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27.05.2014; Zuerich; Eishockey - MK Swiss Ice Hockey;
Peter Luethi im Gespraech mit CEO Florian Kohler (Andy Mueller/freshfocus)

Peter Lühti und Florian Kohler gehen künftig getrennte Wege.
Bild: Andy Mueller/freshfocus

Eismeister Zaugg

Der Lotse geht von Bord – wird Peter Lüthi nun zum Glücksfall für Kloten?

Nun verlässt auch noch Peter Lüthi (64) den Verband (Swiss Ice Hockey). Nie zuvor in seiner Geschichte (seit 1908) hat der Eishockey-Verband so viel Know-how verloren wie seit dem Amtsantritt von Direktor Florian Kohler (40) im Sommer 2013.



Der Lotse geht von Bord – dieser Ausspruch ist weltberühmt. Es war der Moment, als Kanzler Bismarck von Kaiser Wilhelm aus dem Amt entlassen wurde. Ohne den grossen Staatsmann marschierte Deutschland geradewegs in den ersten Weltkrieg.

Wir wollen hier nicht auf Geschichtskunde machen. Aber der Abgang von Peter Lüthi mahnt halt schon ein wenig an Bismarck. Der kluge Hockey-Diplomat hat grosse Verdienste um unser Hockey. Im Inneren als der Mann der Vernunft und des langfristigen Denkens im Verband, nach aussen als international erfolgreicher Netzwerker. Ja, er ist international der bestvernetzte Mann in der gesamten Verbands-Administration.

Kaum ein Stein auf dem anderen geblieben

Ostrava, 13.5.2015, Ice Hockey IIHF World Championships, Swiss team Training, Headcoach Glen Henlon (SUI) (Robert Hradil/EQ Images)

Glen Hanlon ist nicht weiter Trainer der Nationalmannschaft. 
Bild: EQ Images

Seit der Silber-WM von 2013 und seit Florian Kohler das Kommando beim Verband übernommen hat, sind beunruhigend viele wichtige Exponenten in allen möglichen Bereichen und Chargen gegangen – oder gegangen worden: u.a. Patrick Reber (Liga), Manuele Celio (Junioren), Reto Bertolotti (Schiedsrichter), Sean Simpson, Glen Hanlon (Nationaltrainer), Alex Keller (Kommunikation), Pius-David Kuonen (Sport), Esther Zürcher (Liga), Sarah Haslebacher (Nationalmannschaften) – personell ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Und jetzt auch noch Peter Lüthi. Der Verlust an Wissen, Erfahrungen und Beziehungen ist immens. Der Optimist sagt: der Verband (Swiss Ice Hockey) wird erneuert. Der Pessimist sagt: «Braindrain» in einem beunruhigenden Ausmass.

Ueli Schwarz von Swiss Ice Hockey an der Vorsaison Medienkonferenz von Swiss Ice Hockey in Glattbrugg am Donnerstag, 27. August 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Ueli Schwarz wurde vom Sport- zum Ligadirektor zurückgestuft.
Bild: KEYSTONE

Abgesehen von Spielplan-General Willy Vögtlin (der Weinhändler ist sowieso nur mandatiert) harrt von der «alten Garde» des Sportressorts eigentlich nur noch der vom Sport- zum Ligadirektor zurückgestufte Ueli Schwarz aus. Er findet im Hockey halt keinen anderen Job mehr. Das WM-Silber von 2013 hat bisher unserem Verband wahrlich keine Harmonie beschert.

Ein neuer Hoffnungsträger für die Flyers?

Peter Lüthi hat 19 Jahre lang für den Verband gearbeitet. Er hatte zuletzt die WM 2020 in die Schweiz geholt, eine tragende Rolle bei den WM-Turnieren 1998 und 2009 gespielt und hätte nun auch in der Organisation der WM 2020 eine tragende Rolle spielen sollen. «Ich muss mit ihm reden» sagt WM-OK-Chef Gian Gilli. «Ich brauche einen Mann wie ihn im sportlichen Bereich. Vielleicht kann ihn im Mandat verpflichten. Ich bin von der Kündigung völlig überrascht worden.» Verbandsdirektor Florian Kohler sagt, Peter Lüthi wolle die für ihn vorgesehenen Aufgaben im Rahmen der WM 2020 nach der Kündigung nicht mehr wahrnehmen. Man versuche noch, mit ihm zu reden.

19.11.2014; Bern; Eishockey - Swiss Ice Hockey Federation
National League Versammlung; 
Peter Luethi
(Urs Lindt/freshfocus)

Lüthi könnte die Kloten Flyers wieder besser im Dorf und Umgebung verankern. 
Bild: Urs Lindt/freshfocus

Peter Lüthi wird nun der grosse Hoffnungsträger für die Kloten Flyers. Dieses Unternehmen kennt er aus verschiedenen wichtigen Positionen (u.a. Verwaltungsrat und Sportchef). Er kann die Persönlichkeit sein, die den von seiner Basis entfremdeten Klub wieder besser im Dorf und der Umgebung verankern und die darniederliegende Nachwuchsabteilung revitalisieren kann.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

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NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden
quelle: keystone / fabrice coffrini
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