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Tigers Head Coach Scott Beattie,waehrend dem Eishockey National League A Spiel zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Freitag, 30. September 2016, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Wenn Ehlers kommt, muss Beattie seinen Trainerposten in Langnau räumen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Scott Beattie muss bei den SCL Tigers gehen – Wunschkandidat ist nun Heinz Ehlers

Der Entscheid ist gefallen: Trainer Scott Beattie wird gefeuert. Aber er muss noch bleiben, bis Sportchef Jörg Reber den neuen Trainer verpflichtet hat. Er verhandelt intensiv mit Heinz Ehlers.



Die Geschichte wiederholt sich. Am Freitag, den 7. Dezember 2012, versammelten sich die Verwaltungsräte der SCL Tigers nach einem blamablen 2:5 gegen Fribourg noch unter dem Eindruck der Niederlage spontan oben auf der Galerie zu einer Krisensitzung. So wie sich sonst Emmentaler, wenn sie festlicher Laune sind, spontan zusammentun, um ein Jodellied anzustimmen. Sie entschieden, Trainer John Fust zu feuern. Dieser fuhr am Samstag, den 8. Dezember, mit den Langnauern noch nach Lugano, verlor 2:8 und am Sonntag, den 9. Dezember, wurde er dann offiziell «freigestellt».

Thomas Nüssli nimmt Stellung zur 2:5-Niederlage gegen Biel.

Gestern, am Freitag, dem 30. September, versammelten sich die Verwaltungsräte der SCL Tigers nach einem blamablen 2:5 gegen Biel noch unter dem Eindruck der Niederlage spontan oben auf der Galerie zu einer Krisensitzung. So wie sich sonst Emmentaler, wenn sie festlicher Laune sind, spontan zusammentun, um ein Jodellied anzustimmen. Sie entschieden, Trainer Scott Beattie zu feuern. Scott Beattie fährt heute mit den Langnauern noch zum Auswärtsspiel nach Kloten.

Aber hier hören die Parallelen auf. Es ist noch keineswegs sicher, dass Scott Beattie bereits am Sonntag offiziell freigestellt wird.

Langnaus Trainer hat sich nicht nur durch die Rekordserie von neun Pleiten hintereinander (Saisonstart-Minusrekord von Chur egalisiert) um den Job gebracht.

Die verhängnisvolle Cabrio-Fahrt

Den letzten Rückhalt bei den Verwaltungsräten hat er sich diese Woche im Dorf verscherzt. Er fuhr mit dem Cabrio, das Verdeck hochgeklappt, die Scheiben heruntergelassen, die Stereoanlage aufgedreht, die Baseballmütze keck auf dem Haupt, fröhlich durchs Dorf und an der vollbesetzten Gartenwirtschaft des «Hirschen» vorbei. Ein rechtschaffener Verwaltungsrat, ein Mann der Vernunft und eigentlich gegen die Trainerentlassung, ärgerte sich so sehr über diesen Anblick frivoler Sorglosigkeit in Zeiten grosser sportlicher Not, dass er nun auch vehement für die Entlassung votierte.

SCL Tigers Coach Scott Beattie, hinten, und Tigers Pascal Berger, vorne, waehrend dem Eishockey National League A Spiel zwischen den SCL Tigers und dem EV Zug, am Freitag, 16. September 2016, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Scott Beattie hat sich etwas zu weit aus dem (Cabrio)-Fenster gelehnt. Bild: KEYSTONE

Im Dezember 2012 waren die Langnauer zwar auch auf den letzten Platz abgerutscht. Aber sie bangten nicht um den Ligaerhalt, stellten John Fust am Tag nach der Niederlage frei und überliessen die Mannschaft sorglos seinem Assistenten Alex Reinhard. Zu frisch war der Ruhm der Playoffs aus dem Frühjahr 2011. Niemand dachte an Abstieg. Am Ende der Saison stiegen die Langnauer ab. Mit Sportchef Köbi Kölliker an der Bande.

So schnell geht es jetzt nicht mit der Amtsenthebung des Trainers. Sportchef Jörg Reber und seine Vorgesetzten im Verwaltungsrat sind sich – anders als im Dezember 2012 – dem Ernst der Lage bewusst. Jetzt braucht es den richtigen Trainer und deshalb muss Scott Beattie erst gehen, wenn der richtige Nachfolger unterschrieben hat.

Reber unter Erfolgsdruck

Jörg Reber weiss, wen er will: Heinz Ehlers, im letzten Frühjahr in Lausanne freigestellt. Obwohl er den Aufsteiger in drei Jahren zweimal in die Playoffs geführt hatte.

Reber hat einst unter dem Dänen in Biel gespielt. Er ist überzeugt, dass Ehlers der richtige Mann ist, um Ruhe in die Kabine zu bringen und ein Maximum aus der Mannschaft herauszuholen. Der Verwaltungsrat, der über Trainerentlassungen und -anstellungen entscheidet, ist einverstanden. Und Heinz Ehlers bestätigt: «Ja, Jörg Reber hat mich angerufen und wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden, dann sage ich zu.»

Diese Bedingungen sind vernünftig und klug und dürften vom Verwaltungsrat akzeptiert werden. Ein Vertrag bis 2019. Also für den Rest der Saison plus zwei Jahre. Die Überlegung ist richtig: Nur mit einem klaren Bekenntnis zum Trainer kann Langnau seine sportliche Situation wieder stabilisieren und die Macht der Spieler einschränken.

L'entraineur lausannois Heinz Ehlers observe le match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, du tour de classement, entre le Lausanne HC, LHC, et HC Ambri-Piotta ce jeudi 17 mars 2016 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Heinz Ehlers soll neuer Langnau-Trainer werden. Bild: KEYSTONE

Die Leichtigkeit, mit der die Spieler die Schuld immer dem Trainer zuschieben und dessen Entlassung provozieren konnten (vier Trainer in drei Jahren), hat Langnau sportlich ruiniert. Und mit einem klugen Vertrag, in dem die Entschädigung für eine Entlassung zu einem bestimmten Zeitpunkt bereits festgeschrieben wird, lässt sich auch das wirtschaftliche Risiko eines langfristigen Vertrages abfedern. Langnau muss aber auch noch mit Lausanne eine Einigung finden. Der Wunschtrainer steht dort noch unter Vertrag.

Was, wenn es mit Heinz Ehlers keine Einigung gibt? Jörg Reber ist gefordert. Das Recht auf einen Irrtum räumt ihm der Verwaltungsrat ein. Weiterentwicklung gibt es nur, wenn man aus den Fehlern lernt und die Chance bekommt, das Gelernte umzusetzen. Der Irrtum Scott Beattie kostet Jörg Reber nicht den Job. Aber wenn er jetzt nicht den richtigen Nachfolger findet, dann ist auch seine Zeit bei den SCL Tigers abgelaufen.

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