann

Auf den Boykott des Hamburger Sportvereines folgte am Mittwoch dieser Tweet des «Bild»-Chefs Kai Diekmann:

Ein Eigentor des Chefredaktors. Denn der FC St.Pauli ist in Deutschland bekannt für sein soziales Engagement. Bereits vor einer Woche organisierte der Verein ein Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund zugunsten von Flüchtlingen.

Danach liessen die Fans ihrem Frust auf Twitter freien Lauf. Plötzlich bekam das Thema dank dem Hashtag #bildnotwelcome grosse Aufmerksamkeit. Dies führte dazu, dass andere Vereine dem Beispiel von St. Pauli folgten.

Fanverbände fordern Boykott

Der VfL Bochum äusserte sich zum Boykott  wie folgt: «Die scharfe Reaktion seitens der ‹Bild›-Chefredaktion ob der Absage eines anderen Klubs an die Aktion hat uns dazu gebracht, uns mit diesem Verein solidarisch zu zeigen».

Auch der 1. FC Nürnberg, der SC Freiburg, Union Berlin, der MSV Duisburg und der 1. FC Kaiserslautern zeigten sich solidarisch mit dem Hamburger Fussballklub und boykottieren nun die Aktion. 1860 München wählt einen eigenen Weg und überklebt die «Bild»-Werbung auf dem Logo. 

Borussia Dortmund fans hold up banners 'Bild not welcome' during their Europa League group C soccer match against FC Krasnodar in Dortmund, Germany September 17, 2015. REUTERS/Ina Fassbender

Auch die BVB-Fans fordern während dem Europa-League-Spiel ihren Klub dazu auf, sich von der Aktion zu distanzieren.  
Bild: INA FASSBENDER/REUTERS

Einige Fanverbände der Vereine aus der 1. Bundesliga forderten im Laufe der Woche ebenfalls ihren Klub dazu auf, die Kampagne zu boykottieren. Beim Europa-League-Spiel gegen Krasnodar bezogen die BVB-Fans Stellung zum Thema. Doch der allgemeine Tenor der Bundesligisten lautet: Eine Aktion zugunsten von Flüchtlingen ist grundsätzlich gut und daher zu unterstützen. Allerdings sind viele Klubs nicht glücklich mit der aktuellen Diskussion.

Am Ende bleibt der bittere Nachgeschmack einer gut gemeinten Aktion der Deutschen Fussball Liga. Sie bezog zu dem Thema bisher keine Stellung. 

Reaktionen auf Twitter

Das könnte dich auch interessieren:

Geld allein macht nicht glücklich – aber was dann, Herr Glücksforscher?

Link zum Artikel

Love-Scamming: Wie ich einer Russin (fast) auf den Leim gegangen bin

Link zum Artikel

Die Geschichte dieses Bildes steht exemplarisch für den momentanen Gender-Knorz

Link zum Artikel

Bond fährt E-Auto? (00)7 Vorschläge, wie er sich noch besser an die Generation Y anpasst

Link zum Artikel

Vegane Influencerin bekommt ihre Periode nicht mehr – jetzt zieht sie Konsequenzen

Link zum Artikel

Warum ich bete

Link zum Artikel

Die Influencer der Zukunft sind nicht menschlich – und sind jetzt schon Millionen wert

Link zum Artikel

Roger Federer ein Spielball der Strömung – das könnte zum Problem werden

Link zum Artikel

Kassieren SVP und SP eine Schlappe? 7 wichtige Punkte zu den Zürcher Wahlen

Link zum Artikel

Im 30'000-Franken-Outfit – so rückt Leroy Sané in die DFB-Elf ein

Link zum Artikel

Bye-bye Beno: Wie der ehemalige Gassen-Mönch in die völkische Szene abrutschte

Link zum Artikel

Das sind die 3 typischen Phasen eines Pyro-Vorfalls

Link zum Artikel

Wie Trump im Fall Manafort schachmatt gesetzt wurde

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

17
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 19.09.2015 17:58
    Highlight Highlight Der Titel zu diesem Artikel auf Facebook klingt ziemlich irreführend (Anti Boykott). Wird Watson Sport von euch betrieben?
  • jk8 19.09.2015 13:43
    Highlight Highlight Ist doch einfach nur unglaublich was sich die Bild erlaubt.
    Erst die Hetze gegen Flüchtlinge anzetteln (Die WAHRHEIT über KRIMMINELLE AUSLÄNDER!!), dann auf die Idee kommen, mit Flüchtlingshilfe etwas PR zu betreiben und dann St. Pauli auch noch Fremdenhass vorwerfen!

    Das nenne ich Heucheln von der dreistesten Sorte.
    #Bildnotwelcome
    Benutzer Bild
    • jk8 19.09.2015 14:29
      Highlight Highlight Sorry, war wohl n versehen, könnt ihr gern wieder entfernen😉
  • jk8 19.09.2015 13:36
    Highlight Highlight Ist doch einfach nur unglaublich was sich die Bild erlaubt.
    Erst die Hetze gegen Flüchtlinge anzetteln (Die WAHRHEIT über KRIMMINELLE AUSLÄNDER!!), dann auf die Idee kommen, mit Flüchtlingshilfe etwas PR zu betreiben und dann St. Pauli auch noch Fremdenhass vorwerfen!

    Das nenne ich Heucheln von der dreistesten Sorte.
    #Bildnotwelcome
    Benutzer Bild
  • Jol Bear 19.09.2015 13:29
    Highlight Highlight Ja, an diesen Flüchtlinge wollen eben alle ein bisschen was verdienen, die Schlepper, Politiker als Moralapostel, die BILD, ....
  • elivi 19.09.2015 13:29
    Highlight Highlight Ich nehm mal an der artikel will sagen der fussball hat die bildzeitung ned gern? Weiss auch jemand warum? Oder is es generell wegen werbung auf dem sticker? Is nur einer auf die idee gekommen die werbung einfach zu überkleben?
    • jk8 19.09.2015 13:53
      Highlight Highlight Der Bild gehn die Flüchtlinge doch total am Ar*** vorbei, oder haben sogar Angst vor ihnen (siehe Ausländerhetze)
      "Wir helfen" ist nichts als eine Werbekampagne, die niemandem HILFT ausser der Bild.
      Soviel ich weiss überklebt 60 München die Werbung.
    • maxi 19.09.2015 14:31
      Highlight Highlight Villeicht mag man dir Bild nicht, weil sie eine Hetzkampange gegen Fans führen?
  • Gringoooo 19.09.2015 13:03
    Highlight Highlight Super! Diese Doppelzüngigkeit darf nich tolleriert werder. Keine Plattform für Hetzer.
    #bildnotwelcome
  • Hayek1902 19.09.2015 12:45
    Highlight Highlight in meinen augen sollte man (profi-)sport und politik trennen so weit möglich. bei st. pauli, celtic, rangers, fc winterthur und anderen ist das natürlich aus offensichtlichen gründen nicht möglich und nicht gewünscht. fussballvereine / ligen dürfen gerne stellung nehmen zu fragen, die sie betreffen, beim rest würde ich aber schweigen. bei fangruppierungen sehe ich das genauso. aber das ist natürlich meine meinung und andere sehen das anders (dürfen sie auch). Ich halte dies für eine billige aktion der bild um noch auf den zug aufzuspringen. die buli übernimmt die rolle des nützlichen idioten.
  • hoi123 19.09.2015 12:06
    Highlight Highlight #BILDNOTWELCOME
  • maxi 19.09.2015 12:05
    Highlight Highlight Scheiss Pauli scheiss Bild... hört auf den Fussball für eure Politik zu Missbrauchen
    • maxi 19.09.2015 14:08
      Highlight Highlight Das kann sinn machen Pyrotechnik initative, Pro15:30, Kennzeichnungspflicht für Bullen, aber Pauli übertreibts immer masslos. Solche aktionen braucht es nicht!
    • Schreiberling 19.09.2015 14:55
      Highlight Highlight @maxi: Quatsch im Moment braucht es authentische und positive Zeichen in dieser Sache. Egal ob aus dem Fussball oder sonst von irgendwo. Deshalb: Bravo St. Pauli, pfui Bild. Und #refugeeswelcome
    • maxi 19.09.2015 15:19
      Highlight Highlight das braucht es in der politik nicht im stadion

      pfui pauli pfui bild
    Weitere Antworten anzeigen

Pyro-Skandal in Sion – 3 Gründe, weshalb es zur Eskalation kam

Die GC-Vereinsführung hat den Rückhalt bei den Fans verloren. Die Ereignisse in den vergangenen Tagen haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Fans reagierten, in dem sie das Spiel der eigenen Mannschaft in Sion zum Abbruch brachten.

GC-Präsident Stephan Anliker war gestern ausser sich vor Wut. «Auf Koks und betrunken», sei die eigene Fan-Kurve gewesen, «wie wilde Tiere hinter den Gittern».

Der Grund für Anlikers Frust: Der GC-Anhang hatte kurz zuvor mit Fackelwürfen in Sion einen Spielabbruch provoziert. Der GC-Präsident versuchte zusammen mit CEO Manuel Huber und Trainer Tomislav Stipic die Fans noch zu beruhigen, doch das bewirkte eher das Gegenteil.

Der GC-Anhang ist enttäuscht von der Vereinsführung. Als diese vor die …

Artikel lesen
Link zum Artikel