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Ein SC Langenthal Fan waehrend dem vierten Playoff Finalspiel der Swiss League zwischen dem SC Langenthal und dem HC La Chaux de Fonds, am Mittwoch 3. April 2019 auf der Eisbahn Schoren in Langenthal. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Dieser Fan muss auch nächste Saison wieder Swiss-League-Hockey schauen. Bild: KEYSTONE

Langenthal, die ausgefallene Ligaqualifikation und das Ungeheuer von Loch Ness

Neubeginn und das Ende einer Farce: Der SC Langenthal verzichtet auf die Ligaqualifikation und auf Jahre hinaus auf den Aufstieg – und auf Arno Del Curto als neuen Trainer.



Gian Kämpf, Geschäftsführer und künftiger Präsident und Mitbesitzer des SC Langenthal spricht Klartext: «Wir stehen für Schauspiele nicht zur Verfügung.» Der Meister der Swiss League tritt nicht zur Ligaqualifikation an. Weil ein Aufstieg nicht möglich ist. Das Kultstadion «Schoren» erfüllt die Anforderungen der höchsten Liga nicht. Die SC Rapperswil-Jona Lakers sind gerettet.

Es ist das glückliche Ende einer spektakulären Saison. Das Publikum wird nicht betrogen. Es sind die Langenthaler, die den Mut haben, hinzustehen und dieser Farce namens Ligaqualifikation ein Ende zu bereiten. Dafür verdienen sie höchstes Lob.

Die Medienkonferenz des SC Langenthal zum Thema Ligaqualifikation und Stadion.

Langenthal wird für diesen Verzicht nicht bestraft. Wer nicht zu einem Spiel antritt (in diesem Falle handelt es sich um eine Serie von mindestens vier Partien) wird dem Einzelrichter zugeführt und mit einer Forfait-Niederlage (0:5) und Busse bestraft.

Liga-Direktor Denis Vaucher schliesst eine Bestrafung und ein Verfahren vor dem Einzelrichter aus. «Langenthal, die Lakers und wir haben uns auf diesen Verzicht geeinigt und es wird kein Verfahren vor dem Einzelrichter und keine Sanktionen geben. Es ist ja auch für keine Partei ein finanzieller Schaden entstanden und es gibt auch kein Problem mit dem TV-Vertrag.»

Man werde in den nächsten Tagen noch formell die Einigung unterzeichnen. Die einzigen Kosten erwachsen aus der Konsumation während den Verhandlungen zwischen den Vertretern der Liga, Langenthals und der Lakers. Der Anstand gebietet es, dass die Liga diese Rechnung bezahlt.

Gefeiert wird trotzdem:

Die Spieler sind am Freitagvormittag in Langenthal und in Rapperswil-Jona gleichzeitig informiert worden. Es war nur eine Formsache. Sie hatten in der Sache als Lohnempfänger nichts zu sagen. Für Langenthal sind die ruhmreichen sieben Jahre mit den Titeln von 2012, 2017 und 2019 zu Ende gegangen. Im Herbst kommt es zur Volksabstimmung für die Planungsphase des neuen Stadions.

Mit einem neuen Stadion wird frühestens in sechs bis acht Jahren gerechnet. Es wird wohl länger dauern. Bei diesem neuen Stadion ist es wie beim Ungeheuer von Loch Ness. Alle reden darüber, es taucht regelmässig in den Medien auf, viele glauben daran, andere glauben nicht daran – aber gesehen hat es noch niemand.

Del Curto kommt nicht nach Langenthal

Der neue Sportchef Kevin Schläpfer hat murrend Sparvorgaben bekommen. Sozusagen einen «Salary Cap»: ausser Captain Stefan Tschannen darf künftig kein Schweizer Spieler mehr als 100'000 Franken verdienen. Der Vertrag mit Robin Leblanc (36), bester Torschütze der Playoffs (7 Treffer), könnte deshalb nur noch durch eine schmerzhafte Lohnreduktion verlängert werden.

Die Langenthaler setzten auf ihren eigenen Nachwuchs und auf die Spieler, die beim SCB oder in Langnau keine Spielpraxis bekommen. Torhüter Philip Wüthrich, der letztjährige SCB-Elitejunior, ist ein gutes Beispiel für diese Politik. Er steht bei Langenthal als SCB-Leihspieler fix für nächste Saison unter Vertrag. Holt ihn der SCB zurück, muss entweder Pascal Caminada oder Niklas Schlegel nach Langenthal.

Der «Salary Cap» gilt auch für den Trainer. Der grosse Per Hanberg hat vor einiger Zeit eine Offerte bekommen und nicht angenommen. Aber nachgebessert wird diese Offerte nicht.

ARCHIV - ZUR ENTLASSUNG DES EHC-BIEL-TRAINERS KEVIN SCHLAEPFER STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Cheftrainer Kevin Schlaepfer beim Eishockeyspiel der Nationalleague A ZSC Lions gegen den EHC Biel im Hallenstadion in Zuerich, aufgenommen am Samstag, 12. November 2016. (KEYSTONE/Ennio Leanza).

Kevin Schläpfer hat viel Arbeit vor sich. Bild: KEYSTONE

Sportchef Kevin Schläpfer muss nun zwei neue Ausländer und einen neuen Trainer suchen. An die Bande zu stehen schliesst er unter allen Umständen aus. Und beim Vorschlag, doch Arno Del Curto anzufragen, verwirft der künftige Präsident Gian Kämpf die Hände. Das ist nur konsequent. Schliesslich hat er ja betont: «Wir stehen für Schauspiele nicht zur Verfügung». Aus dem Traum-Führungsduo Kevin Schläpfer/Arno Del Curto wird leider, leider nichts. Ach, wie schade.

Bis ein neues Stadion steht – also auf Jahre hinaus - hat der SC Langenthal keine Aufstiegsambitionen mehr.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ricardo Tubbs 06.04.2019 23:55
    Highlight Highlight alle haben sich geeinigt und am modus wird nix geändert. der sport verliert einmal mehr.
  • Ron Kleiber 06.04.2019 08:40
    Highlight Highlight Hier mein Vorschlag: Heimspiele von Langenthal in Huttwil austragen. 1. Linie vom MySports League Team Hockey Huttwil beim SCL in die 3. oder 4. Linie einbauen.
    Resultat: NLA taugliches Stadion. NLA taugliche Mannschaft. Finanzen im Griff.
    • Freilos 06.04.2019 09:57
      Highlight Highlight Genau das wollen die Langenthaler ja nicht.
  • Muselbert Qrate 05.04.2019 22:33
    Highlight Highlight Langweilig..
  • JackMac 05.04.2019 22:04
    Highlight Highlight Völliger Blödsinn diese Situation. Jetzt bleibt das zweitklassige Rappi oben?
    Was soll dass denn?
    Richtig wäre, dass der Playout-Verlierer automatisch absteigt und wenn es der Gewinner wie Langenthal nicht schafft aufzusteigen, dann halt der zweite der Liga.
  • AgentNAVI 05.04.2019 19:18
    Highlight Highlight Wo ist der echte Klaus Zaugg? Dieser Beitrag hat definitiv wer anders geschrieben, denn es kommen nirgends die Miserabeln aus Rapperswil vor.
  • schwiizermeischterevz 05.04.2019 18:20
    Highlight Highlight dass der kloisel partout nix zu unserem evz schreibt ist irgendwie herzig und zeigt wie es ihn wurmt, dass wir alles an die wand spielen. nach dem sweep gegen das berner team wird es dann ruhig um ihn und tikki bis september. in diesem sinne schon an dieser stelle: schönen sommer jungs! 😘😂
    • grumpy_af 05.04.2019 19:55
      Highlight Highlight Ich bin auch EVZ-Fan, aber ich spreche nicht von "wir" und "unserem". Macht dich (in meinen Augen) genauso unsympathisch wie die SCB-Fans...
    • Herr J. 05.04.2019 22:04
      Highlight Highlight Hochmut kommt vor dem Fall.
    • Patrick59 06.04.2019 11:55
      Highlight Highlight Nur so als Phrase: es muss jedes Spiel erst mal gespielt werden. Sollte heute der SCB in Biel gewinnen, ist wieder alles offen. Und wenn im Final Zug gegen ein starkes Biel antreten müsste, könnte es sein, dass die Bieler den Lauf des Halbfinals mitnehmen können. An die Wand gespielt hat man Lausanne auch nur, weil es der leichteste mögliche HF-Gegner war. Nur nicht übermütig werden.
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Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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