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Ambri-Piotta's players Ambri-Piotta's forward Scottie Upshall, of Canada, left, forward Robert Sabolic, of Slovenia, 2nd left, forward Elia Mazzolini, 2nd right, and defender Tobias Fohrler, right, look disappointed after losing against Geneve-Servette, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Geneve-Servette HC and HC Ambri-Piotta, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Sunday, January 5, 2020. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Ambri machte der Spielplan anfangs 2020 zu schaffen – es hagelte drei Niederlagen in Folge. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Unfairer Spielplan? Entweder eine Ambri-Mafia oder eine SCB-Verschwörung

Entscheidet «Spielplan-Betrug» die ausgeglichenste Qualifikation seit Einführung der Playoffs? Gross ist das Wehgeschrei im Tessin. Dabei sieht es eher nach einer krassen Benachteiligung von Meister SC Bern aus. Eigentlich sollte die Liga-Justiz ermitteln.



Im Sport (und eigentlich auch im richtigen Leben) ist es wichtig, gute Ausreden zu haben. Deshalb gibt es den Witz, ein umsichtiger Sportchef oder Trainer schliesse sein Abendgebet stets mit dem Satz ab: «Herr, so nimm mir denn alles, aber nicht meine Ausreden». Einen Einfaltspinsel zu finden, der selbst die absurdesten Ausreden in den Medien verbreitet und polemisiert, ist nicht schwierig.

Idealerweise lassen sich Ausreden gleich noch zu einer kernigen Verschwörungstheorie veredeln. Wie im Falle von Ambri. Was ist das für ein Wehgeschrei: Ambri musste nach dem Spengler Cup am 2. Januar in Lausanne antreten, zwei Tage später daheim gegen die ZSC Lions und am nächsten Tag in Genf. Was für eine ungeheuerliche Belastung! Was für gewaltige Reisedistanzen! Fünf Stunden im bequemen Reisebus! Unerhört! Kein Wunder, hat es drei Niederlagen nacheinander abgesetzt. Die Liga ist ausgeglichen wie nie seit der Einführung der Playoffs (1985/86). Bereits 54 Partien sind in der Verlängerung oder nach Penaltys entschieden worden. Während der ganzen letzten Qualifikation waren es lediglich 38. Da spielt jedes Detail eine Rolle. Auch der Spielplan.

Highlights aus dem Spiel gegen Bern:

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Video: YouTube/MySports

Diese himmelschreiende Benachteiligung Ambris durch den Spielplan kann doch kein Zufall sein. Schliesslich ist Liga-Spielplanchef Willi Vögtlin ein ehemaliger SCB-Manager, wohnt im Bernbiet, betreibt im Kanton Bern eine Weinhandlung und hat sicherlich unter der Kundschaft zahlreiche SCB-Anhänger. Und siehe da: Der SCB, der auch schwer um die Playoffs ringt, durfte nach dem Spengler Cup zweimal bequem zu Hause spielen (gegen Biel und Lugano) und musste bloss nach Rapperswil-Jona reisen. Ganz klar eine SCB-Verschwörung. Eigentlich müsste die Liga ein Disziplinarverfahren gegen Willi Vögtlin und den SCB eröffnen. Um herauszufinden, ob er Wein-Hoflieferant für die 16 SCB-Beizen ist. Und zudem sollte Willi Vögtlin offenlegen, wie viele SCB-Heimspiele er oben in der Loge von Marc Lüthi verfolgen durfte und was er dabei konsumiert hat und ob er Speis und Trank bezahlen musste.

Eines der weniger Bilder von Willi Vögtlin.

Eigentlich müsste die Liga-Justiz ermitteln. Aber das wird nicht passieren. Verbandspräsident Michael Rindlisbacher ist Berner, ehemaliger SCB-Verwaltungsrat und verdankt sein hohes Amt SCB-Manager und -Mitbesitzer Marc Lüthi. Denis Vaucher ist sogar Stadtberner. Wo man ein wichtiges Verbandsbüro aufmacht, kommt ein Bär zum Vorschein. Kurzum: eine SCB-Verschwörung.

Und wie sieht die Wirklichkeit aus? Ein wenig anders. Die Spielpläne werden von den Klubs vor der Saison durch Unterschrift genehmigt. Alle haben schon im Sommer schriftlich ihr Einverständnis mit dem aktuellen Spielplan gegeben.

CEO des HC Ambri Piotta Nicola Mona,  Sportchef des HC Davos Raeto Raffainer und  der Masseur des Team Canada Andy Hueppi, von links, anlaesslich einer Medienkonferenz des Spengler Cup 2019 vom Samstag, 26. Oktober 2019 auf dem Schneehuenerstock oberhalb von Andermatt. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

CEO des HC Ambri Piotta Nicola Mona (links) ging den Spielplan bereits Mitte Mai mit Willi Vögtlin durch. Bild: KEYSTONE

Mehr noch: Willi Vögtlin reist Jahr für Jahr vor Publikation des Spielplanes zu jedem einzelnen Klub, um eben diesen Spielplan Punkt für Punkt durchzugehen und zu erläutern. Mitte Mai reiste er über den Gotthard und sass mit Ambris Geschäftsführer Nicola Mona zusammen. Ob die beiden da was ausgeheckt haben? Dem Spielplan entnehmen wir nämlich, dass Ambri von den letzten drei Partien der Qualifikation zwei daheim austragen darf. Und dann erst noch gegen die dann wohl schon für die Playoffs qualifizierten Servette und Davos, die sowieso nicht mehr voll gehen. Ja, die Davoser werden Ambri im zweitletzten Spiel so oder so als Dank für die tollen Darbietungen beim Spengler Cup absichtlich gewinnen lassen. Die kennen sich in solchen Sachen aus. Und im letzten Spiel darf Ambri gar noch in Lugano antreten. Was, wenn die beiden sich absprechen und auf SCB-Kosten ein «Päckli» machen? Das ist bei der aktuellen Tabellenlage nicht einmal ganz auszuschliessen.

Der SCB aber muss drei der letzten vier Spiele auswärts bestreiten und erst noch nach Davos (!), Lugano (!) und Lausanne reisen. Was für gewaltige Reisedistanzen! Ausgerechnet im drittletzten Spiel ist die Reise nach Davos geplant – wo doch SCB-Manager Marc Lüthi gegen den Spengler Cup ist und spitze Bemerkungen gegen das wunderbare Turnier macht. Da werden die Davoser kämpfen bis zum Umfallen, um die «Spengler-Cup-Hasser» aus Bern zu demütigen. Eine atemberaubende Benachteiligung! Kurzum: eine Ambri-Mafia. Ambris Grosser Vorsitzender Filippo Lombardi hat halt gute Beziehungen nach Italien und wird Willi Vögtlin sicherlich geholfen haben, unten in der Toskana und im Piemont oder wer weiss, vielleicht sogar in Sizilien günstig für seine Weinhandlung einzukaufen.

Portrait vom CEO des SC Bern, Marc Luethi, am Montag, 13. August 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Marc Lüthi machte bereits spitze Bemerkungen gegen den Spengler Cup. Bild: KEYSTONE

SCB-Manager Marc Lüthi sollte schon mal eine gehörige Spielplanausreden-Polemik vorbereiten und Willi Vögtlin für diese miserable, ganz offensichtlich gegen den SCB gerichtete Spielplangestaltung den Zutritt zum Hockey-Tempel verwehren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Italian Stallion 07.01.2020 19:42
    Highlight Highlight Geile Theorie 😂...aber manchmal kann man sich schon fragen, wieviel davon wahr ist, uns aber als belustigende Polemik untergejubelt wird. Jedenfalls ist es lesenswert.
  • W.Dusel 07.01.2020 18:24
    Highlight Highlight Super Artikel mit viiel Ironie
  • Harrods 07.01.2020 17:44
    Highlight Highlight Ausserdem noch was anderes: Die Aussage, dass es den Vereinen um nichts mehr geht, sobald die Playoff-Qualifikation gefixt ist, ist anzuzweifeln wenn man nicht sagen will ein Witz. Man gehe von der aktuellen Tabellensituation aus: Davos möchte sicherlich nicht gegen den EHC Biel spielen, sondern würde zum Beispiel die Tigers bevorzugen. Und Servette möchte ganz sicher von ganz oben in die Playoffs. Also, sobald die Quali geschaffts ist, hat man einen Meilenstein erreicht. Doch es gibt sehr wahrscheinlich keinen Verein der dann auf Standby schaltet und denn zuschaut welcher Gegner kommen wird.
  • Harrods 07.01.2020 17:39
    Highlight Highlight Was für ein interessanter Artikel, der erste Teil mit dem Ambri-Spielplan korrekt, aber wie geschrieben wurde dieser vom Verein unterzeichnet. Der "Vorwurf" von Absprachen unter Vereinen aber, sorry aber das lächerlich. Auf welcher Welt würden zwei Vereine wie Ambri und Lugano sich auf ein Resultat einigen. Ein Duell, welches Mal für Mal einzigartig ist. Ein Duell, in welchem der Sieg über den Kampf erreicht werden muss. Jeder der nur eine kleine Ahnung hat vom Schweizer Eishockey weiss, dass dies nicht möglich ist
  • Bobby Sixkiller 07.01.2020 16:49
    Highlight Highlight Ganz ehrlich Klaus: Ist bei dir eine Sicherung durchgebrannt???
  • Staal 07.01.2020 12:39
    Highlight Highlight Wie schön wäre es doch, wenn der HCD die geölte Brillenmaschine Lüthi im Februar ins Playout schiessen würde.
    Item, Rekordmeister

    PS: in gut unterrichteten Kreisen ist doch bekannt, dass ZSC Zahner jeweils zum Telefonhörer greift, wenn sein Team Am 2. Januar im Teflontempel zu Oerlikon Kein Heimspiel hat
    • Blizzard_Sloth 07.01.2020 15:30
      Highlight Highlight Das Fan-Forum auf der HCD-Website dürfte wohl eher nicht in das Kriterium "gut unterrichtete Kreise" fallen, denn da findet sich ein Kommentar mit fast demselben Wortlaut.
  • Marcoluca22 07.01.2020 09:37
    Highlight Highlight Ich hoffe dieser Artikel ist vollgespickt mit Ironie xD
  • henry76 07.01.2020 09:34
    Highlight Highlight Wenn sogar der Eismeister Berner ist, dass ist der Skandal ja perfekt... 🤭😂
  • Mia_san_mia 07.01.2020 08:49
    Highlight Highlight Haha super geschrieben 😂👍🏻
  • Lueg 07.01.2020 08:30
    Highlight Highlight Oops.
    Das nenne ich aber eine schnelle Reaktion.
    Da beschuldigt der Blick Bündner mit EVZ Vergangenheit den lieben Freund von KZ bei der Spielplanerstellung zu viel seiner Handelsware genossen zuhaben.

    Toll wie der Herr Zaugg sich in diesen Blick-Schuss gelegt hat.
    • Theo Retisch 07.01.2020 09:18
      Highlight Highlight In dino la veritas
    • maylander 07.01.2020 09:23
      Highlight Highlight Dinos Hauptkritikpunkt waren die Spiele am Samstagabend und Sonntagnachmittag. Aus Spielersicht ist das echt ein Unding, auch wenn es die jeweiligen Kluboberen abgesegnet haben.
      Meiner Meinung fördern die Doppelrunden allgemein nicht gerade das sportliche Niveau. Wenn man unbedingt zweimal am Wochenende spielen will dann am Freitagabend und Sonntagnachmittag.
    • Lueg 07.01.2020 11:28
      Highlight Highlight @maylander genau das hat Dino angepranget...
      ... und schwuppdiwupp die bou­le­var­desk Verschwörungstheorie ist geboren.


      zu deinem Vorschlag der Sonntagsspiele....
      Zuviel Sonntagsspiele kann die Saisonkarten Besitzer minimieren. Zudem wird viel weniger konsumiert...
    Weitere Antworten anzeigen
  • HotIce 07.01.2020 07:40
    Highlight Highlight Herrlich süffig, diese Zeilen! Ich finde auch den kleinen Seitenhieb an uns Davoser lustig „...Ambri...gewinnen lassen. Die kennen sich in solchen Sachen aus.“ 😂
  • Max321 07.01.2020 07:00
    Highlight Highlight Und noch viel wichtiger wäre es, die Zusatzderbys abzuschaffen, dank denen einige Mannschaften öfter gegeneinander spielen als andere.
    • Greententacle 07.01.2020 19:13
      Highlight Highlight Word!
  • maylander 07.01.2020 06:36
    Highlight Highlight Im Mai haben die SCB Leute doch angenommen, dass ihre Hockey-Maschine mit grossem Abstand die Qualifikation dominieren wird. Wieso also die letzten langweiligen Qualispiele zuhause spielen.
  • emptynetter 07.01.2020 06:17
    Highlight Highlight Du meine Güte, was für einen Skandal uns der Eismeister da am frühen Morgen auftischt. Es sollte auch untersucht werden, weshalb der Eismeister trotz seines klammen Journalisten-Salärs während dem Spenglercup im mondänen Steigenberger-Belvedere residieren konnte. Da hatte bestimmt der HCD die Finger drin.
    • Italian Stallion 07.01.2020 19:40
      Highlight Highlight Ich glaube, da ist keine Untersuchung nötig...die Sache ist doch jedem klar.
  • Delg. 07.01.2020 06:10
    Highlight Highlight Köstlich geschrieben, diesmal :)
  • Chatzegrat Godi 07.01.2020 05:53
    Highlight Highlight Die Schreibwut hat den Eismeister gepackt! Hoffentlich gibt es genügend Zeilenhonorar!🙈💰🏒🥴
  • Blaugrana 07.01.2020 04:25
    Highlight Highlight Ahahmjo, okdannhalt. Das wichtigste an dem Artikel ist doch das Foto von Vögtlin mit dem Schirmständer. Verpackt in einer Sperrholzkiste, mit pixeligem Bildli im Mäppli, damit man das Plastik auch Ja nicht mit dem Teil für die Unterklassigen verwechselt (weil das Ding sieht ja gleich aus wir der Pokal der ‚Grossen‘. Was natürlich Sinn macht)? Biederer geht‘s wohl kaum... 😂😂😂

Eismeister Zaugg

SCL Tigers – beunruhigende Parallelen zu 2011 und Zeit, an eine neue Strategie zu denken

Stillstand und keine Investitionen in die erste Mannschaft: ein Jahr nach den zweiten Playoffs gibt es in Langnau beunruhigende Parallelen zum Jahr nach den ersten Playoffs von 2011. Eine Ära neigt sich dem Ende zu.

2011 erreichen die SCL Tigers auf Platz 6 zum ersten Mal die Playoffs in der höchsten Liga. Zwei Jahre später steigen sie im Frühjahr 2013 ab.

2019 erreichen die SCL Tigers auf Platz 6 zum zweiten Mal die Playoffs. Und nun stehen sie ein Jahr später exakt dort wie 2012, ein Jahr nach den ersten Playoffs: auf dem 10. Rang vor Ambri und den SCRJ Lakers. Eine zufällige Parallele – oder doch mehr? Ist 2021 der Abstieg zu befürchten?

Auf den ersten Blick gibt es keinen Grund zur Sorge. Nichts ist mehr …

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