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Langnau sucht Nachfolger

Eismeister Zaugg

Nach Wolfgang dem Schrecklichen nun Roland der Freundliche?

Die SCL Tigers bekommen, wenn alles nach Plan läuft, in den nächsten Tagen mit Roland Wyss einen neuen, freundlichen Manager. Er dürfte zwei Jahre im Amt aushalten.



Die Besetzung der Managerstellen folgt bei den SCL Tigers einem «ewigen Gesetz»: Wer Hockey-Business machen will, steht im Bestreben nach Profitmaximierung (bzw. Verlustminimierung) den Leuten auf die Füsse und fährt «Vollgas». Aber so macht er sich im beschaulichen Emmental eher früher als später unbeliebt. Heinz Schlatter und Wolfgang Schickli haben es erfahren. Nun hat Wolfgang Schickli nach nur 13 Monaten per Ende April das Handtuch geworfen.

Tigers-Geschaeftsfuehrer Wolfgang Schickli, im ersten Playoff Halbfinal Spiel der NLB zwischen den SCL Tigers und dem HC La Chaux-de-Fonds, am Sonntag 9. Maerz 2014 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Schickli hat Langnau verlassen. Bild: KEYSTONE

Wer sich hingegen mit allen arrangiert, niemandem auf die Füsse steht und nur behutsam ein wenig Gas gibt, ist beliebt und bleibt länger. Bis der Präsident merkt, dass der Kaiser ja keine Kleider trägt bzw. das Business zu wenig gut läuft. Dann wird der Manager entlassen. Das hat Ruedi Zesiger, der Vorgänger von Wolfgang Schickli erfahren. Er ist gefeuert worden und arbeitet jetzt wieder im Departement von Ueli Maurer.

Richtige «ethnische Herkunft»

Nun kommt, wenn nicht noch der Kirchturm auf den Bären fällt, mit Zugs langjährigem Geschäftsführer Roland Wyss (58) getreu den «ewigen Gesetzen» wieder ein freundlicher Manager. Auf «Wolfgang den Schrecklichen» folgt «Roland der Freundliche». Auf den «Pitbull» (so wurde Wolfgang Schickli auch bezeichnet) ein handzahmer Dürrbächler (Sennenhund).

Roland Wyss, kaufmaennischer Geschaeftsfuehrer vom EV Zug, aufgenommen anlaesslich eines Fotoshootings in Zug. (KEYSTONE/EV Zug)

Roland der Freundliche während seiner Zeit beim EV Zug. Bild: EV ZUG

Roland Wyss war 13 Jahre lang Bürogeneral beim EV Zug (1999 bis 2012). Er ist aus dem Hockey-Business ausgestiegen um eine Kaderposition in der Hotel-Industrie zu übernehmen. Er hat viel Erfahrung, gute Beziehungen und, nicht zu unterschätzen, die richtige «ethnische Herkunft». Er ist Berner. Er sagt beispielsweise «Isch» und nicht «Iiis», «Grüessech» und nicht «Grüezi» wie sein Vorgänger aus dem Züribiet. Er wird, anders als sein Vorgänger, mit Präsident Peter Jakob bestens harmonieren weil er ihm «chüderlen» wird bis es ihn fast «tschuderet».

Im Dorf dürfte der Neue bald über den grünen Klee gerühmt werden: jetzt habe man einen «bsungerbar guete Mänätscher», er sei «ä gäbige u ä chumlige». Er arbeite «tifig» und sei keiner, der mit den Schurnalischten «tampe». Die Dorfkönige gehen deshalb davon aus, dass Roland Wyss mindestens zwei Jahre im Managerbüro der SCL Tigers sitzen wird. Aber bis zur Pensionierung in sieben Jahren wird es wahrscheinlich doch nicht reichen.

«Zufällige» Spontanbewerbung

Inzwischen gilt es noch, eine kleine Informationspasse zu beheben. Offiziell ist ja verkündet worden, Wolfgang Schickli habe die Kündigung per Ende April eingereicht. Aber noch am gleichen Tag hat Präsident Peter Jakob auf dem Lokal-Kultsender «Radio Neo1» schon naiv ausgeplaudert, man führe bereits mit einem Nachfolger mit langjähriger Erfahrung beim EV Zug Gespräche. Das ging aber unemmentalisch «gleitig». Inzwischen heisst es kleinlaut, Roland Wyss habe halt eine sogenannte «Spontanbewerbung» eingereicht. Und das zufälligerweise grad am Tag, an dem Wolfgang Schickli seine Kündigung eingereicht hat. Aha.

Möglicherweise ist die Wahrheit eine andere: Es könnte auch sein, dass Wolfgang Schickli erfahren hat, dass mit Roland Wyss verhandelt wird, und dann ist er noch rechtzeitig durch seine Kündigung der Entlassung zuvorgekommen. So mag er das nicht bestätigen: «Ich werde mich zu meiner Kündigung nicht äussern. Ich bin sonst bei jedem Thema hingestanden. Aber dieses Mal nicht. Ich bitte um Verständnis.»

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