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Le gardien lausannois Cristobal Huet, droite, montre sa deception a la fin du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le Geneve-Servette HC, ce mardi 14 fevrier 2017 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

42 Jahre alt, aber noch immer unglaublich gut: Cristobal Huet. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Gedränge in der Hockey-Brockenstube – aber was bringen alternde Stars?

Noch nie waren so viele hochdekorierte Veteranen zu haben. Aber was bringen alternde Stars?



Torhüter Cristobal Huet wird im September 42. Er hat seinen Vertrag mit Lausanne bereits um ein Jahr verlängert. Er steht als Beispiel für einen goldenen Karriereherbst. Der eingebürgerte Franzose ist Stanley-Cup-Sieger.

Wer einen hochdekorierten Veteranen verpflichten will, findet in der Hockey-Brockenstube ein reichhaltiges Angebot wie noch nie. Hier eine unvollständige Auswahl von Oldies mit auslaufenden Verträgen und offener Zukunftsperspektive.

Langnaus Philippe Seydoux, rechts, kaempft um den Puck gegen Ambris Paolo Duca, links, waehrend dem Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den SCL Tigers und dem HC Ambri-Piotta, am Samstag, 28. Januar 2017, in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Alt, aber zäh: Paolo Duca. Bild: KEYSTONE

Servette Verteidiger Goran Bezina, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den HC Biel und dem Geneve-Servette HC, am Samstag, 4. Februar 2017, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Anthony Anex)

38 und kein bisschen müde: Goran Bezina. Bild: KEYSTONE

Gerade die Aussenseiter, die sich die Titanen in der Blüte der Jahre nicht leisten können, geraten in Versuchung, grosse Namen im Karriere-Herbst zu verpflichten.

Alternde Stars können sich lohnen

Das Engagement von alternden Stars kann sich sehr wohl lohnen. Lausanne verdankt seinen Aufstieg und die Etablierung in der NLA zu einem schönen Teil seinem Torhüter-Saurier Cristobal Huet. Martin Plüss spielte letzte Saison bei Berns Titelgewinn eine zentrale Rolle und ist auch diese Saison ein Schlüsselspieler. Thomas Nüssli (34) ist Langnaus bester Torschütze. Und unvergessen bleibt, wie eins SCB-Titan Andreas Beutler im Alter von 32 Jahren nach Langnau zügelte und dort im dritten Vertragsjahr beim Wiederaufstieg von 1998 Verteidigungsminister war.

SC Bern Spieler Martin Pluess, rechts, instruiert seine Mitspieler Jeremie Kamerzin, links, und Beat Gerber, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel, am Samstag, 14. Januar 2017 in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Unverwüstlich: Martin Plüss (r.). Bild: KEYSTONE

Der interessanteste Neueingang in der Hockey-Brockenstube ist Luganos Verteidiger-Titan Steve Hirschi. Der HC Lugano hat offiziell mitgeteilt, dass der ehemalige Nationalverteidiger keinen neuen Vertrag mehr bekommt.

Steve Hirschi hat den Entscheid akzeptiert und gesagt, dass er nächste Saison gerne spielen würde. Er lässt aber offen, ob er tatsächlich nach 14 Jahren mit Lugano noch zu einem anderen Klub wechseln oder seine Karriere beendet wird. Er ist mit seiner Familie in Lugano heimisch geworden und Lugano hat ihm bereits die Möglichkeit offeriert, in der Nachwuchsabteilung zu arbeiten.

Lugano’s player Steve Hirschi during the preliminary round game of National League A (NLA) Swiss Championship 2016/17 between HC Lugano and HC Ambri Piotta, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, September 10, 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Steve Hirschi: Nach Langau oder Nachwuchstrainer in Lugano? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Hirschi fürs letzte Hurra nach Langnau?

Und doch ist nicht ganz ausgeschlossen, dass es ein letztes Hurra auf dem Eis gibt. Langnaus Sportchef Jörg Reber sagt nämlich auf Anfrage: «Ja, wir sind an Steve Hirschi interessiert. Er wäre mit seiner Erfahrung und seiner Professionalität für uns Gold wert.»

Steve Hirschi zu Langnau? Der Kreis würde sich schliessen. Zusammen mit Beat Gerber (34) bildete er bei den SCL Tigers ein Verteidigertraumpaar. Im Frühjahr 2003 verliessen beide Langnau – Steve Hirschi zügelte nach Lugano, Beat Gerber zum SC Bern.

Auch Ambri ist interessiert

Es ist offen, ob es Jörg Reber tatsächlich gelingt, Steve Hirschi zu einer Rückkehr nach Langnau zu bewegen. Der Musterprofi betont seine Verbundenheit mit Lugano. Er würde, wenn überhaupt, wohl höchstens für eine Saison für die SCL Tigers die Schlittschuhe binden und Langnau wäre dann ein Zweitwohnort. Neben den SCL Tigers gibt es nur einen weiteren Interessenten: Ambri. Ein Wechsel ausgerechnet zum Kantonsrivalen ist eher unwahrscheinlich.

Luganos Steve Hirschi, links, kaempft um den Puck gegen Ambris Lukas Lhotak, rechts, beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem HC Ambri Piotta, in der Resega Eishalle in Lugano, am Montag, 21. November 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Wechselt Steve Hirschi im Tessin die Fronten? Eher nicht. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Steve Hirschi kommentiert seine Zukunftspläne im Moment nicht. Er will sich auf die Playoffs konzentrieren und sich für seine Entscheidung Zeit lassen. Ein Musterprofi. Er wäre für Langnau als Teamleader und als Beruhiger des Spiels von grossem Wert. Er ist nach wie vor ein smarter, aber kein «böser» Defensiv-Verteidiger. Ein Ingenieur der Defensivarbeit.

Was machen Berns Jobin und Reichert?

Jörg Reber wird sich in den nächsten Wochen auch mit den beiden SCB-Sauriern David Jobin (35) und Marc Reichert (36) unterhalten. Beide bekommen in Bern keine neuen Verträge. Beide wissen noch nicht, ob sie ihre Karriere fortsetzen werden. Trainer Heinz Ehlers sagt: «Beide können uns helfen. Sie wissen, wie man gewinnt.»

Berns Marc Reichert, rechts, und David Jobin diskutieren im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Biel und dem SC Bern, am Sonntag, 24. Januar 2016, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Marc Reichert und David Jobin: Wie lange spielen sie noch gemeinsam für den SCB? Bild: KEYSTONE

In Biel ist Martin Steinegger an David Jobin nicht interessiert. Er hat dafür Beat Forster (32), den alternden HCD-Verteidigungsminister für zwei Jahre verpflichtet. Mit «Oldies» ist er bisher gut und weniger gefahren: Torhüter Jonas Hiller (35) hat die Erwartungen diese Saison erfüllt. Aber den Stürmer Daniel Steiner (36) musste er im letzten Herbst nach dem ersten von zwei Vertragsjahren auf die Tribune setzen und konnte sein Glück fast nicht fassen, als Gottérons Sportchef Christian Dubé den Rock’n’Roller aus dem laufenden Kontrakt heraus verpflichtete.

In Bern bemüht sich Sportchef Alex Chatelain seit Wochen, Martin Plüss zum Weitermachen zu überreden. In Zürich hofft Sportchef Edgar Salis, Mathias Seger (39) möge doch von sich aus den Rücktritt einreichen. In Davos geriet der Abschied von Reto von Arx (er war damals 38) zur Seifenoper. Davos wollte ihm keinen Vertrag mehr geben. Letztlich scheuten die anderen Sportchefs das Risiko und boten der HCD-Kultfigur keine Weiterbeschäftigung an.

NLB als gute Lösung für Saurier

Ein Karriere-Fortsetzung in der NLB ist oft eine gute Lösung. Rapperswil-Jona verpflichtete kürzlich Sven Lindemann (38) für die nächste Saison. Er hat in Langnau keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Auch Ambris Mark Bastl (36) hat gute Chancen auf eine Karriere-Fortsetzung in der NLB (Langenthal). Und wenn in der Nationalliga alle Türen verschlossen bleiben, so gibt es noch die Chance, die Karriere bei den Amateuren in der 1. Liga ausklingen zu lassen.

Tigers Sven Lindemann, Mitte, kaempft um den Puck, gegen Fribourgs Roman Cervenka, links, und Fribourgs Yannick Rathgeb, rechts, waehrend dem Eishockey-Qualifikationsspiel der National League A zwischen den SCL Tigers und dem HC Fribourg-Gotteron, am Samstag, 21. Januar 2017, in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Sven Lindemann wechselt im Sommer zu Rapperswil-Jona. Bild: KEYSTONE

Verteidiger-Legende Ray Bourque ist die Lichtgestalt aller Saurier. Nach 22 Jahren bei Boston wechselte er im Alter von 39 Jahren zu Colorado und holte dort ein Jahr später seinen ersten und einzigen Stanley Cup.

Es gibt kein fixes Ablaufdatum

Beim Einkauf in der Hockey-Brockenstube gilt am Ende des Tages: es gibt nicht alte oder junge, es gibt bloss gute und weniger gute Spieler. Das Risiko – ist es die Saison zu viel? – mag bei einem Oldie grösser sein. Aber letztlich gibt es auch bei der Verpflichtung eines Spielers in den besten Jahren keine Garantie.

Langnaus Trainer Heinz Ehlers bringt es auf den Punkt: «Das Engagement eines Routiniers macht nur dann Sinn, wenn einer noch einmal eine neue Herausforderung sucht.» Ob das Feuer der Leidenschaft noch brenne, könne man nur im direkten Gespräch herausfinden. Und das ist selbst für ausgewiesene Hockeykenner gar nicht so einfach.

Le gardien lausannois Goalie Cristobal Huet en action lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League A (LNA) entre le Lausanne HC et le ZSC Lions, ce samedi, 14 janvier 2017, a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Robert Hradil)

Noch immer eine Wand: Cristobal Huet. Bild: KEYSTONE

Unvergessen bleibt, wie der erfahrene, kluge und hitzige John van Boxmeer im Herbst 2012 kurz vor seiner Entlassung in Lausanne über seinen Torhüter urteilte: Der habe doch seine Millionen in der NHL gemacht und man müsse schon naiv sein, wenn man glaube, der sei noch motiviert.

Dieser Goalie hiess Cristobal Huet.

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Leuenberger
16.02.2017 09:07registriert October 2016
Und unser allerseits geschätzte Eismeister? Neuerdings ü 60! Wo sieht er seine Karriere-Fortsetzung?
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6

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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