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Lausanne's Federico Lardi, left, body checks Fribourg's Sebastian Schilt, right, during a National League A regular season game of the Swiss Championship between Lausanne HC and HC Fribourg Gotteron, at the Malley stadium in Lausanne, Saturday, January 9, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Checks gehören zum Eishockey – solange sie regulär sind. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Ein fürchterlicher Check, der Faszination und Gefährlichkeit des Hockeys zeigt

Biels Verteidiger Nicholas Steiner muss das Spiel nach einem fürchterlichen Check von Langnaus Anton Gustafsson beenden. Schon wieder ein Brutalo-Foul? Nein.



In der 13. Minute erwischt Langnaus sanfter Riese Anton Gustafsson Biels Verteidiger Nicholas Steiner in der neutralen Zone auf offenem Eis mit einem Check. Die Schiedsrichter schicken ihn in die Kabine: Fünf Minuten plus Restausschluss wegen Ellenbogenchecks. Ergibt statistisch mit einer einzigen Aktion 25 Minuten. Der Bub von Oltens Trainer Bengt-Ake Gustafsson hat es bis dahin in der NLA noch nie auf mehr als 20 Minuten pro Saison gebracht.

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Der Check an Nicholas Steiner. Video: streamable

Der Check wird auf dem Videowürfel mehrmals gezeigt. Die Bilder sind spektakulär und erschreckend zugleich. Nicholas Steiner fliegt weg und bleibt zusammengekrümmt auf dem Eis liegen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind aufgebracht.

Auf den ersten Blick ein brutales Foul. Aber das Video-Studium zeigt, dass es nicht einmal ein Foulspiel war. Die wichtigsten vier Punkte.

Nicholas Steiner war unmittelbar vorher im Puckbesitz.

Der Check erfolgte nicht gegen den Kopf, sondern gegen die Schulter.

Der Check erfolgte mit der Schulter. Nicht mit dem Ellenbogen.

Nicholas Steiner wurde vom Check nicht «blind» überrascht (kein Blind-Side Hit).

Schiedsrichter-Entscheid ist verständlich

Alles in allem ein unglücklicher, unkonventioneller, aber kein irrregulärer Check durch einen Spieler, der in der Regel beinahe körperlos spielt. Und nicht vergleichbar mit den irregulären Checks, die in den letzten Tagen zu reden gegeben haben.

Eine polemische These von Journalist Kristian Kapp.

Aber das alles ist erst nach mehrmaligem Video-Studium mit Bildern aus mehreren Perspektiven und in verlangsamtem Tempo zu erkennen. Im Normaltempo sieht alles wie ein Brutalo-Foul aus.

Die guten Schiedsrichter haben die Szene nur einmal und nicht in Zeitlupe gesehen. Der Entscheid (5 Minuten plus Restausschluss) ist verständlich und Kritik ist fehl am Platz. Aber zusätzliche Spielsperren sind nicht angebracht.

Die ganze Situation schätzt Nicholas Steiner selber auch so ein. Er sagt: «Ich bin nicht am Kopf getroffen worden und ich habe auch keine Gehirnerschütterung.» Trotzdem trottete er nach dem Spiel noch etwas unsicher durch den Kabinengang und sagte, er habe eine Verletzung in der «unteren Körperhälfte» erlitten.

Der Klotener Daniele Grassi, links, gegen den Bieler Nicholas Steiner, rechts, beim Eishockeyspiel der National League EHC Kloten gegen den EHC Biel in Kloten am Samstag, 16. Dezember 2017.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Nicholas Steiner sagt, der Check gegen ihn sei regulär gewesen. Bild: KEYSTONE

Was lernen wir daraus? Härte, krachende Checks gehören ebenso zur Faszination des Eishockeys wie Tempo und Technik. Kanadas Dichterfürst Al Purdy hat deshalb Eishockey einmal als Mischung zwischen «Mord und Ballett» bezeichnet.

Unterscheidung ist wichtig

Weil diese Härte dazu gehört, weil ein Spieler so in Checks laufen können wie Nicholas Steiner – am gefährlichsten sind diese Zusammenstösse auf offenem Eis in der neutralen Zone – ist es wichtig, zwischen regulären und irregulären Checks klar zu unterscheiden. Die Schafe von den Böcken zu scheiden, wie es im Buch der Bücher steht. Es geht darum, mit harten Strafen für irreguläre Checks die Spieler zu disziplinieren und das Eishockey sicherer zu machen. Und nicht die Spieler durch Sanktionen von regulären Checks zu verunsichern.

Der Check von Cam Barker gegen Linus Klasen.

Dass beispielsweise Langnaus Cam Barker (gegen Luganos Linus Klasen) und Berns Mark Arcobello (gegen Langnaus Antti Erkinjuntti) für klar und unbestritten irreguläre Checks mit Verletzungsfolge bloss für zwei Partien gesperrt worden sind, gehört zu den Skandalurteilen, die unsere Hockeyjustiz in den letzten Tagen gefällt hat.

Auch Langnaus Topskorer, Leitwolf und Energiespieler kann nach wie vor nicht spielen und wird vor der Olympiapause nicht mehr hundertprozentig fit sein. Er hat einen Bänderriss in der Schulter erlitten.

Sein Ausfall kann den Kampf um die Playoffs mitentscheiden.

Inzwischen laufen bei der Ligaführung endlich erste Bestrebungen, um den Strafenkatalog der Wirklichkeit anzupassen. Spät. Aber nicht zu spät.

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