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Ambri erkämpft sich zum Saisonstart im Hallenstadion einen Punkt.
Ambri erkämpft sich zum Saisonstart im Hallenstadion einen Punkt.Bild: PPR
Eismeister Zaugg

Ein neues Ambri bricht den «Fluch des schwarzen Mittwochs»

Ambri verliert im Hallenstadion gegen die ZSC Lions erst in der Verlängerung 1:2 und beeindruckt mit einer grossen Leistung. Für die Zürcher ist der Punktverlust unerheblich.
08.09.2016, 09:0008.09.2016, 09:09

Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen

Welch ein Drama! Welch ein Finale! 72 Sekunden vor Schluss nimmt Hans Kossmann ein Timeout und holt Torhüter Sandro Zurkirchen vom Eis. Fünf Sekunden später trifft Matt D’Agostini zum himmelhoch verdienten 1:1. Ein mutiges, ein cleveres, ein grosses Ambri wird zwar in der Verlängerung das Spiel bereits nach 20 Sekunden 1:2 verlieren. Aber es gewinnt einen Punkt und bricht den Fluch des «schwarzen Mittwochs».

Die neuen Ausländer in der NLA

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quelle: keystone/ti-press / samuel golay
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«Schwarzer Mittwoch»? Ein kurzer Blick zurück lohnt sich und zeigt, wie hoch Ambris Punktgewinn zu bewerten ist. Dreimal haben die ZSC Lions bisher die Saison vorzeitig am Mittwoch im Hallenstadion eröffnet. Dreimal haben die Zürcher gewonnen und den Verlierer in eine Depression gestürzt. Dreimal stand beim Verlierer am Ende der Saison nicht mehr der gleiche Trainer an der Bande wie beim Eröffnungsspiel im Hallenstadion.

Am Mittwoch, 12. September 2012, verlieren die SCL Tigers im Hallenstadion die Premiere 1:3 – und am Ende der Saison steigen sie ab.

Am Mittwoch, 10. September 2014, besiegen die Zürcher die Lakers 4:1 – und die Lakers steigen im Frühjahr ab.

Am Mittwoch, 9. September 2015, triumphieren die ZSC Lions gegen den SC Bern 5:3 und die Berner erholten sich vom «schwarzen Mittwoch» erst Monate, eine Trainerentlassung und acht eingelöste Ausländerlizenzen später, als sie punktgleich mit Lausanne gerade noch die Playoffs schaffen – und Meister werden.

Ambri besser als der Meister

Nun hat Ambri den Mittwoch-Fluch gebrochen. Dass die Tessiner bei der Premiere besser waren als zuvor Langnau und die Lakers, ist keine Überraschung. Aber dass sie auch ganz klar besser waren als vor einem Jahr der spätere Meister SC Bern, ist schon bemerkenswert.

«Wer weiss, was wir aus einem frühen Vorsprung hätten machen können.»
Ambri-Trainer Hans Kossmann

Ambri beeindruckte unter der Führung eines leidenschaftlich kämpfenden Paolo Duca mit einem taktisch cleveren Auftritt. Der Aussenseiter spielte jederzeit auf Augenhöhe mit dem grossen Favoriten, wahrte die Ordnung und geriet nie in Panik. Die vielleicht grösste Überraschung: Alle vier Linien von Ambri waren konkurrenzfähig – das war so letzte Saison nie der Fall. Wir haben zum Saisonauftakt im Vergleich zum Vorjahr ein «neues», konkurrenzfähigeres Ambri gesehen.

Paolo Duca führt ein leidenschaftliches Ambri an.
Paolo Duca führt ein leidenschaftliches Ambri an.Bild: PPR

Eigentlich hätte der Aussenseiter mehr als einen Punkt herausholen können. In der Startphase vergaben Thibaut Monnet (nach einer Ping-Pong-Kombination mit Paolo Duca und Peter Guggisberg) und Eliot Berthon gute Chancen. Die Tessiner waren taktisch so clever und so diszipliniert, so mutig und so aktiv und in den Zweikämpfen so erfolgreich, dass sie eine frühe Führung mit ziemlicher Sicherheit in einen Sieg nach 60 Minuten umgewandelt hätten. Hans Kossmann trauerte diesen vergebenen Möglichkeiten nach. «Wer weiss, was wir aus einem frühen Vorsprung hätten machen können.» Letztlich war er aber mit dem Punktgewinn zufrieden.

Vertragspoker mit Torhüter Zurkirchen

Süss ist der Punktgewinn, aber letztlich bitter die Niederlage für Torhüter Sandro Zurkirchen. Er wehrte 93,55 Prozent der Schüsse ab und wurde zum besten Spieler seines Teams erkoren. Wenn ein Goalie im Hallenstadion in 60 Minuten nur einen Treffer zulässt, müssten seine Vorderleute eigentlich das Spiel nach 60 Minuten gewinnen.

Auf der Tribune sass auch Sandro Zurkirchens Agent Gaëtan Voisard und erläuterte die Vertragssituation. «Wir haben jetzt von Ambri eine konkrete Vertragsofferte über drei Jahre.» Von der Konkurrenz liege noch keine Offerte vor. Es gebe lediglich Anfragen aus Kloten und Lausanne. Man werde sich mit der Entscheidungsfindung Zeit lassen. Wenn sein Klient weiterhin so gut spielt wie gestern, wird Ambri womöglich die Offerte noch nachbessern müssen.

Sandro Zurkirchen im Ambri-Tor wurde zum «Man of the Match».
Sandro Zurkirchen im Ambri-Tor wurde zum «Man of the Match».Bild: KEYSTONE

Für Ambri ist der Herbst die entscheidende Phase der Meisterschaft. Nur mit Punktgewinnen in den ersten Partien kann die Mannschaft im Rennen um die Playoffs bleiben. Für die ZSC Lions sind Punkte im Herbst nicht so wichtig. Für die Playoffs reicht es sowieso. Trotzdem gefielen die Zürcher. Sie spielten taktisch gefälliges, nordisches Hockey mit guter Spielorganisation und sorgfältigem Umgang mit dem Puck. Die Partie war auf «stumpfem» Eis erstaunlich schnell und intensiv. Trotz des überraschenden Punktverlustes sind die ZSC Lions in besserer Verfassung als beim Saisonstart vor einem Jahr. Da spielt es auch keine Rolle, dass Inti Pestoni (letzte Saison noch Ambris Topskorer) eine diskrete Leistung zeigte.

Das wird alles neu in der National League A 2016/17

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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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weepee
08.09.2016 09:27registriert September 2015
Da muss ich dem Herrn Zaug - ausnahmsweise ;-) - recht geben, Ambri spielte in der Tat ein attraktives Eishockey und hatte immer wieder gute Chancen. Man merkte indes auch, dass die Automatismen (verständlicherweise) noch nicht in den Köpfen ist - aufgrund der immer wieder fehlenden Zuordnung vor allem beim Z't.
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Grinder
08.09.2016 11:45registriert Oktober 2015
Nach gerade mal lumpigen 60 Minuten und ein paar Sekunden schon ein solches Fazit zu ziehen, ist doch äuserst merkwürdig... Ob jetzt der Z so schwach weil Ambri so stark oder was auch immer ..
Lasst mal 10-15 Spiele laufen, dannach kann man eine erste Wasserstands Meldung geben und ein Schlüssiges Fazit ziehen.
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Die Nr. 35 der erfolgreichsten US-Sportler stirbt – nicht der Jockey, sondern sein Pferd
4. Oktober 1989: Eines der besten Rennpferde aller Zeiten stirbt. Secretariat war in vielerlei Hinsicht einzigartig: schnell, ausdauernd, ehrgeizig, schön, reich und fruchtbar. Und am Ende leider auch krank.

Soviel vorweg: Secretariat hat mit lahmer Bürokratie so wenig zu tun wie ein neuer Ferrari mit einem Trabi auf einem Schrottplatz in Jena. Secretariat ist nämlich pfeilschnell.

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