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Fribourg, 02.10.2015, Eishockey NLA, HC Fribourg Gotteron - EHC Biel, Fribourgs Alexandre Picard und Marc-Antoine Pouliot jubeln nach dem Tor zum 4:0. (Robert Hradil/EQ Images)

Ein launiges Genie: Marc-Antoine Pouliot. Bild: EQ Images

Eismeister Zaugg

Pouliots Rauswurf wegen der vergessenen Schlittschuhe: «Dieser Vorfall ist einmalig»

Marc-Antoine Pouliot, der Mann, der seine Schuhe vergessen hat und deshalb bei Fribourg-Gottéron gehen muss.



Ob es so ist, wissen wir nicht. Aber es ist gut möglich, dass Gottérons Kanadier Marc-Antoine Pouliot (31) vor dem Auswärtsspiel in Zug und der damit verbundenen Reise in die schöne Innerschweiz den Refrain eines bekannten Volksliedes über Sitten und Bräuche in der Zentralschweiz gehört und zu wörtlich genommen hat.

Vo Lozärn gägä Wäggis zue
Holje-guggu, holje-guggu
Bruucht me weder Strömpf noch Schueh Holje-guggu,
holje-guggu

abspielen

«Vo Lozärn gägä Wäggis zue» in der grossartigen Version von Vreni und Rolf. Video: YouTube/18wolfgang06

Jedenfalls ist Marc-Antoine Pouliot am letzten Samstag ohne Schlittschuhe nach Zug gereist. Sein Sportchef Christian Dubé bestätigt: «Er hatte vergessen, die Schlittschuhe in seine Tasche zu packen und musste in Zug vor dem Warm-Up seinem Trainer mitteilen, dass er leider nicht in der Lage sei, zu spielen.» Selbst der weitgereiste Christian Dubé sagt: «Dieser Vorfall ist einmalig. Ich habe in meiner ganzen Karriere noch nie so etwas erlebt.»

Pouliot kann sofort zu jedem Team gehen

So muss nun der Mann, der ohne Schuhe in die Innerschweiz reiste, gehen. Christian Dubé sagt: «Wir haben uns darauf geeinigt, dass es Zeit ist für einen Wechsel. Er kann sofort gehen. Auch zu einem anderen NLA-Team. Trainer Larry Huras ist mit dieser Massnahme einverstanden.»

31.03.2015; Basel; Eishockey NLA - HC Fribourg Gotteron;
Sportchef Christian Dube
(Pius Koller/freshfocus)

Christian Dubé greift durch und stellt den vergesslichen Pouliot vor die Türe. Bild: Pius Koller

Die Frage ist natürlich, warum einer nach so einem Missgeschick gleich gehen muss. Zumal der Kanadier ein exzellenter, hochbegabter Stürmer ist, der an einem guten Abend noch immer ein Spiel im Alleingang entscheiden und jedes Bully gewinnen kann. War er schon verwarnt worden? «Nein», sagt Christian Dubé. Hat es schon ähnliche Vorkommnisse gegeben? «Nicht in dieser Woche. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.» Nicht in dieser Woche? Christian Dubé hat das heute, am Montag gesagt ...

Ein launiges Genie

Die Frage geht an ehemalige Weggefährten des launigen Genies. Spontan entfährt es einem: «Er ist halt ein Franco-Kanadier!» Was bedeutet das denn? «Halt einer, der immer den Weg des geringsten Wiederstandes geht. Läuft's gut, läuft's gut, läuft's nicht gut, dann ist es auch egal …»

L'attaquant fribourgeois Marc-Antoine Pouliot, gauche, lutte pour le puck avec l'attaquant biennois Julian Schmutz, droite, lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League, LNA, entre le HC Fribourg-Gotteron et le HC Bienne, ce vendredi, 16 septembre 2016, a la patinoire de la BCF Arena a Fribourg. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Pouliot (l.) dürfte nicht der einzige bei Gottéron bleiben, der gehen muss, wenn die Resultate ähnlich schlecht bleiben. Bild: KEYSTONE

Nach wie vor hat Fribourg-Gottéron vier ausländische Spieler. Christian Dubé sagt, sobald für Marc-Antoine Pouliot ein neuer Arbeitgeber gefunden sei, werde man die Situation neu beurteilen und allenfalls einen weiteren Ausländer verpflichten.

Wenn die SCL Tigers am Dienstag gegen Ambri gewinnen, rutscht Gottéron auf den letzten Platz ab. Und am nächsten Samstag muss Gottéron nach Langnau reisen. Kein Schelm, wer sagt, dass Marc-Antoine Pouliot nicht der letzte Artist ist, der den Zirkus Gottéron diese Saison verlassen muss.

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