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Die Schweiz blamiert sich gegen die Slowakei bis auf die Knochen – Simon Moser sorgt mit Ausraster für erbärmlichen Rekord

Das Nationalteam verabschiedet sich unrühmlich vom Deutschland Cup in Augsburg. Die Schweizer unterliegen der Slowakei 0:4. Das Team von John Fust verliert zuerst das Spiel und dann die Nerven.



Bis am frühen Samstagnachmittag hatten die Schweizer im Bayerischen zu gefallen gewusst. Nach dem Auftaktsieg gegen Deutschland (3:2) führten die Schweizer gegen die USA bis 14 Minuten vor Schluss mit 4:1. Mit einem Sieg gegen die Amerikaner hätten die Schweizer zum dritten Mal nach 2001 und 2007 (jeweils unter Coach Ralph Krueger) den Deutschland Cup gewonnen.

Am Ende verliessen die Schweizer Augsburg aber ganz, ganz klein. Die Partie gegen die USA ging noch mit 4:5 nach Verlängerung verloren. Und zum Abschluss folgte am Sonntag gegen die Slowakei eine miserable Vorstellung. Gegen die Slowaken, die vorher beide Turnierspiele verloren hatten, resultierte ein 0:4. Die Niederlage hätte sogar noch deutlicher ausfallen können.

Switzerland's goalkeeper Benjamin Conz, right, fights for the puck against Slovakia's Tomas Marcinko during the Ice Hockey Deutschland Cup at the Curt-Frenzel-Eisstadion in Augsburg, Germany, Sunday, November 8, 2015. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Tomas Marcinko bezwingt den Schweizer Keeper Benjamin Conz.
Bild: KEYSTONE

Die Slowakei startet aggressiver

Schon der Auftakt ins Spiel war nicht mehr gut, obwohl sich den Schweizern in den ersten 25 Minuten durchaus Chancen boten. Aber sie spielten viel passiver als an den ersten beiden Tagen. Die Leistungsbereitschaft stimmte nicht mehr. Die Slowaken, die im Gegensatz zur Schweiz am Sonntag das Turnier nicht mehr gewinnen konnten, wirkten viel motivierter.

Am Anfang des Schweizer Untergangs stand ein irreguläres Tor. Das 1:0 durch Andrej Stastny hätte nicht zählen dürfen, weil ein paar Sekunden vorher den Puck die Angriffszone klar verlassen hatte. Die Referees übersahen jedoch das Offside. Die Schweizer ärgerten sich gewaltig über den Fehlentscheid.

08.11.2015; Augsburg; Eishockey Deutschland Cup - Slovakei - Schweiz;
Killian Mottet (SUI) gegen Michal Dzubina (SVK) Tomas Zigo (SVK) Michel Miklik (SVK) Roman Kukumberg (SVK) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Die Schweiz hat beim 0:4 gegen die Slowakei komplett enttäuscht.
Bild: freshfocus

Und später, als die Felle immer weiter davon schwammen, verloren die Schweizer die Nerven. Für den Tiefpunkt sorgte der Berner Stürmer Simon Moser, der sich am Ende des zweiten Abschnitts in einer Aktion 50 Strafminuten einhandelte. So etwas gab es in der Geschichte der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft in über 100 Jahren noch nie!

07.11.2015; Augsburg; Eishockey Deutschland Cup - USA -  Schweiz;
Simon Moser (SUI) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Simon Moser sorgt für einen traurigen Rekord im Schweizer Eishockey.
Bild: freshfocus

In Unterzahl chancenlos

Wegen Mosers Ausraster mussten die Schweizer die ersten zehn Minuten des Schlussabschnitts mit einem Mann weniger bestreiten. In dieser Phase kassierten sie in doppelter Unterzahl in der 43. Minute das mehr als vorentscheidende 0:3.

Schweizer Möglichkeiten, der Partie einen anderen Verlauf zu geben, gab es einzig zu Beginn des Spiels. Larri Leeger besass nach zwölf Sekunden die erste Torchance. Luca Cunti bot sich nach fünf Minuten die Möglichkeit zum 1:0. Nach sieben Minuten traf Lino Martschini nur den Pfosten. Und beim Stand von 0:1 kamen Reto Suri (14.), Lukas Stoop und Simon Moser (23.) sowie Inti Pestoni (24.) noch zu Ausgleichschancen.

epa05016641 Switzerland's Lino Martschini (L) fights for the puck against Slovakia's goalkeeper Michal Dzubina (R) during the Ice Hockey 'Deutschland Cup' (Germany Cup) at the Curt-Frenzel-Eisstadion ice stadium in Augsburg, Germany, 08 November 2015.  EPA/PETER SCHNEIDER

Lino Martschini hatte die beste Schweizer Chance, scheiterte aber am Pfosten.
Bild: EPA/KEYSTONE

Der dreitägige Deutschland-Cup und die interimistische Nationalmannschaftszeit von Coach John Fust endete also mit einer negativen Bilanz von nur einem Sieg aus drei Partien. Im Dezember am Schweizer Vierländerturnier in Arosa wird ein neuer Mann, vermutlich Felix Hollenstein, interimistisch an der Bande stehen. (si/zap)

Das Telegramm

Slowakei - Schweiz 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)
Augsburg. – 3800 Zuschauer. – SR Bauer/Hunnius (De), Merten/Neutzer (De)
Tore: 12. Andrej Stastny (Skalicky) 1:0. 26. Marcinko (Bartanus/Ausschluss Chiesa) 2:0. 43. Dravecky (Bartanus/Ausschlüsse Simon Moser, Gregory Hofmann) 3:0. 58. Sedivy (Kukumberg, Lusnak) 4:0.
Strafen: 8mal 2 Minuten gegen die Slowakei, 8mal 2 plus 2mal 5 Minuten (Simon Moser) plus 2mal Spieldauer (Simon Moser) gegen die Schweiz
Schweiz: Benjamin Conz; Loeffel, Leeger; Chiesa, Grossmann; Frick, Stoop; Phil Baltisberger; Martschini, Suri, Cunti; Simon Moser, Praplan, Mottet; Pestoni, Froidevaux, Gregory Hofmann; Lammer, Fuchs, Künzle.
Bemerkungen: Schweiz ohne Zurkirchen (Ersatztorhüter), Helbling und Walker (beide verletzt). – Pfostenschuss Martschini (7.). – Torschüsse: Slowakei 22 (9-6-7); Schweiz 25 (8-8-9). –
Powerplay-Ausbeute: Slowakei 2/6; Schweiz 0/6. (si)

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    Alle Leser-Kommentare
  • RoJo 08.11.2015 19:23
    Highlight Highlight Wer sich zu einem Foul verleiten lässt hat auf einem Spielfeld nichts, aber auch gar nichts verloren! Kein Fehlentscheid eines Schiedsrichters rechtfertigt ein solches Benehmen!Mir bleibt nur blankes Entsetzen, auch wenn der Cross-Check gegen den Kopf nicht mit Wucht geschlagen war! Was geht in einem solchen Hirn vor?! Oder hat er gar keines?!😳
  • Schreiberling 08.11.2015 17:03
    Highlight Highlight Der Bericht lässt etwa ausser Acht, dass die Schiedsrichter diese Partie komplett verpfiffen. Einerseits mit direkten Fehlentscheiden wie beim 1:0 (Offside). Andererseits mit kleinlich gepfiffenen Strafen, bis sie am Ende selbst den Überblick verloren. So konnte gar nie wirklichen Rythmus ins Schweizer Spiel kommen. Bei 5 gegen 5 war die Schweiz aber das spielerisch bessere Team, nur die Konsequenz im Abschluss fehlte wie so oft.

    Zudem darf man nicht vergessen, dass dieses Schweizer Team im Gegensatz zu jenem der Deutschen oder der Slowaken nicht viel mit dem WM Team zu tun haben wird.
  • Howard271 08.11.2015 16:57
    Highlight Highlight Und gestern hiess es noch, diese Mannschaft sei ein WM-Medalludnkandidat...
    • Amboss 08.11.2015 19:46
      Highlight Highlight Sind wir immer noch.
      Aber es muss einfach alles passen.

      Wenn alles optimal läuft, sind wir Medaillenkandidat.
      Wenn's normal läuft muss Achtelfinale drinliegen.
      Aber wenn die Umstände nicht gut sind, können wir auch absteigen.

      Anders gesagt: Aktuell sind wir Abstiegskandidat.
      Wäre Hanlon noch im Amt, wäre es Achtelfinale.
      Mit Del Curto/Schläpfer würde die Medaille drinliegen
    • 123und456 08.11.2015 21:02
      Highlight Highlight viertelfinale mein lieber, es sind insgesamt 16 teams am start. 8 kommen in die viertelfinals, 2 steigen ab, der rest bleibt oben.;)
    • Amboss 08.11.2015 21:21
      Highlight Highlight Uuuuups, ziemlich peinlich...
      Klar, ich meinte auch Viertelfinale, sorry
  • Staal 08.11.2015 16:40
    Highlight Highlight keine Ehre und kein Stolz und an der Band keine Trainer. Wacht auf in Bern
    • Amboss 08.11.2015 18:06
      Highlight Highlight Was hat das mit Bern zu tun?
  • LaPaillade #BringBackHansi 08.11.2015 16:34
    Highlight Highlight Wenn Simon Moser schon im Titel erwähnt wird: Was hat er denn genau für einen Ausraster gehabt? Und wie setzen sich die Strafminuten zusammen?
    • chrisdea 08.11.2015 19:01
      Highlight Highlight was genau kann ich auch nicht sagen, aber im Telegramm steht 2x5min + 2xSpieldauer (=2x20).
      Bedenke dass eine 5-Minuten Strafe (z.B. wegen hohem Stock mit Verletzungsfolge) automatisch einen Restauschluss mit sich zieht.
    • Nothingtodisplay 09.11.2015 11:02
      Highlight Highlight Stock zwischen die Beine eines Gegenspielers (Hoch- bzw. zurückgezogen) = 1x 5+SD... dieser ging dann auf die Knie. Simon drückte ihm dann noch seinen Stock ins Gesicht = 2. 5+SD
  • Wasmeinschdenndu? 08.11.2015 16:03
    Highlight Highlight Traurig wie es momentan um die schweizer Eishockey-Nati steht. Trainerchaos und unorganisierte Führung beim Verband. Diese 0:4 Niederlage passt zur aktuellen Situation. Kann gerade nur lachen, über den Bericht von "Eismeister" Zaugg nach dem knappen Sieg gegen Deutschland: "Die Nati ist bereit für eine WM-Medallie..."
    • Amboss 08.11.2015 20:26
      Highlight Highlight Der Eismeister kann gar nicht gross falsch liegen.
      Denn wir können sowohl Weltmeister als auch Absteiger sein.

      Dreckige Siege mit einer B-Auswahl gegen Deutschland sind ein gutes Zeichen für Weltmeister.

      Die heutige Niederlage inklusive Chaos und unbeherrschte Spieler können auf einen Abstieg hindeuten
    • DomiNope 09.11.2015 07:39
      Highlight Highlight @amboss
      Wir? Bist du etwa teil der Mannschaft?
    • Amboss 09.11.2015 16:18
      Highlight Highlight Klar doch bin ich Teil der Mannschaft. Du etwa nicht...??

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