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Die Zuercher Ryan Shannon, 2. von links, und Andri Stoffel, rechts, sowie die Davoser Dario Simion, links, und Perttu Lindgren, 2. von rechts, kaempfen um den Puck, im Eishockeyspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos, am Sonntag, 12. Oktober 2014, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der Spitzenkampf endete zu Gunsten der Zürcher. Die ZSC Lions lieferten gestern ein nahezu perfektes Spiel.  Bild: KEYSTONE

Das beste Spiel der Saison

Eismeister Zaugg

Ein grandioser Titanenkampf Mensch gegen Maschine

Davos verliert in Zürich gegen die ZSC Lions erstmals nach 60 Minuten (1:4). Es war das bisher beste Spiel der laufenden Saison.



Um den grossen HCD nach neun Siegen in Serie zu bodigen und vom ersten Platz zu verdrängen brauchte es ein grosses Spiel und grosse ZSC Lions.

Dieser grandiose Kampf der Titanen lässt sich auf einen Nenner bringen: Mensch gegen Maschine. Nun mag es ein bisschen befremdlich tönen, wenn Hockeyspieler mit Maschinen gleichgesetzt werden. Aber in diesem Fall ist der Vergleich statthaft.

Die Lions trotz Ausfällen unwiderstehlich 

Eine Maschine ist so konstruiert, dass einzelne Teile ausgewechselt werden können ohne dass die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt wird. Beim Meister fehlten gleich mehrere zentrale Teile: Torhüter Lukas Flüeler und von den fünf ausländischen Spielern waren nur zwei einsatzfähig. In Normalfall funktioniert eine Mannschaft nach solchen Ausfällen nicht mehr. Und an einen Sieg in einem Spitzenkampf ist schon gar nicht mehr zu denken.

epa04436271 Goalkeeper Lukas Flueler of ZSC Lions Zurich in action during the Champions Hockey League group B match between Vienna Capitals and ZSC Lions Zurich in Vienna, Austria, 7 October 2014.  EPA/HERBERT NEUBAUER

Torhüter Lukas Flüeler fehlte gestern im Spitzenkampf. Eigentlich ist er unersetzlich. Eigentlich ... Bild: EPA/APA

Aber die ZSC Lions spielten so als wäre nichts passiert. Als wären sie vollzählig. Trainer Marc Crawford stellte mit Niklas Schlegel (20) die nominelle Nummer vier hinter Lukas Flüeler, Urban Leimbacher und Luca Boltshauser ins Tor. Niklas Schlegel kam, sah und siegte, wehrte 32 Schüsse ab und beendete die Partie mit einer fabelhaften Fangquote von 96,97 Prozent.

Wohl nichts zeigt so sehr die Stärke dieser Organisation wie dieser Einsatz: Niklas Schlegel ist in der Nachwuchsorganisation der ZSC Lions ausgebildet worden. Er kam gestern zu seinem ersten NLA-Einsatz, weil er am Vorabend in Visp im Tor des Farmteams (GCK Lions) beim 3:4 n.V famos gehalten hatte. Auch deshalb sagte ZSC-Trainer Marc Crawford: «Es ist ein grosser Sieg für unsere Organisation.»

12.10.2014; Zuerich; Eishockey NLA - ZSC Lions - HC Davos; Torhueter Niklas Schlegel (ZSC) (Patrick Straub/freshfocus)

Der 20-jährige Niklas Schlegel kommt bei seinem NLA-Debüt auf eine Fangquote von 96,97 Prozent.  Bild: Patrick Straub/freshfocus

Der HCD nicht schlecht, aber dennoch chancenlos

Der HCD kassierte seine erste Niederlage nach 60 Minuten überhaupt in dieser Saison. Die Bündner hatten nur das Startspiel gegen Zug 1:2 n.P. verloren. Die 1:4-Niederlage in Zürich war zwingend. Das sagt viel über die Qualität der ZSC Lions aus. Denn dieser HCD hätte mit der sonntäglichen Leistung wahrscheinlich gegen jeden anderen Gegner mindestens einen Punkt geholt.

Die ZSC Lions besiegten diesen grossen Gegner durch die nahezu perfekte Kombination von Tempo, Wucht, Talent, Präzision, Disziplin und Energie. «Wir hatten so viel Energie und wir haben die Energie aus so vielen Quellen bekommen. Eine davon war unser junger Goalie.» So sagte es Trainer Marc Crawford.

12.10.2014; Zuerich; Eishockey NLA - ZSC Lions - HC Davos; Simon Kindschi (L, Davos) gegen Chris Baltisberger (R, ZSC) (Francoise Ducrey/freshfocus)

Der HCD tauchte erst zum zweiten Mal in dieser Saison. Bild: Francoise Ducrey/freshfocus

HCD und ZSC Lions Topfavoriten aufs Playoff-Finale

Es war das beste weil intensivste Spiel dieser Saison überhaupt. Beide Teams suchten bei jeder Aktion wenn immer möglich eine konstruktive, offensive Lösung. Es gab keine destruktive Defensive. Deshalb war das Tempo so hoch, das Spektakel so gross und das Niveau so hoch.

Viel besser als die ZSC Lions gestern kann ein NLA-Team nicht mehr spielen. Die etwas weniger gute Mannschaft hat verloren. Und es wird für beide nicht einfach sein, diese Leistung am Dienstag in Zug (ZSC) beziehungsweise in Kloten (Davos) zu wiederholen.

Eine Meisterschaft ist noch nie im Herbst gewonnen worden. Aber wer auf ein Playoff-Finale ZSC Lions gegen Davos wettet, riskiert wenig.

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