Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
SC Bern Stuermer Tristan Scherwey, links, und SCL Tigers Stuermer Sven Lindemann, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der NLA zwischen dem SC Bern den SCL Tigers und am Freitag, 9. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die Langnauer (Sven Lindemann, oben) konnten dem Berner Tempo (Tristan Scherwey) gestern nur wenig entgegensetzen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

SCB obenaus, SCL Tigers am Tabellenende: Das ist die Hockey-Realität im Bernbiet

Vieles spricht dafür, dass die Hockey-Welt im Bernbiet am Ende der Saison genau so aussehen wird wie nach der ersten Runde.



Ein Trailer ist eine Vorschau auf einen Film, ein Computerspiel – oder eine Hockeysaison. Das stimmungsvolle Berner Derby war sozusagen ein Trailer für das, was uns in den nächsten Wochen im Bernbiet erwartet. Und wenn wir die Tabelle nach einer Runde als Trailer betrachten, dann könnte es sogar die perfekte Vorschau auf den Endstand nach 50 Qualifikationspartien sein:

National League A, Schlussrangliste

1. SC Bern
[...]
11. SCL Tigers
12. Biel

In erster Linie ist beim Derby das Berner Brauchtum gefeiert worden. Dazu gehört neben dem Schwingen (König Matthias Glarner kam vor dem Spiel aufs Eis) auch Hockey im Allmend-Tempel. Natürlich ausverkauft.

So ging's im Allmend-Tempel zu und her.

Der SCB trat nur mit zwei Ausländern an. Andrew Ebbet fällt nach einem Daumenbruch, den er sich im letzten CHL-Spiel zugezogen hat (er wurde von einem Puck getroffen) für zwei Monate aus und die Lizenz für den neuen Stürmer Ryan Lasch ist noch nicht eingetroffen. Schliesslich heisst das Berner Lebensmotto «Nume nid geschprängt» («Bloss keine Hast»).

Taktische Handbremse gelöst

Der Meister zelebrierte ein fröhliches Hockey-Singspiel. Lüpfiges, kreatives, schnelles Tempohockey. Diese lockere Spielweise behagte den vom Tempo überforderten Langnauern gar nicht.

SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen, ruft seinen Spielern zu beim Eishockey Meisterschaftsspiel der NLA zwischen dem SC Bern den SCL Tigers und am Freitag, 9. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die Handschrift von Berns neuem Trainer Kari Jalonen lässt sich bereits lesen. Bild: KEYSTONE

Vor einem Jahr hatten die Emmentaler den Saisonauftakt in Bern gar 1:7 verloren. Aber damals hatten sie den viel besseren Eindruck hinterlassen als nun beim 2:6. Den Emmentalern fehlte jetzt die bissige Knurrigkeit, die Intensität in den Zweikämpfen und im Forechecking, die letzte Saison unter dem grantigen Benoît Laporte das Markenzeichen des Teams waren.

Wir sollten uns zwar hüten, das erste von 50 Spielen bereits zu einer Analyse heranzuziehen. Und doch lässt sich erahnen, wie die Hockeywelt im Bernbiet in den nächsten Monaten aussehen wird.

In Bern zeichnen sich spielerische Festspiele ab. Der SCB setzt auf unterhaltsames, kreatives Hockey und wird das Publikum noch oft mit der neu gewonnenen Spielfreude entzücken. Erst recht, wenn nicht bloss zwei ausländische Spieler zur Verfügung stehen wie gegen Langnau. Sondern vier.

Wir haben im Vergleich zum Saisonstart vor einem Jahr einen neuen SC Bern gesehen. Die Spielfreude ist offensichtlich und der SCB wirkt im Vergleich zum letzten Herbst, als habe der Trainer die taktische Handbremse gelöst. Nun wird ersichtlich, wie sehr der viel zu spät gefeuerte Guy Boucher vor einem Jahr Spielfreude und Kreativität erstickt und seinem Wahn der totalen Berechenbarkeit und Kontrolle des Spiels geopfert hat.

Reaktion gefordert

Für die Langnauer wird es ein kühler Herbst. Sie waren nach einer siegreichen Vorbereitung mit sieben Siegen in acht Partien in jeder Beziehung überfordert. Logisch. Sie hatten weitgehend nur gegen Operetten-Gegner und kein einziges internationales Topteam gespielt. Sie müssen sich erst wieder an das NLA-Tempo gewöhnen.

SCL Tigers Verteidiger Martin Stettler beim Eishockey Meisterschaftsspiel der NLA zwischen dem SC Bern den SCL Tigers und am Freitag, 9. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (PPR/Anthony Anex)

Von Martin Stettler und den Tigers ist gegen die Lions eine Reaktion gefragt. Bild: PPR

Die Naivität, die taktische Hilflosigkeit (vier Powerplay-Tore kassiert!) und die Mängel in der Spielorganisation waren erschreckend. So werden sich die Emmentaler bald isoliert am Tabellenende wiederfinden. Trainer Scott Beattie sollte bereits toben. «Nein, das tue ich nach dem ersten Spiel nicht», sagte er mit erstaunlicher Gelassenheit. Er habe nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 an eine Wende geglaubt, «aber meine 25 Spieler leider nicht». Der Kanadier sagte, er habe trotz allem auch viele gute Ansätze gesehen und man sei nahe dran gewesen.

Nun braucht es heute Abend gegen die ZSC Lions eine heftige Reaktion der Langnauer. Sonst sieht die Tabelle im Februar nach 50 Runden gleich aus wie nach dem ersten Spieltag, diesem Trailer für die neue Saison: 1. SC Bern, 11. Biel, 12. SCL Tigers.

Das wird alles neu in der National League A 2016/17

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweiz gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sidthekid 10.09.2016 13:53
    Highlight Highlight Ja, die Leistung war grottenschlecht, stimmt. Aber muss den Langnau die Punkte unbedingt auswärts beim Meister holen? Die Spiele gegen die Strichteams sind um längen wichtiger. Das war nun das erste Spiel, eine Schwalbe macht auch noch keinem Frühling. Aber eine Leistungssteigerung muss selbstverständlich her, das ist offensichtlich.
  • StB 10.09.2016 13:46
    Highlight Highlight Das war für den SCB wie für die Tigers das erste von 50 Quali Spiele. Nicht mehr und nicht weniger.
  • Keusi 10.09.2016 11:43
    Highlight Highlight Es ist gerade mal ein Spiel gespielt und Klausi macht schon einen auf Hockey Prophet! Wo hatte er letzte Saison den SCB getippt? Sicher nicht auf Rang 8!
    Und wären gestern keine Langnauer in der Postfinance Arena gewesen, wäre die Stimmung etwa so wie an einem Lismitag im Altersheim gewesen!!!
    • Patrick Strahm 10.09.2016 12:32
      Highlight Highlight Da waren Langnauer im Stadion???? ohhhuuuu! die habe ich gar nicht bemerkt.....
    • Tikkanen 10.09.2016 12:40
      Highlight Highlight ...die Stimmung war dem SCB Spaziergängli entsprechend. Ich z.B. habe 2. Drittel Schümli genossen😋statt mir die mühseligen Versuche der unfähigen Tigerlis anzutun😴und wie mir ging es vielen😳 Wenn das so weitergeht ist Langnull bald langweiliger als die Leckers😂 Tiger in den Zoo!!
    • MARC AUREL 10.09.2016 12:52
      Highlight Highlight Nicht übertreiben aber Langnull war kein Gegner! Da gibt es auch kein Grund für jubelstimmung. Erst als die Berner bewusst nachliessen sah Langnull etwas besser aus.. und habe nichts anderes erwartet! Die Kätzchen können nicht viel mehr als sie gezeigt haben!
    Weitere Antworten anzeigen

Eismeister Zaugg

Fussball und Hockey nur noch mit Saisonabos und Sitzplätzen?

Das Verbot für Grossveranstaltungen – also auch Fussball- und Hockeyspiele mit mehr als 1000 Zuschauern – gilt noch bis Ende August. Nun zeichnet sich eine Krisen-Lösung ab, die zum Dauerzustand werden und die Fussball- und Hockeykultur nachhaltig verändern kann: Nur noch Sitzplätze und personalisierte Tickets.

Am 24. Juni wird der Bundesrat entscheiden, wie es mit Grossveranstaltungen nach dem 31. August weiter geht. Diese bundesrätlichen Weisungen sind für den Fussball (zurzeit nur Geisterspiele) und das Eishockey (Meisterschaftsstart im September) existenziell.

Wie die Virus-Situation im September sein wird, weiss niemand. Eine Rückkehr zur völligen Normalität wird es wohl erst geben, wenn eine Impfung möglich ist. Es kann unter Umständen sein, dass es in den nächsten zwei Jahren noch keine …

Artikel lesen
Link zum Artikel