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EHC Kloten Stuermer Denis Hollenstein auf der Bank waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Kloten und dem HC Fribourg-Gotteron am Dienstag, 20. Dezember 2016, in der SWISS Arena in Kloten. (PPR/Patrick B. Kraemer)

Denis Hollenstein hat nicht gelogen, er sagt nur die Vertrags-Wahrheit. Bild: PPR

Eismeister Zaugg

«Fall Hollenstein» – die Vertragsklausel, die Kloten noch teuer zu stehen kommt

Denis Hollenstein hat nicht gelogen. Er hält sich nur ans Drehbuch der Zürcher Hockey-Niederdorfoper.



Seit Wochen ist der Deal gemacht. Denis Hollenstein, der «Lohn-Leitwolf» des EHC Kloten, wechselt per Ende Saison ins Hallenstadion. Aber es gibt bis heute keine offizielle Bestätigung. Nicht vom EHC Kloten, nicht von den ZSC Lions, nicht von Denis Hollenstein, nicht von einem Mitglied der Klotener Transferkommission, bestehend aus Peter Lüthi, Beat Equilino, Felix Hollenstein und Kevin Schläpfer.

Der neue Besitzer des EHC Kloten Hans-Ulrich Lehmann spricht an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 2. Mai 2016, in Glattfelden. Der Zuercher Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann hat sich mit den bisherigen Eigentuemern des Traditionsklubs, der nordamerikanischen Gruppe

Kloten-Präsident Hans-Ulrich Lehmann will, dass der Hollenstein-Transfer erst Ende Saison vermeldet wird. Bild: KEYSTONE

Wenn es diese Situation nicht gäbe, man müsste sie erfinden. Klotens Präsident und Besitzer Hans-Ulrich Lehmann verdient einen Medien-Förderpreis. Mit seiner Hockey-Niederdorfoper («Dä Lehmä het dr Denis verchauft, dä Lehmä wott, das öppis lauft») liefert er nun schon wochenlang Stoff. Alle paar Tage kann sich profilieren, wer vermeldet, der Deal sei «fix».

Equilino krank geschrieben

Der EHC Kloten kommt nicht zur Ruhe. Laut einem Bericht der «NZZ» ist Beat Equilino, Medienchef und seit einigen Wochen auch Team-Manager, für unbestimmte Zeit krank geschrieben. Zudem hätten mehrere Angestellte des National-League-Tabellenletzten die Kündigung eingereicht. Klubpräsident Hans-Ulrich Lehmann, der einen rigorosen Sparkurs fährt, war in den vergangenen Tagen für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (sda)

Vorläufiger Höhepunkt ist die Aussage von Denis Hollenstein, er gedenke den Vertrag mit Kloten zu erfüllen. Dieser Vertrag läuft bis zum Ende der Saison 2019/20. Bleibt er am Ende doch in Kloten?

Nein, wird er nicht. Aber jene, die Klotens «Operetten-Leitwolf» der Lüge bezichtigt haben, sollten sich schämen und sich entschuldigen. Denis Hollenstein erfüllt tatsächlich den Vertrag Buchstaben getreu. Teil des Transferdeals mit den ZSC Lions ist nämlich, dass es vor Saisonende keine offizielle Bestätigung geben darf. Hans-Ulrich Lehmann hat sozusagen eine Geheimhaltungsklausel durchgesetzt. Wenn also Denis Hollenstein sagt, er erfülle den Vertrag, dann sagt er die Wahrheit.

Das ist typisch für einen Präsidenten, dem als Neuling in diesem Geschäft die Gänge und Läufe der Hockey-Kultur nicht vertraut sind. Auf den ersten Blick scheint es logisch, dass es für eine Mannschaft in einer kritischen Situation besser ist, wenn offen bleibt, ob der teuerste Spieler bleibt oder geht

EHC Kloten Stuermer Morris Trachsler, Mitte, und seine Mitspieler sind enttaeuscht nach der 1-2 Niederlage im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und Geneve-Servette HC am Freitag, 13. Oktober 2017, in der SWISS Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Wie sehr belastet das Transfer-Theater um Hollenstein die Klotener Mannschaft? Bild: KEYSTONE

In Tat und Wahrheit wird auf diese Art und Weise eine Mannschaft auf gefährliche Weise von innen heraus geschwächt: jeder weiss ja doch, wie es ist und weil es keine offizielle Bestätigung gibt, hängt die ganze Geschichte ständig wie Schwefelgeruch in der Luft und sorgt für Unruhe. Diese Geheimhaltungs-Klausel kann Kloten noch teuer zu stehen kommen.

Längst hat sich gezeigt, dass es besser ist, klar und wahr zu transferieren. Ist ein Deal gemacht, wird er bestätigt. Es folgt ein kurzes Schnattern in den Medien – und dann ist das Thema vergessen. Bestes Beispiel dafür ist die vorzeitige Vertragsunterschrift von Leonardo Genoni beim SC Bern im Herbst 2015 für einen Transfer im Frühjahr 2016. Gleich nach nachdem die Tinte unter dem Kontrakt trocken war, bestätigte der SC Bern den Deal. Und Leonardo Genoni war für den HC Davos ungleich wichtiger als Denis Hollenstein für Kloten.

Immer mehr gilt: der EHC Kloten ist näher dran, in der Swiss League das Farmteam der Rapperswil-Jona Lakers zu werden, als die Playoffs zu erreichen.

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