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SC Bern Stuermer Pascal Berger, Mitte hinten, jubelt über den Aussgleichtreffer waehrend Kloten Flyers Torhueter Martin Gerber geschlagen am Boden liegt und Patrick von Gunten, links, zuschaut waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem SC Bern am Dienstag, 18. November 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

SCB-Stürmer Pascal Berger jubelt über den Ausgleichstreffer. Am Schluss müssen die Klotener Martin Gerber und Patrick von Gunten sich mit 2:6 geschlagen geben. Bild: KEYSTONE

Gefährlicher Seiltanz

Eismeister Zaugg

Kloten Flyers: Die Parallelen zum SC Bern am Abend des verlorenen Ruhmes

Mehr als 15 Millionen Dollar zeigen keine Wirkung mehr. Noch selten war es so einfach zu erkennen, wie schnell der Ruhm im Eishockey verblassen kann, wie am Abend des 18. November 2014.



Übertreibungen und Zuspitzungen sind nicht nötig. Wir können uns darauf beschränken einfach zu erzählen, was war. 

Martin Gerber (40) und David Aebischer (37) gehören zu den grössten Schweizer Spielern aller Zeiten. Zusammen haben sie in der NHL 18,814 Millionen Dollar verdient. Gerber 13,164 Millionen, Aebischer 5,650 Millionen. Beide haben den Stanley Cup geholt. Aebischer 2001 (Colorado), Gerber 2006 (Carolina). Beide haben die Schweiz zu grandiosen internationalen Erfolgen gehext. Aebischer unter anderem zur U 20 WM-Bronze und zum WM-Halbfinal von 1998. Gerber war unter anderem unser WM-Finalgoalie von 2013.

Am Abend des 18. November 2014 verblasst dieser Ruhm spektakulär. Martin Gerber überlässt in der zweiten Drittelspause beim Stand von 1:4 gegen den SC Bern seinen Platz Ersatzgoalie Jonas Müller. Seine Fangquote: 76,47 Prozent. Kloten verliert 2:6. Am gleichen Abend sitzt David Aebischer in Langnau bei Thurgau auf der Ersatzbank. Thurgau verliert 1:4. 

Kloten Flyers Elitetrainer Marco Bayer, rechts, im Gespraech mit Torhueter Martin Gerber waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Fribourg Gotteron am Samstag, 15. November 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Torhüter Martin Gerber im Gespräch mit Kloten Flyers' Elitetrainer Marco Bayer. Ob der ihm weiterhelfen kann? Bild: KEYSTONE

Zwei Helden mit schwieriger Mission

Zwei Dollarmillionäre, zwei Stanley Cup-Sieger und zwei ehemalige Nationalmannschafts-Helden können in unserem Eishockey nichts mehr bewegen. Unser Eishockey ist zu gut geworden. Selbst eine ruhmreiche Vergangenheit im Wert von mehr als 15 Millionen Dollar zeigt keine Wirkung mehr. 

Der Respekt vor diesen aussergewöhnlichen Spielerpersönlichkeiten verbietet jegliche Form von Kritik oder gar Häme. Sagen wir es so: Martin Gerber, bereits mit Vertrag für nächste Saison, ist zurzeit nicht in der Lage, die Kloten Flyers aus der Krise zu hexen. Und David Aebischer hat bei Thurgau nur einen Lückenbüsser-Vertrag bis Ende November der nicht verlängert wird. Er trainiert mit Thurgau und hat wegen einer Verletzung von Stammgoalie Dominic Nyffeler (21) ausgeholfen. In Langnau musste er auf die Ersatzbank. Weil der junge HCD-Goalie Janick Schwendener (22) Spielpraxis brauchte. 

28.01.2014; Zuerich; Eishockey NLA - ZSC Lions - Lakers; David Aebischer (Lakers) (David Kuendig/freshfocus)

David Abesicher: Quo vadis? Bild: David Kuendig/freshfocus

Ein Stanley Cup-Sieger in der NLB nur noch auf der Ersatzbank – eigentlich verrückt. «Nein» sagt David Aebischer. «Die Abmachung mit Thurgau ist so, dass ich nur aushelfe, wenn keiner der jungen Goalies einsatzfähig ist. Das ist okay für mich.» Was er nach Ablauf des Aushilfevertrages mit Thurgau ab Anfang Dezember machen wird, weiss er noch nicht. Er will einfach spielen. Unbedingt. 

Diese Saison und auch nächste Saison. «Wenn möglich irgendwo in einer höchsten Spielklasse». Er ist der ewige, der leidenschaftliche Spieler. Nur weil er das ist, konnte er der erste Schweizer Dollarmillionär in der NHL, der erste Schweizer Stanley Cup-Sieger und der Nachfolger von Patrick Roy werden. Wahre Grösse eines Spielers zeigt manchmal auch nach dem Abgang von der grossen Bühne. 

Die Parallelen 

Martin Gerber wir am gleichen Abend, an welchem Davis Aebischer nur NLB-Ersatz ist, in Kloten ausgewechselt. Die Kloten Flyers mahnen in besorgniserregender Art und Weise an den SC Bern der letzten Saison. 

Die Kloten Flyers sind als Vorjahresfinalist als Titelanwärter in die Saison gestartet. Wie Meister SC Bern vor einem Jahr. 

Die Kloten Flyers haben schwache Leistungen in der Saisonvorbereitungen unterschätzt. Wie der SC Bern vor einem Jahr. Martin Gerber ist nicht in Form, aber ein zäher Kämpfer. So wie Marco Bührer vor einem Jahr in Bern.  

Trainer Felix Hollenstein hat enorme Verdienste und steht ausserhalb jeder Kritik. Wie Meistertrainer Antti Törmänen vor einem Jahr in Bern. 

Kloten Flyers Cheftrainer Felix (Fige) Hollenstein waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem SC Bern am Dienstag, 18. November 2014, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Felix Hollenstein treibt seine Spieler an. Bild: KEYSTONE

Leitwolf Peter Mueller, im Vorjahr Liga-Torschützenkönig, ist ausser Form. Wie Byron Ritchie vor einem Jahr in Bern. 

Der Routinier Michael Liniger, vor einem Jahr noch überragend, kann die Mannschaft nicht mehr führen. Wie vor einem Jahr Ivo Rüthemann in Bern.  

Zu viele Stars spielen nicht ihr bestes Hockey. Wie vor einem Jahr beim SC Bern. Die Bilanz: Unter Trainer Tomas Tamfal hatte Kloten zum gleichen Zeitpunkt der Saison acht Punkte mehr. Kein Zyniker, wer jetzt sagt: Die Leistungskultur aus den Zeiten von Ex-Präsident Jürg Bircher gibt es inzwischen nicht mehr. 

Die Kloten Flyers stecken mit der teuersten Mannschaft ihrer Geschichte in der Krise. Der SC Bern hatte zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr 27 Punkte, stand auf Platz 8 und musste am Ende in die Abstiegsrunde. Die Kloten Flyers haben jetzt 24 Punkte und stehen auf Rang 10. Aber sie haben genug Erfahrung und Substanz, um aus dieser Krise herauszukommen. Vielleicht liegt gerade darin das Problem: Das Argument «es wird schon noch kommen» verhindert Personalentscheide, die möglicherweise notwendig wären. Bis es zu spät ist. Wie beim SC Bern vor einem Jahr.  

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