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Kein «echter» Schweizer? Ivan Rakitic hat sich den Weg in den Champions-League-Final mit Barcelona bereits freigeräumt.
Kein «echter» Schweizer? Ivan Rakitic hat sich den Weg in den Champions-League-Final mit Barcelona bereits freigeräumt.
Bild: Albert Gea/REUTERS

Champions-League-Finalist Ivan Rakitic kein «echter» Schweizer? 5 gute Argumente, weshalb das blanker Unsinn ist

2007 hat sich der Schweizer Ivan Rakitic gegen unsere Nationalmannschaft und für Kroatien entschieden. Heute ist er ein Weltstar und steht mit Barcelona im Champions-League-Final. Nun sehen viele Fans in ihm keinen Landsmann mehr. Zu Unrecht!
13.05.2015, 17:2914.05.2015, 08:44

Hat Juve-Söldner Stephan Lichtsteiner als erster Schweizer Stammspieler seit Chapuisat den Champions-League-Final erreicht? Ein watson-Artikel, der das besagt, sorgt für Aufregung in der WhatsApp-Gruppe unserer Sportredaktion. Für einmal geht es nicht um Xherdan Shaqiri, der bei Bayerns Titelgewinn 2012/13 eindeutig nur Ergänzungskraft gewesen ist. Der Mann, an dem sich die Geister scheiden, ist Ivan Rakitic.

bild: watson

Auch die User diskutieren auf Twitter und in den Kommentarspalten eifrig mit. Doch davon lassen sich diejenigen nicht überzeugen, für die Rakitic seit der Entscheidung gegen unsere und für die kroatische Nati fussballerisch «kein Schweizer» mehr ist.

Das ist Unsinn, finde ich! Und hier sind meine Argumente:

1. Der Schweizer Pass ist für immer

Ivan Rakitic wurde vor 27 Jahren im aargauischen Rheinfelden geboren und besitzt einen Schweizer Pass. Unser Bürgerrecht kann nur in extremen Ausnahmesituationen aberkannt werden. Die Entscheidung für eine andere Nationalmannschaft gehört zum Glück nicht dazu. Auch wenn das manch enttäuschter Fan mit nachtragenden Tendenzen gerne so hätte.

2. Gibt es auch «fussballerische» Sans-Papiers?

Rakitic sei ja «rein fussballerisch» kein Schweizer mehr, sagt nun die Gegenseite. Aus dem Grund, dass er sich undankbarerweise gegen das Land entschied, welches ihn ausgebildet und seine grosse Karriere erst ermöglicht hat. Ist das so? Gegenfrage: Was ist denn mit Spielern wie Marco Streller, die freiwillig aus der Nati zurückgetreten sind? Sind das «fussballerische» Sans-Papiers?

Hilf diesem Mann: Er ist ein «fussballerischer» Sans-Papier. 
Hilf diesem Mann: Er ist ein «fussballerischer» Sans-Papier. 
Bild: KEYSTONE

3. Rakitic könnte in unserer Liga als Schweizer spielen

Auf Klub-Ebene – und darum geht es hier, ist in Fragen der Nationalität schnurzpiepegal, für welche Nationalmannschaft ein Spieler aufläuft. Wenn Ivan Rakitic sich dereinst entscheiden sollte, für seine letzte Karrierestation in die Super League zurückzukehren, dann gilt er gemäss Artikel 3 des massgebenden Reglements als Spieler Schweizerischer Nationalität und nicht als Ausländer.

4. Kann man Weltmeister für die Schweiz sein, ohne Schweizer zu sein?

Soll man einem U17-Weltmeister wie Joel Kiassumbua, der in der Schweiz geboren ist, hier wohnt und spielt und noch nie in seiner zweiten Heimat Kongo war, ebenfalls ernsthaft sagen, er sei jetzt kein Schweizer mehr? Schliesslich hat er kürzlich in Dubai sein Debüt für die «Leoparden» gefeiert, weil er sich als Goalie bei der grossen Konkurrenz im Team von Vladimir Petkovic einfach keine Chance ausgerechnet hat.

U17-Weltmeister, aber kein Schweizer mehr? Wohlen-Keeper Joel Kiassumbua.
U17-Weltmeister, aber kein Schweizer mehr? Wohlen-Keeper Joel Kiassumbua.
Bild: Claudia Minder/freshfocus

5. Mitläufer dürfen bleiben, Topstars bekommen den Schuh?

Und was ist eigentlich mit den Dutzenden mittelmässigen Spielern, welche Doppelbürger sind und nie von irgendeiner Nationalmannschaft aufgeboten werden? Die «behalten» wir weiterhin als «echte Schweizer», während wir einem internationalen Topstar den Schuh geben? Klingt irgendwie unvernünftig.

Ivan Rakitic bringt den Schweizer Touch in die Reihen der absoluten Topstars.
Ivan Rakitic bringt den Schweizer Touch in die Reihen der absoluten Topstars.
Bild: GUSTAU NACARINO/REUTERS

Deshalb bleibt für mich nur ein Schluss: Stephan Lichtsteiner ist ein grossartiger Kicker – aber als Nachfolger von Stéphane Chapuisat im Champions-League-Final ist ihm Ivan Rakitic bereits zuvorgekommen. Freuen wir uns doch mit ihm, wenn er an der Seite von Messi, Neymar und Suarez den ganz grossen Kübel auch ein klitzekleines bisschen in die Schweiz holen sollte.

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Die Karriere von Marco Streller

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Die Karriere von Marco Streller
quelle: keystone / markus stuecklin
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