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Lugano's player Tim Heed (nr 72)celebrates with his teammates the 2-3 goal,during the preliminary match of the National League A (NLA) Swiss Championship 2020/21 between HC Lugano and EV ZUG at the ice stadium Corner Arena in Lugano, Switzerland, Friday, October 9, 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Nach Fribourg muss auch Lugano in häusliche Quarantäne. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Das Ende der Meisterschaft, wie wir sie kannten – und des Nationalteams

Zwei Wochen lang lebten wir in der Illusion, im Hockey auf einer Insel zu leben. Nun zerstört die Wirklichkeit diese Traumwelt. Gottéron muss die drei nächsten Partien verschieben. Und der nächste Schritt wird die Absage aller Nationalmannschaftstermine in diesem Jahr sein.



Fest steht: Gottéron muss die nächsten drei Partien gegen Davos, Lausanne und Servette verschieben. Die Cup-Partie zwischen den Pikes Oberthurgau und Lugano kann nicht wie geplant heute gespielt werden. Ob Lugano auch Meisterschaftspartien absagen muss, entscheidet der Tessiner Kantonsarzt. Bei Gottéron sind vier und bei Lugano ist ein Spieler positiv getestet worden.

Es ist das Ende der durchgetakteten Meisterschaft, wie wir sie seit dem Hallen-Obligatorium (1975/76) kannten. Einer Meisterschaft, die vom September bis zur Meisterfeier im April nach einem festen Plan durchgeführt worden ist. Einer Meisterschaft, bei der es schon eine Polemik gab, wenn eine Mannschaft in einer Woche ein Spiel mehr zu bestreiten hatte.

«Durch die Absage der Champions League und des Spengler Cups sind wir noch flexibler geworden.»

Ligadirektor Denis Vaucher

Seit mehr als 50 Jahren hatte es keine äusseren Umstände mehr gegeben, die den Ablauf in Frage stellten. Diese Planbarkeit hat es möglich gemacht, die Meisterschaft von 28 Spielen (die letzte Saison vor dem Hallen-Obligatorium) auf heute über 60 Partien (inkl. Playoffs) auszubauen und aus dem Hockey ein Geschäft zu machen.

AVIS - ZU DENIS VAUCHER, DIRECTOR NATIONAL LEAGUE DER SWISS ICE HOCKEY FEDERATION, SIHF, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES PORTRAIT ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Denis Vaucher, Director National League und Swiss League der Swiss Ice Hockey Federation, SIHF, portraitiert am 7. September 2020 in Ittigen bei Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ligadirektor Denis Vaucher: «Wir haben immer Daten, um Spiele zu verschieben.» Bild: keystone

Aber Spielverschiebungen bedeuten noch lange nicht das Ende der Meisterschaft. Liga-Direktor Denis Vaucher sagt: «Wir haben so oder so immer Daten, um Spiele verschieben zu können. Durch die Absage der Champions League und des Spengler Cups sind wir noch flexibler geworden. Im Extremfall wäre es sogar möglich, die Playoffs zu verkürzen oder ganz abzusagen und die Qualifikation bis Mitte April zu verlängern.»

Oberste Priorität habe die Durchführung einer Meisterschaft unter Einhaltung aller behördlichen Anordnungen. Was er nicht sagt: Bald werden die Nationalmannschafts-Termine (2. bis 8. November und 14. bis 18. Dezember) frei und die Flexibilität wird noch grösser. Der Liga-Direktor sagt lediglich: «Es macht inzwischen keinen Sinn mehr, die besten Spieler von mehreren Mannschaften an einem Ort zu versammeln.»

Die im Ansatz gute Idee von Nationaltrainer Patrick Fischer, von keinem Club mehr als zwei Spieler und von jedem einen aufzubieten, könnte wie ein «Brandbeschleuniger» wirken. Und bei Absage des Deutschland Cups und des Heimturniers in Visp die Nationalmannschaft trotzdem in einer «Blase», abgeschirmt von der Aussenwelt zu Trainingszwecken zu versammeln, ist angesichts der Entwicklung der letzten Tage absurd. Am Donnerstag tagt das Leistungssport-Komitee des Verbandes. Eine gute Gelegenheit, alle Nationalmannschaftstermine bis Ende Jahr abzusagen. So kann ein Eklat vermieden werden. Einflussreiche Klubmanager fordern bereits einen Verzicht auf die Länderspieltermine. Die Russen haben die Teilnahme am Dezember-Turnier in Visp ohnehin bereits abgesagt.

Das Geschäftsmodell des Sportes auf der Basis regelmässiger Massenveranstaltungen steht vor der stärksten Belastungsprobe der Geschichte. Die Klubs haben durch die Einhaltung und Durchsetzung aller behördlichen Vorgaben und die Zuschauer durch vorbildliches Verhalten die Voraussetzungen zur Rettung der Meisterschaft 2020/21 geschaffen. Aber es geht nur noch mit einer Konzentration auf das Wesentliche, auf die nationale Meisterschaft. Weil sie die Geschäftsgrundlage für unsere gesamte Hockeykultur ist.

Alles andere muss zurückstehen. Die Champions League und der Spengler Cup sind bereits abgesagt worden. Die Nationalmannschaftstermine werden folgen.

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
dizzy
14.10.2020 15:33registriert August 2015
und in genf sind neu höchstens 100 personen an veranstaltungen erlaubt,aber auch nur wenn ein schutzkonzept vorgelegt werden kann.ich gehe davon aus die saison wird nicht alt,sind wir gespannt auf morgen wenn der bundesrat tagt....
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fools garden
14.10.2020 15:05registriert April 2019
Anita Weiermann sagte einst, Gring ache und seckle, der Menschheit blüht etwas ähnliches.
Wir können natürlich auch den Kopf einziehen und warten bis es vorüber ist, aber erstens könnte das noch eine Weile dauern und zweitens hab ich auch in der Zwischenzeit Lust zu Leben, nur Überleben find ich keine Option.
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Eidi
14.10.2020 15:34registriert October 2018
ich kann mich nur wiederholen:
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51

Kommentar

Das Ende der Berner Sportwelt wie wir sie kannten

Die Berner Kantonsregierung verbietet bis auf Weiteres Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Es ist das Ende des Berner Sportes mit den SCL Tigers, dem SC Bern, Biel und YB. Dieser Alleingang der Berner lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Eine Regierung dreht durch.

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