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Der Technomag Interwetten Motorradfahrer Dominique Aegerter, links, und Teammanager Frederic Corminboeuf, rechts, posieren fuer die Fotografen, anlaesslich einer Teampraesentation an der Messe Swiss Moto, am Samstag, 21. Februar 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Freudige Gesichter – das war einmal. Dominique Aegerter und Teamchef Fred Corminboeuf trennen sich im Schlechten. Bild: KEYSTONE

Nach dem Teamwechsel der vorzeitige Rauswurf: Für Dominique Aegerter ist die Saison zu Ende

Die Besetzung in diesem Stück ist hollywoodreif. Das Schweizer «Töff-Dream Team» fällt in einem grandiosen «Rosenkrieg» auseinander und die Saison von Dominique Aegerter ist heute zu Ende gegangen.



Ach, wenn Albert Anker, der grossartige Maler und Darsteller von Berner Charakterköpfen doch noch unter uns weilen würde. Der Töff-Star Dominique Aegerter (26) würde ihn zu einem Meisterwerk inspirieren. Titel: «Zorniger junger Mann.»

Dominique Aegerter sitzt in seinem Büro in Rohrbach und kocht vor Wut. Die Haare des sonst stets adrett frisierten jungen Mannes sind durcheinandergeraten. Immer wieder versucht er, seine Wut in Worte zu verwandeln. «Nein, das lasse ich mir nicht bieten!» - «Das können die nicht mit mir machen!» - «Das geht doch gar nicht!»

Moto2 rider Dominique Aegerter of Switzerland is ready for the free practice ahead of Sunday's Japanese Grand Prix at Twin Ring Motegi circuit in Motegi, north of Tokyo, Japan, Friday, Oct. 10, 2014. (AP Photo/Shizuo Kambayashi)

Zwangsbeurlaubt: Für Dominique Aegerter ist die Saison zu Ende.  Bild: shizuo kambayashi/AP/KEYSTONE

Vergeblich versuchen Kollegen, ihn zu beruhigen. «Reg Dich doch nicht auf. Nun hast Du Ferien und Zeit, wieder ganz fit zu werden. Und Deine Zukunft ist ja geregelt, Du hast für nächste Saison ein besseres Team, wieder eine Suter und die Welt steht Dir offen.» Von solchem Trost will er nichts wissen. Wie Rumpelstilzchen beharrt er auf seinem Standpunkt. «Ich will fahren! Ich muss fahren! Ich kann doch meine Fans und meine Sponsoren nicht im Stich lassen! Man muss mich fahren lassen!»

Auch der Einwand, dass ihn das Team bei diesen vier Rennen sowieso nicht mehr richtig betreuen würde und er bloss noch vier miserable Resultate hinnehmen müsste, kann ihn nicht von seiner Meinung abbringen. Nicht einmal der als Spass gemeinte Einwand, man finde vielleicht einen Sponsor, der ihm eine seiner zahlreichen Übersee-Verehrerinnen einfliegen lasse, vermag ihn zu erheitern. Trotzig sagt er: «Ich habe ja meine Flugtickets. Ich fliege zu den Überseerennen und warte im Fahrerlager, ob mich vielleicht ein anderes Team noch als Ersatzfahrer einsetzt.»

Soweit wird es natürlich nicht kommen. Dominique Aegerter fährt in dieser Saison keine Rennen mehr. Und ein wenig heitert sich seine Miene erst auf, als ihm ein Kollege sagt: «Aber Domi, wenn Du zu den Rennen fliegst, dann müsstest Du dann dem Tom Lüthi schön brav zu guten Leistungen gratulieren….» Ja gopf, das hätte gerade noch gefehlt.

21.02.2015; Zuerich; Motorrad - Praesentation; An der Swiss Moto wurde das neue Schweizer Team vorgestellt. - V.l.n.r.: Thomas Luethi, Dominique Aegerter, Teammanager Frederic Corminbeuf und Robin Mulhauser. (alle Kalex) (Waldemar Da Rin/freshfocus)

Da war die Welt noch in Ordnung: Aegerter und Corminboeuf (Mitte) bei der Teampräsentation im Februar 2015. Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Teamchef Fred Corminboeuf hat entschieden, Dominique Aegerter bei den letzten vier Saisonrennen nicht mehr einzusetzen. Weil der Rohrbacher nächste Saison beim deutschen Kiefer-Team fahren wird. Wenn es seine Absicht war, sich bei seinem Piloten für den Teamwechsel zu rächen, dann ist ihm das gelungen. Fred Corminboeuf ist nämlich auch zornig. Er ist vom Teamwechsel seines Fahrers völlig überrascht worden.

Der lange schwelende Konflikt zwischen Fred Corminboeuf, dem bauernschlauen Teamchef, und dem Aegerter-Clan ist nun zu einem vergnüglichen «Rosenkrieg» eskaliert. Nun sind Männer zu Schulbuben geworden. So ist das halt in einem Sport, der so viel Adrenalin fliessen lässt, wo es um Eitelkeiten und Egos, Sex und Kohle geht. Dominique Aegerter ist mitten ins Fegefeuer der Eitelkeiten geraten.

epa05553686 Swiss Moto2 rider Dominique Aegerter, of CarXpert Interwetten during the free training session for the Motorcycling Grand Prix at Alcaniz racetrack in Aragon, Spain, 23 September 2016. Motorland Aragon Grand Prix will be held the upcoming 25 September.  EPA/JAVIER CEBOLLADA

Dominique Aegerter in Aktion für CarXpert Interwetten: Nach zehn gemeinsamen Jahren endet die Zusammenarbeit unschön. Bild: EPA/EFE

Was den Zorn noch befeuert: Dominique Aegerter hat den sofortigen Rauswurf nicht von seinem Teamchef erfahren. Sondern aus einem Rundschreiben an die Sponsoren. Denen muss Fred Corminboeuf ja erklären, dass ihr Fahrer diese Saison nicht mehr auf der grossen Töff-Weltbühne auftreten wird. Dummerweise stand auch Dominique Aegerters Mutter auf der Verteilerliste dieses Rundmails und vergeblich versuchte daraufhin  Dominique Aegerter seinen Teamchef telefonisch zu erreichen.

Nun fährt also Dominique Aegerter diese Saison nicht mehr. Er kann nur zu Hause sitzen, die Rennen am Fernsehen schauen und zusehen, wie er in der zweitwichtigsten Töff-WM im Gesamtklassement vom 11. Rang nach und nach weiter abrutscht. Und sich ausrechnen, was er an Prämien verliert.

Fred Corminboeuf, Teammanager Technomag Racing Interwetten und Derendinger-Interwetten Team, anlaesslich der letzten Testtage, am Dienstag, 18. Maerz 2015, in Jerez, Spanien. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Wir sehen uns wieder: Auf das Duell zwischen Aegerter und seinem Ex-Team darf man sich freuen. Bild: KEYSTONE

Ach, wir dürfen uns die Hände reiben und auf die nächste Saison freuen. 2017 wird die erbitterte Rivalität zwischen Dominique Aegerter und dem Clan von Tom Lüthi (der weiterhin im Team von Fred Corminboeuf fährt) für allerbeste Unterhaltung und hochklassigen Rennsport sorgen.

Noch braucht Dominique Aegerter ungefähr drei Tage und drei Nächte, um sich zu beruhigen. Aber dann kann er sich bis zum Start der Testsaison im nächsten Februar optimal vorbereiten, sich erholen, mit seinem neuen Team anfreunden, die Batterien neu laden, den Kopf frei zu bekommen und den heiligen Zorn in pure Motivation und Kampfgeist umwandeln. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass wir im Frühjahr 2017 den besten Dominique Aegerter aller Zeiten erleben werden.

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hinkypunk 07.10.2016 23:59
    Highlight Highlight Ein sehr unfeiner Zug von Fred. Vor allem dass er nicht mal den Mumm hat es dem Domi persönlich mitzuteilen. Ich bin kein Fan von Domi, aber ich habe ihn als dufter Typ kennenlernen dürfen inkl. einem harten aber fairen Duell auf der Rennstrecke.
  • Larissa Studer 07.10.2016 11:14
    Highlight Highlight Was zur Höll... 😨
    Ich habe immer gedacht das man könne Stolz sein auf unser Schweizer Trio und sagen dass sie super zusammenhalten. Und auch Fred ein anständiger und sympatischer Kerl ist, ich fürchte ich muss meine Meinung zu Fred ändern.
    Und wie weiter unten schon gesagt wurde: Lorenzo fährt auch noch immer bei Yamaha und Iannone fährt auch noch für Ducati. Sehr entäuschend für mich das es ausgerechnet in unserer "Swissmafia" nicht vernünftig geht.
  • Peter von der Flue 06.10.2016 23:00
    Highlight Highlight Ho Ho Langnou.
  • sentir 06.10.2016 22:28
    Highlight Highlight Bin gespannt wie die Sponsoren darauf reagieren. Die werden nicht besonders erfreut sein, dass ihnen Fred ein Aushängeschild für den Rest der Saison gestrichen hat.

    Mach da nicht mit in dem Kindergarten Domi, aus dem Alter bist du raus.
  • CheGue 06.10.2016 20:38
    Highlight Highlight Eitelkeiten hin, Egos her! Das geht jetzt gar nicht! Oder ist Lorenzo von Yamaha auch freigestellt?! Kindergarten! Aber Domi, du wirst es ihnen nächste Saison zeigen! "Hau rein und lass es krachen!"✊🏻✊🏻✊🏻

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