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Deception des joueurs valaisans apres la prolongation, lors du 5eme match des 1/2 finale de playoff du championnat suisse de hockey sur glace LNB, entre le HC Red Ice Martigny et le EHC Olten ce mardi 10 mars 2015 a la patinoire du Forum d'Octodure a Martigny. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Lange Gesichter bei Martigny: Der Klub steht kurz vor dem Konkurs. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Red Ice Martigny steht vor dem Aus – die NLB ist dennoch keine Pleitenliga

Spielplan-General Willi Vögtlin hat mit seiner Arbeit für die NLB noch nicht begonnen. Wegen der Gefahr einer Martigny-Pleite.



Viel Kredit gibt die Liga Martigny («Red Ice») nach dem Ausstieg der russischen Investoren nicht mehr. Einer der Liga-Generäle, der anonym bleiben will, spricht wahr und klar: «In was soll denn dort investiert werden? Kein richtiges Stadion, keine Fans, kein Markt.» Verlässliche Quellen beziffern die Schuldenlast auf 1,5 Millionen und für nächste Saison stehen erst fünf Spieler und noch kein Trainer unter Vertrag.

Dieser Ansicht scheint auch Spielplan-General Willi Vögtlin zu sein. Entgegen seinen bisherigen Gewohnheiten hat er mit der Erstellung eines NLB-Spielplans noch gar nicht begonnen. «Wenn Martigny ausfällt, kann ich nicht einfach die Spiele von Martigny streichen. Wir müssten dann einen neuen Modus machen. Deshalb habe ich mit der Arbeit am NLB-Spielplan noch nicht begonnen.»

Willi Voegtlin, Chef Spielplan Swiss Ice Hockey, traegt den Meisterpokal vom Eis, vor dem ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Donnerstag, 6. April 2017, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Willi Vögtlin macht nicht nur den Spielplan, er kümmert sich auch um den Pokal. Bild: KEYSTONE

Am Dienstag trifft sich Vögtlin erstmals mit dem Mathematiker, der ihm bei der Ausarbeitung des NLB-Spielplanes hilft. «Wir brauchen dafür etwa drei Wochen Zeit. Wir können notfalls noch ein wenig zuwarten.»

Farmteam werden als Rettung?

Eine Pleite von Martigny ist wahrscheinlich. Wenn nicht in den nächsten Tagen, dann in den nächsten Monaten. Denn eine Zukunft hat Martigny als eigenständiges Unternehmen in der NLB nicht. Eine sorgenfreie wirtschaftliche Existenz wäre nur dann möglich, wenn ein NLA-Unternehmen Martigny zum Farmteam macht. In diesem Falle müsste die Aktienmehrheit inkl. der aufgelaufenen Schulden übernommen werden.

Unweigerlich wird nun wieder die Bezeichnung «Pleiteliga» für unsere NLB die Runde machen. Es gibt viele falsche Vorstellungen über die Dinge zwischen Himmel und Erde. Walfische sind keine Fische. Der Knurrhahn ist kein Federvieh. Mozart kein Österreicher. Dafür ist der berühmteste aller deutsche Kanzler ein Österreicher.

Bild

So sieht übrigens ein Knurrhahn aus. Bild: Luc Viatour / www.Lucnix.be

Und im helvetischen Eishockey ist die NLB keine Pleiteliga, sondern eine der besten zweiten Ligen aller Länder und Mannschaftssportarten. Trotz Martigny, trotz Farmteams mit geringer sportlicher Konkurrenzfähigkeit.

Das Vorurteil hält sich

Und doch hält sich keine anderes Vorurteil in unserem Hockey so hartnäckig wie jenes der NLB als Pleiteliga. Als der HC Davos oder die SCL Tigers saniert wurden, als in Kloten selbst ein so berühmter «Unternehmer» wie Philippe Gaydoul Millionenverluste einfuhr, oder wenn in Ambri das alljährliche Jammern von Filippo Lombardi über finanzielle Not anhebt, dann kam und kommt es niemanden in den Sinn, unsere höchste Spielklasse als Pleiteliga zu bezeichnen. Dann wird differenziert und die Krise einzelner Klub nicht gleich auf die ganze Liga ausgeweitet.

Filippo Lombardi, Praesident des HC Ambri-Piotta, anlaesslich einer Pressekonferenz zur Praesentation des neuen Sportchefs Paolo Duca (nicht im Bild), an einer Medienkonferenz des HC Ambri-Piotta, am Dienstag, 18. April 2017, in Bellinzona. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Filippo Lombardi plagen in Ambri regelmässig Geldsorgen. Bild: TI-PRESS

Seltsamerweise wird der NLB diese Gnade der differenzierten Betrachtung nicht gewährt. Die Bezeichnung «Pleiteliga» ist schon deshalb eine tiefe Ungerechtigkeit, weil die NLB-Manager lange vor ihren Kollegen in der NLA die Budgets, die Kosten, die Löhne in Griff bekommen haben.

Olten, Visp, Langenthal, die Lakers oder Ajoie gehören zu den bestgeführten Hockey-Unternehmen und in Winterthur und im Thurgau werden mit wenig Geld wirtschaftliche und sportliche Heldentaten vollbracht. Von der NLB lernen heisst im Hockey managen lernen.

Die Bezeichnung «Pleiteliga» hat allerdings schon ihre Ursache. In den letzten Jahren gingen eine ganze Serie von Klubs pleite oder verloren die Lizenz fürs Profihockey: Sierre, Chur, Neuenburg, Morges und, weil kurz vor Saisonbeginn besonders spektakulär, auch Luzern und Basel.

Zwischen Amateur- und Profihockey

Das Problem der NLB ist die geographische Lage auf dem Planeten Schweizer Eishockey. Sie liegt auf der Bruchstelle zwischen Amateur- und Profihockey, es ist ein unruhiges Grenz- und Durchgangsland zwischen «Big Business» und Hobby-Sport. Hier kommt es immer wieder zu Unruhen, Verschiebungen, Verwerfungen und Erdbeben. Nach der Formel «zu ehrgeizig für die 1. Liga, zu schwach für die NLB» haben immer wieder Klubverantwortliche die Anforderungen des Profihockeys unterschätzt.

Obwohl von den Reglementen und Gesetzen her alle gleich sind, ist eine Sanierung in der NLB viel schwieriger als in der NLA. Es gibt viel weniger politische Rücksichtnahmen und die Klubs haben viel weniger Strahlkraft. Mit ziemlicher Sicherheit wäre es nicht möglich gewesen, Kloten in der NLB zu retten.

ZUR MELDUNG, DASS DER EHC BASEL SEINE BILANZ DEPONIERT HAT, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 23. JUNI 2014, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG  -  Enttaeuschte Basler Spieler nach der vierten Runde des Eishockey Auf- /Abstiegs-Playoff zwischen dem EHC Biel und dem EHC Basel, am Dienstag, 8. April 2008, in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der EHC Basel ist auch aus der NLB verschwunden. Bild: KEYSTONE

Und der Entzug bzw. die Verweigerung der Lizenz wie bei Chur oder den Huttwil Falcons wagt die Liga nur in der NLB. In der NLA ist das Lizenzverfahren ein zahnloser Papiertiger, der vor den Mächtigen kuscht und klaglos jede Menge falscher Zahlen schluckt.

An dieser Ausgangslage wird sie nie etwas ändern. Eine NLB ist eben eine «Hybrid-Liga» in welcher erfolgreiche Unternehmen mit der Substanz für die NLA, Farmteams und «Pleiteteams» aufeinandertreffen und miteinander leben müssen. Daran kann kein Modus etwas ändern. In Zeiten einer weiteren heraufziehenden NLB-Pleite sei darum an die Qualität, den Unterhaltungswert und auch das hohe sportliche Niveau der NLB erinnert. Wir sollten NLB als «Mittelland-NHL» oder «Welschland-NHL» und nicht als Pleiteliga sehen.

Die Strafenkönige in der NLA seit 2001

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    Alle Leser-Kommentare
  • sevenmills 02.06.2017 20:40
    Highlight Highlight Ich finde schon, dass der Modus dazu beitragen kann, die Liga attraktiver für Sponsoren, Investoren, Zuschauer usw. zu machen.
    1. Durchlässigkeit: Ambitionierte B-Teams sollen realistische Chancen haben, den Traum des Aufstiegs mal für ein Jahr wagen zu können.. und zu schaffen.
    2. Qualität der Mannschaften: Das Niveau der Liga sollte ausgeglichen sein (ist es eigentlich schon wenn man die paar schlechteren Teams weglässt). Keine Farmteams, keinen grossen Abstand zur NLA.
    3. Mehr TV-Präsenz.
    Alles in allem wären zwei durchlässige 10er-Profiligen doch gar nicht schlecht fürs CH-Eishockey.
  • Lan25d 02.06.2017 19:13
    Highlight Highlight Ist es wirklich so schlimm dort mit den Fans?Dachte dass sich eine kleine Fanszene dort entwickelt.Schade dass viele Clubs nicht mehr mit den Profiligen finanziell mithalten können.Sierre,Basel,Chur jetzt auch noch Martigny.....
    • Pana 02.06.2017 19:29
      Highlight Highlight Fanszene ist relativ. Ein bisschen wie in Visp (mit weniger Zuschauer). Wenig bis gar keine Stimmung zuhause. Null Auswärtsfans.
    • sevenmills 02.06.2017 20:28
      Highlight Highlight Naja, keine Stimmung in Visp wenns nich läuft, stimmt schon... In Saisons wo es gut läuft, Cup und Playoffs kann die Stimmung schon fantastisch sein. Aber wer kanns den Visper Zuschauern in den letzten drei Saisons verüblen, dass die Leistung auf die Stimmung drückt? Null Auswärtsfans gilt vor allem für den Fanclub. Hat schon meist treue Fans dabei, wenn auch nicht die lauten.
    • samy4me 02.06.2017 20:48
      Highlight Highlight Martigny hat eine riesige, kreative und brutal militante Fanszene. Das führt leider zu etlichen Stadionverboten. Ist der Haufen komplett besteht der Kern gut und gerne aus 70 Nasen. Diesen gibt es seit Jahren und hat sich nicht erst entwickelt. Aber eben, leider bekommt man die Leute von Martigny nicht oft zu sehen. Zumindest nicht im Stadion...
    Weitere Antworten anzeigen
  • WhoRanZone 02.06.2017 18:26
    Highlight Highlight Was gibt es denn für Alternativen?

    1. Alle Farmteams in die MySports League abschieben und NLB mit 9 Teams weiterfahren (macht überhaupt keinen Sinn für die NLB! Bei der Quali würde es einzig darum gehen, welches 1 Team NICHT in die PO kann)

    2. MySportsLeague und NLB fusionieren und in 4 Divisonen aufteilen (die starken NLB Teams werden davonziehen,keine Competition)

    3. NLA aufstocken auf 16 Mannschaften und in 2 Divisionen splitten (die Qualität wird leiden, aber die wirtschaftlich starken NLB Teams würden finanziell besser da stehen, zudem bringen diese u.a. auch eine Menge Zuschauer mit)
    • Hallo22 02.06.2017 19:21
      Highlight Highlight Ich bin ganz klar gegen eine Aufstockung der NLA. Eigentlich wären 10 Teams optimal, 12 so wie jetzt sind in der Ordnung. Die Schweiz hat nun mal nicht genügend gute Einheimische Spieler für 16 NLAtaugliche Teams. Es hätten Spieler einen Stammplatz die in einer anderen Eurotopliga höchstens Ersatz wären. Den Preis hätte man international zahlen (CHL, WM, Olympia). Durch den kleineren Konkurrenzkampf zwischen den Spielern würde auf Zeit die Qualität der CH Spieler leiden.
    • sevenmills 02.06.2017 20:30
      Highlight Highlight NLA und NLB mit je 10 Mannschaften und durchlässigem Modus (mit MINDESTENS einem Aufsteiger pro Saison), starke erste Liga mit den Farmteams. Sowas in der Art wäre toll für das Schweizer Eishockey.
    • andre63 02.06.2017 20:51
      Highlight Highlight Langenthal hatte ein freilos....
      nicht wahrgenommen...
  • andre63 02.06.2017 17:57
    Highlight Highlight langenthal hat in der ligaquali eindrücklich ihre ambtionen unterstrichen.
    olten, visp, rappi, tschaux rauf, liga schliessen
    • Pana 02.06.2017 19:53
      Highlight Highlight Mit der Argumentation kannst du auch Visp aus der Liste rausnehmen... Selbst Chaux-de-Fonds scheint dieses Jahr (intern) einen Rückzieher re Aufstieg gemacht zu haben.

      Liga schliessen ist bullshit. Haben andere Länder / Ligen gemacht, war ein Desaster.

      Es ginge so viel einfacher: NLA auf 10 Teams reduzieren, NLB ebenfalls. Plötzlich hat man 2 spannende, ausgeglichene Profi Ligen. Farmteams und 1 B Team müssten in die 1. Liga (MySports). Aber plötzlich hätte man in allen Ligen wieder spannende und echte Auf/Abstiegsspiele.
    • andre63 02.06.2017 20:49
      Highlight Highlight also so spannend wie langenthal das gestaltet hat?
    • samy4me 02.06.2017 20:50
      Highlight Highlight Chaux hat das mit dem Aufstieg erstmal aus den Gedanken gestrichen. Visp nicht die Mittel. Du scheinst ja Ahnung zu haben...
  • RKonny 02.06.2017 17:49
    Highlight Highlight Am besten noch ein Farmteam, ausserdem sollte der Willi noch eine Qualifikationsrunde mehr einplanen, um die Saison noch abwechslungsreicher zu gestallten.

Heinz Ehlers, der letzte Marxist des Schweizer Eishockeys

Biel rauscht mit begeisterndem Tempohockey gegen die SCL Tigers in eine spektakuläre Niederlage. Hat es schon mal vor, während und nach einem Spiel der Qualifikation so viel zu reden gegeben? Nein, seit Jahren nicht mehr.

Zwei Zahlen sagen uns, dass sich ein Drama abgespielt haben muss: 36:18. Mit diesem Torschussverhältnis hat Biel gegen Langnau 2:5 verloren. Noch verrückter: Im Schlussdrittel dominiert Biel zu Land, zu Wasser und in der Luft mit 17:7 Torschüssen und verliert diesen Abschnitt 0:3.

Aber es rockt auch neben dem Eis. Vor und nach dem grossen Spiel.

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