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Ueli Schwarz, Director National League, waehrend der PostFinance Top Scorer Ehrung NLB im Haus des Sports, am Mittwoch 17. Februar in Ittigen. (PHOTOPRESS/Dominik Baur)

Wie fällt der Entscheid des Sonderrichters im Fall von Ueli Schwarz aus?
Bild: PHOTOPRESS

Eismeister Zaugg

Verkommt das Verfahren gegen Liga-Direktor Ueli Schwarz zu einer Justiz-Posse?

Ein «Sonderrichter» klärt bis zum 14. April ab, ob Liga-Direktor Ueli Schwarz den Hockey-Einzelrichter Reto Steinmann beeinflusst hat. Der Freispruch ist eigentlich programmiert.



SCB-Manager Marc Lüthi will offiziell geklärt haben, ob Liga-Direktor Ueli Schwarz sich in die Arbeit vom Einzelrichter eingemischt hat. Es wäre eine an und für sich ungeheuerliche Kompetenzüberschreitung und ein krasser Verstoss gegen die Unabhängigkeit der Hockey-Justiz (Gewaltentrennung). Namentlich geht es Marc Lüthi dabei um die inzwischen wieder aufgehobene, unsinnige Sperre gegen SCB-Stürmer Tristan Scherwey im Halbfinale gegen Davos.

ZUM START DER NATIONAL LEAGUE A PLAY-OFFS AM DONNERSTAG, 3. MAERZ 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - CEO Marc Luethi posiert fuer den Fotografen, waehrend der Saison-Medienkonferenz des SC Bern am Montag, 1. September 2014, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Marc Lüthi hat ein Verfahren gegen Ueli Schwarz gefordert.
Bild: KEYSTONE

Das von Marc Lüthi geforderte Verfahren ist inzwischen eröffnet worden. Als «Sonderrichter» (so die offizielle Bezeichnung) fungiert im Auftrag des Verbandes (Swiss Ice Hockey) der Winterthurer Anwalt Andreas Schwarz, mit Ueli Schwarz nicht verwandt. Bis zum 14. April müssen alle Parteien ihre Antworten abgeliefert haben.

Anders als ein Staatsanwalt oder ein Untersuchungsrichter hat Andreas Schwarz keinerlei Rechtsmittel, um von Reto Steinmann und Ueli Schwarz die Offenlegung aller E-Mails oder Handy-Kontakte einzufordern. Er kann lediglich höflich fragen, ob es wahr sei, dass …

Und es hat keinerlei juristische Konsequenzen, wenn jemand den «Sonderrichter» aus Winterthur anlügt oder ihm nur Halbwahrheiten erzählt. Und der Chronist, der die ganze Sache ins Rollen gebracht hat, kann sich auf den Quellenschutz berufen und wird nicht offenbaren, woher er seine Informationen in dieser Sache hat.

ARCHIV - ZUM RUECKTRITT DES EINZELRICHTERS DER NATIONAL LEAGUE ENDE SAISON STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Der Zuger Rechtsanwalt und Notar Reto Steinmann, aufgenommen am Montag, 1. Dezember 2003, in seinem Buero in Zug. Steinmann wurde am Samstag, 29. November 2003 an der DV der Schweizer Eishockey Nationalliga in Zug zum Einzelrichter gewaehlt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Hat Einzelrichter Reto Steinmann unter Beeinflussung von Ueli Schwarz entschieden?
Bild: KEYSTONE

Auf diese Weise ist die Wahrheitsfindung unmöglich. Das ist an und für sich auch kein Problem. Es geht ja allen primär darum, möglichst ungeschoren aus der Sache herauszukommen. Und so ist kein Schelm, wer sagt, das Ganze sei eine reine Justizposse mit programmiertem Freispruch.

Andreas Schwarz wird den Beweis für die Einmischung von Ueli Schwarz in die Urteilsfindung im «Fall Scherwey» nicht finden und Reto Steinmann und Ueli Schwarz werden ihm diesen Beweis nicht ohne Not durch ein Geständnis liefern. Sie werden höchstens sagen, man habe natürlich immer wieder miteinander telefoniert und E-Mails ausgetauscht. Aber dabei sei es natürlich nie und nimmer um irgendein Urteil gegangen. Da stehe Gott davor!

Was hältst du von diesem ganzen Theater um Ueli Schwarz?

Daher dürfte folgendes Urteil ergehen: Es gebe tatsächlich Indizien, dass sich Ueli Schwarz hin und wieder unbotmässig in die Arbeit von Reto Steinmann eingebracht haben könnte. Aber das sei sicherlich nie in böser Absicht sondern nur unterstützend, helfend und beratend geschehen. Und es gebe keinen wasserdichten Beweis für die Einmischung beim Urteil gegen Tristan Scherwey. Also ein Freispruch dritter Klasse.

Swiss Ice Hockey wird sodann bedeutungsschwer dieses Resultat der Ermittlungen des Sonderrichters kommunizieren. Und erklären, man nehme die Sache sehr ernst. Potz Donner! Man werde nun alles analysieren und die Erkenntnis, dass sich Ueli Schwarz ein bisschen eingemischt habe – aber natürlich nur ein bisschen – in diese Analyse einfliessen lassen. Künftig werde allerstrengstens auf eine Trennung von Justiz und Verband geachtet. Es ist fast wie beim «Fall Lewinsky»: Alle gehen eigentlich davon aus, dass Präsident Bill Clinton Sex mit seiner Praktikantin hatte. Aber es gibt eben keinen Beweis. Es waren ja keine Drittpersonen dabei – so wenig wie bei den Gesprächen zwischen Ueli Schwarz und Reto Steinmann.

Reto Steinmann hat inzwischen sein Amt nach 13 Jahren per Ende Saison niedergelegt. Ueli Schwarz ist weiterhin im Amt. Es ist nicht ganz sicher, dass er seinen Posten als Liga-Direktor behält. Es könnte durchaus sein, dass im Laufe des Sommers, wenn sich kaum mehr jemand für Eishockey und niemand mehr für diese Sache interessiert, eine Medienmitteilung von Swiss Ice Hockey kommt.

Gian Gilli wird ja nach der Ski-WM 2017 die Eishockey-WM 2020 managen. Das ist längst beschlossen und offiziell verkündet. Bereits 2009 haben Gian Gilli und Ueli Schwarz gemeinsam mit grossem Erfolg die Eishockey-WM in Bern und Kloten organisiert.

23.02.2014; Sochi; Olympische Winterspiele Sochi - Olympisches Dorf;
Gian Gilli abtretender Swissolympic Chef de Mission aeussert sich vor den Medien
(Urs Lindt/freshfocus)

Gian Gilli könnte für die Organisation der Eishockey WM 2020 Hilfe von Ueli Schwarz bekommen.
Bild: Urs Lindt/freshfocus

In der Medienmitteilung könnte es durchaus heissen, nun übernehme Ueli Schwarz auf ganz besonderen Wunsch von Gian Gilli wieder Einsitz im WM-OK. Dafür sei er mit seinen internationalen Beziehungen und seiner Erfahrung genau der richtige Mann. Man bedauere es einerseits ganz ausserordentlich, dass man Ueli Schwarz nun als Liga-Direktor verliere, schätze sich aber andererseits überglücklich, einen so hervorragenden Mann bei der Organisation der WM 2020 zu wissen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • MARC AUREL 07.04.2016 11:00
    Highlight Highlight Nummelin, dafür hat Bern nicht genug Geld wie Lugano (Schwarzgeld). Aber nur Verlierer reden so...
    • Nummelin 07.04.2016 13:45
      Highlight Highlight Bern und nicht genug Geld!!!! Scherzkeks :-)!!!! Eure Kassen sind gefüllt, mit Geldern aus allen möglichen Kanälen.
  • Bruno Wüthrich 06.04.2016 21:37
    Highlight Highlight Egal, wie es heraus kommt, und welche Konsequenzen daraus gezogen werden: Wer einmal beim Verband als Funktionär in Lohn und Brot steht, für den wird immer wieder ein gut bezahltes Pösteli frei.
    Es geht jedoch um die Sache. Wenn durch SCB-Lüthis Intervension künftig Einmischungen in die Verbandjustiz unterbunden werden, so ist der Sache weitgehend gedient.
    Leise Zweifel, dass es wirklich im Sinne einer unabhängigen Justiz heraus kommen wird, sind jedoch angebracht. Der Ligadirektor wird die Telefonnummer des Einzelrichters, wie immer der künftig heissen mag, auch weiterhin kennen.
  • WinniePuuh 06.04.2016 21:26
    Highlight Highlight Ich sehe schwarz...
  • Tikkanen 06.04.2016 21:07
    Highlight Highlight Grosses Merci an Chlöisu für die Offenlegung dieser skandalösen Vorfälle rund um den Schwarz Ueli👏🏻 Mit den ständigen Verfahren und willkürlichen Sperren oder nicht sperren wird unser Hockey versiechet. International fehlt uns die Härte an jedem Turnier. Da kann es nicht sein, dass der Ueli ohne Konsequenzen noch den Pseudo Einzelrichterflüsterer macht👎 ML macht was jeder anständige Unternehmer macht, er setzt sich für sein Unternehmen ein👍
    So, dass waren jetzt fast zu viel der Kuschelkommentare meinerseits, morgen könnte es wieder leicht polemischer werden, mir si ja nid schütteler😂😂
    • Nummelin 07.04.2016 09:17
      Highlight Highlight Versiecht wird, wie Du es schön nennst, nur die diesjährige Final-Paarung. Man hat schon gemerkt, was es dem SCB gebracht hat, dass er Druck auf die Liga und den Einzelrichter ausgeübt hat: es werden keine Verfahren mehr eingeleitet! Schon Roy hätte für seinen dreckigen Stockstich in die Kniekehle von Sannitz gesperrt werden müssen und bei Gerber ist der Fall noch klarer. Ziel erreicht für den SCB!!
    • MARC AUREL 07.04.2016 14:26
      Highlight Highlight Nummelin, bleib realistisch! Lugano hat ein Mäzen mit sehr viel Geld, also fast unbegrenzte Mittel. Bern sicher nicht. Jeder weiss das die Mannschaft von Lugano und der Z am teuersten ist.
    • supi 07.04.2016 15:49
      Highlight Highlight ... Und ich dachte immer Chloten und Bern haben die grössten Budgets ?
  • Sloping 06.04.2016 20:33
    Highlight Highlight Ganz unabhängig davon, wie dieses von Lüthi initiierte Verfahren endet, ist dessen Effekt auf Auger und Steinmann katastrophal. Ich wage mich jetzt auf die Äste raus, bin mir aber ziemlich sicher, dass es so eintreffen wird: Solange sich ein HCL Akteur nach einer irregulären Aktion eines SCB Spielers nicht ernsthaft verletzt, wird keine Sperre mehr gegen einen Berner Spieler ausgesprochen.
    • subreena 07.04.2016 09:42
      Highlight Highlight Ich denke zur Zeit wird weder gegen Lugano noch gegen Bern eine Sperre ausgesprochen. Auger wird sich nach der ganzen Geschichte hüten ein Verfahren zu beantragen, ausser es ist 100% klar und offensichtlich und man kann gar nicht anderst. Und Steinmann hat eh keinen Bock mehr...

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