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ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON DAVOS' SPORTCHEF RAETO RAFFAINER ZUM SC BERN, AM MITTWOCH, 20. JANUAR 2021 - Sportchef Raeto Raffainer posiert im Sommertraining beim HC Davos, aufgenommen am Donnerstag, 18. Juni 2020, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Raeto Raffainer will in den «Bundesrat des Welteishockeys». Bild: keystone

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17 Gegner für Raeto Raffainer und fünf Kandidaten für die Fasel-Nachfolge

Am 25. September wird die Weltregierung des Eishockeys gewählt. Die Favoriten für die Nachfolge von Präsident René Fasel sind Franz Reindl und Luc Tardif. SCB-Obersportchef Raeto Raffainer hat für die Wahl ins IIHF-Council 17 Gegner.



Nach 27 Jahren kandidiert René Fasel nicht mehr für das Präsidium des Welteishockey-Verbandes IIHF. Am 25. September wird in St.Petersburg sein Nachfolger gewählt. Fünf Kandidaten sind nun offiziell nominiert: Deutschlands Hockey-Legende Franz Reindl (66), Frankreichs Verbandspräsident Luc Tardif, (68) die tschechische Goalie-Legende Petr Briza (56), Dänemarks Verbandspräsident Henrik Bach Nielsen (55) und Weissrusslands Verbandssekretär Sergej Gontcharov (38).

Als Favoriten gelten Franz Reindl und Luc Tardif. Wie erwartet hat Luc Tardif erst kurz vor Anmeldeschluss (30. Juni) seine Kandidatur offiziell eingereicht. Franz Reindl wäre sogar Favorit. Aber er hat sich gegen Kritiker aus seinem eigenen Verband (!) zu wehren. Was er bisher souverän gemacht hat. Es gilt als unfassbare sportpolitische Torheit, dass die Deutschen ihren aussichtsreichen Kandidaten fürs höchste Amt der Welt durch interne Streitereien zu schwächen versuchen.

Franz REINDL, DEB President, NORWAY - GERMANY 1-5 IIHF Ice hockey, Eishockey WORLD CHAMPIONSHIPS Group B in Riga, Latvia, Lettland, May 22, 2021, Season 2020/2021

Franz Reindl will IIHF-Präsident werden. Bild: imago images/ActionPictures

Gegen die Kandidatur haben sich verbandsintern ein paar «Regionalfürsten» ausgesprochen und versucht, über eine Medienkampagne (u.a. mit dem Nachrichtenmagazin «Spiegel») die Kandidatur zu torpedieren. Die erhobenen Vorwürfe über Interessenskonflikte bei der beruflichen Tätigkeit liessen sich nicht erhärten. Der letzte Deutsche im Präsidentenamt war René Fasels Vorgänger Dr. Günther Sabetzky.

Luc Tardif, in Kanada aufgewachsen und in Frankreich zur Hockeylegende geworden, ist ein enger Vertrauter von René Fasel und gilt als Geheimfavorit. Petri Briza gilt im Rennen ums höchste Hockey-Funktionärsamt der Welt als Aussenseiter. Henrik Bach Nielsen und Sergej Gontcharov werden keine Chancen eingeräumt.

Neu zu besetzen sind auch 7 Sitze im IIHF-Council, dem «Bundesrat des Welteishockeys». SCB-Obersportchef Raeto Raffainer bewirbt sich um einen dieser 7 Sitze. Aber auch weitere 17 Kandidatinnen und Kandidaten treten an – darunter die Hockey-Legenden Pavel Bure und Miroslav Satan sowie Schwedens Verbandspräsident Andres Larsson. Seine Wahlchancen sind intakt.

Wird Raeto Raffainer nicht ins Council gewählt, verliert die Schweiz nach 35 Jahren viel politischen Einfluss auf der Weltbühne. 1986 ist René Fasel, damals Präsident des Schweizerischen Eishockey-Verbandes, überraschend ins IIHF-Council gewählt worden (er setzte sich gegen Russlands Goalie-Legende Wjatscheslaw Tretjak durch) und wurde 1994 IIHF-Präsident. Dank René Fasel ist die Schweiz hockeypolitisch eine Weltmacht geworden. Ohne Sitz im Council würde der helvetische Einfluss auf die IIHF-Verwaltung am Hauptsitz in Zürich reduziert. Gion Veraguth (Finanzen), Christian Hofstetter (Sport) und Danny Kurmann (Schiedsrichter) bekleiden hier einflussreiche Chefposten.

Der Sitz der IIHF in Zürich.

Ein neuer Präsident bringt in der Regel seine Vertrauensleute mit. Aber aus der Geschichte wissen wir, dass die fürs Funktionieren einer Organisation wichtigen Posten selbst bei einer Revolution nicht angetastet werden. Lenin war im Rahmen der russischen Oktoberrevolution wahrlich nicht zimperlich. Aber die Post hat er nicht angetastet. Wir können also davon ausgehen, dass der helvetische Einfluss in der IIHF-Verwaltung auch unter einem neuen Präsidenten nicht kleiner wird.

Weil die IIHF ihren Sitz in Zürich hat, ist es von Vorteil, wenn entweder der Präsident oder der Generalsekretär ein Schweizer ist – weil es eben auch viel mit hiesigen Behörden zu besprechen gibt und gute Kenntnisse der Rechte und Gebräuche in unseren Amtsstuben helfen. Generalsekretär Horst Lichtner (62), seit 2006 René Fasels enger Vertrauter, geht in absehbarer Zeit in Pension. Die Frage ist, ob ein Schweizer Nachfolger des eingebürgerten Deutschen wird. Christian Hofstetter ist ein möglicher Kandidat.

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