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L'entraineur bernois Lars Leuenberger, droite, donne des conseils a ses joueurs lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Lausanne HC, LHC, et le SC Bern, SCB, ce vendredi 6 decembre 2013 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Lars Leuenberger: Er kann den SCB zum Titel führen. Bild: Keystone

SCb kann meister werden

Eismeister Zaugg

Sie wissen nicht, was die Berner Reitschule mit Eishockey zu tun hat? Sehr viel.

Nach dem 6:0 gegen die Kloten Flyers ist klar: Der SC Bern kann das beste Team der Liga sein und den Titel verteidigen – aber eben nur, wenn die Spieler wollen.



klaus Zaugg

Für die mit den Verhältnissen der Stadt Bern nicht ganz vertrauten Leser: Die Reitschule ist ein autonomes Kulturzentrum in Bern. Weil dort die staatliche Obrigkeit ignoriert wird und scheinbar jeder macht, was er will, gerät die Institution immer wieder mal in die Schlagzeilen.

Der SC Bern ist ein autonomes Sportunternehmen und hat ein ähnliches Problem: Weil die trainerische und taktische Obrigkeit immer wieder mal ignoriert wird, ist der SCB diese Saison schon öfters in die Kritik und zeitweise in den Tabellenkeller geraten. Eishockey ist eben eine Mischung aus Kreativität und Disziplin, Anarchie und taktischem Gehorsam. 

Die Anfänge unter Törmänen

Der finnische Trainer Antti Törmänen hat dieses antiautoritäre «Reitschul-Prinzip» im Herbst 2011 beim SCB eingeführt. Im ersten Jahr erreichte er das Finale (Niederlage gegen die ZSC Lions), im letzten Frühjahr gewann er die Meisterschaft und diese Saison scheiterte er. Die taktische und sonstige Verwilderung hatte nicht mehr tolerierbare Ausmasse angenommen.  

Nun führt Lars Leuenberger das Team. Auch nicht so autoritär wie einst Bill Gilligan oder John van Boxmeer. Aber doch mit dem Mut, miserable Leistungen zu sanktionieren. Er ist der erste SCB-Trainer, der es gewagt hat, die Ikone Ivo Rüthemann unter die Wolldecke zu stecken. Aber in den Grundzügen führt auch er nach dem «Reitschul-Prinzip». 

Die Berner Beat Gerber und Joel Vermin, Mitte von links, freuen sich mit ihren Kameraden ueber das dritte Tor gegen die Klotener beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den Kloten Flyers am Samstag, 18. Januar 2014, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Der SCB mit seinen zwei Gesichtern: Gegen Kloten lachte jedem Fan das Herz. Bild: KEYSTONE

Starke Berner Reaktion 

Kann der SCB mit dem «Reitschul-Prinzip» am Ende doch den Titel verteidigen? Oft schien die Antwort in dieser Saison klar: Nein, auf keinen Fall. Aber gestern zeigte sich gegen die Kloten Flyers wieder einmal die meisterliche Seite dieser antiautoritären Kultur.

Am Vorabend hatte eine 1:3-Pleite in Genf den SCB schon wieder in bedrohliche Nähe der Abstiegsrunde gerückt. Jedem war klar: Jetzt braucht es eine Reaktion. Ein Donnerwetter des Trainers war nicht notwendig. Und siehe da: Die Berner haben meisterlich reagiert. Sie überrollten Kloten. Den Zürchern, die zuvor viermal hintereinander gewonnen hatten, verging sehen und hören und zeitweise war es, als sei der Leibhaftige vom Gurten herabgefahren.

So muss ein 14 Millionen teures Team spielen

Auf einmal war die meisterliche Mischung aus Tempo, Kreativität, Härte, Gradlinigkeit und Disziplin da. Joël Vermin, der in 40 Spielen gerade mal vier Treffer erzielt hatte, buchte gestern zwei Tore. Der brave Defensiv-Soldat Beat Gerber feierte seinen ersten Saisontreffer. Es spielte keine Rolle, dass Leitwolf Byron Ritchie fehlte (fällt rund eine Woche aus) und für ihn die finnische Nullnummer Mikko Lehtonen spielte.  

Berns Interimscoach Lars Leuenberger, im Eishockey Spiel der National League A zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem SC Bern, in der BCF Arena in Fribourg, am Samstag, 23. November 2013. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Lars Leuenberger wagt es, die Legende Ivo Rüthemann unter die Wolldecke zu setzen. Bild: KEYSTONE

Nach zehn Minuten stand es bereits 3:0 und alles war vorbei. Schon im Mitteldrittel konnte es sich Lars Leuenberger gar leisten, Daniel Rubin und Ivo Rüthemann unter der Wolldecke hervorzuholen. Und am Ende traf gar noch Mikko Lehtonen. Der SCB spielte so, wie es von einem Team erwartet werden kann, das 14 Millionen Franken kostet. 

SCB kann den Titel verteidigen 

Die Kloten Flyers waren nicht gut. Aber sie waren gut genug, um ein ernsthafter Gegner zu sein: Die Ursache für die einseitige Angelegenheit ist die Überlegenheit der Berner. Nicht die fehlende Widerstandskraft der Gäste. Es ist nicht auszuschliessen, dass der SCB seinen Titel verteidigt.

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