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Die Davoser Enzo Corvi und Dario Simion, hinten von links, und Ville Koistinen und Perttu Lindgren, vorne von links, jubeln nach dem Treffer zum 3:1 durch Corvi, links im Bild der Lausanner Juha-Peka Hytonen, beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem Lausanne Hockey Club, LHC, am Samstag, 27. September 2014, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der HCD rockt den Hockey-Herbst 2014. Bild: KEYSTONE

Jugend ist Stärke und Schwäche zugleich

Eismeister Zaugg

Die HCD-Erfolgsformel: So weit die Füsse tragen

Arno Del Curtos Jugendstil funktioniert wieder. Der HC Davos, das jüngste Team der Liga, steht an der Tabellenspitze. Tanzen die Davoser nur im Herbst?



Das Hockey-Imperium HC Davos vor dem Zerfall? So schien es vor dieser Saison. Seit dem letzten Titel von 2011 ist der Rekordmeister dreimal hintereinander im Viertelfinal gescheitert. In der Qualifikation zuletzt die Ränge zwei, sechs und nochmals sechs. Ja, sogar das Undenkbare wurde in den urbanen Zentren des Unterlandes denkbar. Arno Del Curto im Frühjahr 2015 erstmals nicht in den Playoffs. Götterdämmerung in Davos.

Aber einmal mehr zeigt sich: Arno Del Curto (58) ist eben doch eine Lichtgestalt. Der HCD steht nach sieben Runden auf Platz 1. Nur im Startspiel musste man sich dem EV Zug im Penaltyschiessen geschlagen geben. Am meisten Tore erzielt, am zweitwenigsten kassiert, so die Bilanz.

Die Fans des HC Davos mit einem Plakat mit HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos am Freitag, 21. September 2012, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Die Fans lieben sie: Die Davoser Lichtgestalt Del Curto. Bild: KEYSTONE

Ein Hockey-Wunder? Nein, für den guten Start gibt es durchaus Erklärungen. Der HCD hat im letzten Betriebsjahr rund eine Million Verlust eingefahren. Die Abgänge von Sandro Rizzi (Rücktritt), Robin Grossmann, Dario Bürgler (Zug), René Back und Peter Guggisberg (Kloten) konnten nicht mehr kompensiert werden.

Also hat Arno Del Curto aus der Transfernot eine Tugend gemacht und ist zu den Ursprüngen, zum Jugendstil zurückgekehrt: Junge, von der Konkurrenz übersehene Talente fordern und fördern. So wie damals, als er 1996 den HCD übernommen hat. 

Das Durchschnittsalter

1. HC Davos: 24,8 Jahre
2. EV Zug: 25,6 Jahre
3. RJ Lakers: 25,7 Jahre
4. HC Lugano: 26,1 Jahre
5. Servette: 26,2 Jahre
6. HC Fribourg-Gottéron
: 27,5 Jahre
7. EHC Biel: 27,6 Jahre
8. ZSC Lions: 27,7 Jahre
9. Kloten Flyers: 28,2 Jahre
10. SC Bern: 28,3 Jahre
11. HC Amrbri-Piotta: 28,5 Jahre
12. HC Lausanne: 29,0 Jahre

Leitwolf Reto von Arx ist zwar schon 38 und sein Bruder Jan 36. Trotzdem hat der HCD mit einem Durchschnittsalter von 24,80 Jahren das jüngste Team der Liga. Selbst in der NLB sind nur Ajoie (23,8 Jahre) und die GCK Lions (21,40 Jahre) noch jünger als Davos. Zudem ist Torhüter Leonardo Genoni so gut wie seit der letzten Meistersaison (2010/11) nie mehr. Er ist mit der höchsten Fangquote (93,60 %) seit dem letzten HCD-Meisterjahr (93,90 %) unterwegs.

HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto, links, haelt die Hand auf die Linse der TV-Kamera auf dem Weg in die Garderobe nach dem 3-4 Sieg seines Teams im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Davos, am Freitag, 26. September 2014, in der Diners Club Arena in Rapperswil. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Das wird sich nicht mehr ändern: Del Curto liebt die Arbeit mit seinen Jungs deutlich mehr als diejenige mit den Medien. Bild: KEYSTONE

Mit intensivem, schnellem und gut strukturiertem «Arno-Hockey» sind die Davoser wieder an die Spitze gestürmt. In unserer Tempo- und Laufliga können in der Qualifikation Partien in der Offensive entschieden werden. Es ist also kein Zufall, dass das offensiv beste Team (der HCD mit 32 Treffern) auf Platz 1 und das offensiv schwächste Team (Kloten mit 13 Treffern) auf dem letzten Platz steht.

Wie das «Herbst-Servette» aus der Saison 2012/13

Die Jugend ist beim HCD Stärke und Schwäche zugleich. Für junge Spieler ist es schwierig, konstant auf hohem Niveau zu spielen. Partien mit Routine und Taktik zu verwalten, wird nicht einfach sein. Die Davoser sind zum Offensivspiel verurteilt und werden diese Saison im besten Wortsinne so weit kommen, wie sie die Füsse vorwärts tragen. Im Grunde geht nur «Vollgas». Deshalb die Frage: Tanzt der HCD nur im Herbst?

Es hat nämlich immer wieder Tabellenführer gegeben, die nach einem goldenen Herbst im Tabellen-Mittelfeld verschwunden sind. Wie zuletzt Servette, das im Herbst 2012 lange Zeit unbesiegt auf Platz 1 stand und am Schluss die Qualifikation auf dem 7. Platz beendete. Ein wenig mahnt der HCD mit einer Leibgarde an Routiniers, starken Ausländern, einem guten Torhüter und fleissigen Mitläufern an dieses «Herbst-Servette» von 2012.

Die Davoser Fans feiern ihre Mannschaft und den 8:2 Sieg beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem HC Fribourg-Gotteron am Samstag, 13. September 2014, in der Vaillant-Arena in Davos. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

So kann es weitergehen: In Davos sind derzeit alle rundum zufrieden. Bild: KEYSTONE

Wie auch immer die Saison für den HCD weiter geht: die erfolgreiche Rückkehr zum Jungendstil hat so oder so noch einen erfreulichen Nebeneffekt: Arno Del Curto wird es nicht übers Herz bringen, die jungen Spieler im Stich zu lassen, die so viel versprechend in die Saison gestartet sind und so viel Potenzial erkennen lassen. Er dürfte seinen auslaufenden Vertrag verlängern.

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