Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Biels Topscorer Toni Rajala, links, kaempft um den Puck, gegen Luganos Ryan Jonston, rechts, im ersten Playoff-Halbfinalspiel der Eishockey National League zwischen, dem EHC Biel und dem HC Lugano, am Dienstag, 27. Maerz 2018, in der Tissot Arena in Biel. (PPR/Marcel Bieri)

Fällt nicht nur wegen des Topskorer-Helms auf: Toni Rajala. Bild: PPR

«Einen solchen Lauf hatte ich noch nie» – Biels Rajala geniesst seinen Höhenflug

Acht Playoff-Partien, acht Tore – Biels Toni Rajala entwickelt sich zum Schrecken der gegnerischen Torhüter. Trifft der Finne heute Abend erneut, im Spiel 3 der Halbfinal-Serie gegen Lugano?

Marcel Kuchta



«Nein, einen solchen Lauf hatte ich in meiner Karriere noch nie», gibt Toni Rajala lachend zu. Acht Tore in acht Playoff-Spielen – das ist tatsächlich eine mehr als ungewöhnliche Bilanz, die der finnische Stürmer in Diensten des EHC Biel in diesem Frühling vorzuweisen hat.

«Momentan passt wirklich alles zusammen. Die Schüsse gehen rein. Aber ich habe mit Marc-Antoine Pouliot und Marco Pedretti auch zwei Sturmkollegen, mit denen ich sehr gut harmoniere», erzählt der 27-Jährige.

Am Donnerstag steht Rajala goldrichtig, um in Lugano das 2:1 für Biel zu erzielen. Es ist die Entscheidung.

Schwieriger Start in die Saison

Noch im Herbst hatte der quirlige Flügelstürmer weniger zu lachen. Damals machte er, wie die ganze Mannschaft der Bieler, eine veritable Krise durch. Zwischen dem 29. September und dem 8. Dezember blieb er 16 Spiele lang ohne Torerfolg, war bisweilen gar überzähliger Ausländer. Er profitierte, wie zuletzt das komplette EHCB-Ensemble, schliesslich von der Freistellung des Headcoachs Mike McNamara, der erst durch Sportchef Martin Steinegger, danach durch Antti Törmänen ersetzt wurde.

«Der Trainerwechsel hat nicht nur mir selber, sondern auch allen anderen Spielern gutgetan», erzählt Rajala, der sich selbstredend mit seinem neuen Chef hinter der Bande blendend versteht. Nicht nur, weil Törmänen ein Landsmann von ihm ist und dieselbe Sprache spricht, sondern auch deshalb, «weil Antti viel mit uns Spielern redet und ein gutes Gespür dafür hat, was wir brauchen. Man merkt auch, dass er selber auf höchstem Niveau Eishockey gespielt hat und sehr erfahren ist», schwärmt der 1,78 m grosse Flügelstürmer.

Cheftrainer Antti Toermaenen, Mitte, instruiert seine Spieler in einem Time-Out kurz vor Schluss des fuenften Eishockey Playoff-Viertelfinalspiels der National League zwischen dem HC Biel und dem HC Davos, am Dienstag, 20. Maerz 2018, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Trainer Törmänen hat grossen Anteil am Höhenflug Biels. Bild: KEYSTONE

Der untypische Finne

Apropos Körpergrösse: Toni Rajala galt einst als Spieler, dem man durchaus den Sprung in die NHL zutraute. Er wurde 2009 von den Edmonton Oilers in der vierten Runde gedraftet und unterschrieb auch einen Dreijahresvertrag bei der NHL-Organisation. Zu mehr als einer Saison im Farmteam der Oilers reichte es dem Mann, dem Beobachter mal attestierten, dass er eher wie ein Buchhalter aussehe als wie ein Eishockey-Spieler, aber nicht. Solche Vergleiche nimmt Rajala übrigens mit einer guten Prise Humor zur Kenntnis.

Bieler Jubel in der Resega: Die Seeländer führen in der Halbfinalserie 2:0.

Er entspricht von seinem Typ her sowieso nicht den gängigen Klischees, die man von den Finnen kennt. Diesen melancholischen, introvertierten Charakterzug sucht man bei ihm vergebens. Im Gegenteil: Er ist ein sehr kommunikativer, umgänglicher Mensch. So kommunikativ, dass er am Donnerstag im zweiten Halbfinal-Duell in Lugano (2:1 für Biel) sogar dem gegnerischen Dauerprovokateur Maxime Lapierre auf dem Eis zum Geburtstag gratulierte. Notabene an dem Tag, als Rajala selber auch die Kerzen auf dem Geburtstags-Kuchen ausblasen durfte.

Auch wegen seines guten Charakters empfahl der Schweizer NHL-Scout Thomas Roost, der für den EHC Biel auch immer wieder potenzielle Ausländer unter die Lupe nimmt, im Sommer 2016 die Verpflichtung Rajalas. «Ich hatte ihn als Teenager schon am internationalen Juniorenturnier in Zuchwil beobachtet und erinnerte mich an ihn, als er auf dem Spielermarkt angeboten wurde.»

Das flüchtige Glück

Roost attestiert dem Finnen einen sehr guten Schuss und ebenso gute läuferische Fähigkeiten. Dass er sich in Nordamerika nicht durchsetzen konnte, überrascht ihn nicht. Rajala sei kein Spieler, der in den harten Duellen an der Bande bestehen könne. «Er braucht auf dem Spielfeld Platz, um sich entfalten zu können. Im Zweikampf gehört er eher zur ängstlicheren Sorte.»

La joie du Top Scorer biennois Toni Rajala qui salue le public lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Bienne et le Geneve Servette HC ce samedi, 16 septembre 2017 a la Tissot Arena de Bienne. (PPR/Cyril Zingaro)

Rajala feiert mit den Bieler Fans. Bild: PPR

Gut für den EHC Biel, dass die Spielweise in der National League nahezu perfekt auf Toni Rajala zugeschnitten ist. Doch auch der Finne weiss, dass das momentane Glück sehr flüchtig sein kann, wenn man die gängigen Playoff-Prinzipien nicht beherzigt. «Kämpfen. Viel laufen und viel schiessen», umschreibt er das simple Rezept, das die Bieler in diesen Tagen und Wochen zu einem so erfolgreichen Team macht. «Wir sind zwar sehr gut unterwegs, aber wir haben noch nichts erreicht», mahnt der Goalgetter mit dem Buchhalterflair zu Demut.

So oder so geniesst Rajala den derzeitigen Höhenflug mit dem EHC Biel in vollen Zügen. Er besitzt auch in der kommenden Saison noch einen Vertrag beim EHCB, wo er sich pudelwohl fühlt. «Die Organisation, das Umfeld, die Stadt – alles ist wunderbar», schwärmt er. Zumal er über die Ostertage auch noch Besuch von seiner Freundin hat, die ansonsten in Finnland studiert. Die gegnerischen Torhüter dürfen sich also weiter warm anziehen.

Die Monsterdiashow zur Monsterkarriere von ZSC-Ikone Mathias Seger

Emily quält das watson-Team mit kanadischen Ostereiern

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

5 Antworten zu den geheimen Tapes zu Salvinis Parteispenden-Deal mit dem Kreml

Link zum Artikel

Warum wir aufhören müssen, uns selbst auszubeuten

Link zum Artikel

Wenn Kantonswappen ehrlich wären – die komplette Edition

Link zum Artikel

5 Dinge, die verzweifelte Singles tun – und unbedingt lassen sollten

Link zum Artikel

Hast du in Zürich einen Verrückten ins Wasser springen sehen? Wir wissen nun, wer es war

Link zum Artikel

9 absolut clevere Wege, wie Rechtsradikalen und Neonazis schon die Stirn geboten wurde

Link zum Artikel

Dieser Fotograf zeigt Hochzeiten – so wie sie wirklich sind

Link zum Artikel

Trump, Clinton, der Sex-Milliardär – und die Verschwörungstheoretiker

Link zum Artikel

Warum dieser NZZ-Artikel für einen Shitstorm sorgte – und er von Maassen retweetet wurde

Link zum Artikel

BBC-Moderator berichtet über Patrouille-Suisse-Fail – und lacht sich schlapp 😂

Link zum Artikel

Stell dir vor, die App einer Sportliga fordert per Push plötzlich 6000 Dollar von dir ...

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Ausgleich in der Serie? Egal! 4 Gründe, warum der Bieler Final-Traum weiterlebt

Während die Serie zwischen Zug und Lausanne schon fast entschieden ist, bahnt sich bei Bern gegen Biel der erwartete Krimi an. Bern hat nach dem 2:2-Ausgleich wieder Oberwasser. Doch das Hockey-Seeland darf sich weiterhin Hoffnungen auf den ersten Playoff-Final in der Klubgeschichte machen.

Eigentlich wollten wir diese Analyse der Ausgeglichenheit halber ja der Serie zwischen Zug und Lausanne widmen. Doch dort ist die Ausgangslage nach dem 2:0 Auswärtssieg der Zentralschweizer glasklar: Bei Lausanne scheint nach der langen, intensiven Serie gegen Langnau die Luft draussen zu sein. Und Zug ist zu stark, um sich die Butter noch vom Brot nehmen zu lassen.

Das zeigt sich an einem Beispiel: Die Waadtländer wurden gestern vom eigenen Publikum während 60 Minuten nach vorne gepeitscht und …

Artikel lesen
Link zum Artikel