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Ambri's player Samuel Guerra celebrate the victory at the end of the game game of National League Swiss Championship 2018/19 between HC Ambri Piotta and HC Lugano, at the ice stadium Valascia in Ambri, Switzerland, Friday, February 15, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

In Ambri wäre der Playoff-Jubel definitiv am grössten. Bild: TI-PRESS

Eismeister Zaugg

Hochspannung im Playoff-Kampf – nur Ambri hat nichts zu verlieren ...

Was wird dort los sein, wo die Playoffs doch noch verpasst werden? Die beste Unterhaltung hätten wir – wie könnte es anders sein – bei den ZSC Lions. Eine nicht immer ganz ernst zu nehmende Übersicht.



Lausanne (77 Punkte), Biel (76) und Langnau (75) sind theoretisch noch nicht durch, werden es aber in die Playoffs schaffen. Die Frage ist lediglich, auf welcher Position und gegen welchen Gegner sie diese bestreiten werden.

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bild: screenshot srf

Servette (66 Punkte) hat zwar weiterhin theoretische Chancen, wird jedoch scheitern. Aber was passiert eigentlich in Zürich, Lugano, Fribourg oder Ambri, wenn es am Ende doch nicht reicht? Einer aus dem Quartett wird nämlich auf der Strecke bleiben.

6. Ambri, 73 Punkte

Restprogramm: Davos (h), Zug (a), Lakers (h)

Ambri hat von den vier «Playoff-Zitterclubs» am wenigsten zu verlieren. Nämlich gar nichts. Ja, ein Versagen im Kampf um die letzten Playoffplätze würde den «Mythos Ambri» nur noch heller erstrahlen lassen. Dramatisches Scheitern gehört zur DNA dieser Hockeyfirma und ist eines der Geheimnisse ihrer «unzerstörbaren» Popularität. Ein Verpassen der Playoffs im letzten Moment würde über den Sommer viel mehr Gesprächsstoff hergeben als eine Playoff-Qualifikation und sowieso besser zum Selbstverständnis «wir leiden, also sind wir» passen.

Weder Trainer Luca Cereda noch Sportdirektor Paolo Duca oder ein Spieler würden über den Tag hinaus kritisiert oder gar in Frage gestellt. Weil alle alles richtig gemacht haben und es ein Wunder ist, dass Ambri so lange um die letzten Playoffplätze mitzuspielen vermochte.

HC Ambri-Piotta Cheftrainer Luca Cereda im vierten Eishockey Spiel des Playout-Final der National League zwischen dem EHC Kloten und dem HC Ambri-Piotta am Montag, 2. April 2018, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Egal, wie es ausgeht – Ambri-Trainer Cereda hat alles richtig gemacht. Bild: KEYSTONE

7. Lugano, 72 Punkte

Restprogramm: Zug (h), Davos (a), Bern (h)

Für Lugano hätte ein Scheitern keine finanziellen Folgen. Die Vorsitzende und Milliardärin Vicky Mantegazza sichert die wirtschaftliche Existenz ab. Es geht «nur» um Lob und Pries – und um das Verhindern der ultimativen Schmach: Ambri in den Playoffs, aber Lugano nicht. Eigentlich müsste ein Scheitern zu einer sportlichen Neuorientierung, zu einem «House Cleaning» führen. Ein Trainerwechsel – er kommt so oder so – würde nicht genügen.

Ach, wäre Vicky Mantegazza so gut beraten wie einst Zarin Katharina die Grosse von Fürst Grigory Potemkin. Dann wäre Lugano jedes zweite Jahr Meister. Aber an ihrer Seite hat sie Sportchef Roland Habisreutinger. Verpasst Lugano zum dritten Mal seit dem letzten Titel von 2006 die Playoffs, dann sehen sich die Kritiker bestätigt, die sagen, in unserem Hockey sei noch nie so viel Geld so miserabel gemanagt worden wie während der seit 2009 währenden «Ära Habisreutinger» in Lugano.

Die Praesidentin des HC Lugano, Vicky Mantegazza, links, und dem Team Sportdirektor, Roland Habisreutinger, beobachten das erste Training des HCL nach der heutigen Pressekonferenz an der die sofortige Freistellung des Headcoachs Patrick Fischer und seines Assistenten Peter Andersson bekannt gegeben wurde, am Donnerstag, 22. Oktober 2015, in Lugano. Der Tessiner HC Lugano ist NLA-Tabellenletzter und bleibt mit fuenf Siegen aus den ersten 15 Runden deutlich unter den Erwartungen. (KEYTONE/Gabriele Putzu)

Wenn Lugano die Playoffs verpassen sollte, wird auch im Südtessin eine frostige Atmosphäre herrschen. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

8. ZSC Lions, 71 Punkte

Restprogramm: Bern (a), Lakers (h), Servette (a)

Die ZSC Lions wären nach dem SCB (im Frühjahr 2014) der zweite Meister, der die Playoffs verpasst. Der SCB war schon zwei Jahre nach dieser Schmach 2016 wieder Meister. Die ZSC Lions würden sich ähnlich schnell erholen. So oder so muss Sportchef Sven Leuenberger – er würde im Falle eines Scheiterns nicht des Amtes enthoben – seine Ausländerpositionen auf nächste Saison besser besetzen.

Würden die Playoffs verpasst, dann käme es zu einer höchst vergnüglichen Trainerdiskussion: trotz allem Kulttrainer Arno Del Curto behalten? Warum im Falle eines Falles nicht die Fans beim letzten Heimspiel in der Abstiegsrunde zur Frage «Arno behalten – Ja oder Nein» abstimmen lassen? Sportchef Sven Leuenberger könnte sich nächste Saison, wenn es nicht gut kommt, die Hände in Unschuld waschen wie einst Pontius Pilatus und sagen: «Ihr habt es so gewollt».

Zuerichs Cheftrainer Arno Del Curto, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League A zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions, am Samstag, 23. Februar 2019, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Wie weiter? Mit oder ohne Del Curto? Bild: KEYSTONE

9. Fribourg, 71 Punkte

Restprogramm: Servette (h), Lausanne (a), Zug (a)

Das Verpassen der Playoffs wäre ein grandioses Scheitern von Sportdirektor Christian Dubé. Er hat den Vertrag mit Trainer Mark French leichtsinnigerweise vorzeitig bis 2021 verlängert und seinen eigenen sogar bis 2023. Eine Entlassung des famosen Führungsduos wäre nötig, aber gar nicht finanzierbar. Falls die Playoffs verpasst würden, wäre also schon aus finanziellen Gründen kein personelles Erdbeben zu erwarten.

Zum Mythos Gottéron gehört sowieso dramatisches Scheitern. Und es würde nicht schwer fallen, aus dem Scheitern ein trotziges «Wir-Gefühl» («Wir allein gegen die alemannische Liga-Mafia») zu entfachen. Im Falle eines Versagens würden wohl kurzweilige Verschwörungstheorien ins Kraut schiessen und als Gründe unter anderem die vielen ungerechtfertigten Bussen gegen «Neymar» Killian Mottet, die permanente Benachteiligung durch die «Schiedsrichter-Mafia», je nach Resultaten geheime Absprachen zwischen den deutschschweizer Klubs und viel Verletzungspech genannt.

Christian Dube, Sportchef, spricht wahrend einer Medienkonferenz von HC Fribourg Gotteron, am Dienstag, 1. Mai 2018 in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Zu teuer, um entlassen zu werden? Gottéron-Sportchef Dubé hat dennoch viel zu verlieren. Bild: KEYSTONE

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