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09.08.2014; Indianapolis; Motorrad - Training GP Indianapolis 2014; Randy Krummenacher (SUI) (Lukasz Swiderek/PSP/freshfocus)

Alles nur eine Frage der Perspektive? Für Randy Krummenacher scheint es abwärts zu gehen. Bild: Lukasz Swiderek/freshfocus

Im Schatten von Aegerter und Lüthi

Randy Krummenacher – das ewige Töff-Talent zwischen Karriereende und Neuanfang

Der Zürcher Oberländer Randy Krummenacher (24) ist im besten Töff-Alter und so talentiert wie Ex-Weltmeister Tom Lüthi (27) und Siegfahrer Dominique Aegerter (23). Und doch droht ihm das Karriereende.



Klaus Zaugg, indianapolis

Das letzte Rennen vor der Sommerpause auf dem Sachsenring brachte endlich, endlich einen Lichtblick. Randy Krummenacher besiegte mit der besten Saisonleistung auf Rang 7 sogar Tom Lüthi (9.). Aber er ist halt ein ewiger Pechvogel: Dominique Aegerter beanspruchte mit seinem ersten GP-Sieg alle Medienpräsenz und die Welt erfuhr kaum etwas von «Krummis» Erfolg.

Nach dem GP von Indianapolis steht er wieder mit leeren Händen da. Er wurde Opfer des Rudelsturzes, der zum Rennabbruch führte.  Beim zweiten Start fehlte Krummenacher: «Der Töff war beim Sturz irreparabel beschädigt worden.» Wenigstens blieb er unverletzt und kann am Wochenende beim nächsten GP im tschechischen Brünn wieder einen Anlauf nehmen. Aber die Zeit läuft ihm davon. Es ist fraglich, ob er nächste Saison noch einmal einen Platz in der Moto2 bekommt.

epa04347379 Octo IodaRacing Team rider Randy Krummenacher of Switzerland pulls his helmet on in the paddock prior to the third Moto2 free practice session at the Red Bull Indianapolis GP at the Indianapolis Motor Speedway in Indianapolis, Indiana, USA, 09 August 2014.  EPA/PAUL BUCK

Der Zürcher Oberländer blickt in eine ungewisse Zukunft. Bild: PAUL BUCK/EPA/KEYSTONE

Krummenacher muss 500'000 Franken bringen

Sein Team Octo Joda Racing möchte auch nächste Saison die Moto2-WM mit Randy Krummenacher bestreiten. Der Zürcher sagt: «Wir sind uns eigentlich einig. Ich fühle mich in diesem Team sehr wohl.» Der Schweizer muss den Italienern für den Platz im Team rund eine halbe Million Franken bringen. «Die Finanzierung ist zwar noch nicht gesichert. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das Geld zusammenbringe.»

Der 24-Jährige hat Mut, Motivation und Optimismus nicht verloren und macht bereits Pläne für die Winterpause. «Mir fehlen für regelmässige Spitzenplatzierungen jeweils im Training und im Rennen ein bis zwei Zehntelsekunden. Ich habe vor, im Winter längere Zeit in Spanien zu verbringen, um dort regelmässig auf den verschiedenen Rennstrecken trainieren zu können.»

09.08.2014; Indianapolis; Motorrad - GP Indianapolis 2014 - Qualifying; Randy Krummenacher (SUI) (David Goldman/Gold&Goose/freshfocus)

Krummenacher im Training für den GP in Indianapolis. Bild: David Goldman/freshfocus

«Mit mir kann man halt nicht viel verdienen …»

Aber eben: Wird er noch einmal zur Moto2-WM zugelassen? Randy Krummenacher ist seit 2005 im GP-Zirkus und fährt seit 2011 die Moto2-WM. Ein Podestplatz im 125er-Rennen 2007 in Barcelona (3.) ist sein bisher bestes Resultat, in der Moto2-WM ist es ein 4. Rang. Sein Talent steht nicht zur Debatte. Aber immer und immer wieder ist er im entscheidenden Moment durch Stürze (sogar beim Mountainbike-Training) oder ganz einfach Pech (wie soeben in Indianapolis) zurückgeworfen worden. Den Ruf, ein ewiges Talent zu sein, wird er nicht los.

Kommt dazu, dass er im Gegensatz zu Tom Lüthi (Daniel M. Epp) und Dominique Aegerter (Dr. Robert Siegrist) keinen Manager hat, der seine Interessen bei Sponsoren und im GP-Zirkus vertritt. So kann er sich nicht einfach auf die Rennfahrerei konzentrieren und muss für alles Mögliche von Pontius zu Pilatus laufen. «Die Sponsoren helfen mir schon bei der Büroarbeit. Aber einen Manager, der sich für mich einsetzt, finde ich einfach nicht. Mit mir kann man halt nicht viel verdienen …»

Fünf Schweizer sind vielleicht einer zuviel

Die Finanzierung der Karriere ist nicht das grösste Problem. Es gibt politische Schwierigkeiten. Drei Schweizer sind für 2015 bereits gesetzt: Dominique Aegerter, Tom Lüthi und Robin Mulhauser. Wenn es Marco Rodrigo gelingt, seinen Schützling Jesko Raffin (18) in der Moto2-WM unterzubringen, stehen 2015 sogar vier Schweizer im Fahrerfeld.

Es ist nicht sicher, dass ein fünfter Eidgenosse einen Startplatz erhält. Der Markt Schweiz ist schlicht zu unbedeutend. Krummenachers aktuelles Team könnte dann dazu angehalten werden, nächste Saison nicht einen Schweizer Fahrer einzusetzen, sondern einen Kandidaten aus Deutschland, Italien, Frankreich, England oder Spanien zu berücksichtigen. Und so steht Randy Krummenacher in den nächsten Wochen zwischen Karriereende und Neuanfang.

09.08.2014; Indianapolis; Motorrad - GP Indianapolis 2014 - Qualifying; Randy Krummenacher (SUI) in der Medienkonferenz (David Goldman/Gold&Goose/freshfocus)

«Ich bin zuversichtlich, dass ich das Geld für nächste Saison zusammenbringe.» Bild: David Goldman/freshfocus

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Harmonisch zum Titel, zerstritten ins Debakel

Das Töff-Hochzeitsfest war schon mal nicht schlecht – aber wie lange hält der Frieden?

Ob Tom Lüthi (28) und Dominique Aegerter (24) mit der Kalex wirklich besser als mit der Suter sind, wissen wir auch nach den ersten Tests noch nicht. Aber der erste Auftritt des neuen Schweizer Rennteams in Jerez hat uns interessante Innenansichten vermittelt.

Circuito de Jerez de la Frontera im November 2014. Die Motoren schweigen. Die weiteren Tests fallen buchstäblich ins Wasser und werden vom Winde verweht. Die am ersten Tag erzielten Rundenzeiten (Tom Lüthi 4. in 1:43,470, Aegerter 14. in 1:44,653, Mulhauser 19. in 1:45,519) werden am zweiten und dritten Tag nicht mehr erreicht.

Der Wind treibt Regenwolken über Jerez. Dominique Aegerter und Tom Lüthi sind am Donnerstag keinen Meter gefahren und bleiben wohl auch heute Freitag …

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