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14.12.2014; Zuerich; Eishockey ZSC Lions -  HC Davos; TRainer Arno Del Curto (Davos) beim Timeout (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Arno Del Curto lebt Eishockey wie kein Zweiter. Bild: Daniela Frutiger/feshfocus

Vertrag per Handschlag

Eismeister Zaugg

Arno Del Curto – der letzte Romantiker des Schweizer Hockeys

Arno Del Curto (58) arbeitet ohne schriftlichen Vertrag und wird in den nächsten Tagen sein Arbeitsverhältnis per Handschlag verlängern. Das ist typisch für den letzten Romantiker unseres Hockeys.



Eishockeytrainer sind aufs Geld fixiert. Weil sie keine Arbeitsplatzgarantie haben. Vor allem nordamerikanische Bandengeneräle legen Wert auf frühzeitige Vertragsverlängerungen und schmollen, wenn sie an Weihnachten noch keinen neuen Kontrakt haben.

Unvergessen bleibt die Episode mit dem Kanadier Kent Ruhnke. Weil ihm der SCB auch im Januar noch keinen neuen Vertrag geben wollte, schmollte er und musste im Frühjahr 2004 trotz Titelgewinn gehen.

14.12.2014; Zuerich; Eishockey ZSC Lions -  HC Davos; TRainer Arno Del Curto (Davos) (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Aus Ärger hat Arno Del Curto einst seinen Lohn ausgeplappert. Bild: Daniela Frutiger/feshfocus

Nur ein Trainer legt im 21. Jahrhundert kein Wert auf Verträge. Arno Del Curto arbeitet seit 1996 für den HC Davos, die letzten acht Jahre ohne schriftlichen Arbeitsvertrag. Sein Arbeitsverhältnis hat er nur per Handschlag prolongiert. Er ist längst der mit Abstand charismatischste und erfolgreichste Eishockeytrainer im Land. Arno Del Curtos Bezüge sehen im bisherigen Vertrag so aus:

Das ergibt einen Lohn von 464 000 Franken pro Jahr (Saison). Zusätzlich zu diesem Lohn kann Arno Del Curto Prämien verdienen. Dies im Falle eines Titelgewinns, eines Gewinns des Spengler Cups plus eines entsprechenden Zuschauerschnittes und Jahresabschlusses des Sportunternehmens HC Davos.

Millionen-Offerte aus Russland ausgeschlagen

Wenn Weihnachten und Neujahr auf den gleichen Tag fallen – wenn also wirklich einmal sämtliche Prämienmöglichkeiten im gleichen Jahr ausgeschöpft werden können – kommt noch einmal ein sechsstelliger Betrag dazu. Arno Del Curto hat diese Zahlen einmal im Zorn selber genannt. Weil er verärgert war, dass ihm ständig ein viel höheres Gehalt angedichtet worden war.

Aber eben: Arno Del Curto ist nicht aufs Geld fixiert. Er hat seine Bezüge mündlich mit dem Präsidenten vereinbart und nicht in einem schriftlichen Vertrag festgehalten. Das ist ungewöhnlich für die Branche, juristisch durchaus korrekt (auch mündliche Verträge gelten) und vor allem typisch für diesen Freigeist.

Die Fans des HC Davos mit einem Plakat mit HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos am Freitag, 21. September 2012, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Arno Del Curto ist nicht nur bei den HCD-Fans äusserst beliebt. Bild: KEYSTONE

Eishockey ist seine Leidenschaft, sein Hobby, sein Lebensinhalt. Er ist ein ruheloser Trainer, ratlos auf der ewigen Suche nach dem perfekten Spiel. Dabei geht es ihm nicht nur um Taktik und Technik, sondern immer auch um die Spieler, die er trainiert. Er ist ein Trainer, der sich für seine Spieler verantwortlich fühlt, für die er da ist und die mit jedem Problem zu ihm kommen können.

Das ist der Grund, warum er Davos nie verlassen hat. Obwohl er einmal eine Offerte aus der KHL (St. Petersburg) für mehr als eine Million Jahresgehalt hatte. Er flog nach St. Petersburg, sagte zu und als er wieder daheim war, als er mit dem Auto heim nach Davos fuhr, brachte er es nicht übers Herz, seinen HC Davos, seine Spieler zu verlassen und sagte ab.

Lohnerhöhung ohne Verhandlungen

Früher gab es hin und wieder Gerüchte um einen Wechsel von Arno Del Curto. Der SC Bern war mal ein Thema, später Kloten und ab und zu auch Lugano. Er ist immer Davos treu geblieben. Und so ist es auch jetzt wieder. Der mündliche Vertrag läuft per Ende Saison aus. HCD-Präsident Gaudenz Domenig sagt: «Ich hoffe, dass ich noch vor Silvester den Vertrag wieder per Handschlag verlängern kann.»

Gaudenz F. Domenig, Praesident des HC Davos, posiert nach der kombinierten Generalversammlung des Vereins und der Hockey Club Davos AG, am Sonntag, 19. Oktober 2014, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der Verhandlungspartner von Arno Del Curto: HCD-Präsident Gaudenz Domenig. Bild: KEYSTONE

Es sei ja nicht so kompliziert. «Wir müssen uns nur auf zwei Zahlen einigen: Den Lohn und die Vertragsdauer.» Arno Del Curto darf mit einer Lohnerhöhung rechnen. «Wir haben ja jetzt mehrere NHL-Generäle in der Liga und wir achten darauf, dass unser Trainer nicht schlechter entlöhnt wird …»

Das strategisches Ziel der HCD-Vorsitzenden: «Ich hoffe dass Arno bis 2021 bleibt. Dann feiern wir beim HCD das Hundertjahre-Jubiläum.» Er gehe aber nicht davon aus, dass er jetzt schon bis 2021 verlängern werde. «Es werden wohl mehrere Etappen sein.»

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