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Winnipeg Jets' Nikolaj Ehlers (27) and San Jose Sharks' Brenden Dillon (4) collide as Sharks' Evander Kane (9) skates by during the second period of an NHL hockey game Friday, Feb. 14, 2020, in Winnipeg, Manitoba. (John Woods/The Canadian Press via AP)

Dillon hebt ab – und landet vielleicht bald bei einem anderen Team. Bild: AP

Tränen vor möglichem Trade – die düstere Seite der schillernden NHL

Das System mit Drafts und Trades im US-Sport hat seine unschlagbaren Vorteile: Die Ligen werden dadurch in der Regel offener und spannender. Die Schattenseiten werden jedoch gerne verdrängt.



Noch eine knappe Woche haben die NHL-Teams Zeit, ihr Kader für den Rest der Saison zu verändern. Dann, am 24. Februar, schliesst das «Transferfenster». Anlässlich der Trade Deadline werden Weichen gestellt: Setzt ein Team primär auf kurzfristigen Erfolg? Steht die Playoff-Qualifikation über allem? Oder soll man bereits in der noch laufenden Saison am Team der Zukunft basteln – Stars abgeben im Tausch für hoffnungsvolle Talente und Draftpicks?

Einer der unzähligen Trade-Kandidaten ist Brenden Dillon. Glaubt man nordamerikanischen Medien, wollen die San Jose Sharks die Playoffs sausen lassen und den 29-jährigen Verteidiger abgeben, um attraktiven Gegenwert für das künftige Kader zu erhalten. Dillons Meinung zu einem Transfer interessiert die Sharks dabei nicht gross.

Trade-Update

Mittlerweile ist der Dillon-Trade Tatsache. Der Verteidiger wechselt von San Jose zu den Washington Capitals. Die San Jose Sharks erhalten im Gegenzug zwei Draftpicks (2. Runde 2020 und 3. Runde 2021).

Als er nach der 3:5-Niederlage gegen die Florida Panthers in der Nacht auf heute (Schweizer Zeit) mit den Reportern über einen möglichen Trade spricht, schiessen dem Spieler die Tränen in die Augen: «Wir werden sehen, was passiert. Ich bin gerne hier und gebe jeden Abend mein Bestes. Ein Trade liegt nicht in meiner Macht.»

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Emotional: Brenden Dillon nach seinem vielleicht letzten Spiel bei den Sharks. Video: streamable

Wechsel oft ohne ein Anzeichen

Gegenwart sichern oder Zukunft planen – das ist der Zwist, in dem sich die General Manager der 31 NHL-Teams befinden. Die Spieler, um die es dabei geht, sind für sie oft nur Eishockeyspieler mit einer Rückennummer und mit unzähligen Statistiken. Dass es bei einem Spielertransfer auch um den Menschen abseits des Eisfeldes geht, ist zweitrangig. Der Spieler erfährt bloss irgendwann, dass er nicht mehr gebraucht wird. Oft auch aus dem Nichts.

So war es vor einem Jahr bei Nino Niederreiter. Einige Stunden vor einem Spiel kam der Churer vom Training nach Hause und wollte gerade ein Nickerchen machen, als ihn der General Manager anrief und ihm mitteilte, dass er am Abend nicht mehr kommen müsse. Niederreiter sei getradet worden, er gehöre ab sofort den Carolina Hurricanes. Also packte er seine Siebensachen und flog schon wenige Stunden später zum neuen Arbeitgeber, der seinen Vertrag übernahm.

Niederreiter als Spieler der Wild (links) und der Canes.

Weiter, immer weiter

Mit Kevin Fiala wurde auch ein anderer Schweizer Stürmer in der vergangenen Saison transferiert. Hals über Kopf musste er Nashville verlassen, um ohne ein Training mit den neuen Kollegen gleich seinen Einstand bei den Minnesota Wild zu geben. «Das ist nicht einfach», sagte Fiala, für den Nashville nach drei Jahren zur Heimat geworden war, damals. Aber auch: «Der Trade ist das Beste für meine Karriere. So muss ich das sehen.» Es bleibt einem als kleines Rädchen in der grossen NHL-Maschine wohl nicht viel anderes übrig, als positiv zu bleiben und sich Oliver Kahns Motto zu verinnerlichen: «Weiter, immer weiter!»

Brenden Dillon ist – Stand jetzt – weiterhin ein Spieler der San Jose Sharks. Falls er in den nächsten Tagen an ein anderes Team abgegeben wird, kann er wenigstens darauf hoffen, bei einem potenziellen Stanley-Cup-Sieger unterzukommen. Der Berner Verteidiger Mark Streit landete vor drei Jahren kurz vor Transferschluss bei den Pittsburgh Penguins – und durfte einige Monate später seinen Namen als erster Schweizer Feldspieler überhaupt in die Trophäe eingravieren lassen.

Trades und Gerüchte

Fixe Trades im Februar

Pittsburgh Penguins' Jason Zucker (16) celebrates his goal with Sidney Crosby (87) during the second period of the team's NHL hockey game against the Montreal Penguins in Pittsburgh, Friday, Feb. 14, 2020. (AP Photo/Gene J. Puskar)

Nicht schlecht, wenn du plötzlich an der Seite von Sidney Crosby jubeln darfst: Neu-Pinguin Jason Zucker (rechts). Bild: AP

Aktuelle Gerüchte

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Martinov 18.02.2020 21:57
    Highlight Highlight Und zack spielt er für die Caps...
  • tr3 18.02.2020 19:54
    Highlight Highlight Wer dort spielt, kennt die Regeln bevor er unterschreibt und wird mehr als fürstlich entlohnt. Mein Mitleid hält sich grad in Grenzen.
  • c_meier 18.02.2020 19:05
    Highlight Highlight wen würdet ihr in der Schweiz traden wenn dies üblich wäre?
    • Apfel Birne 18.02.2020 19:38
      Highlight Highlight Chatelain gegen Kläy oder Raffainer ;)
    • Hallo22 19.02.2020 06:48
      Highlight Highlight Stadler gegen Egli oder Rathgeb sowie Zryd im Tausch gegen nichts sofort nach Bern
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 18.02.2020 18:45
    Highlight Highlight Ich habe jetzt das System nicht verstanden.
  • antivik 18.02.2020 17:41
    Highlight Highlight Ein Spieler wurde vor einigen Jahren sogar mitten im Spiel getraded und verliess das Spiel, um seine Sachen packen zu gehen.
    • eye love two hockey 18.02.2020 20:23
      Highlight Highlight Matt Duchene, obwohl da wohl auch ein wenig Show dabei war 😅
    • urs3 18.02.2020 20:33
      Highlight Highlight Das war Matt Duchene, welcher von Colorado nach Ottawa getradet wurde.
  • feuseltier 18.02.2020 17:27
    Highlight Highlight könnte sich auch ein Goalie als Rolex auf dem Transferwühltisch entpuppen.

    Echt jetzt? Ist dieser Begriff nicht geschützt von Herr Zaugg ?? :))
    • Ralf Meile 18.02.2020 18:31
      Highlight Highlight Wenn man eine genügende Anzahl Jahre gemeinsamer Arbeit vorweisen kann, ist die Verwendung in Ausnahmefällen gestattet!
  • Sanchez 18.02.2020 17:25
    Highlight Highlight Er kann sich ja die Tränen mit ein paar druckfrischen Benjamin Franklin abwischen..
    • Martinov 18.02.2020 20:27
      Highlight Highlight Thema verfehlt..
  • Mario 66 18.02.2020 17:02
    Highlight Highlight Ach brendan, ich würde vorschlagen, dass du die 1,9 mio gehalt, die du kassierst, als trostpflästerli betrachtest?
    • Beggride 18.02.2020 17:57
      Highlight Highlight Wieso glauben so viele, dass man mit viel Geld plötzlich keine Emotionen und ein Bedürfnis nach sozialem Austausch mehr hat?
    • Mia_san_mia 18.02.2020 18:13
      Highlight Highlight Es soll Leute geben, für die Geld nicht alles ist...
    • ferdi nand 18.02.2020 19:18
      Highlight Highlight Naja er ist auf nur ein Mensch und ich verstehe es wenn er nicht getradet werden möchte. Allerdings muss er auch damit umgehen können, wenn er in der NHL spielt, denn er weiss ja, dass Trades dazu gehören. Wenn er nicht damit umgehen kann, hätte er auch keinen NHL-Kontrakt unterschreiben sollen.
  • Züzi31 18.02.2020 16:46
    Highlight Highlight Haben sie kein Bock auf das System, können sie für weniger, aber immer noch viel Geld und gleichzeitig halt auch weniger Ruhm nach Europa wechseln. Ich hätte nichts dagegen, McDavid gegen Roe in der ersten Linie zu tauschen.
    • DINIMAMIISCHNDUDE 18.02.2020 18:49
      Highlight Highlight McDavid muss nur keine Angst haben, dass er getraded werden könnte
  • AllknowingP 18.02.2020 16:26
    Highlight Highlight Business as usual. I.d.R verdienen die Spieler ein nette Summe... und damit sind solche Ungewissheiten quasi abgegolten. Auch wenn das hart sein kann im Einzelfall.
  • Blitz Gordon 18.02.2020 16:26
    Highlight Highlight Ohje, der Arme. Das ein Jahreslohn von $3,27mio auch seine Schattenseiten mit sich bringen könnten, hat natürlich niemand geahnt.
    • Curly Turkey 18.02.2020 17:42
      Highlight Highlight Das bestreitet Dillon ja auch mit keinem Wort. Aber auch ein Mensch, der Millionen verdient, ist immer noch ein Mensch. Und der darf durchaus traurig sein, wenn er nach beinahe sechs Jahren unfreiwillig seinen Arbeitgeber verlassen muss.

      Im Gegenteil: Ich finde die Emotionalität von Dillon eigentlich sogar irgendwie schön. Es zeigt, dass es wirklich noch Spitzensportler gibt, die an ihrem Klub hängen.
    • mukeleven 18.02.2020 21:47
      Highlight Highlight it’s the shark soul - die haben einfach einen guten “groove” im team an der bay area.
      ... da mags ein traenchen gut leiden und macht ihn sympa.
  • TWilli 18.02.2020 16:20
    Highlight Highlight Entweder man macht es mit den Trades, dann kommt es so -> Emotionen, wovon der Sport generell lebt.
    Oder man gibt dem Spielern/Berater alle Macht und hat dann trötzelnde Spieler wie es im Fussball der Fall ist. Da ist mir das US-Ligen-System irgendwie sympathischer
    • PorcoRosso 18.02.2020 16:55
      Highlight Highlight Auch hier hast du trötzelnde Spieler welche den Vertrag nicht mehr erfüllen wollen (siehe aktuell Bogosian bei den Buffalo Sabres) oder früher Kowaltschuk bei den Devils.
      Versteh mich nicht falsch, finde es so mit den Trades auch genial. Es ist einfach ein moderner Sklavenmarkt. Aber die Spieler lassen sich darauf ein und kassieren auch fürstlich (also mal die Meisten).
    • LeBandiereaux 18.02.2020 17:40
      Highlight Highlight Ich frage mich auf wie viel Geld ein durchschnittlicher Spieler verzichten müsste um eine no trade Klausel zu kriegen.
      Angenommen ich wäre 32,33 und hätte mein Umfeld und schulpflichtige Kinder wäre das durchaus ein Faktor. Ausser in Kanada, da wäre mir die Steuer wohl zu hoch😏
      (ja, hypothetisch und jammern auf hohem Niveau)
    • PorcoRosso 18.02.2020 18:38
      Highlight Highlight Obwohl No Trade Klausel ist nicht No Trade. Wenn ich mich nicht täusche dürfen sie dich nicht traden ohne dein Einverständnis. Wenn du aber kurz vor deinem Karriereende zu einem Contender also Cup Anwärter wechseln könntest und du bist einverstanden, dürfen sie dich traden.

      Dann gibts noch die Spieler die eine Liste abgeben dürfen mit Vereinen zu welchen sie getradet werden dürfen. Aber auch hier geht sicherlich eine Lohneinbusse mit diesem Privilieg einher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • greeZH 18.02.2020 16:16
    Highlight Highlight Da ist die Macht der NBA-Spieler doch ein bisschen grösser. Zumindest bei den Stars.
    • Tooto 18.02.2020 16:27
      Highlight Highlight Die Story vergessen, wie ein NBA Spieler während des Spiels getradet und anschliessend ausgewechselt wurde? :D
      Um dann auf der Bank zu erfahren das wars.
    • exeswiss 18.02.2020 16:50
      Highlight Highlight naja die "stars" in der NHL haben üblicherweise auch NTC's (No Trade Clause) oder NMC (No Move Close) im vertrag.
    • Pipikaka Man 18.02.2020 17:35
      Highlight Highlight Wieso wird so geblitzt? Er hat recht. Da gibts keine Trainer die authoritär sind wegen dem Einfluss den ein NBA Star haben kann auf das Spiel. Denkst du bei den Lakers ist Coach Vogel der Chef? Nein das ist Lebron und der Coach ist eher sein Handlanger. Nur Gregg Popovich und Doc Rivers sind die einzigen massiven Ausnahmen für Coaches, da Gegenwehr zu zeigen oder die als Handlanger zu benutzen wird mit einem Trade enden.9
    Weitere Antworten anzeigen
  • släppschött 18.02.2020 16:07
    Highlight Highlight Beim Trevor Moore Trade habt ihr Sender/Empfänger vertauscht 🙃
  • eye love two hockey 18.02.2020 16:03
    Highlight Highlight Klar, wenn's dann mal passiert, dann passierts plötzlich, alles muss schnell gehen und zum Verabschieden bleibt keine Zeit mehr...

    Aber ohne Anzeichen kommen die Trades ja dann ofmals schon nicht ganz (zumindest für gestandene Spieler). Die Spieler wissen ja haargenau um ihre eigene Situation und um die Lage des Teams und ob ein trade realistisch ist oder eher weniger.

    Niederreiter und sein Agent beispielsweise haben ja schon monatelang bevor's dann endlich passiert ist damit gerechnet.

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