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Tigers Roland Gerber, rechts, verpasst gegen Lions Goalie Niklas Schlegel, links, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und den ZSC Lions, am Dienstag, 17. Oktober 2017 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Die Tigers schossen drei Tore in 40 Sekunden gegen die ZSC Lions.  Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Verrückte 40 Sekunden und der Unterschied zwischen dem SCB und den Lions

Die Tigers kehrten das Spiel gegen den ZSC in 40 Sekunden  – und doch wissen wir nicht, ob in Langnau die Krise vorbei und in Zürich eine neue Krise im Anzug ist.



Die SCL Tigers müssten sich nun eigentlich den zweiten Titelgewinn nach 1976 zum Ziel setzen. Trainer Heinz Ehlers sagte nämlich nach dem Spiel: «Das erste Drittel war das schlechteste, was ich bisher in Langnau gesehen habe».

Nach dem schlechtesten ersten Drittel in der Amtszeit des taktischen Hexenmeisters sichert sich Langnau den ersten Heimsieg Sieg gegen die mächtigen ZSC Lions seit dem Wiederaufstieg. Wer sich das schlechteste erste Drittel leisten kann und dann nur 40 Sekunden braucht, um einen Titelanwärter zu bodigen, der hat eigentlich alles, um Meister zu werden.

Tigers Goalie Ivars Punnenovs , rechts, jubelt nach , Lions Chris Baltisberger, links, geschlagen nach dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und den ZSC Lions, am Dienstag 17. Oktober 2017 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Tiger-Goalie Punnenovs jubelt über den Sieg gegen die Lions.  Bild: KEYSTONE

So ist es natürlich nicht. Aufgrund dieser 40 Sekunden die Entlassung von ZSC-Trainer Hans Wallson oder die hockeytechnische Heiligsprechung von Heinz Ehlers und die Reservation eines Platzes für ihn im hölzernen Himmel der Emmentaler zwischen Jeremias Gotthelf und Bauernführer Niklaus Leuenberger zu fordern, wäre etwa so seriös wie die wirtschaftliche Lage der SBB aufgrund eines vorbeirasenden Güterzuges zu beurteilen.

«So etwas haben wir noch nie erlebt»

Diese 40 Sekunden sind für die Ewigkeit. Wer im Stadion war, wird sich noch nach Jahren daran erinnern, wie Antti Erkinjuntti, Aaron Gagnon und Eero Elo zwischen 38:13 und 38:53 Minuten aus einem 0:2 ein 3:2 machten.

Ausgelöst hat dieses Wunder – es ist ein unwiederholbares Wunder und passiert so vielleicht einmal in zehn Jahren und 500 Spielen – Torhüter Ivars Punnenovs. Er «mirakulierte» gegen Pius Sutter (die Langnauer waren in Überzahl!) und im Gegenzug fiel das 1:2. Ohne diese Heldentat ihres Goalies hätten die Langnauer verloren.

Es war noch aus einem anderen Grund ein bemerkenswertes Spiel. Für einmal waren sich beide Trainer bei der Beurteilung des Spektakels hundertprozentig einig. Was es ja auch nur einmal in 500 Spielen gibt. Langnaus Heinz Ehlers sagte: «So etwas wie diese 40 Sekunden habe ich noch nie erlebt.» Zürichs Hans Wallson sagte: «So etwas wie diese 40 Sekunden habe ich noch nie erlebt.»

Die Tigers auf dünnem Eis

Auch nach diesem Sieg stehen die SCL Tigers weiterhin auf dünnem Eis. Die Gespenster der Krise sind noch lange nicht verscheucht. Und mit ein bisschen Boshaftigkeit dürfen wir vorerst weiterhin gegen den ZSC-Trainer polemisieren. Eine wichtige Frage haben uns diese 40 Sekunden allerdings definitiv beantwortet.

Bern's player Andrew Ebbett match winner of the regular season game of National League A (NLA) Swiss Championship 2017/18 between HC Ambri Piotta and SC Bern, at the ice stadium Valascia in Ambri, Switzerland, Tuesday October 17, 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

SCB-Spieler Ebbett avancierte im Spiel gegen Ambri zum Matchwinner. 

Dem SC Bern – der Meister hatte am Samstag in Langnau 2:0 gewonnen – hätte ja so ein Missgeschick auch passieren können. Was ist also der Unterschied zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, den beiden Titelanwärtern und Titanen der Liga? Beim SC Bern steht Leonardo Genoni im Tor. Bei den ZSC Lions Niklas Schlegel oder Lukas Flüeler.

So einfach ist manchmal eine profunde Analyse im Eishockey.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • turicum2003 18.10.2017 18:28
    Highlight Highlight Momentan hat man es als Anhänger von Zürich nicht einfach. Was mich mehr ärgert als die 3 Tore in 40 Sekunden, ist das 3. Drittel. Ich hatte nie das Gefühl die Jungs würden sich den Arsch aufreissen und alles für den Sieg tun. Langnau hingegen hat gefightet und Schüsse geblockt. Mit einer Toplinie die Dampf macht aber sich durch Puckverluste (Nilsson) und dumme Strafen (Pettersson) selber aus dem Spiel nimmt wird es halt auch gegen Langnau eng. Hoffe immer noch auf einen "Ruck" und eine Steigerung der Herren Wick, Shore, Blindenbacher, Kenins und Künzle.
  • Gondeli 18.10.2017 15:59
    Highlight Highlight Doch, es IST so! Die Tiger haben ALLES was es braucht um Meister zu werden... Die Plee-Offs erreichen und dann kann auch ALLES passieren! Den ZSC so "leicht" zu bodigen machte echt Freude.

    Jetzt eefach wiiter kämpfe Tigers!
    Ho-Ho-Hopp Langnou!
  • weepee 18.10.2017 08:54
    Highlight Highlight Den Unterschied zwischen dem SCB und ZSC auf den den Torhüterposten zu reduzieren, wäre etwas gar einfach. Wie labil das Gebilde der Lions nach wie vor ist, wurde gestern wieder eindrücklich vorgeführt. Einen Leader sucht man vergebens und die beiden Kühlschränke an der Bande sind schlicht nicht in der Lage, die richtigen Impulse zu setzen.
    • MARC AUREL 18.10.2017 12:30
      Highlight Highlight Da kann ich dir 100% zustimmen. Sie hätten ein Leader, leider ist seine Zeit abgelaufen.
  • pjj 18.10.2017 07:52
    Highlight Highlight Für einmal bin mit Klaus Z. einig (😱), der ZSC hat keinen Topgoalie (mehr).
  • sidthekid 18.10.2017 06:01
    Highlight Highlight Und täglich grüsst das Tigertier... 🙈
    • Ehringer 18.10.2017 07:00
      Highlight Highlight Heute aber durchaus gerechtfertigt ;)
    • sidthekid 18.10.2017 07:05
      Highlight Highlight Ja teilweise sicher 😉
  • Sloping 18.10.2017 05:06
    Highlight Highlight Das man mit 12 Schüssen aufs Tor ein Spiel gewinnt und 3 davon rein gehen, sieht man wirklich nicht alle Tage. Neben der angesprochenen Torhüterproblematik scheint mir auch die Abwehr des Z nicht sattelfest. Erwähnenswerte Randnotiz: Blindenbacher 7 Minuten Eiszeit, noch weniger als der Fehleinkauf Guerra. Allgemein scheint das Zürcher Gebilde immer noch extremst labil zu sein. Im Positiven wie im Negativen. Ein Abbild dafür auch Pettersson: Geniale Tore und dämliche Fouls wechseln sich ab. Mal schauen, ob Wallson den Weihnachtsbaum noch in Zürich schmückt oder der Baum schon vorher brennt.
    • weepee 18.10.2017 17:01
      Highlight Highlight Blindenbacher erlitt gestern eine Gehirnerschütterung, daher nur 7min. Eiszeit. Seine Leistung war jedoch auch vorher bescheiden.
    • Sloping 18.10.2017 22:02
      Highlight Highlight @weepee: Hast Recht, habe ich gerade auch gesehen. Habe das fälschlicherweise aufgrund der bisherigen Saisonleistungen interpretiert. Er ist (mindestens) seit den letzten Playoffs stark hinter seinem eigentlich hohen Leistungsvermögen.

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