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Sean Simpson, right, head coach of Switzerland national ice hockey team, instructs his players during a training session, at the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships, in Minsk, Belarus, Thursday, May 15, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Bild: KEYSTONE

Wegweisendes Spiel für die Hockey-Nati

Das vergessene Erbe von Simon Schenk – wenigstens kann Brunner gegen Finnland spielen

Wir haben seit unserer Rückkehr in die WM 1998 alle Gegner gebodigt. Nur die Finnen noch nie. Wenigstens kann Damien Brunner heute spielen.

Damien Brunner ist unser wirkungsvollster Stürmer. Deshalb war die Abwesenheit des NHL-Stürmers (New Jersey) beim Donnerstags-Training das Thema. Sean Simpson sagte, er habe Brunner eine Pause gewährt, liess dessen Einsatz im Spiel gegen Finnland offen. Erst am Abend gab der Nationaltrainer Entwarnung: «Ja, Brunner kann gegen Finnland spielen.»

Switzerland's Damien Brunner waits, during a training session, one day before starting the game of the IIHF 2014 World Championship at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Thursday, May 8, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Damien Brunner wird gegen die Finnen stürmen. Bild: KEYSTONE

Der 2:0-Sieg der Finnen gegen Weissrussland lichtet sich der Nebel und die Ausgangslage wird klar: Wenn die USA am Nachmittag gegen Kasachstan gewinnen und die Schweiz anschliessend gegen Finnland nach 60 Minuten verliert – also nicht mindestens einen Punkt holt – , dann erreichen die Eisgenossen die Viertelfinals nicht mehr. Sie müssen dann mit einem Sieg gegen Kasachstan wenigstens den Klassenerhalt sichern.

Finnland tritt mit 15 WM-Neulingen und nur drei NHL-Profis an – so wenigen wie noch nie in der Neuzeit. Allerdings ist der wichtigste Einzelspieler ein NHL-Star. Torhüter Pekka Rinne (Nashville) hat gegen Deutschland (4:0) und Weissrussland (2:0) zweimal hintereinander keinen Gegentreffer kassiert.

Finland's goalie Pekka Rinne saves his net during a preliminary round group B game Finland vs Belarus of the IIHF International Ice Hockey World Championship in Minsk on May 15, 2014.   AFP PHOTO / ALEXANDER NEMENOV

NHL-Star Pekka Rinne ist in Topform. Bild: AFP

Auf Damien Brunner, den wirkungsvollsten Stürmer, kann die Schweiz also erst recht nicht verzichten. Gegen Finnland hat sie in der Neuzeit bei Titelturnieren noch kein Rezept gefunden und bei der WM 2012 in Helsinki 2:5, 2007 in Moskau 0:2, beim olympischen Turnier 2006 in Turin 0:5 und bei der WM 1991 in Finnland 1:6 verloren.

Nur gegen Finnland fehlt der Sieg

Inzwischen hat die Hockey-Nati seit 1998 alle Grossen im Rahmen einer WM besiegt. Die Schweden, die Kanadier, die Tschechen und mehrmals sogar die Russen und die Amerikaner. Nur gegen die Finnen hat sie keinen Weg zum Sieg gefunden. 

Zufall oder Hockey-Logik? Wahrscheinlich Zufall. Denn die Finnen pflegen einen Lauf- und Tempostil, welcher der Schweiz eigentlich besser liegt als das etwa das defensiv schlaue Spiel der Schweden oder Tschechen.

Kevin Romy of Switzerland (L) scores the second goal for his team past the Finnish goalkeeper Mikael Vuorio as Finnish and Swiss teams met on Monday, 22 December 2003 in a rehearsal game prior to the opening of the Under 20 Ice hockey World Championship on coming Friday.  EPA/HEIKKI SAUKKOMAA FINLAND OUT

Gegen Finnland gibt es für die Schweiz selten etwas zu feiern. Kevin Romys Treffer 2003 bildet eine Ausnahme. Bild: EPA LEHTIKUVA

Die Schweiz und Finnland sind die einzigen Hockeynationen, die seit dem 2. Weltkrieg den Aufstieg aus der internationalen Bedeutungslosigkeit zu WM-Medaillen geschafft haben.

Nationaltrainer Simon Schenk, hier am 15. April 1997 beim Spiel gegen Polen (Doppelbelichtung), ist am Freitag , 2. Mai 1997, von der Nationalmannschafts-Kommission und der Geschaeftsleitung des Verbandes abgesetzt worden.Ê(KEYSTONE/Michael Kupferschmidt)

Simon Schenk weiss, wie man die Finnen schlägt. Bild: KEYSTONE

Der letzte Sieg der Schweiz im Rahmen eines WM-Turniers datiert vom 11. April 1972 in Prag. Damals besiegte die Hockey-Nati Finnland 3:2 und stieg trotzdem ab. Den letzte Sieg an einem Titelturnier feierte die Schweiz im ersten Spiel des olympischen Turniers von 1988 in Calgary. Nationaltrainer Simon Schenk coachte seine Spieler zu einem sensationellen 2:1 über den späteren Silbermedaillen-Gewinner Finnland – die Finnen holten in Calgary damals ihre erste Medaille überhaupt. Im Tor stand Richard Bucher, den Siegestreffer buchte Köbi Kölliker.

Simon Schenk, heute Sportchef der GCK Lions, wüsste also wie man Finnland besiegt. Aber wir haben sein Erbe vergessen.



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