Sport
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Eishockey-WM, 4. Spieltag

Gruppe A in Kopenhagen:
Schweiz – Weissrussland 5:2 (2:2,1:0,2:0)
Schweden – Österreich 7:0 (2:0,3:0,2:0)

Gruppe B in Herning:
Deutschland – Südkorea 6:1 (1:0,3:0,2:1)
Finnland – Dänemark 2:3 (0:0,1:2,1:1)

Switzerland's forward Enzo Corvi, right, celebrates his goal with teammates defender Mirco Mueller #41, defender Raphael Diaz #16, forward Simon Moser #82, and forward Nino Niederreiter #22, after scoring the 4:2, during the IIHF 2018 World Championship preliminary round game between Switzerland and Belarus, at the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Wednesday, May 9, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die Schweiz feiert gegen Weissrussland den dritten Sieg im vierten Spiel. Bild: KEYSTONE

«20 bis 25 Minuten gutes Hockey» reichen der Schweiz gegen Weissrussland zum Sieg

Das Schweizer Nationalteam hat an der Weltmeisterschaft in Dänemark die Pflichtaufgabe gegen Weissrussland mit einem 5:2-Sieg erfüllt. Länderspiel-Debütant Timo Meier gelangen drei Skorerpunkte, Joël Vermin traf doppelt.



«Meier kam, spielte und punktete», so lautete die Schlagzeile dieser Partie. Der 21-jährige Herisauer war erst am Dienstagmittag aus San Jose zum Team gestossen. Trotz Jetlag war er bei seinem ersten Länderspiel jedoch hellwach. Nachdem er sich zum 2:2 von Sven Andrighetto (19.) und zum 3:2 von Joël Vermin 14,8 Sekunden vor der zweiten Pause je einen Assist hatte gutschreiben lassen, erzielte er in der 47. Minute im Powerplay das 5:2 selber. Meier stand nach einem von Andrighetto provozierten Abpraller goldrichtig. Auch sonst war er sehr präsent und unterstrich, warum er in dieser Saison bei den Sharks den Durchbruch geschafft hatte. Als Belohnung für den starken Auftritt wurde er zum besten Schweizer Spieler gekürt.

«Es ist auf jeden Fall ein Pflichtsieg. Wir haben gut gespielt gegen Tschechien, hätte einen Sieg holen können. Das zweite Drittel war nicht so gut, dann konnten wir aber einen Zacken zulegen und haben den Sieg heimgebracht. Gestern hatten wir ein langes Spiel, da war die Müdigkeit sicher noch da. Aber wir konnten einen Gang raufschalten und so war es ein gutes Spiel für uns. Auch für mich war es am Anfang ein Abtasten, aber es hat Spass gemacht mit Vermin und Andrighetto, wir harmonieren gut. »

Timo Meier

Neben Meier ist Vermin hervorzuheben. Der Lausanner Center war zweimal aus kurzer Distanz erfolgreich, ging dorthin, wo es weh tut. Beim 1:0 nach nur 97 Sekunden lenkte er nach herrlicher Vorarbeit von Nino Niederreiter, der seinen fünften Skorerpunkt an diesem Turnier verzeichnete, den Puck mit dem Körper ins Tor. Beim eminent wichtigen 3:2 überwand er den weissrussischen Keeper Michail Karnauchow im zweiten Anlauf, nachdem Meier mit einem versuchten «Buebetrickli» gescheitert war. Für Vermin waren es im 17. Länderspiel die ersten beiden Tore.

Vermin mit der frühen Führung zum 1:0.

Vermin erzielt das 3:2.

Wer die Viertelfinals erreichen will, muss eine Mannschaft wie Weissrussland bezwingen. Allerdings taten sich die Schweizer schwerer, als dies nach den guten Leistungen gegen die Slowakei (2:0) und Tschechien (4:5 n.P.) erwartet worden war. Es zeugt allerdings von Qualität, Partien zu gewinnen, in denen es über weite Strecken nicht wie gewünscht läuft.

«Im ersten Drittel waren sie frischer. Nach dem Spiel vom Vorabend benötigten wir etwas Zeit, um in die Partie zu finden. Aber wir zeigten Charakter und glaubten an uns. Das war ein extrem wichtiger Sieg für uns. Es ist schön, haben wir neun Punkte auf dem Konto, nach dem verrückten Spiel gegen Tschechien könnten es sogar noch mehr sein. Jetzt wollen wir in den letzten drei Spielen weiter punkten.»

Raphael Diaz.

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Sämtliche Highlights im Video. Video: YouTube/IIHF Worlds 2018

Vielleicht fühlten sich die Schweizer nach der frühen Führung zu sicher. Überhaupt starteten sie erneut sehr stark ins Spiel, war von der kurzen Erholungszeit nach der Partie gegen Tschechien zunächst nichts zu spüren. Nach dem Ausgleich der Weissrussen in der 6. Minute durch Geoff Platt, vor dem der Lausanner Verteidiger Joël Genazzi gleich zweimal eine schlechte Figur gemacht hatte, war dann jedoch der Wurm drin. Fünf Minuten später gingen die Osteuropäer durch den vor dem Tor völlig vergessenen Alexander Pawlowitsch gar in Führung – die Schweizer agierten in dieser Szene viel zu puckorientiert. Goalie Reto Berra, bei seinem ersten Einsatz an dieser WM noch ungeschlagen, kassierte somit zwei Tore aus den ersten drei Schüssen der Weissrussen.

«Wir wussten schon vor dem Turnier, dass dies mental die schwierigste Partie ist. 16 Stunden nach einer Partie gegen Tschechien gegen einen auf dem Papier schwächeren Gegner zu spielen, ist nicht einfach. Nach dem frühen 1:0 dachten wir vielleicht, es könnte ein leichtes Spiel werden. Die Folge war das schlechteste Drittel an diesem Turnier. Dass wir nach 30 schwierigen Minuten den Schalter umlegen konnten, gefiel mir aber sehr. Wir sind extrem zufrieden mit den neun Punkten.»

Patrick Fischer

Beim wichtigen Ausgleich zum 2:2 (19.) traf der äusserst aktive Andrighetto, der mit Meier und Vermin eine sehr starkes Trio bildete, mit einem Kunstschuss, war der Winkel doch extrem spitz. Im Mittelabschnitt wurden die Schweizer von den Weissrussen phasenweise dominiert, insofern war das 3:2 Balsam. Danach kontrollierte die SIHF-Auswahl die Partie. «Wir zeigten heute bloss 20 bis 25 Minuten gutes Eishockey», sagte Vermin. «Das reichte zum Glück, um drei Punkte zu holen.»

Der Ausgleich durch Andrighetto.

«Wir haben 20-25 Minuten gutes Hockey gezeigt. Heute hat das zum Glück gereicht, um drei Punkte zu holen. Gegen die nächsten zwei Gegner müssen wir aber sicher besser spielen.»

Joël Vermin

Dank dem dritten Sieg im vierten Spiel und neun Punkten ist die Ausgangslage der Schweizer im Kampf um die Viertelfinal-Qualifikation vielversprechend. Zunächst geniessen sie aber zwei Ruhetage, ehe sie am Samstagabend auf Olympiasieger Russland treffen. (sda)

Die Tabelle

Image

Das Telegramm

Schweiz - Weissrussland 5:2 (2:2, 1:0, 2:0)
Kopenhagen. - 5445 Zuschauer. - SR Öhlund/Rantala (SWE/FIN), Davis/Otmachow (USA/RUS). -
Tore: 2. Vermin (Niederreiter, Untersander) 1:0. 6. Platt (Linglet, Djukow) 1:1. 11. Pawlowitsch (Kowyrschin, Materuchin) 1:2. 19. Andrighetto (Meier, Diaz) 2:2. 40. Vermin (Meier) 3:2. 43. Corvi (Diaz) 4:2. 47. Meier (Andrighetto, Hofmann/Ausschluss Pawlowitsch) 5:2. -
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 8mal 2 Minuten gegen Weissrussland.
Schweiz: Berra; Diaz, Müller; Untersander, Kukan; Fora, Frick; Genazzi; Baltisberger, Schäppi, Rod; Niederreiter, Corvi, Moser; Andrighetto, Vermin, Meier; Scherwey, Haas, Hofmann; Riat.
Weissrussland: Karnauchow; Worobej, Denissow; Korobow, Djukow; Chenkel, Lissowez; Falkowski; Platt, Scharangowitsch, Linglet; Pawlowitsch, Kowyrschin, Materuchin; Kisli, Raswadowski, Gawrus; Drosd, Kitarow, Lewscha; Demkow.
Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (Ersatztorhüter), Senn, Siegenthaler und Walser (alle nicht gemeldet). - Schüsse: Schweiz 45 (16-14-15); Weissrussland 24 (7-9-8). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/6; Weissrussland 0/3. (sda)

Ticker: 09.05. Schweiz – Weissrussland

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Raembe 09.05.2018 18:57
    Highlight Highlight Eine gute Mannschaft zeichnet sich auch durch Siege an schlechten Tagen aus! Hopp Schwiiz!
  • kupus@kombajn 09.05.2018 18:44
    Highlight Highlight Ich dachte schon, dass das wieder eines dieser typischen Murksspiele gibt, aber am Ende war es dann doch noch mehr oder minder souverän. Sagen wir mal, sie hatten das Spiel gegen CZE noch in den Knochen. Ist ja noch keine 24 Stunden her.
  • Hugo Wottaupott 09.05.2018 18:35
    Highlight Highlight Ich will feiern. 160.--chf Pizza bestellen! (die 11. ist gratis HIHI)
  • Bulwark 09.05.2018 17:29
    Highlight Highlight Wärens beim "Check" gegen Timo Meier auch 2 Minuten, wenn dieser Verletzt ausgefallen wäre? Ich vezweifle es!
  • KönigHockey 09.05.2018 16:49
    Highlight Highlight Dieses frühe, ohne Gegenwehr erzielte Führungstor hat der Schweiz leider nicht gut getan. Da dachte man wohl, dass man auch mit 70% diese Weissrussen locker schlägt. Anderst kann man dieses passive Auftreten insbesondere vor dem eigenen Tor nicht erklären! Hoffentlich besinnen sich die Eisgenossen in der Garderobe und spielen wieder richtiges Eishockey!
  • das Otzelot 09.05.2018 16:38
    Highlight Highlight Berra hält keinen Puck. Schon im Gotteron Modus...
    • Raembe 09.05.2018 18:58
      Highlight Highlight Seich......
  • TheNormalGuy 09.05.2018 16:37
    Highlight Highlight Ach schau... die Schweiz spielt doch wieder wie die Schweiz. Wie kann denn das nur gehen?
    • Micha Moser 09.05.2018 18:43
      Highlight Highlight Bin eigentlich ganz zufrieden mit einem 5:2
    • Raembe 09.05.2018 18:59
      Highlight Highlight Die wie die Schweiz spielende Schweiz hat ein besser als Weissrussland spielendes Weissrussland 5:2 geschlagen.
  • birdiee 09.05.2018 16:24
    Highlight Highlight hihi
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  • Rock'n'Rohrbi 09.05.2018 16:10
    Highlight Highlight VORSICHT NATI ...immer wenn die Schweiz der selbstdeklarierte Favorit ist, tut sich diese schwer! Der Sieg und drei Punkte sind Pflicht; hört man hüben wie drüben. Aber bisher hat diese Mannschaft bereits gegen Russland und Schweden gespielt. Diese stehen auf Platz 1 und 2 - Frankreich ist auch immer für unsere Nati ein harter Prüfstein. Also, wer Weissrussland unterschätzt, wird hart auf der Nase landen. Nicht weniger Respekt und Einsatz als gegen Tschechien ...ist auch heute gegen Belarus gefragt. Hopp 🇨🇭

War WM-Silber ein Exploit oder tatsächlich der Beginn eines neuen Zeitalters?

Wie geht es weiter? Sean Simpson hat die Silber-WM von 2013 kein Glück gebracht. Aber für Patrick Fischer ist die Silber-WM 2018 der Anfang eines neuen Zeitalters, geprägt von «amerikanischen» WM-Teams.

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