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Zugs Johann Morant, links, kaempft um den Puck gegen Berns Thomas Ruefenacht, rechts, im vierten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Donnerstag, 13. April 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ex-Zuger Johann Morant (links) kämpft um den Puck gegen Berns Thomas Rüfenacht. Bild: KEYSTONE

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Ein «Böser» zum ZSC – und ein freundlicher Titan nach Zug?

Die ZSC Lions verpflichten Johann Morant und lassen Dave Sutter ziehen. Ein überraschender Transfer, der eine Serie von weiteren Verteidiger-Transfers auslösen wird.



Warum Johann Morant? Der Franzose mit Schweizer Lizenz ist schon 33 und hat in den letzten 165 Partien gerade noch 2 Tore erzielt. «Weil seine spielerischen Fähigkeiten und seine Schnelligkeit unterschätzt werden», sagt ZSC-Sportchef Sven Leuenberger. Und:

«Von allen Schweizer Verteidigern auf dem Markt spielt er wahrscheinlich den besten ersten Pass. Und wenn er auf dem Eis ist, zettelt der Gegner sicher keine Schlägerei an …»

Sven Leuenberger hatte Johann Morant seinerzeit als SCB-Sportchef 2011 von La Chaux-de-Fonds nach Bern geholt. Die letzten sechs Jahre hat der französische Nationalverteidiger in Zug gespielt. Zugs Sportchef Reto Kläy hatte Johann Morant auch einen Vertrag offeriert:

«Aber wir waren nicht bereit, ihm zwei Jahre zu geben. Ich habe mit ihm offen gesprochen und gesagt: Wenn du zwei Jahre bekommst, dann musst du die ZSC-Offerte annehmen.»

Mit Johann Morant kommt also auf nächste Saison ein «Böser» (Saison-Strafenrekord: 116 Minuten) nach Zürich. Dafür geht Dave Sutter (27). Er bekommt keinen neuen Vertrag und wird bereits jetzt kaum mehr eingesetzt (2:39 Min. Eiszeit pro Partie). Er ist wahrlich ein freundlicher Titan: 194 Zentimeter gross und 97 Kilo schwer, aber in der Qualifikation noch nie mehr als 12 Strafminuten.

ZSC Spieler Dave Sutter, links, und Axel Simic im ersten Training der Saison 2019/20 in der Eishalle Lido in Zuerich Oerlikon, aufgenommen am Mittwoch, 31. Juli 2019. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Dave Sutter (links) bekommt keinen neuen Vertrag. Bild: KEYSTONE

Als er im Frühjahr Biel verlassen hatte, um in Zürich sein Glück zu suchen, war er Nationalverteidiger und buchte in seiner letzten Bieler Saison in 55 Partien 19 Punkte. Bei den ZSC Lions sind es seither 24 Punkte in 109 Partien und diese Saison ist er sogar noch punktelos. Sven Leuenberger bestätigt: «Er hat uns gesagt, dass er gehen wird und wir machen ihm keine Offerte mehr.» Vor Ablauf des Vertrages im nächsten Frühjahr lasse er ihn aber nicht ziehen.

«Er hat uns gesagt, dass er gehen wird und wir machen ihm keine Offerte mehr.»

Sven Leuenberger

Da liegt der Schluss nahe: Wenn Johann Morant geht, könnte er ja auf nächste Saison in Zug durch Dave Sutter ersetzt werden. Reto Kläy schliesst diese Variante nicht aus. «Warum nicht? Aber so weit sind wir mit der Planung noch nicht. Wir haben ihm noch keine Offerte unterbreitet.»

Er bestätigt, dass er seinerzeit, als er noch Sportchef in Langenthal war, den sanften Riesen (194 cm/96 kg) verpflichten wollte.

Was Reto Kläy hingegen schon weiss: Dario Wüthrich (20) wird nächste Saison seinen Platz in der ersten Mannschaft bekommen. «Er bringt physische Qualitäten mit, die auch Johann Morant hat».

Zugs Dario Wuethrich, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem EV Zug, am Dienstag, 12. Februar 2019, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Dario Wüthrich beim Quali-Spiel zwischen dem HC Davos und dem EV Zug. Bild: KEYSTONE

Da nun feststeht, dass er in Zürich keine Zukunft mehr hat, wird Dave Sutter nicht nur in Zug ein Thema. Unter anderem hat auch der SC Bern grossen künftigen Bedarf an der blauen Linie.

Es gibt noch eine weitere interessante Verteidiger-Vakanz in Zug: Nationalverteidiger Miro Zryd (24) hat einen auslaufenden Vertrag, aber nach wie vor keine Verlängerungsofferte. Und es ist nicht sicher, ob er eine bekommen wird.

Reto Kläy sagt: «Er hat unsere Erwartungen noch nicht ganz erfüllt.» In einem Satz und etwas polemisch zusammengefasst: Offensiv zu wenig produktiv und defensiv zu wenig verlässlich.

«Er hat unsere Erwartungen noch nicht ganz erfüllt.»

Reto Kläy

Damit öffnen sich neue Perspektiven für Langnaus Sportchef Marco Bayer. Er hat für nächste Saison Bedarf an der blauen Linie und eine Rückkehr von Miro Zryd nach Langnau, dorthin, wo die Karriere 2014 erst so richtig begonnen hat, wäre eine schöne Geschichte. Marco Bayer bestätigt: «Das kann eine Variante für uns sein …» Offerte habe er aber noch keine gemacht.

In Zug hatte Miro Zryd in den letzten zwei Saisons das Geld. Nun wäre es ja eigentlich wieder Zeit, für etwas Geist in Langnau.

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