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Vancouver Canucks center Elias Pettersson (40) celebrates his goal with right wing Brock Boeser (6) against the Minnesota Wild during the third period of an NHL hockey game, Monday, Oct. 29, 2018, in Vancouver, British Columbia. (Jonathan Hayward/The Canadian Press via AP)

Elias Pettersson jubelt mit Brock Boeser. Bild: AP/The Canadian Press

Dieser Youngster ist der Beweis, dass sich das Spiel in der NHL gerade verändert

In seiner ersten Saison ist Vancouvers Rookie-Hoffnung Elias Pettersson bereits der gefährlichste Spieler des Teams. Und ein Zeichen dafür, wie sich das Spiel in der NHL verändert.



Am 23. Juni 2017 wählten die Vancouver Canucks an fünfter Stelle im NHL-Draft einen jungen schwedischen Stürmer. Elias Pettersson. Nicht alle Beobachter waren glücklich mit dieser Wahl. Der Schweizer Nico Hischier, Nolan Patrick, Miro Heiskanen und Cale Makar waren bereits weg. Aber Spieler wie Cody Glass, Gabe Vilardi, oder Casey Mittelstadt – körperlich stärker und schon ans nordamerikanische Eishockey gewöhnt – wären noch zur Verfügung gestanden.

Blake Price, Eishockey-Moderator beim kanadischen Sender TSN, bezeichnete die Wahl als riskant. Viele kritisierten, dass Pettersson aufgrund seiner schmächtigen Statur mehrere Jahre brauchen würde, um sich in der NHL zu etablieren. 

Die Kritiker lagen falsch.

Zwar wagte der Flügel nicht gleich den Sprung in die NHL, sondern blieb noch ein weiteres Jahr in Schweden. Doch das war der bestmögliche Entscheid für die Entwicklung des bald 20-Jährigen. Denn bei Växjö in der SHL konnte er zeigen, was er drauf hat.

Mit 19 Jahren wurde Pettersson schwedischer Meister. Und das nicht in irgendeiner Nebenrolle. Nein, der junge Schwede war einer der führenden Spieler, sammelte in 57 Spielen 75 Skorerpunkte (davon 34 Tore). Am Ende der Saison wurde er nicht nur als Rookie des Jahres, sondern auch als bester Juniorenskorer, Ligatopskorer, Stürmer des Jahres sowie als bester Spieler (MVP) der Regular Season und der Playoffs ausgezeichnet.

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Die Highlights von Petterssons Saison bei Växjö. Video: YouTube/Hockey Prospects Center

Die Vorfreude in Vancouver auf ihr Stürmerjuwel war riesig. Die meisten Kritiker waren verstummt. Aber nicht alle.

Noch immer hiess es, Pettersson würde mit seinen Körpermassen von 188 Zentimetern und nur 80 Kilogramm Mühe haben, sich in der NHL durchzusetzen. Doch der Schwede beweist im Moment das Gegenteil.

Mit seiner Explosivität, seiner überragenden Technik und seiner hervorragenden Spielintelligenz beweist Pettersson, dass die Zeit, in denen leichtere Spieler in der NHL einen schweren Stand hatten, vorbei ist. Und der Jungstar der Canucks zeigt auch keine falsche Scheu: «Es ist toll, gegen Spieler zu spielen, die ich von klein auf im TV sah. Ich sehe das als guten Test», sagte Pettersson nach seinen ersten NHL-Spielen.

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Highlights aus Petterssons ersten Spielen mit Vancouver. Video: YouTube/Nyllet.M

Einen Test, den er mehr als zufriedenstellend meistert. Pettersson startete mit acht Punkten (fünf Tore) aus den ersten fünf Spielen überragend in die Saison. Danach setzte ihn eine Hirnerschütterung einige Spieltage ausser Gefecht. Seit drei Spielen ist der Schwede wieder zurück und hat bereits wieder zwei Tore erzielt. 

Schussvolumen ohne Pettersson

Bild

Rot = Mehr Schüsse als Ligadurchschnitt.
Blau = Weniger Schüsse als Ligadurchschnitt.
Bild: hockeyviz.com/micah blake mccurdy

Schussvolumen mit Pettersson

Elias Pettersson

Rot = Mehr Schüsse als Ligadurchschnitt.
Blau = Weniger Schüsse als Ligadurchschnitt.​
Bild: hockeyviz.com/micah blake mccurdy

Das ist in einem offensiv weitgehend harmlosen Team wie Vancouver eine sehr gute Bilanz. Die beiden obenstehenden Grafiken zeigen: Pettersson ist – neben Brock Boeser und Bo Horvat – die treibende Kraft in Vancouvers Sturm. Der Rookie schafft es trotz seiner schmalen Statur regelmässig in die gefährliche Zone vor dem gegnerischen Tor.

Los Angeles Kings' Tanner Pearson (70) checks Vancouver Canucks' Elias Pettersson (40), of Sweden, during the first period of an NHL hockey preseason game Thursday, Sept. 20, 2018, in Vancouver, British Columbia. (Darryl Dyck/The Canadian Press via AP)

Der junge Schwede muss auch leiden: LAs Tanner Pearson drückt Pettersson den Stock ins Genick. Bild: AP/The Canadian Press

Er ist der Hauptgrund, warum Vancouver der Saisonstart so gut gelungen ist. Die Kanadier grüssen immer noch von der Spitze der schwächelnden Pacific Division. Kann Pettersson sein Team schon dieses Jahr in die Playoffs tragen? Es wäre zumindest eine Überraschung.

Doch er beweist, dass sich das Spiel in der NHL verändert – weg vom harten, körperbetonten Spiel, hin zu Fokus auf Tempo und Skills. Auch schmalere Spieler können sich bereits früh in der Liga durchsetzen. Und früher oder später wird Pettersson sein Können auch in den Playoffs beweisen dürfen.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ALLCAPS 02.11.2018 13:33
    Highlight Highlight Lassen wir doch die NHL erst ein mal richtig starten. (30 Runden).
    Zudem hat es immer schon Spieler gegeben die "schmächtig" sind. z.b Patrick Kane.
    Was man auch nicht vergessen sollte ist das Pettersson vier seiner 10 Punkte im Powerplay gemacht hat und momentan eine S% von fast 37% hat. Die wird sicher noch um ca. 10% fallen. Und wegen ein paar schmächtigen Spieler sagen das die NHL ein Wandel macht finde ich ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Montreal ist das leichteste Team mit 88kg... Und wie gesagt es wird und hat schon immer Spieler gegeben die Schmächtig sind. Nichts neues!
  • Fanito 02.11.2018 09:33
    Highlight Highlight eine Situation ändert sich nur dann, wenn sich entweder die Spieler selbst weiterentwickeln, also grössere Spieler z.B. flinker werden (Bsp. NBA)... ODER wenn sich die Regeln zu(un)gunsten des der ein oder anderen Spielertyps ändern. Ich denke Letzters hat aktuell den grösseren Einfluss, da auch in der NHL der Schutz der Spieler (insb. Thema Hirnerschütterung) immer stärker in den Fokus rückt ... zu Recht wie ich meine übrigens
  • dave-.- 01.11.2018 18:06
    Highlight Highlight Es macht spass ihm zuzuschauen. Jedoch hat er seit seiner Gehirnerschütterung immer wieder kleine Schwächemomente. Es sieht manchmal fast so aus als hötte er Angst. Wenn er dies jedoch wieder ablegen kann wird er ein ganz grosser.
  • goldmandli 01.11.2018 17:33
    Highlight Highlight 1,88cm und 80kg sind schmächtig? Was ist denn der Durchschnitt in der NHL? Und ist jo nny geaudrau nicht noch viel kleiner und leichter? Hat er damit nicht schon bewiesen, dass sich schmächtige Spieler in der NHL durchsetzen können, wenn die spielerische Klasse vorhanden ist?
    • Adrian Buergler 01.11.2018 17:42
      Highlight Highlight @goldmandli: Für seine Grösse ist Pettersson nach NHL-Standards sehr leicht. Das Durchschnittsgewicht der meisten NHL-Teams liegt zwischen 88 und 92 Kilogramm. Natürlich gibt es noch mehr Spieler, die für diesen Trend stehen.
    • 123und456 01.11.2018 20:55
      Highlight Highlight Laut eliteprospects.com:
      A.Ovechkin 1.87/108
      A.Matthews 1.91/98
      N.Niederreiter 1.88/98

      Du siehst auch aus der jüngeren Generation gibt es immer noch viele Spieler die, auf gut Schweizerdeutsch, ziemliche "Chäschte oder Fätze" sind.
      Ich denke auch nicht, dass wir in Zukunft nur noch vergleichsweise schmächtig oder leichte Spieler sehen werden wie Pettersson. Aber die Vielfalt wird grösser werden und die Manager werden merken, dass es auch etwas filigranere Spieler zu etwas bringen können.
    • Connor McSavior 01.11.2018 21:46
      Highlight Highlight Durchschnitt ist ca. 1.85m und 91 kg (Saison 2017/18). Also v.a. bezüglich seiner Grösse war ich auch immer überrascht, dass das ein Problem sein sollte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thurgauo 01.11.2018 17:31
    Highlight Highlight Was ich einfach nicht verstehe ist, dass er erst an 5. Stelle gedraftet wurde. Das habe ich mich schon damals gefragt. Der hat in 44 Spielen in der SHL 56 Skorerpunkte gesammelt und 24 Tore geschossen. Mit Abstand Topscorer des Teams (+15 Punkte!)! Die Saison davor auch 41 Punkte! In dem Alter, krass.
    • Adrian Buergler 01.11.2018 17:51
      Highlight Highlight Pettersson wurde vor seiner Saison bei Växjö gedraftet. Davor spielte er bei Timrå in der zweithöchsten Liga, wo er auch schon auffiel.

      Allerdings herrscht in der NHL trotz allem immer noch eine gewisse Skepsis gegenüber körperlich schwächeren Spielern. Diese fallen im Draft manchmal ungerechtfertigterweise etwas zurück.
    • plaga versus 01.11.2018 18:38
      Highlight Highlight Die Antwort steht doch im Artikel!
    • c_meier 01.11.2018 20:59
      Highlight Highlight vielleicht war Vancouver froh dass dieser Spieler an Stelle 1 bis 4 nicht gezogen wurde, sonst wären sie leer ausgegangen 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Freilos 01.11.2018 17:20
    Highlight Highlight Es wird immer beides benötigen, die Flinken und wendigen, aber es gibt wohl auch Situationen in denen ein paar Robustere Spieler ihre Vorteile haben. Aber klar, der Trend geht in die Richtung der Skills.

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