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Sport
Eismeister Zaugg

Saisonstart: So tippt Eismeister Zaugg die Swiss League

ZUM ABTIEG DES EHC KLOTEN IN DIE SWISS LEAGUE, NACH 56 JAHREN IN DER HOECHSTEN SPIELKLASSE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - EHC Kloten Trainer Andre Roetheli im fuenften Eish ...
Trainer André Rötheli will die «alte Dame» Kloten sofort wieder in die National League führen.Bild: KEYSTONE
Eismeister Zaugg

Alte Dame oder Powermäuse? So tippt der Eismeister die Swiss League

Am Samstag beginnt das Meisterschaftsspektakel der Swiss League (ehemals NLB). Diese «Hybrid-Liga» ist eine der ältesten, erfolgreichsten und erstaunlichsten zweiten Spielklassen der Welt. Nun bekommt sie auch noch erstmals nach 56 Jahren Besuch von einer alten Dame – und diese wird womöglich gleich mehrere Saisons bleiben.
14.09.2018, 06:32
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Hybrid ist eigentlich ein Wort aus der Biologie. Eine Hybride (oder auch der Hybrid) ist ein Individuum, das aus einer Kreuzung zwischen verschiedenen Gattungen, Arten oder Rassen hervorgegangen ist. Der Begriff wird auch für Autos verwendet, deren Motoren durch Benzin und Batteriestrom angetrieben werden.

Die Bezeichnung passt bestens zur Swiss League. Es gibt keine andere Liga der Welt – nicht im Fussball, nicht im Hockey – die so viele Elemente erfolgreich zusammenbringt. Sie vereint mehreren Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, dazu als allgemeine Hockey-Umgangssprache Englisch) und – das unterscheidet sie von allen anderen Profiligen – zwei Konzepte, die so verschieden sind wie Kommunismus und Kapitalismus.

Die enttaeuschten Oltener um Torhueter Matthias Mischler, im dritten Playoff-Finalspiel der Eishockey Swiss League zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und dem EHC Olten, am Ostermontag, 2. April 20 ...
Die Oltner Powermäuse wollen Absteiger Kloten herausfordern.Bild: KEYSTONE

Einerseits wird die Liga geprägt durch Klubs mit NLA-Strukturen wie Kloten oder Olten, die den Aufstieg anstreben und vor über 3000 Fans spielen. Andererseits durch «seelenlose» Farmteams wie die GCK Lions, die Ticino Rockets und die EVZ Academy, die nullkommanull Ausstrahlung haben und ihre Kunst vor weniger als 300 Schaulustigen vortragen.

Und schliesslich gibt es diejenigen Teams, die in ihren Regionen populär sind, aber entweder nicht aufsteigen wollen (wegen fehlender Infrastruktur wie bei Langenthal), die eine Saison in der höchsten Liga nicht finanzieren können (wie Ajoie, La Chaux-de-Fonds, Thurgau und Winterthur) oder die erst daran sind, ein NLA-Fundament zu bauen (Visp).

Kloten als Hauptattraktion

Die ganz besondere Attraktion aber ist diese Saison der Besuch der alten Dame: Nach mehr als einem halben Jahrhundert schaut eine verarmte alte Dame namens Kloten vorbei. Sie hatte 1962 die Liga verlassen und war in der NLA lange Zeit glücklich (fünfmal Meister). Aber zuletzt hat sie durch unglückliche Affären mit verschiedenen Liebhabern ihre Identität und ihr Geld verloren.

Ein TV-Kameramann von tpc fillmt EHC Kloten Stuermer Marc Marchon, rechts, waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und dem EHC Biel am Freitag, 8. Septem ...
Kloten wird in der Swiss League die volle Aufmerksamkeit erhalten.Bild: KEYSTONE

Sie würde sich gerne nach einem Jahr wieder nach oben verabschieden. Aber es kann halt sein, dass sie etwas länger bleiben muss. Zuletzt haben die Absteiger Lausanne, Langnau und die Lakers den sofortigen Wiederaufstieg nicht geschafft. Das Potenzial zum Aufstieg haben diese Saison nur Kloten und Olten. Der Verlierer des NL-Playouts muss nur diese beiden Teams fürchten.

Und das Niveau? Hoch. Wenn beispielsweise Olten und Langenthal, die Titanen des Mittellandes, gegeneinander antreten (schon am Samstag in Olten wird es beim ersten Derby der Saison rocken), wird Hockey mit der Intensität und der Dramatik der höchsten Liga vorgetragen.

Die 1. Runde:

Absteiger Kloten hat spielfrei.
Absteiger Kloten hat spielfrei.bild: screenshot swiss ice hockey

Leute, holt noch ein Bier für Pedro Lenz

Wer könnte das besser beurteilen als Pedro Lenz, der Mundartdichter, der mit «Der Goalie bin ig» den erfolgreichsten Sport-Roman unserer Literaturgeschichte geschrieben hat? Er kennt Hockey. Er ist in Langenthal aufgewachsen und lebt heute in Olten. Geben wir ihm das Schlusswort. Er hat kürzlich erzählt: 

«Am Eishockey komme ich als Langenthaler, der in Olten lebt, nicht vorbei. Ich gehe am liebsten zu einem NLB-Match. Da ist das Spiel noch rauer und ursprünglicher. Manchmal fahre ich mit ein paar Kollegen auch zu einem Spiel in die Ajoie.

Meine Sympathie gehört Langenthal, aber ich möchte ja meine Oltner Freunde nicht verärgern und unterstütze hin und wieder bei einem Heimspiel ihren Klub. Es ist mir aber schon passiert, dass mir an einem Spiel Olten gegen Visp ungewollt ein «Hopp Langenthal» rausgerutscht ist und ich deswegen mit Bier überschüttet worden bin.»
Der Schriftsteller Pedro Lenz verfolgt das Fussball Cup Spiel der ersten Hauptrunde zwischen dem FC Breitenrain Bern und dem FC Thun, auf dem Sportplatz Spitalacker in Bern, am Samstag, 23. August 201 ...
Pedro Lenz ist nicht nur YB-, sondern auch Langenthal-Fan.Bild: KEYSTONE

Na, Leute, holt noch ein Bier für Pedro Lenz und stossen wir auf eine weitere grandiose NLB-Saison an. Pardon: auf eine Swiss-League-Saison.

So tippt der Eismeister!

Zwei Titel- und Aufstiegsanwärter:

1. EHC Olten

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Emotionen, vorzügliche Unterhaltung, viel Rock & Roll, Aufbruchstimmung, auf allen Positionen die sportliche Substanz zum Titel und zum Aufstieg. Aber Olten bleibt Olten. Hockey ist hier so wichtig, dass eine nüchterne, sachliche Beurteilung von kritischen Situationen schwieriger ist als anderswo. Es kann durchaus sein, dass auf dem Weg zum Qualifikationssieg, Titel und Aufstieg der Trainer gewechselt wird.

2. EHC Kloten

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Der beste Goalie der Liga und genug Spieler, die in Kopf und Beinen nach wie vor die NL haben. Erstmals seit 1980, als der ZSC auf den Polen Andrzej Tkacz vertraute, hat ein Team der zweithöchsten Liga beim Saisonstart einen ausländischen Goalie im Kader (Österreichs WM-Held Bernhard Starkbaum). Aber hat der freundliche André Rötheli – er hat in der Ligaqualifikation gegen die Lakers den Klassenerhalt verspielt – die Autorität und die Beharrlichkeit, um allen Beine zumachen? Auch in Kloten ist es durchaus denkbar, dass auf dem Weg zum Qualifikationssieg, Titel und Aufstieg der Trainer gewechselt wird.

Vier Teams für den dritten Platz:

3. SC Langenthal

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Auch in der Abendröte der goldenen Jahre mit dem «Jahrhundert-Sturm» Brent Kelly, Jeff Campbell (beim Saisonstart verletzt) und Stefan Tschannen hat der Meister von 2012 und 2017 nach wie vor genug Substanz zum Spitzenplatz. Aber nicht mehr zum Titel. Taktisch wahrscheinlich die beste Mannschaft der Liga. Aber auch gute Spielsysteme können vom Gegner «gerockt» werden.

4. HC Ajoie

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Torhüter, Ausländer und Coaching sind einmal mehr exzellent. Das «Langnau der Welschen» ist ausgeglichener besetzt und damit in der Qualifikation konkurrenzfähiger als letzte Saison. Seit Jahren die einzige playofftaugliche welsche Mannschaft der beiden höchsten Ligen.

5.  HC La Chaux-de-Fonds

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Eine weiche, welsche Operettenversion der grossen Mannschaft, die einst sechs Titel in Serie holte (1968, 1969, 1970, 1971, 1972 und 1973). Aber nach einer Transfer-Offensive im Hinblick auf das anstehende 100-Jahre-Jubiläum wenigstens in der Qualifikation ein Spitzenteam.

6. EHC Visp

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Auf dem Papier hat der Meister von 1962 eigentlich ein Spitzenteam. Aber das Coaching von Matti Alatalo taugt bloss für Ausbildungsfolklore und nicht für einen Spitzenplatz. Eigentlich ein klarer Fall für ... Kevin Schläpfer.

Drei Teams für die letzten zwei Playoff-Plätze:

7. HC Thurgau

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Die sechs besten Skorer der letzten Qualifikation sind weg, offensiv heisst es zurück auf Feld eins. Aber Stefan Mair ist der meistunterschätzte Trainer der Liga und schafft die Playoffs.

8. EVZ Academy

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Langenthals Meistertrainer Jason O’Leary hat nach einem Jahr Assistent in Genf wieder einen Cheftrainer-Posten. Sein Pech, dass die besten Talente nun öfter beim EVZ eine Chance bekommen. Trotzdem ist es möglich, wie im Vorjahr die Playoffs zu erreichen.

9. GCK Lions

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Den Trainer (Leo Schumacher), das Talent und das Tempo für einen Platz im Mittelfeld. Aber nicht die Torhüter. Die Playoffs werden zum sechsten Mal in Serie verpasst.

Im Kampf um die Playoffs chancenlos:

10. EHC Winterthur

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Michel Zeiter war ein grosser Spieler, doch er ist nach wie vor noch kein grosser Trainer. Sein Glück, dass die Zürcher gelernt haben, im Tabellenkeller glücklich zu sein. Winterthur wird zum vierten Mal in Serie seit dem Aufstieg die Playoffs verpassen.

11. Ticino Rockets

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Es ist, wie es ist: Auch diese Saison zu wenig Substanz für mehr als den letzten Platz. Obwohl neben Lugano und Ambri nun auch Davos Spieler zur Weiterbildung schickt. Ein Punktverlust gegen die Rockets ist für jeden Gegner ausser Winterthur, Zug Academy und GC ein Grund für eine Trainerentlassung und eine Serie von Straftrainings.

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quelle: keystone / gian ehrenzeller
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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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bullygoal45
14.09.2018 06:52registriert November 2016
Berichtet bitte fleissig weiter aus der NLB! Ich bleibe sicher am „Ball“ 😉

Seit man weiss, dass Aufsteigen wieder möglich ist, schaut man wieder gespannter was im Keller so kreucht und fleucht! 😏🔥
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Patrick59
14.09.2018 07:37registriert Januar 2015
... und jetzt geht es wieder los mit Kevin Schläpfer. Wie jeweils der Weihnachts-Süsskram im Oktober! Gebt dem Mann einen Bürojob in Glattbrugg und gut ist.
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Eskimo (Inuit für die Selbstgerechten)
14.09.2018 11:51registriert Februar 2015
Super dass hier ab und zu auch über die NLB berichtet wird. Diese Liga hat es definitiv verdient!
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