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Kloten Flyers Verteidiger Pascal Mueller waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos (HCD) am Freitag, 21. Dezember 2012, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Pascal Müller gab schon als Spieler alles für Kloten – wenn auch nur für eine halbe Saison. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Nach dem Angebot des Rivalen der Absturz? Kevin Schläpfer als Warnung für Pascal Müller

Pascal Müller hätte auch Sportchef der ZSC Lions werden können. So wie Kevin Schläpfer Nationaltrainer. Endet der «Fall Müller» wie der «Fall Schläpfer»?



Hin und wieder kommt eine Chance, die möglicherweise nie wiederkehren wird. Kevin Schläpfer hätte im Herbst 2015 Nationaltrainer werden können. Er verzichtete unter Tränen auf seinen Traumjob, blieb in Biel. Kevin Schläpfer blieb in Biel, weil ihn die Bieler unbedingt behalten wollten – und scheiterte.

Vom Tag an, an dem das Interesse des Verbandes öffentlich wurde, war in Biel nichts mehr so wie es vorher war. Heute ist er arbeitslos. Keine Frage: er wäre ein guter Nationaltrainer geworden. Patrick Fischer ist nun Nationaltrainer.

Das schreibt Eismeister Zaugg über den neuen Job von Sven Leuenberger:

Pascal Müller hätte Sportchef der ZSC Lions werden können. Kloten wollte ihn nicht ziehen lassen. Er bleibt. Keine Frage: er wäre ein guter ZSC-Sportchef geworden. Sven Leuenberger ist nun Sportchef der ZSC Lions.

Abgang wäre möglich gewesen

Es gibt eine Parallele: beide, Kevin Schläpfer und Pascal Müller, hätten rein juristisch die neue Herausforderung problemlos auch gegen den Willen von Biel bzw. Kloten annehmen können. Sie hätten zwar «zur Unzeit» (so die Sprache der Juristen) ihre Arbeitgeber verlassen. Aber die Folgen wären, wenn denn Biel bzw. Kloten geklagt hätten, minimal gewesen, im Kostenrahmen von einem bis zwei Monatslöhnen. Wenn überhaupt.

Der Eishockey Trainer des EHC Biel, Kevin Schlaepfer, wischt mit der Hand ueber sein Gesicht am Donnerstag, 15. Oktober 2015, in einer Medienkonferenz in der Tissot Arena in Biel ueber seine berufliche Zukunft. Der Schweizer Eishockeyverband Swiss Ice Hockey hat in den letzten Tagen mit Schlaepfer Gespraeche ueber den Posten als Nationaltrainer gefuehrt, obwohl er noch in einem bis 2018 laufenden Vertrag mit dem EHC Biel gebunden ist. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Unter Tränen verzichtete Schläpfer auf das Amt des Nationaltrainers. Bild: KEYSTONE

Weder Biel noch Kloten hatten eine juristische Möglichkeit, einen Wechsel zu verhindern. Aber beide hatten bzw. haben ein sehr hohes Interesse daran, einen tüchtigen Arbeitnehmer zu behalten. Kevin Schläpfer war, als das Angebot vom Verband kam, noch ein «Hockeygott» in Biel. Pascal Müller hat in Kloten als Sportchef mit einem minimalen Budget ein Maximum herausgeholt. Kevin Schläpfer und Pascal Müller suchten keinen neuen Job. An beide ist eine neue Herausforderung, ein grosser Karriereschritt herangetragen worden.

Die Beispiele von Kevin Schläpfer und Pascal Müller zeigen auf, warum in Nordamerika nicht nur Spieler, sondern auch Trainer oder Manager mit laufenden Verträgen nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis des aktuellen Arbeitgebers kontaktiert werden dürfen.

Bob Hartley hat beispielsweise keinen Telefonanruf von interessierten NHL-Klubs ohne Einverständnis von ZSC-Manager Peter Zahner entgegengenommen. Er hat dann die ZSC Lions tatsächlich nach einem Jahr (und einem Titel) verlassen. Allerdings halten die NHL-Macher diese Regelung gegenüber europäischen Klubs nicht immer ein.

Held oder Sündenbock

Trainer und Sportchefs (Manager) arbeiten auf einer sturmumtosten Kommandobrücke. Helden im Erfolg, Sündenböcke im Misserfolg und selten gibt es eine differenzierte öffentliche Wahrnehmung. Absolute Loyalität setzt das Publikum voraus, der andere Klub ist der «Feind» und schnell gerät einer in den Ruch des «Verrates», wenn er in Kontakt und Zusammenhang mit einem Konkurrenten gebracht wird. Spielern werden Wechselgerüchte während laufenden Verträgen verziehen. Trainern und Sportchefs weniger.

CAPTION CORRECTION: VORNAME PETER ZAHNER --- ZSC Lions CEO Peter Zahner strahlt nach dem Ja des Stimmbuergers der Stadt Zuerich fuer ein neues Eishockeystadion der ZSC Lions im Zuercher Stadthaus am Sonntag, 25. September 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Peter Zahner bewies im «Fall Müller» Fingerspitzengefühl. Bild: KEYSTONE

In diesem Zusammenhang gibt es einen grossen Unterschied zwischen den Fällen Schläpfer und Müller: der Verband hatte Kevin Schläpfer hinter dem Rücken der Bieler Führung angefragt und entsprechend gross war dann das Theater. ZSC-Manager Peter Zahner hatte hingegen erst bei Klotens Präsident Hans-Ueli Lehmann gefragt, ob er mit Pascal Müller verhandeln dürfe.

Der Ritterschlag für Müller

Das Interesse der ZSC Lions ist ein Ritterschlag für Pascal Müller und Zeichen dafür, wie sehr seine Arbeit geschätzt wird. Das Interesse der ZSC Lions am Sportchef des EHC Kloten ist auch legitim. Nun bleibt Pascal Müller Sportchef in Kloten und wie Kevin Schläpfer damals erst einmal Trainer in Biel geblieben ist.

Droht Pascal Müller nun das gleiche Schicksal wie Kevin Schläpfer?

Nimmt nun in Kloten alles wieder seinen gewohnten Lauf? Nein. Der Flirt mit den ZSC Lions wird Pascal Müller eher früher oder später wieder einholen. Wenn es nicht läuft, wenn ein Transfer (ein ausländischer Spieler) nicht die erhoffte Wirkung erzielt, dann wird es nicht an Kritikern fehlen, die daran erinnern, dass da mal was mit den ZSC Lions, dem Erzrivalen war.

Je cooler Pascal Müller und sein Präsident dann reagieren, desto eher bleibt ihm ein ähnliches Schicksal wie jenes von Kevin Schläpfer erspart. Von Spielertausch- und transfergeschäften mit den ZSC Lions sollte sich Pascal Müller in den nächsten Monaten allerdings hüten wie der Teufel vor dem geweihten Wasser.

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