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09.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Schweiz - Russland;
Sven Baertschi (SUI) (Andy Mueller/freshfocus)

Sven Bärtschi hat bei Calgary kaum mehr eine Chance. Bild: freshfocus

«Brutal schlecht»

Eismeister Zaugg

Das ungeschminkte Urteil eines NHL-Talentsuchers über Sven Bärtschi 

John van Boxmeer (62) war Trainer in Bern und in Lausanne. Jetzt ist er als NHL-Scout nach Minsk gekommen. Sein Urteil über unser Jahrzehnt-Talent Sven Bärtschi ist vernichtend.



Die NHL hat ein funktionierendes «Sozialsystem» aufgebaut. Jedes der 30 NHL-Unternehmen beschäftigt 10 bis 15 Talentsucher. So sind über 300 Arbeitsplätze entstanden. Die Jobs bekommen vor allem ehemalige Spieler, die es in der NHL oder in den Farmteams später nicht zum Cheftrainer oder Manager oder Bürogeneral bringen. Oder mit einem Job in der Administration versorgt werden können.

Die Scouts (Talentsucher) drehen auf der Suche nach brauchbaren Spielern jeden Stein um. Sie beobachten Spiele der Junioren-WM-Turniere (U18 und U20), der nordamerikanischen Universitätsmeisterschaften und Juniorenligen, der Ligen in Europa, der NHL und der Farmteams. Auch bei der WM tauchen immer ein paar Scouts auf. Ein Spieler ohne NHL-Vertrag kann mit guten Leistungen an einer WM durchaus das Interesse der NHL-Macher wecken.

L'entraineur lausannois John Van Boxmeer, lors du match de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le Lausanne HC, LHC, et HC Viege, ce samedi 15 septembre 2012 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

John van Boxmeer ist glücklich als Talentscout. Bild: KEYSTONE

Die Scouts erstellen nach vorgefertigten Formularen Reports über die einzelnen Spieler und liefern dem General Manager die Entscheidungsgrundlagen für den Draft, für Tauschgeschäfte und Vertragsverhandlungen. 

Van Boxmeer würde nie mehr gegen einen Trainer-Job eintauschen

Scouts haben in der Regel einen ganz besonderen Sinn für Humor und pflegen die vor allem in Nordamerika so reiche Kultur des Storytellings: Sie haben einen unerschöpflichen Fundus an Geschichten aus der Hockeywelt. Weil sie das Stadion meistens rechtzeitig verlassen um nicht in den Verkehrsstau zu geraten, gilt der Grundsatz: Ein echter Scout hat die Durchsage noch nie gehört, es verbleibe noch eine Minute zu spielen.

L'entraineur du LHC, John Van Boxmeer, donne des consignes a ses joueurs lors du match de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le Lausanne HC, LHC, et EHC Visp, ce mardi 27 decembre 2011 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

In der Schweiz war van Boxmeer Trainer bei Lausanne und Bern. Aber Talentscout ist ein viel angenehmeres Leben. Bild: KEYSTONE

Der ehemalige NHL-Verteidiger und Nationalliga-Trainer (SC Bern und Lausanne) John van Boxmeer hat inzwischen auch einen Job als Scout, ist zufrieden damit und denkt nicht mehr daran, noch einmal Trainer zu werden. Er wohnt in Südkalifornien (Anaheim) und beobachtet für Buffalo vorwiegend Spiele im Westen Kanadas und im Südwesten der USA und hin und wieder wird er auch auf eine grössere Reise geschickt. Er ist am Sonntag hier in Minsk eingetroffen.

Unter anderem hatte er den Auftrag, hier in Minsk Sven Bärtschi (21) zu beobachten. Aber der Langenthaler hat im ersten Spiel gegen Russland einen Rippenbruch erlitten und ist bereits nach Hause geflogen.

Bärtschi hat in Calgary keine Zukunft

Dass sich John van Boxmeer für Sven Bärtschi interessierte, hat schon seinen Grund. Für den Erstrundendraft gibt es in Calgary unter Trainer Bob Hartley kaum mehr eine Zukunft. Wenn ein Spieler mit dem Trainer nicht mehr auskommt, dann heisst es in Nordamerika, er sei im «Doghouse» des Trainers gelandet. John van Boxmeer geht davon aus, dass Sven Bärtschi so leicht nicht mehr aus Bob Hartleys Doghouse herauskommen wird.

Es kann also durchaus sein, dass Calgary den Schweizer auf dem Transfermarkt zum Tausch anbieten wird bevor der Vertrag Ende der nächsten Saison ausläuft. Dann ist es auch für die Bürogeneräle in Buffalo nützlich zu wissen, wie gut Sven Bärschi tatsächlich ist bzw. welches Potenzial er hat. 

Warum ist es Sven Bärtschi nicht gelungen, sich diese Saison in der NHL durchzusetzen? Als Junior durfte er im März 2012 schon mal eine «Schnupperlehre» in der NHL machen und buchte in den fünf Partien drei Tore. Aber seither ist er weit hinter den Erwartungen geblieben. 

«Bärtschi spielt noch wie ein Junior»

John van Boxmeer hat sich mit dieser Frage befasst. Er hat Sven Bärtschi mehrmals im Farmteam beobachtet und bezeichnet dessen Leistungen schlichtweg als «brutal schlecht». Er sagt, Bärtschi sei in der AHL gar nicht aufgefallen und habe mit seinen Leistungen nie einen Grund für die Rückkehr in die NHL geliefert. 

07.05.2014; Zuerich; Eishockey - Training Schweiz;
Sven Baertschi und Benjamin Pluess warten in der Lounge auf den Abflug (Andy Mueller/freshfocus)

Sven Bärtschi muss sich im Sommer extrem verbessern, will er in der NHL nochmals eine Chance erhalten. Bild: freshfocus

«Er ist so talentiert und so smart. Aber gegenüber seiner Juniorenzeit nicht mehr wiederzuerkennen. Er spekuliert viel auf verlorene Pucks und hat noch nicht gelernt, richtig zu kämpfen und wie ein Mann zu spielen. Er ist immer noch ein Junior.» John van Boxmeer sieht für Sven Bärtschi nur noch eine Möglichkeit: «Er muss im Sommer trainieren wie verrückt und im Trainingscamp dann einer der Besten sein. Nur so schafft er es in Calgary zurück in die NHL.»

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joschi 15.05.2014 21:53
    Highlight Highlight Sven Bärtschi ein riesen Talent dem einfach der Knopf noch aufgehen muss! Wenn er hart arbeitet an sich dan schaft er es in die NHL .
    • hereal 13.01.2016 12:02
      Highlight Highlight joschy du hrsch es guets näsi bewiese...!!
  • Tinuzeller 13.05.2014 21:56
    Highlight Highlight Auch wenn ich den Eismeister Zaugg sehr schätze, hier hat er sich im Thema verrannt und einen Artikel aus Gründen des Zeilengelds geschrieben.
    -Bärtschi wurde nach dem House-cleaning, als Jay Feaster entlassen wurde, von Brian Burke ins Farmteam abgeschoben. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt Trainer Bob Hartley an ihm fest, auch wenn er ein paar Spiele auf der Tribüne verfolgen musste.
    -Dass ein Scout seine Karten in den Medien nicht aufdeckt, ist ja wohl klar und alles Andere hätte überrascht. Wenn Van Boxmeer Bärtschi über den Klee gelobt hätte, wäre dies für sein Business ja kontraproduktiv. Es werden nur Spieler gelobt, an welchen man nicht interessiert ist.
  • ZSC Fan 13.05.2014 07:27
    Highlight Highlight Es ist das Urteil von JvB über Bärtschi, OK, es ist seine Meinung.

    Ich persönlich finde es völlig respektlos einem jungen Spieler gegenüber, eine solche Meinung zu veröffentlichen, besonders von einem Trainer, der als Looser-Trainer bekannt ist und seinen Job als Scout nicht mehr wechseln möchte. Logisch, bei seinen Misserfolgen. Ich frage mich nur, wie ein solcher Typ fähig sein kann, Rohdiamanten zu finden. Sein Job besteht mehr aus auf Kosten des Clubs gut zu leben und zu reisen, gelegentlich muss er dafür mal ein paar Kreuzchen machen. Wie weit diese am richtigen Ort stehen, ist nicht so wichtig, denn Trainer holen sich auch von anderen Orten die nötigen Informationen. Scouts sind eigentlich nicht mehr Wert als eine Fahne, die man hochhält, um einem Spieler klar zu machen: He Junge, wir beobachten Dich, denn wir könnten Interesse an Dir haben. Scout sind also Wichtigtuer mit grosser Klappe, die sich völlig überschätzen: Dies meine vernichtende Antwort für den Looser-Trainer JvB.
  • Ralphster 12.05.2014 18:29
    Highlight Highlight Ach, das sind wieder interessante Neuigkeiten, JvB hat keinen Bock mehr zu coachen. Wieso auch das? Erfolglosigkeit und mangelnde Angebote werden wahrscheinlich kaum Gründe dafür sein, nein...auch hat er als Scout kein Interesse den Spieler in der Öffentlichkeit schlechter zu machen als er ist um ihn günstig zu erhalten....Bärtschi hat sicher noch Luft nach oben, aber JvB war für mich immer einer, der sich ziemlich wichtig vorkam...da gibt es sicher bessere Fachmänner

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