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Switzerland`s Sven Andrighetto speaks with the Journalist during the Media Day from Team Switzerland, at the IIHF 2019 World Ice Hockey Championships, at the Ondrej Nepela Arena in Bratislava, Slovakia, on Friday, May 17, 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Sven Andrighetto hat sich gegen Zug und für die ZSC Lions entschieden. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Zug und Andrighetto – oder wie kompliziert das Transfer-Business geworden ist

Zugs Sportchef Reto Kläy hätte Sven Andrighetto gerne verpflichtet. Er sprach mit ihm, aber zu Verhandlungen sei es nicht gekommen – oder eben doch? Eine amüsante Geschichte über die Quadratur des Kreises im modernen Transfer-Business.



Zugs tüchtiger Sportchef befindet sich in guter Gesellschaft mit Figuren der Weltgeschichte. Sven Andrighetto wechselt mit einem Fünfjahresvertrag zu den ZSC Lions und nicht nach Zug. Und die Frage ist jetzt: Hat Zugs Sportchef ihm ein Angebot gemacht oder doch nicht?

Die Suche nach der richtigen Antwort ist ungefähr gleich schwierig wie einst bei der Frage, ob US-Präsident Bill Clinton etwas mit seiner Praktikantin hatte oder nicht. Daraus hat sich damals sogar ein Amtsenthebungsverfahren ergeben.

Bei Reto Kläy geht es natürlich nicht um seinen Job. Aber um eine amüsante Transfergeschichte. Er hat behauptet, Sven Andrighetto kein Angebot gemacht zu haben.

Aber stimmt das? «Ja, das stimmt», bekräftigt er nun. Er hat also nie mit Sven Andrighetto (bzw. seinem Agenten Dani Giger) gesprochen? «Doch, doch, das gehört schliesslich zu meinem Job.»

Keine Ausnahme für Andrighetto

Wie ging das also: Gesprochen und nicht verhandelt? «Sozusagen», erklärt Reto Kläy. «Wir haben einen Anstellungsstopp. Also kann ich niemandem ein Angebot unterbreiten. Aber Sven Andrighetto hätte schon sehr gut zu uns gepasst und ich habe die Möglichkeit erwogen, ihn statt eines vierten Ausländers zu verpflichten.»

So? Diese Erwägung macht aber erforderlich, dass verhandelt wird. Sonst hätte er ja nicht einmal den Preis für den Nationalstürmer gekannt. «Den Preis des Tickets kenne ich natürlich schon. Aber eben: Ich konnte konkret noch nichts machen und musste ihn auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten. Ich habe volles Verständnis dafür, dass Sven nicht warten wollte und einen Entscheid gefällt hat.»

Der Sportchef des EV Zug, Reto Klaey vor dem Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern vom Samstag, 28. September 2019 in Zug. (PPR/Urs Flueeler).

Noch einmal: EVZ-Sportchef Reto Kläy hat Sven Andrighetto KEIN Angebot unterbreitet. Bild: KEYSTONE

Aha. Wie wasche ich das Fell des Bären, ohne es nass zu machen? Wie sage ich einem Spieler, dass ich ihn gerne hätte, aber noch kein Angebot machen kann und auf später vertrösten muss? Tja, ein Sportchef in Zug hat es nicht leicht. Hat er denn Präsident Hans-Peter Strebel nicht gefragt, ob man bei einem so wichtigen Spieler wie Sven Andrighetto eine Ausnahme vom Anstellungsstopp machen könnte? Immerhin steht der EVZ-Obmann im Ruf, über Millionen zu verfügen. «Nein, habe ich nicht. Ich respektiere den Entscheid des Verwaltungsrates. Wir tragen auch eine Gesamtverantwortung für unser Unternehmen mit 120 Angestellten.»

Wann der Einstellungsstopp aufgehoben wird, sei noch nicht klar. «Niemand weiss ja, wie es weitergeht. Aber ich möchte die Saison schon mit vier Ausländern beginnen.» Zug hat bisher erst drei Ausländer unter Vertrag. «Ich bin mit drei, vier Kandidaten im Kontakt, aber ich kann noch keinen unter Vertrag nehmen.»

Der Zacken in der Krone

Nun gibt es verlässliche Informationen, dass sich auch Präsident Hans-Peter Strebel um Sven Andrighetto bemüht hat. Reto Kläy bestätigt: «Unser Präsident hat mit Sven gesprochen. Das ist richtig. Er hat ihm unser Ausbildungszentrum vorgestellt.» Hat er ihm da am Ende doch ein Angebot unterbreitet? «Nein. Er hat einfach mit ihm gesprochen. So wie er auch mit Nico Hischier oder Nino Niederreiter bei der Vorstellung unseres Leistungssportzentrums gesprochen hat.»

Fassen wir zusammen. Nur Fakten, keine Polemik: Reto Kläy wollte Sven Andrighetto, hat sich mit ihm und seinem Agenten unterhalten, durfte aber kein Angebot machen, hätte aber den Nationalstürmer zu einem späteren, noch nicht bekannten Zeitpunkt gerne unter Vertrag genommen. Auch Präsident Hans-Peter Strebel hat sich mit Sven Andrighetto unterhalten. Aber «verhandelt» hat niemand. Ein «Angebot» ist nicht unterbreitet worden.

Carolina Hurricanes' Nino Niederreiter (21), of the Czech Republic, and New Jersey Devils' Nico Hischier (13), of Switzerland, chase the puck during the second period of an NHL hockey game in Raleigh, N.C., Thursday, April 4, 2019. (AP Photo/Gerry Broome)

Auch Nico Hischier und Nino Niederreiter werden nicht nach Zug wechseln. Bild: AP/AP

Ach, wie kompliziert ist doch das Transfergeschäft. Die einfachste Antwort von Reto Kläy wäre eigentlich: Ja, wir haben es versucht. Aber es hat nicht geklappt. Niemandem würde deshalb ein Zacken aus der Krone fallen.

PS: Fest steht immerhin, dass EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel Nico Hischier und Nino Niederreiter bei der Vorstellung des Leistungssportzentrums kein Angebot unterbreitet hat. Beide stehen ja noch in der NHL unter Vertrag.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bravo 16.07.2020 07:43
    Highlight Highlight Das Interview im Blick mit Andrighetto zeigt schonungslos auf, wie peinlich hier die Versuche vom Eismeister sind, ein Skandälchen oder ein Versagen seitens Zug heraufzubeschwören. Andrighetto hat seine Juniorenzeit in Zürich verbracht und trägt Zürich im Herzen und auf der Haut. Alles andere als eine Rückkehr zu Zürich wäre der vom Eismeister herbeigesehnte 'Skandal' gewesen, nicht umgekehrt. Die Tatsache, dass er vor der Unterschrift mit allen Parteien Gespräche führt, ist doch normal.
  • super_silv 15.07.2020 23:57
    Highlight Highlight Irgendwie scheint mir ist der EVZ der neue Prügelknabe von KZ.

    Nachdem es wir (Rappi) Jahrelang waren kann ich sagen ich werde es nicht vermissen ständig irgendwelche halbwahren Stories zu lesen oder für völlig aus dem Zusammenhang gerissene Quervergleiche herhalten zu müssen.

    Zuerst denkt man noch, ach der soll doch schreiben, aber wenn man merkt das er eben doch mehr Einfluss auf die Meinungsbildung der Schweizer Eishockeyfans hat wirds einem langsam Leid -.-
  • marcausbaar 15.07.2020 23:47
    Highlight Highlight Finde diese Geschichte unnötig.
    Die wissen dich selber, dass die Hockey Welt nicht soooo gross ist und man sich kennt. Da wird zusammen trainiert, wenn ein NHL Spieler in der Schweiz ist. Da Sven ein starker Spieler ist und wie gemacht ist für unsere Liga, hat sicher nicht nur Zug und Zürich mit ihm gesprochen.
    NB: War klar das er zum ZSC zurück geht. Wie damals Diaz zum EVZ.
  • Hans_Olo 15.07.2020 22:35
    Highlight Highlight Sogar als Zugfan war das lesen dieses
    Artikels absolute zeitverschwendung.
  • Züzi31 15.07.2020 22:15
    Highlight Highlight Dieser Transfer wird echt viel zu gross gemacht, als er in Wirklichkeit ist. Ich schreibe das der überlangen Corona Pause ohne Hockey zu...
    Suter verlässt Zürich. Zürich braucht dringend Ersatz und das auch mit Schweizer Lizenz. Sven will in die Schweiz zurück und liebt Zürich über alles und ist auch dem Z verbunden. Siehe Tattoos und seine Juniorenzeit sowie vergangene Aussagen. Selbst mit bissl mehr Lohn wäre er nicht nach Zug (oder Lausanne oder Bern oder von mir aus Arosa) gegangen.
    Jeder andere Ausgang in diesem Transfer wäre einer Überraschung gleich gekommen.
  • DaKa 15.07.2020 21:48
    Highlight Highlight Gratuliere Z für den Transfer von Andrighetto.
    Der Witz ist der 5.Ausländer für Suter (Grund es können keine adequate Ersatz gefunden werden) der Schuss ging in die Hosen. Es werden immer wieder sehr gute Spieler gehen und sehr gute Spieler wiederkommen. Hört auf, auf das laute bellen der Grossen zu hören (EVZ/SCB/ZSC).
  • magnet1c 15.07.2020 20:39
    Highlight Highlight Jeder Sportchefs eines Topclubs, welcher sich nicht zumindest nach dem Preis erkundigt hat, wäre naiv ! Das heisst aber noch lange nicht, dass effektiv Verhandelt wurde. Letzlich muss jeder Sportchef wissen wo sein Club steht und welche Möglichkeiten vorhanden sind.
  • Sir Albert 15.07.2020 19:53
    Highlight Highlight Lieber Wettschulden bezahlen, statt Chabis schreiben. Danke.
  • Jüre51 15.07.2020 19:27
    Highlight Highlight Ja ja der EVZ und das Märchen, dass Herr Strebel nur das OYM und ganz am Rande noch den EVZ-Nachwuchs unterstützt.... es bleibt dabei, auch der EVZ ist ein von einem Mäzen alimentierter Bonzenclub!
    • Ikarus 15.07.2020 21:43
      Highlight Highlight Ich kann da nichts beweisen, aber ist es nicht einfach so das vernünftiger in der 3.-4. linie gewirtschaftet wird?wenn sie in der 3. linie 250k sparen können, und in der 4. mit 600k zu recht kommen bleibt einfach viel mehr für die ersten zwei übrig. In bern und co wird für die 3-4 einfach zuviel rausgeworfen.
      Sie haben aber bestimmt mit Strebel jemand der notfalls das minus bezahlt.


      Bin berner, neidisch aufs OYM, aber nicht neidisch auf irgendwelches geld. Sind wir doch froh gibts solche leute. ist ja nicht so das zug jetzt mit abstand jede saison gewinnt..
    • MARC AUREL 16.07.2020 08:36
      Highlight Highlight Klar können sie vernünftiger in der 3-4 Linie investieren dank EVZ - Nachwuchs! Wenn man es grob ausrechnet gleicht es sich aus! Die Nachwuchsabteilung kostet unmengen an Geld das Strebel bezahlt! Kostenpunkt 2-3 Mio pro Jahr wahrscheinlich... siehe Lions.
    • Staal 16.07.2020 10:57
      Highlight Highlight Und wiedermal Lügen Reto. Natürlich hat der EVZ und sein Club Agent Giger ein Angebot gemacht. Grosse Eishockeyspieler spielen für renommierte Vereine, dies ärgert Kläy ;-)
  • DerLauch 15.07.2020 19:19
    Highlight Highlight Tönt fast so als müsste sich der Eismeister beim EVZ für seinen vorherigen Artikel entschuldigen.
    Herr Kläy hat wohl damit gedroht das KZ beim nächsten Academy Spiel nicht mehr auf die VIP-Tribüne darf falls er nicht noch eine Erklärung zum Nicht-Transfer abgibt:)
  • Eiswalzer 15.07.2020 19:15
    Highlight Highlight Bei der Anzahl Flügel beim EVZ, und bei der dünnen Verteidigerdecke wäre es VIEL besser, wenn da ein ausländischer Topverteidiger käme. Ohne defensive Verstärkung (und mit den Abgängen hinten) ist der EVZ sonst gerade im Vergleich zu den Lions 2020/21 zu schwach auf der Brust für den Titelkampf
  • Tschügge9 15.07.2020 18:14
    Highlight Highlight Ist halt für den evz schwer verdaulich .... aber wenn der Z Powerplay spielt, können auch die Zuger nicht mehr mithalten. Abgesehen davon, Sven wollte in der CH nur zum Z. Hopp Z!
    • Klartext 15.07.2020 20:19
      Highlight Highlight Sehr sinnlos dieser Kommentar...
  • schwiizermeischterevz 15.07.2020 17:32
    Highlight Highlight amüsant, dass klaus in einem artikel über „geld & evz“ von „zacken aus der krone fallen“ spricht ;-)
    • Cenosillicaphobie 16.07.2020 10:01
      Highlight Highlight Haha Weltklasse. Vielleicht hätte es mit den Schulden des Eismeisters gereicht und Ghetto wäre nun beim EVZ...
  • Fabian Lehner 15.07.2020 17:15
    Highlight Highlight Einerseit vorbildlich die Budget Einhaltung anderseitd aber auch selten däm...
  • keplan 15.07.2020 17:12
    Highlight Highlight Nach einem (oder z.t. auch zwei) Vorstellungsgespräch(en) musd ich auch nicht zwingend ein Arbeitsvertragangebot erhalten (aus Welchen Gründen auch immer).

    Die Firma hat nach dem Vorstellungsgespräch entschieden kein Angebot zu machen,dass ist nicht ungewöhlich sonder eher normal.

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