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Der PSG ist auf dem Weg in die CL-Halbfinals.
Bild: EPA/EPA
Champions League

PSG sieht sich als Favorit gegen Chelsea, weil Mourinho die Goalgetter fehlen

Paris St-Germain strebt mit einem 3:1-Polster gegen Chelsea den Einzug in die Champions-League-Halbfinals an. Es wäre in seiner Geschichte der zweite Vorstoss unter die Top 4 der Königsklasse.
08.04.2014, 06:4708.04.2020, 22:44

«Y a pas mieux!» – Es gibt nichts Besseres! – titelte das französische Fussball-Magazin «France Football» letzte Woche. Gemeint war die aktuelle Mannschaft von Paris St-Germain, die in Frankreich ohne Konkurrenz ist und vor dem Rückspiel gegen Chelsea beste Chancen hat, die Halbfinals der Champions League zu erreichen. Die zahlreichen Experten, Ex-Profis und -Trainer, die in der Story zu Wort kommen, sind sich einig: «PSG 2014? Der französische Fussball hat so etwas noch nie gesehen.»

Gute Stimmung beim PSG vor dem Rückspiel in London. Es lockt der zweite Halbfinaleinzug.
Gute Stimmung beim PSG vor dem Rückspiel in London. Es lockt der zweite Halbfinaleinzug.
Bild: AP/AP

Statistisch ist das Team von Laurent Blanc früheren grossen Mannschaften Frankreichs noch nicht entrückt. Reims stand Ende der Fünfzigerjahre zweimal im Final des damaligen Meistercups. Olympique Marseille war 1993 der erste Sieger der Champions League und selbst Paris St-Germain stand schon einmal in den Halbfinals: 1995 gegen die AC Milan. Doch erstmals haben sie im Hexagon das Gefühl, ein Klub-Team zu stellen, das mit den besten Europas in Sachen Wirtschaftskraft, sportlichem Potenzial und Glamour mithalten kann.

Ausgerechnet jetzt fehlt Ibrahimovic

600 Millionen Euro haben die Besitzer aus Katar in den letzten drei Jahren für Transfers ausgegeben. Innerhalb von drei Jahren haben sie aus einem biederen Ligue-1-Team eine Mannschaft gemacht, die zu den Top 5 Europas gehört. Sie haben mit dem PSG die europäische Spitze deutlich schneller erreicht als etwa die Besitzer von Manchester City aus Abu Dhabi, die in der Champions League in ihrem über fünfjährigen Wirken über die Achtelfinals noch nie hinausgekommen sind.

Ibrahimovic fehlt, aber der PSG scheint das verkraften zu können.
Ibrahimovic fehlt, aber der PSG scheint das verkraften zu können.
Bild: AMA

Gegen Chelsea fehlt PSG nun aber ausgerechnet der Leithammel des sündhaft teuren Teams mit seinem Marktwert von 371 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.ch, aktuell Rang 7). Zlatan Ibrahimovic muss wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel ein paar Wochen pausieren. Doch im Hinspiel hat sich das Ensemble im Park der Prinzen in gewisser Weise von seinem König und 40-fachen Saison-Torschützen emanzipiert. Der Superstar spielte nur eine Nebenrolle, schoss erst in der 63. Minute, kurz vor seinem Ausfall, erstmals auf das gegnerische Tor und war beim Gegentor sogar mitschuldig. Die Akzente in der Offensive setzten die Argentinier Ezequiel Lavezzi und Javier Pastore.

Mourinhos Problem im Sturm

In London wird Ibrahimovic durch den Brasilianer Lucas ersetzt, der bisher in dieser Saison in fast der Hälfte der Partien den 35 Millionen teuren Ersatzspieler gegeben hat. Am Samstag in der Ligue 1 gegen Stade Reims (3:0) klappte es ohne «Ibra», dafür mit Lucas ganz gut. Lucas provozierte mit einem Kopfball das Eigentor zum 2:0 und der ins Sturmzentrum auf die Ibrahimovic-Position gerückte Uruguayer Edinson Cavani traf erstmals seit über einem Monat wieder.

Während Paris St-Germain durchaus auch ohne Ibrahimovic (offensive) Lösungen parat hat, tut sich Chelseas Trainer José Mourinho genau damit schwer. Er beklagte sich zuletzt wiederholt über den Mangel an guten Stürmern und hofft nun auf die Genesung des zuletzt angeschlagenen Samuel Eto'o. «Wir brauchen zwei Tore, wenn also jemand verfügbar ist, der weiss, wie man Tore erzielt, muss ich ihn wohl aufbieten», so der Portugiese. Gemeint hat er Eto'o, der schon dreimal die Champions League gewonnen hat, einmal, mit Inter Mailand vor vier Jahren, mit José Mourinho als Trainer.

Samuel Eto'o: Kann er die Torflaute im Chelsea-Sturm beheben?
Samuel Eto'o: Kann er die Torflaute im Chelsea-Sturm beheben?
Bild: EPA/EPA

Salah darf nicht spielen

Keine Hilfe kommt gegen Paris St-Germain vom früheren Basler Mohamed Salah. Am Samstag erzielte der Ägypter beim 3:0 gegen Stoke City ein Tor, gab einen Assist und holte einen Penalty heraus. «Das Publikum liebt ihn. Es mag seinen Stil. Er wird in der nächsten Saison ein ganz wichtiger Spieler für uns», so Mourinho. Vorerst soll Salah aber in kleinen Schritten an das Top-Niveau herangeführt werden. Noch ist er kein Spieler für die grossen Duelle. In der Champions League ist er ohnehin nicht spielberechtigt, weil er in der Gruppenphase für den FC Basel zum Einsatz kam.

BVB hofft auf Lewandowski und viel Wunder

Noch mehr Tore als Chelsea benötigt Borussia Dortmund nach dem 0:3 im Hinspiel gegen Real Madrid. Mindestens drei braucht es für eine Verlängerung, trifft der Gast aus Spanien, sind schon fünf deutsche Treffer notwendig. Dass der im Hinspiel gesperrte Topskorer Robert Lewandowski diese Bürde tragen kann, ist unwahrscheinlich. Vor einem Jahr gelangen ihm im Halbfinal-Hinspiel gegen Real vier Tore, doch selbst das damalige Resultat von 4:1 würde dem BVB diesmal nicht reichen. Und dass Real auswärts ein Tor schiesst, ist schon fast statistische Gewissheit. In den letzten 22 Champions-League-Spielen in der Fremde trafen Cristiano Ronaldo und Co. immer.

Immerhin, er lächelt. Robert Lewandowski soll für das Wunder für Dortmund sorgen.
Immerhin, er lächelt. Robert Lewandowski soll für das Wunder für Dortmund sorgen.
Bild: EPA/DPA

Ein 0:3 aus dem Hinspiel aufzuholen, ist in der Geschichte des Europacups erst in sieben Prozent aller Fälle gelungen. Aber immerhin ein einziges Mal schied ein Team in der Champions League nach einem Drei-Tore-Vorsprung noch aus. Das war vor exakt zehn Jahren die AC Milan, die nach einem 4:1 in Mailand in La Coruña 0:4 verlor. Der damalige Trainer von Milan war Carlo Ancelotti – und der sitzt heute bei Real Madrid auf der Bank. (si)

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