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Joren van Pottelberghe, aufgenommen im Training des HC Davos, am Donnerstag, 5. September 2019, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Joren van Pottelberghe ist derzeit noch Torhüter beim HC Davos. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Biel regelt die Hiller-Nachfolge: Joren van Pottelberghe kommt

Der Deal steht kurz vor dem Abschluss: HCD-Nationaltorhüter Joren van Pottelberghe wird in Biel der Nachfolger von Jonas Hiller. Und der HC Davos hat inzwischen Millionen auf dem Konto.



Was war das Interessanteste an der Partie Davos gegen Tschechiens Meister Trinec, das die Davoser nach grossem Spiel doch noch 1:4 verloren? Nein, nicht das schnelle, intensive, hochklassige Hockey, die Spannung. Sondern die herausragende Leistung von Torhüter Joren van Pottelberghe (22).

Einer hat seine Paraden ganz besonders aufmerksam beobachtet. Biels Sportchef Martin Steinegger. Davos hat ja bereits bis 2025 Robert Mayer (30) von Servette als Nummer 1 verpflichtet. Also muss Ende Saison einer der beiden aktuellen Goalies trotz weiterlaufendem Vertrag gehen.

Es wird Nationaltorhüter Joren van Pottelberghe sein. Nicht etwa, weil der Trainer oder der Sportchef mit seinen Leistungen nicht zufrieden sind. Ganz im Gegenteil. Der Grund ist ein anderer: der NHL-Draft Joren van Pottelberghe ist teurer und hat zudem eine NHL-Ausstiegsklausel im Vertrag. Also bleibt Sandro Aeschlimann (25).

Das intensive Interesse Biels und die weit fortgeschrittenen Gespräche werden von allen Gewährsleuten bestätigt. Womit wir wissen, wie die Nachfolge von Jonas Hiller in Biel geregelt wird: mit Elien Paupe (24) und eben Joren van Pottelberghe.

Der HC Davos sorgt auch neben dem Eis für Gesprächsstoff. Kennen Sie Peter Buser? Ja klar, der exzentrische HCD-Sponsor, ein wenig berühmt geworden mit gelinde gesagt politisch nicht ganz korrekten Ansichten über Gott und die Welt. Nun ist auch klar, warum der HCD auf die unterländische Kritik am spendablen Geldgeber mit staatsmännischer Gelassenheit reagiert.

Das ganze Geld des achtjährigen Sponsorings ist nämlich schon auf dem HCD-Konto eingetroffen. Das bestätigt ein höchstrangiger HCD-Würdenträger: «Wir wussten, das Peter Buser eine eigenwillige Persönlichkeit ist. Deshalb hat unser Präsident darauf geachtet, dass dieses Sponsoring erst publik wird, wenn das Geld bei uns auf dem Konto eingetroffen ist.»

Das ist der grosse Unterschied zu den vielen Deals, die in unserem nationalen Fussball schon für Schlagzeilen gesorgt haben: da waren erst Schlagzeilen. Unter anderem der «Fall Xamax» oder 2009 die 300 Millionen für GC, die nie kamen. Keine Kohle, aber Spott und Hohn. Da sind die Davoser dann doch cleverer.

Der Unmut der flachländischen Öffentlichkeit mag noch so gross sein – das Geschäft ist über die Bühne. Etwas frivol können wir in Anlehnung an eine orientalische Lebensweisheit sagen: die Hunde im Unterland bellen, die Karawane mit den Kamelen, schwer beladen mit Geldsäcken, ziehen ihres Weges und sind schon über die Berge und hinter dem Horizont des Vergessens entschwunden.

Womit HCD-Präsident Gaudenz Domenig der erste Hockeypräsident sein dürfte, der sich mit dem Problem der Negativzinsen befassen muss. Spätestens ab zwei Millionen werden von so ziemlich allen Geldhäusern den Kunden Negativzinsen berechnet. Und Peter Buser hat ja erklärt, sein Engagement sei im siebenstelligen Bereich – pro Jahr. Somit dürften beim HCD rund acht Millionen eingegangen sein.

Der grosse Vorsitzende Gaudenz Domenig, als erfolgreicher, kluger Advokat ohnehin der Diskretion verpflichtet, mag solche Informationen weder bestätigen noch dementieren. Immerhin sagt er: «Wir haben offiziell die achtjährige Dauer des Sponsorings bekanntgegeben. Aber wir machen keine Angaben zu den Zahlen.

Als zentrale Gegenleistung für die Millionen muss der HCD seine Arena Peter Buser für Konzertveranstaltungen zur Verfügung stellen. So er denn tatsächlich solche durchzuführen begeht. Damit ist der HCD die erste Hockey-Firma mit einem Geldgeber, der nicht nur zahlt, sondern auch noch Musik machen lässt. Zahlen nach Noten eben. Ob einer solchen Formulierung muss Gaudenz Domenig dann doch lachen. Er hat ja auch gut lachen.

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