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EHC Kloten Stuermer Luca Cunti, links, und Denis Hollenstein nach dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Kloten und Lausanne HC am Freitag, 13. Januar 2017, in der SWISS Arena in Kloten. (PPR/Patrick B. Kraemer)

Verstehen sich auf und neben dem Eis prächtig: Luca Cunti (l.) und Denis Hollenstein. Bild: PPR

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Klotens WM-Blitz hat eingeschlagen – aber gedonnert hat erneut der Gegner

Kloten steckt in einer der grössten sportlichen Depressionen der Neuzeit. Aber der WM-Blitz von 2013 sorgt für Spektakel und ein bisschen Hoffnung.



WM-Blitz? Ja, das Duo Denis Hollenstein/Luca Cunti war bei der wundersamen Silber-WM von 2013 ein offensives Traumpaar und zelebrierte mit offensivem Blitzhockey in 10 WM-Partien 6 Treffer.

Switzerland forward Denis Hollenstein, left, and forward Luca Cunti, right, attempts to score past Latvia goaltender Kristers Gudlevskis during the Group B preliminary round match between Switzerland and Latvia at the Ice Hockey World Championship in Minsk, Belarus, Tuesday, May 20, 2014. (AP Photo/Darko Bandic)

Cunti und Hollenstein (l.) beim Zusammenspiel in der Nati. Bild: Darko Bandic/AP/KEYSTONE

Letzte Woche ist Luca Cunti von den ZSC Lions nach Kloten transferiert worden und rückte am Samstagabend in Langnau erstmals in die erste Linie vor – als Center von Denis Hollenstein. Bereits nach 104 Sekunden schlug der WM-Blitz im Kasten von Damiano Ciaccio ein. Die beiden Klotener brausten den Langnauern davon, Luca Cunti legte für Denis Hollenstein auf und der traf mit Direktschuss.

Aber es bleibt der einzige Treffer. Dem Blitzschlag folgt kein Gewitter. Für das Donnergrollen sorgen die kampfstarken Emmentaler. Sie gewinnen 4:1. Immer mehr zeichnet sich ab, dass weder Kloten noch die SCL Tigers die Playoffs erreichen werden.

Langanus Thomas Nuessli, Mitte, kaempft um den Puck gegen Klotens Patrick von Gunten, links, und Goalie Luca Boltshauser, rechts, waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den SCL Tigers und dem EHC Kloten, am Samstag, 14. Januar 2017, in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Die Langnauer rückten den Klotener auf die Pelle. Bild: KEYSTONE

Aber für Spektakel werden die Zürcher mit dem Duo Luca Cunti/Denis Hollenstein trotzdem sorgen. Die beiden spielten in Langnau erstmals in der NLA in einer Linie. Luca Cunti erzählt: «Wir sind nicht nur Linienpartner. Ich sitze auch in der Kabine und im Teambus und beim Essen neben Denis Hollenstein.»

«Anweisung von oben»

Das Interesse an Klotens neuem WM-Silberheld ist nach dem Transfer gross. Auf Fragen eines vorwitzigen Chronisten im Kabinengang nach der Partie in Langnau, warum er denn von ZSC-Trainer Hans Wallson nicht mehr eingesetzt worden sei, mag Luca Cunti zuerst nicht antworten. «Darüber sollte ich wohl nicht reden».

Erst durch die Aufforderung der versammelten Chronistenrunde, er sei ja jetzt nicht mehr bei den ZSC Lions und dürfe schon reden, taut er auf und gibt eine überraschende Antwort. «Ich hatte Kniebeschwerden und die hätten sich verschlimmert, wenn ich nur sporadisch eingesetzt worden wäre. Wenn ich regelmässig spiele und «warm» bin, ist es hingegen kein Problem. Der Trainer hat mir gesagt, er habe eigentlich nichts gegen mich. Aber zuletzt habe es Anweisung von oben gegeben, mich nicht mehr einzusetzen.» Wer dem Trainer dreingeredet habe, wisse er allerdings nicht. Nun, Trainer Hans Wallson hat zwei weisungsbefugte Vorgesetzte: ZSC-Manager Peter Zahner und Sportchef Edgar Salis.

Der Schwede Hans Wallson, neuer Trainer der ZSC Lions beim ersten Mannschaftstraining der Lions zur kommenden Saison auf der Kunsteisbahn Oerlikon in Zuerich am Montag, 1. August 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Habe nichts gegen Luca Cunti: ZSC-Trainer Hans Wallson. Bild: KEYSTONE

Luca Cunti befeuert das Spiel der Klotener. Gegen Lausanne (4:6-Niederlage) erzielte er das 2:2 und assistierte zum 3:5. Einen Tag später hat er in Langnau (1:4-Pleite) das 1:0 vorbereitet. Bei den ZSC Lions liess er sich diese Saison bei 24 Einsätzen 8 Punkte notieren. Mit Kloten sind es nach zwei Spielen schon drei Punkte.

Wird Luca Cunti für den EHC Kloten bis Saisonende pro Partie einen Punkt beisteuern bevor er sich für die nächsten zwei Jahren nach Lugano verabschiedet? Wahrscheinlich schon. Weil der freundliche, sanfte Schillerfalter bei den ZSC Lions nur sporadisch eingesetzt worden ist, muss er erst wieder so richtig in Schwung kommen. Er dürfte formmässig ungefähr dort stehen, wo andere Ende August waren. Er sagt, das sei dann doch eine etwas übertriebene Einschätzung. Aber richtig sei, dass er wegen mangelnder Spielpraxis noch nicht in Bestform sei. Aber er habe dafür noch viel Energie.

Recht aufschlussreich ist auch sein Vergleich über das Innenleben. «Bei Kloten ist jedes Spiel wie eine Playoffpartie.» Diese Intensität und Energie habe er in dieser Form bei den ZSC Lions nicht mehr gespürt. Weil es ja für ein Spitzenteam nicht notwendig sei, jedes Spiel zu gewinnen.

Schlussränge 9 und 10

Kloten und Langnau leiden unter einer sportlichen Depression. Seit dem 8:1 vom 19. November in Bern hat Kloten von 15 Partien nur noch drei gewonnen (zweimal gegen die ZSC Lions, einmal gegen Lugano). Und die SCL Tigers siegten in den letzten 15 Spielen bloss noch gegen Bern, Ambri, Davos und Kloten.

Aber beide Teams sind intakt und zeigen keinerlei Auflösungstendenzen. Die Art und Weise, wie die Langnauer und die Zürcher auftreten, ist beeindruckend. Der Wille, aus bescheidenen spielerischen Mitteln ein Maximum herauszuholen und nicht über Verletzungspech oder sonstiges Ungemacht zu klagen, ist zu spüren.

Langnaus Trainer Heinz Ehlers gibt Anweisungen, waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den SCL Tigers und dem EHC Kloten, am Samstag, 14. Januar 2017, in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Gehadert wird bei den Tigers mit Trainer Heinz Ehlers nicht. Bild: KEYSTONE

Die Klotener sind talentierter, schneller als die Langnauer und ihr Offensivspiel ist dynamischer. Aber sie haben nicht die Wasserverdrängung, die Wucht und das Einschüchterungspotenzial, um eine gut organisierte gegnerische Abwehr zu «knacken». Auch Luca Cunti ist kein «Brecher». Ein Gegner hat sehr grosse Siegeschancen, wenn es gelingt, taktisch schlau die freien Räume zu schliessen und die Klotener an der Entfaltung ihres schnellen Angriffsspiel zu hindern. Genau das ist Langnau gelungen.

Das logische Resultat bei dieser Ausgangslage: weder der EHC Kloten noch die SCL Tigers erreichen die Playoffs. Aber sie sichern sich nach der Abstiegsrunde mit den Schlussrängen 9 und 10 vorzeitig den Ligaerhalt. Ambri und Fribourg-Gottéron bestreiten die Playouts.

Aber eben: Logik gibt es bei einem so unberechenbaren und auf einer rutschigen Unterlage zelebrierten Spiel wie Eishockey nur selten.

Was denkst du, trifft die Prognose ein?

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