DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kann Olten die SCL Tigers im NLB-Final noch ins Straucheln bringen?
Kann Olten die SCL Tigers im NLB-Final noch ins Straucheln bringen?Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Im NLB-Final spricht nun alles für Langnau – doch kein Drachentöter ist unverwundbar 

Langnau gewinnt in Olten 4:1, gleicht den NLB-Final zum 1:1 aus und ist nun klarer Favorit. Doch wie jede scheinbar übermächtige Sagengestalt haben die Tigers eine Schwachstelle.
21.03.2015, 09:1621.03.2015, 09:34

War dieser zweite NLB-Final wirklich ein Spiel der zweithöchsten Spielklasse? Wenn wir die Qualität dieser Partie aufgrund des Tempos, der Intensität, der taktischen Intelligenz und Disziplin bewerten, dann kommen wir zum Schluss: dieses Niveau haben durchschnittliche NLA-Partien im November auch.

Die SCL Tigers und Olten liefern sich im NLB-Final ein hochstehendes Duell.
Die SCL Tigers und Olten liefern sich im NLB-Final ein hochstehendes Duell.Bild: KEYSTONE

Das sind keine guten Aussichten für den Verlierer der NLA-Playouts. Ob nun Olten oder die SCL Tigers die NLB gewinnen – eines steht fest: Es wird keine Operetten-Ligaqualifikation wie in den letzten Jahren mit Langenthal oder Visp (2011, 2012, 2014). Es wird im Stechen um den letzten NLA-Platz so eng wie 2009 und 2010. Als Biel gegen Lausanne sieben Spiele brauchte um sich zu retten. Oder wie 2013 zwischen Lausanne und den SCL Tigers. Damals verloren die Langnauer ihren Platz in der höchsten Liga.

Fast alles spricht für Langnau

Die SCL Tigers oder Olten? Olten hat in Langnau 3:2 gewonnen. Im zweiten Finalspiel haben die Langnauer in einem ihrer besten Saisonspiele den Heimvorteil mit einem 4:1 in Olten nun zurückgeholt. Es spricht jetzt vieles für die Langnauer. Eigentlich alles. Sie brachten bei der Partie in Olten mit vier Linien eine beeindruckende Mischung aus Härte, Geduld, defensiver Schlauheit und offensiver Dynamik aufs Eis. Diese Mannschaft ist auf diesem Niveau eine mächtige, schier unaufhaltsame Hockeymaschine und die Emmentaler sind den Oltnern auch körperlich überlegen. Sie sind über vier Linien durchschnittlich robuster, grösser, schwerer, kräftiger.

Headcoach Bengt-Ake Gustafsson hat die SCL Tigers zu einer beeindruckenden Hockeymaschine geformt.
Headcoach Bengt-Ake Gustafsson hat die SCL Tigers zu einer beeindruckenden Hockeymaschine geformt.Bild: Sandro Stutz/freshfocus

Auch die «Gamebreaker» spielen in den Reihen der SCL Tigers. Chris DiDomenico ist ein ausländischer Stürmer, der sich in der NLA durchsetzen könnte. Der charismatische Kanadier, der während der Qualifikation zu Eigensinn und Disziplinlosigkeiten neigte, ist jetzt ein hart arbeitender Leitwolf. Die Art und Weise, wie er sich im Powerplay an der Scheibe behauptete und für Yves Müller zum 1:2 auflegte, war ganz grosse Klasse. Der französische Verteidigungsminister Kevin Hecquefeuille ist ebenfalls ein Ausländer, der im Falle einer Liga- Qualifikation mit den Ausländern des NLA-Teams auf Augenhöhe spielen wird.

Auch die Tigers sind verwundbar

Alles klar? Langnau NLB-Meister? Nein. Die SCL Tigers hatten zwar das zweite Finalspiel in Olten im Griff. Soweit es überhaupt möglich ist, ein Hockeyspiel im Griff zu haben. Die tapferen Oltner verzweifelten zeitweise fast. Weil sie keine Wege durch die gut gestaffelten Langnauer fanden und in so vielen wichtigen Situationen einen Schritt zu spät kamen. Und doch ist dieses Langnau nicht unverwundbar.

Die SCL Tigers mahnen an Siegfried, den Helden aus der Nibelungensage. Siegfried badet im Blut des Drachen, den er erschlagen hat. Dadurch wird er unverwundbar und unbesiegbar wie die SCL Tigers an einem guten Abend wie soeben in Olten. Aber er hat nicht bemerkt, dass beim Bade im Drachenblut ein Lindenblatt an seinem Schulterblatt klebte. Diese einzige verwunderbare Stelle wird ihm zum Verhängnis werden. Dort trifft ihn der Speer des Bösewichts Hagen tödlich.

Wird Keeper Damiano Ciaccio den SCL Tigers zum Verhängnis?
Wird Keeper Damiano Ciaccio den SCL Tigers zum Verhängnis?Bild: KEYSTONE

Auch die Langnauer haben diese einzige verwundbare Stelle. Es ist der Torhüter. Die Oltner haben mit Michael Tobler (und Thomas Bäumle) ganz klar die besseren Goalies. Die SCL Tigers spielten beim 4:1 in Olten defensiv so gut, dass Damiano Ciaccio kein Held sein musste. Aber beim einzigen Gegentreffer (zum 1:1) machte er keine gute Figur. Cyrille Scherwey, der Bruder von SCB-Kultstürmer Tristan Scherwey, erwischte ihn in der nahen Ecke. Der Stürmer, der diese Saison beim Erstligisten Basel bestritten hatte und erst kurz vor den Playoffs nach Olten gekommen ist, wurde zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt.

Gefordert sind Schüsse aus allen Lagen

Die entscheidende Frage ist nun: Gelingt es den Oltnern, die einzige Schwäche des übermächtigen Gegners auszunützen? So wie einst Hagen die einzige verwundbare Stelle bei Siegfried? Das können sie nur, wenn sie Damiano Ciaccio unter Druck setzen. In der zweiten Finalpartie gelang es nur phasenweise die Langnauer unter Druck zu setzen. Wenn auch künftig ein Viertlinienstürmer der beste Oltner ist, dann wird es nicht möglich sein, die Langnauer auf dem Weg zum NLB-Titel noch aufzuhalten.

Damiano Ciaccio wirkte bei seinen unkonventionellen Paraden beim 4:1-Sieg in Olten so unsicher, dass das taktische Rezept der Oltner ganz einfach ist: Langnaus Lottergoalie eine Chance geben, einen Fehler zu machen. Schüsse aus allen Lagen. Aber Oltens Stürmer sollten das Tor dann halt schon ähnlich gut treffen wie damals Hagen bei seinem Meuchelmord die verwundbare Stelle bei Siegfried. Wenigstens ist ein Hockeytor grösser als ein Lindenblatt.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Jota mit Jahrhundert-Fehlschuss, aber Origi rettet Liverpool in der Nachspielzeit

Der FC Liverpool nutzt den Patzer von Chelsea und zieht dank eines 1:0-Sieges gegen die Wolverhampton Wanderers an den Blues vorbei. Das goldene Tor erzielte Divock Origi in der Nachspielzeit.

Zur Story