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HC Lugano Trainer Larry Huras am Dienstag, 25. September 2012, beim NLA Eishockey  Meisterschaftsspiel zwischen dem HC Lugano und den Kloten Flyers in der Resega Halle von Lugano. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Larry Huras wurde mit drei verschiedenen NLA-Klubs Schweizer Meister. Bild: KEYSTONE

Was passiert eigentlich, wenn Larry Huras Gottérons neuer Trainer wird?

Noch sind die Blätter nicht von den Bäumen gefallen und schon stürzt der erste Trainer. Gottéron Sportchef Christian Dubé befördert Gerd Zenhäusern zum Ausbildungschef. Nun geht die Angst um, dass er seinen Kumpel Larry Huras (61) als Trainer holt.



Endlich ist Gottéron wieder eine Traumfabrik. Ohne sportliche Not hat Sportchef Christian Dubé seinen Trainer Gerd Zenhäusern des Amtes enthoben. Die zwei nächsten Spiele muss der entmachtete Trainer aber noch bleiben. Der neue Chef wird erst am Montag erwartet. Gottéron, wie es singt und lacht.

Nun beteuert Christian Dubé, er habe diesen neuen Chef noch nicht gefunden. Er rede mit zwei oder drei, aber noch sei nichts unter Dach und Fach. «Das schwöre ich, es ist noch nichts unterschrieben.» Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ist Christian Dubé ein Lügner oder ein Abenteurer. Den Trainer ohne Notwendigkeit absetzen und nicht wissen, wer der Nachfolger werden soll – das ist abenteuerliches Management.

Nun ist es so, dass allenthalben erwartet wird, dass Larry Huras den Job übernimmt. Also wenden wir uns der Frage zu: Wäre Larry Huras eine gute Lösung? Darauf gibt es zwei Antworten. Ja und Nein.

SCB Headcoach Larry Huras, rechts, kuesst neben Stuermer Brett McLean den Pokal des Schweizer Meisters, nachdem der SCB das 7. Eishockey Playoff Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC gewinnen konnte, am Samstag, 24. April 2010, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Larry Huras will auch mit Gottéron den Schirmständer küssen dürfen. Bild: KEYSTONE

Ja, weil Gottéron an der Bande nicht nur einen Hockey-Taktiker – Christian Dubé will, dass seine Jungs defensiv sorgfältiger spielen – braucht. Gottéron benötigt als Traumfabrik und wichtiges Unternehmen der welschen Unterhaltungs-Industrie auch einen sprachgewandten Entertainer. Einen Trainer, der Französisch und Deutsch spricht.

Einen Trainer, der Eishockey in blumigen Worten den Chronistinnen und Chronisten und damit der Öffentlichkeit verkauft. Und darin ist Larry Huras ein wahrer Meister. Und der Kanadier ist immer noch ein grosser Bandengeneral, der mehr über Hockey vergessen hat, als die meisten seiner Berufskollegen wissen.

Huras wird Probleme kriegen

Nein, weil Huras nicht mehr ein ganz so grosser Bandengeneral ist wie zu seinen besten Zeiten. Er hat inzwischen fast ein wenig zu viel Selbstironie – eine Folge einer gewissen «Altersmilde». Aber auch ein «Larry Huras light» ist noch immer ein sehr guter Coach. Er wird die Mannschaft taktisch straffer strukturieren, er ist ein guter Motivator und mindestens bis Ende dieser Saison wird er mit seiner Botschaft den Verstand und die Herzen der Spieler erreichen.

Erst in einem Jahr wird Huras in Schwierigkeiten geraten, weil seine Sprüche und Methoden dann zu durchschaubar geworden sind. Wir dürfen uns bereits im Laufe der nächsten Saison auf ein unterhaltsames Amtsenthebungsverfahren freuen.

MANNHEIM, GERMANY - APRIL 10:  Head coach Larry Huras of Ingolstadt reacts during the DEL Play-offs Final Game 1 between Adler Mannheim and ERC Ingolstadt at SAP Arena on April 10, 2015 in Mannheim, Germany.  (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

Wie lange kann Huras seine Spieler bei Laune halten? Bild: Bongarts

Larry Huras hat in den letzten vier Jahren vier verschiedene Teams gecoacht: Lugano, München, Ingolstadt und Modo in Schweden. Das zeigt uns, dass sein Charisma nicht mehr ganz so wirkungsvoll ist wie zu den Zeiten, als er sich vier Jahre in Ambri und vier Jahre in Lugano im Amt gehalten hat. Mit Ambri erreichte er 1999 das Playoff-Finale, mit den ZSC Lions holte er 2001, mit Lugano 2003 und mit dem SCB 2010 den Titel – und er ist anschliessend bei den ZSC Lions, bei Lugano und in Bern gefeuert worden.

Aus der Sicht eines Chronisten, der Stoff für Storys braucht, ist Larry Huras eine gute Lösung. Verständlich, dass in Fribourg die Angst umgeht, der Kanadier bekomme den Job.

Harmonie von Resultaten abhängig

Bleibt noch die Frage: Hat Gerd Zenhäusern freiwillig auf sein Amt verzichtet? Auch hier ist die Antwort: Ja und Nein. Nein, weil kein Trainer gerne sein Amt freiwillig aufgibt. Das ist auch eine Frage des Berufsstolzes. Ja, weil er tief im Herzen und in der Seele froh ist, sich dieser Extrembelastung nicht mehr länger aussetzen zu müssen.

ARCHIV --- L'entraineur assistant biennois Gerd Zenhaeusern, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le EHC Biel-Bienne, ce vendredi 17 octobre 2014 a la patinoire de Malley a Lausanne. Gerd Zenhaeusern est bel et bien le nouvel entraineur de Fribourg Gotteron, annonce le matin.ch samedi 18. octobre 2014. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Zenhäusern wird Nachwuchschef bei Gottéron. Bild: KEYSTONE

So wäre mit der Lösung Larry Huras allen geholfen. Gerd Zenhäusern hat nun eine bessere Lebensqualität, Larry Huras käme wieder zu einem Job und Christian Dubé hätte einen lieben Freund in seiner Nähe. Schliesslich hat er ja unter Trainer Larry Huras 2010 als Spieler beim SC Bern den zweiten seiner beiden Meistertitel gefeiert.

Es gibt nur ein Problem: Die Harmonie jeder Idylle steht und fällt am Ende des Tages mit den auf dem Eis erzielten Resultaten. Aber auch das ist ja kein Problem mehr. Wenn Christian Dubé dereinst seinen neuen Trainer absetzen muss, hat er bereits einen temporären Ersatz in Lohn und Brot: Ausbildungschef Gerd Zenhäusern.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Boogie Lakeland 22.09.2016 23:07
    Highlight Highlight Zaugg Artikel gefallen mir, so einer fehlt mir in der Sparte Fussball.
    Aber zwei Worte kann ich nicht mehr hören:
    1) Amtsenthebungsverfahren
    2) Chronisten

    Kreativität in Ehren, aber in jedem Artikel?
    Sonst, weiter so, macht Spass am Hockey
  • plaga versus 22.09.2016 20:34
    Highlight Highlight Na, zum Glück holt man nicht Ehlers oder Pelletier... Huras könnte den Mannen wieder Beine machen.
  • Safta 22.09.2016 19:07
    Highlight Highlight Ach Klausi.. Ich mag dich und deine Kommentare, da lernt man immer was Neues.
  • Crecas 22.09.2016 19:01
    Highlight Highlight Ich glaube der offiziellen Version, dass Zenhäusern sich auf eigenen Wunsch zurückzieht. Er will weiter in Fribourg wohnen und einen Job haben.

    Das zeigt leider auch, dass er als Trainer völlig ungeeignet ist und war. Was ist das denn für eine Einstellung? Netter Kerl in allen Ehren, aber damit kann man kaum Spieler motivieren und grosses Gewinnen.
  • joe 22.09.2016 15:40
    Highlight Highlight Antwort auf den Titel: NICHTS!

    So und jetzt lese ich noch den Artikel! :-)
  • Pingu80 22.09.2016 14:55
    Highlight Highlight Hier steht, dass Zenhäuser des Amtes enthoben wurde. In anderen Medien steht, dass er aus familiären Gründen den Trainerjob aufgibt, da er einen sicheren Job will und mit der Familie in Fribourg bleiben möchte.
    Welche Version stimmt wohl?

    Ändern wird sich nichts. Auch in den kommenden jahren wird das Museum mit den Trophäen leer bleiben.
    • miguelito71 22.09.2016 15:06
      Highlight Highlight Wohl etwas von beidem ;-). Er hat sich wohl dafür entschieden, bevor man ihn spediert hätte. Es war seine freie Entscheidung, für den freien Posten alas Ausbildungschef zu postulieren. Jedenfalls so steht es auf der offiziellen HP.

      Nein, ändern wird sich wirklich nichts. Ausser, dass unsere Susis nun wieder eine härtere Gangart zu spüren bekommen, als dies wohl bei Zeno war
  • Thomas J. aus B. 22.09.2016 14:40
    Highlight Highlight Nicht dass ich es gerne mache, aber inhaltlich hat's einen kleinen Fehler. Dubé wurde mir Bern 2x Meister. 1x mit Ruhnke als Chef, das 2. Mal mit Huras.

    Nebenbei bemerkt: dem Eismeister wird gerne vorgeworfen nur über Bern, Biel und Langnau zu schreiben, es gebe auch noch andere Teams, was ja auch so ist. Der gestrige Artikel zu Langnau brachte 21 Kommentare, der zu Ambri und Zug bis gestern Abend 0. Hoffe die Anzahl Klicks war in etwa gleich hoch. Weil ansonsten dürfte sich der Eismeister in seiner Strategie bestätigt fühlen, primär die Berner und Davos und Zürich zu bewirtschaften.
    • PRE 22.09.2016 14:54
      Highlight Highlight Der kleine Fehler wurde korrigiert. Danke für den Hinweis.
    • Ani_A 22.09.2016 17:15
      Highlight Highlight es gab einen Zaugg Artikel zu Zug und ich habe den verpasst? 😱
  • Grinder 22.09.2016 14:37
    Highlight Highlight Ach Chlöisu ... Die Meisterschaft 2004 in Lugano unserer Mutzen mit Dubé einfach so unter den Teppich zu kehren geht mal gar nicht :-) war 2010 also der zweite Titel für Dubé, dannach wollte er keine Titel mehr holen und ging nach Fribourg :-)
    • tk1974 22.09.2016 15:34
      Highlight Highlight als leidgeplagter jahrzehntelanger Fribourg-fan will ich die erwähnten Wechselgründe von Dube weder bestätigen noch dementieren 😲

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