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01.05.2015; Prag; Eishockey WM 2015 - Training Schweiz; 
Assistenztrainer John Fust (SUI) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Fust als Assistenztrainer an der WM 2015 in Prag.
Bild: freshfocus

Eismeister Zaugg

John Fust ist ein Nationaltrainer, der eigentlich schon entlassen ist

Der Schweizer U20-Nationaltrainer John Fust wird beim Deutschland-Cup der Coach der A-Nati sein. Dabei ist bereits entschieden, dass er Ende Saison gehen muss.



Weil Felix Hollenstein aus familiären Gründen sein Amt beim Deutschland-Cup nicht ausüben kann, übernimmt John Fust (43) vorübergehend das höchste Traineramt im Land. Grundsätzlich soll Hollenstein (50) das Amt später wieder übernehmen. Neu ist jetzt festgelegt, dass er nach seiner Rückkehr die Nationalmannschaft nicht nur bis und mit dem Dezember-Termin führen soll, sondern auch bei den Länderspielen im Februar. Hingegen ist offen, wer bei der WM Cheftrainer sein wird.

John Fust war bei seiner ersten U20-WM in Toronto und als Assistent von Glen Hanlon bei der WM in Prag überfordert. Mit einer Mannschaft, die gut genug war für eine Medaille, konnte er in Toronto gerade noch den Abstieg vermeiden. Inzwischen melden verlässliche Gewährsleute, verbandsintern stehe bereits fest, dass sein Vertrag nach dieser Saison nicht mehr verlängert wird. Und so schreibt der ehemalige Playoff-Trainer der SCL Tigers Hockey-Geschichte: Als erster Nationaltrainer, dessen Entlassung schon beschlossene Sache ist – wenn wir denn die Nichtverlängerung eines auslaufenden Vertrages polemisch als Entlassung bezeichnen wollen.

*** ARCHIV *** Kloten, 3.12.2013, Eishockey NLA - Kloten Flyers - EV Zug, Klotens Traine Felix Hollenstein. (Melanie Duchene/EQ Images)

Kann aus familiären Gründen nicht an den Deutschland-Cup: Interims-Nationaltrainer Felix Hollenstein.
Bild: Melanie Duchene

Schläpfer bleibt Kandidat, ob er will oder nicht

Der Respekt vor Felix Hollenstein verbietet jede Polemik. Dass er ausgerechnet vorübergehend durch John Fust ersetzt werden muss, ist halt auf die verspätete Entlassung von Nationaltrainer Glen Hanlon zurückzuführen. Er ist nicht sofort nach der WM Ende Mai, sondern erst letzte Woche enthoben worden. Nun steht der Verband unter Zugzwang und hat keine Wahl.

Kevin Schläpfer (45) hat soeben die Offerte abgelehnt, sofort Nationaltrainer zu werden. Sein Vertrag beim EHC Biel läuft bis 2018 – ohne Ausstiegsklausel. Aber er bleibt Kandidat, ob er will oder nicht.

10.10.2015; Zug; Eishockey NLA;  EV Zug - EHC Biel; Trainer Kevin Schlaepfer (Biel) (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Gilt als Wunschkandidat: Kevin Schläpfer.
Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

«Warten auf Godot» beim Verband

Verbandsdirektor Florian Kohler sagt: «Wir planen langfristig mit Felix Hollenstein. Aber die Position ist nicht festgelegt.» Es kann daher sein, dass der Klotener U20-Nationaltrainer und Assistent der Nationalmannschaft wird – und so vielleicht Assistent von Nationaltrainer … Kevin Schläpfer. Florian Kohler sagt nämlich auch: «Biel hat uns für diese Saison eine Absage erteilt. Aber wir haben unsere Meinung über Kevin Schläpfer nicht geändert. Er bleibt für uns ein Kandidat.»

Die WM wird in Moskau nach der Meisterschaft gespielt. Vielleicht ist Kevin Schläpfer dann trotz Vertrag bis 2018 zu haben. Und so finden sich Florian Kohler und sein tüchtiger Nationalmannschafts-Direktor Raeto Raffainer unverhofft in einer Theater-Hauptrolle der Hockey-Version des weltberühmten Stückes «Warten auf Godot» von Samuel Beckett wieder.

Die Hauptfiguren in diesem Klassiker sind die Landstreicher Estragon und Wladimir (womit wir nicht etwa sagen wollen, Kohler und Raffainer seien Landstreicher). Die Herren im Theaterstück verbringen ihre Zeit damit, auf eine Person namens Godot zu warten. Aber sie kommt einfach nicht.

Theater in den Verbandsbüros …

Am Ende eines jeden Aktes in diesem Theater erscheint ein Junge, der verkündet, dass sich Godots Ankunft weiter verzögert. Spätestens dann keimen bei den Wartenden Zweifel auf, doch können sie sich trotzdem nicht mehr aus der Situation befreien. Dies drückt sich im Theaterstück in einem mehrfach wiederkehrenden Kult-Dialog aus. Übertragen auf Florian Kohler und seinen Sportdirektor geht der so – und könnte im Februar oder März 2016 dann tatsächlich in den Verbandsbüros genauso geführt werden.

Raeto Raffainer: «Komm, Florian wir machen endlich Felix Hollenstein auch für die WM zum Cheftrainer. Einen besseren finden wir nicht.»

Florian Kohler: «Wir können nicht.»

Raffainer: «Warum nicht? Möchtest Du lieber noch warten, ob Patrick Fischer in Lugano doch noch entlassen wird?»

Kohler: «Nein, nein. Aber wir warten auf Kevin Schläpfer!»

Raffainer: «Ach so.»

Kein Warten auf Godot. Aber Warten auf Kevin Schläpfer. Diese Warterei wird uns ebenso viel Unterhaltung bieten wie das berühmte Theaterstück.

Glen Hanlon, Mitte, Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, spricht neben CEO Florian Kohler, links, und Direktor Raeto Raffainer, rechts, anlaesslich einer Medienkonferenz zur Bekanntgabe des WM-Kaders 2015 fuer Prag und Ostrava, am Dienstag, 28. April 2015 in Kloten. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Kohler (links), Raffainer (rechts) – und nicht Godot, sondern Ex-Nationaltrainer Hanlon.
Bild: KEYSTONE

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amboss 15.10.2015 12:02
    Highlight Highlight Unglaublich, was der Verband da bietet. Es kann ja nicht sein, dass die oberste Führung derart agiert und die Meisterschaft verfälscht.

    Gerade ein kleiner Verein wie Biel, welcher am Limit laufen muss um mithalten zu können, kann durch dieses Auftreten aus der Balance geworfen werden.

    Wobei auch Herrn Schläpfer nicht unschuldig ist. In seiner Situation hätte wäre eine unmissverständliche Absage ein Muss gewesen.
    Mit der Nati liebäugeln hätte er im Frühjahr wieder können, nachdem Biel gerettet, rsp. aus dem Playoff ausgeschieden ist.
  • länzu 15.10.2015 10:32
    Highlight Highlight Zu Hoffen ist eigentlich nur, dass diese Witzfiguren im Verband bei der Einstellung eines neuen Nationaltrainers nicht mehr im Amt sind. Vor allem die Erfolglosigkeit in Person, Raeto Raffainer, hat dort gar nichts zu suchen. Der taugt ja höchstens als Sportchef eines 2. Liga Clubs. Aber auch Marc Furrer, Florian Kohler und Ueli Schwarz könnte man in die Wüste schicken, ohne dass sie dem Schweizer Hockey fehlen würden.
  • Cello Pfischterer 15.10.2015 08:48
    Highlight Highlight Meine Vermutung ist, dass Felix Hollenstein erst im nachhinein realisierte, dass man ihn nur für den Deutschland Cup geholt hatte und dass er danach wieder gehen dürfte. Ich vermute, dass er sich jetzt deshalb nach so kurzer Zeit wieder zurückzieht. Recht hat er, dass er sich vom Verband nicht vera... lässt.

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