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28.10.2014; Lugano; Eishockey - Schweizer Cup - HC Lugano - SC Bern;
Daniele Manzato (L, Lugano) und Brett McLean (R, Lugano) enttaeuscht (Michela Locatelli/freshfocus)

Bern feiert den Einzug in die nächste Cup-Runde, Lugano hat wieder einmal das Nachsehen. Bild: Michela Locatelli/freshfocus

Notorisch erfolglos

Eismeister Zaugg

Das Rapperswil-Jona des Südens: Lugano und die schlechte Angewohnheit des Verlierens

Der SC Bern besiegt Lugano im Cup 3:2 nach Verlängerung. Das muss Lugano zutiefst beunruhigen. Die Tessiner patzen immer, wenn es darum geht, eine Runde weiter zu kommen.



Wir können jetzt sagen: Es ist ja nur der Cup. Ein Retorten-Wettbewerb, den noch niemand so recht ernst nimmt. Die Meisterschaft ist alles, was zählt. Aber mit dieser Argumentation machen wir es uns zu leicht. Grosse Mannschaften – und Lugano muss bei seiner ruhmreichen Tradition und dem investierten Geld den Anspruch haben, eine grosse Mannschaft zu sein – wollen jedes Spiel gewinnen. Sonst gehen sie nicht aufs Eis. Nur so wird Gewinnen eine Gewohnheit.

Der HC Lugano hat seit dem Meistertitel von 2006 nie mehr eine Partie gewonnen, bei der es darum geht, eine Runde weiter zu kommen. Lugano hat seit 2006 alle Playoff-Serien verloren (gegen Kloten, Davos, Bern, Fribourg, Zug und Servette), zwischendurch sogar zweimal die Schmach der Playouts durchlitten (2008, 2011) und nun auch das Achtelfinale im Cup verloren. Seit nunmehr acht Jahren ist Lugano ein notorisches Verliererteam. Sozusagen ein Rapperswil-Jona des Südens. Ein bisschen glamouröser und viel teurer als die Lakers. Aber am Ende des Tages genauso notorisch erfolglos.

28.10.2014; Lugano; Eishockey - Schweizer Cup - HC Lugano - SC Bern;
Luca Fazzini (M, Lugano) jubelt nach dem Tor von 1:1 mit Jonathan Sartori (R, Lugano) (Michela Locatelli/freshfocus)

Zwischendurch wird auch gejubelt, doch am Ende zieht Lugano immer den Kürzeren. Bild: Michela Locatelli/freshfocus

Eine verpasste Gelegenheit

Diese Saison ist eigentlich vieles anders geworden. Lugano erinnert im Herbst 2014 zeitweise an das meisterliche «Grande Lugano» der späten 1980er Jahre. Trainer Patrick Fischer hat den welschen Schlendrian weitgehend ausgetrieben.

Die Cup-Partie gegen den SC Bern war nun eine wunderbare Gelegenheit, endlich einmal ein Spiel zu gewinnen, das wirklich zählt. Ein Test um zu sehen, ob Lugano endlich, endlich wieder eine Winner-Mentalität entwickelt hat.

Luganos Trainer Patrick Fischer verfolgt eine Aktion, im Eishockeyspiel der National League A zwischen den Rapperswil Jona Lakers und dem HC Lugano, am Freitag, 17. Oktober 2014, in der Diners Club Arena in Rapperswil. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Lugano-Trainer Patrick Fischer hat dem Team noch keine Winner-Mentalität eingeimpft. Bild: KEYSTONE

Lugano hat die Spieler, doch es fehlt ein Konzept

Die Art und Weise, wie Lugano dieses phasenweise intensive, schnelle und hochstehende Spiel verloren hat, sollte Trainer Patrick Fischer beunruhigen. Das Resultat ist viel zu knapp ausgefallen. Seine Mannschaft hatte gar keine echte Siegeschancen.

Die Absenzen spielen bei der Beurteilung keine Rolle. Nur Verlierer jammern über Absenzen. Auch dem SCB fehlten wichtige Spieler (Moser, Jobin, Ruefenacht). Lugano hatte bei weitem die Spieler, um den SC Bern aus dem Cup zu kippen. Aber nach wie vor noch nicht das Konzept und die Einstellung. Wie immer seit 2006.

Die Berner sind hingegen drauf und dran, den Schwefelgeruch des Verlierens aus den Kleidern zu spielen. Sie treten immer stilsicherer, selbstsicherer und bissiger auf. Ihr Spiel wird immer geradliniger und präziser. Sie dominierten die Räume vor dem eigenen und dem gegnerischen Tor und sie beherrschten die Mittelzone. Sie machten weniger Fehler und gewannen mehr Zweikämpfe. Sie hätten die Partie schon in den ersten 30 Minuten entscheiden müssen.

28.10.2014; Lugano; Eishockey - Schweizer Cup - HC Lugano - SC Bern;
Raphael Kuonen (L, Lugano) gegen Flurin Randegger (R, Bern) (Michela Locatelli/freshfocus)

Die Bären beissen wieder. Bern dominiert Lugano auch in den Zweikämpfen. Bild: Michela Locatelli/freshfocus

Lugano liess sich den Schneid abkaufen, zog das Spiel in die Breite und verbrauchte Energie in Räumen, die im Eishockey Niemandsland sind. Deshalb war das Schussverhältnis so klar zu Gunsten des Gegners (19:26). Selbst der wundersame Ausgleich 81 Sekunden vor Schluss, mit sechs gegen vier Feldspieler erzielt, beflügelte Lugano nicht. In der Verlängerung machte der SCB kurzen Prozess.

Keiner weiss mehr wie es geht

Wer wissen will, wie es um den SCB steht, findet eine Antwort auch in der Statistik. Letzte Saison hat der SCB in Lugano beide Partien sang- und klanglos verloren (1:5 und 0:4). In der Meistersaison 2012/13 hingegen einmal und in der Finalsaison 2011/12 sogar zweimal in Lugano gewonnen.

Siegen ist eine Gewohnheit. Verlieren auch. Lugano hat in diesem Herbst schon mehrmals und eindrücklich gezeigt, dass es wieder grandioses Hockey spielen kann. Aber auch unter Patrick Fischer hat die Mannschaft die schlechte Gewohnheit des Verlierens trotzdem noch nicht überwunden. Lugano hat inzwischen alles (und mit Daniel Manzato in der aktuellen Form auch den Torhüter), um in der Qualifikation und in den Playoffs weit zu kommen. Aber niemand scheint mehr zu wissen, wie das eigentlich geht. Es bleiben in der Qualifikation weitere 33 Spiele zum Üben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Staal 29.10.2014 14:57
    Highlight Highlight Keiner vermisst den Oligarchenclub aus Niediralien in denn1/4 Finals. Auch wenn es nur Bkick-Sölden-Ötztalcup ist ;-)
  • BOSELLI 29.10.2014 14:34
    Highlight Highlight Betroffene Hunde bellen.....Klar hat Zaugg recht wenn er sagt dass genau solche Spiele den Charakter und Ehrgeiz zeigen.
    Und nichts zu gewinnen?Kaum in einem Wettbewerb ist es einfacher leicht Geld einzunehmen!
    Ach ja das hat ja der Vickyclub nicht nötig
    • Wagner 29.10.2014 15:20
      Highlight Highlight Charakter, wegen der Topleistung von Bern! Ach, kommt hört doch auf! Schlussendlich hat Lugano ein Spiel mit einem Tor unterschied in der Verlängerung verloren, und dann gleich von fehlender Winnermentalität zu sprechen ist ja lächerlich! Bern hatte ja glück nicht in der Verlängerung zu verlieren, man weiss ja wie schnell das geht im Hockey. Und im Penalty hätte es dann ganz düster ausgesehen für Bern. Ob Bern überlegen war spielt dann keine Rolle mehr, und Hr. Zaugg hätten dann schreiben können, dass die Ausfälle von Moser und noch zwei anderen für Bern zu schwerwiegend waren:-)!
  • Janey 29.10.2014 12:42
    Highlight Highlight Anscheinen ist die Verlierermentalität der Luganesi nicht nur bei den Spielern tief verankert. Oder wie sonst kann man die zahlreichen Ausreden deren Fans erklären?
    • Nummelin 29.10.2014 14:39
      Highlight Highlight Welche Ausreden? Dies sind keine Ausreden sondern eine grosse Wertschätzung gegenüber unserer Mannschaft, die seit Ende Sept. mit einer massiv dezimierten Mannschaft nur zwei Spiele in der regulären Spielzeit verloren geben musste und dies notabene mit Einsatz von vielen Elitejunioren. Bern hat diese Saison schon mehr Spiele nach 60 Min. verloren (ohne Verletze, Ausnahme Moser) wie wir mit all unseren verletzen Spielern. Soviel zum Thema "Verlierermentalität", gäll Herr Zaugg!!
    • Wagner 29.10.2014 22:58
      Highlight Highlight Was ist jetzt mit dem HCD haben die jetzt auch eine Verlierermentalität nach "einem" verlorenen Spiel im Cup? Oder keinen Ehrgeiz, kein Charakter?
  • Thomtackle 29.10.2014 10:45
    Highlight Highlight Dieses Lugano mit Rappi zu vergleichen ist eine Schande und kann nur aus dem Mund von Klaus Zaugg kommen. Anstatt endlich einmal das neue Lugano anständig zu analysieren findet er wieder ein völlig bedeutungsloses Spiel gegen seinen SCB um vom Leder zu ziehen. Lugano läuft schon seit Wochen am Limit. Trotzdem wurde nicht ein einziges Spiel ab geschenkt. Wenn dieses Lugano nicht auf dem richtigen Weg ist, weiss ich auch nicht mehr. Vielleicht will es Zaugg aber einfach nicht sehen. Schade!
    • Schildlaus 29.10.2014 12:38
      Highlight Highlight Bei den berichten des Herrn Zaugg gilt das Motto " Erwarte nicht zu viel , dan wirst du nicht enttäuscht"
    • Nummelin 29.10.2014 13:20
      Highlight Highlight @Thomtackle: hätte es nicht besser ausdrücken können. Die zauggsche Logik hat wieder mal zugeschlagen :-).
  • ironmike 29.10.2014 10:18
    Highlight Highlight ist ja nur logisch dass der SCB gegen einen arg dezimiertes Lugano das Spiel dominiert. die vielen Absenzen sind keine Ausreden sondern eine Tatsache, Lugano spielte gestern u.a. ohne zwei Center wie Sannitz und Steinmann dazu fehlten auch noch Reuille und Murray. In der vierten Sturmformation standen vier HCL-Junioren Fazzini (wurde letzte Woche an der Nase operiert, Romanenghi (war auch lange verletzt und gab sein Comeback bei den Junioren letzte Woche) und Jonathan Sartori (zwei Shifts in der NLA bisher). Die Leistung von Lugano war ok mehr konnte man einfach nicht erwarten.
  • Wagner 29.10.2014 08:19
    Highlight Highlight Die eingesetzten Junioren bei Lugano konnte somit wieder viel Erfahrung sammeln. Wo waren die Junioren beim SCB?

    Die Zeit wird kommen in der Lugano, dieses wagnis des Verzichtens auf den kurzfristigen Erfolg, in einen langfristigen ummünzen wird - und in den Playoffs im HF oder im Final, dem SCB die entsprechende Antwort geben wird!

  • Wagner 29.10.2014 08:10
    Highlight Highlight So ein Sche!ss. Das Spiel kann jetzt wirklich keiner ernst nehmen! Von intensiv und hochstehen kann ebenfalls keine Rede sein, wenn wir das Spiel vom letzten Dienstag 21.10.2014 als vergleich nehmen waren das Welten. Herrn Zaugg passt es einfach den SCB in Phären zu Schreiben, die es eigentlich gar nicht gibt. Lugano war im Trainning, der SCB spielte so so la la, aber sicher nicht mehr!Und das Aufzählen von den 2-3 Verletzten Spielern vom SCB, kommt einem Witz gleich, wenn wir die Verletztenliste Lugano`s als Vergleich heranziehen. Und das hat nichts mit Jammern zu tun - ist Fakt!

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