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Le coach du Geneve Servette HC, Chris McSorley, reagit, lors du 4eme match du quart de finale de play off du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Geneve Servette HC et le EV Zug, ce samedi 11 mars 2017 a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Wie weiter in Genf? McSorleys Ära bei Servette könnte zu Ende gehen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Wohin zieht es Chris McSorley: Nach Lugano, Lausanne oder in die NHL?

Nach dem kläglichen Scheitern gegen Zug (0:4 in den Playoff-Viertelfinals) zieht bei Servette die «Götterdämmerung» herauf. Neigt sich in Genf die «Ära Chris McSorley» dem Ende zu?



«Waterloo» für das welsche Hockey: Lausanne (gegen Davos) und Servette (gegen Zug) sind schmählich und ruhmlos ohne einen einzigen Sieg aus den Playoffs geflogen. Die Folgen könnten für Genf dramatisch werden.

Verlässt Chris McSorley Servette nach 16 Jahren? Die Frage ist gar erlaubt, ob nun in Genf die Hockey-Götterdämmerung heraufzieht und dem Eishockey das gleiche Schicksal wie dem Fussball droht – nämlich die Zweitklassigkeit.

Montandons Bonmot

Der flamboyante Kanadier mag zwar Gerüchte über seinen Abgang nicht betätigen und sagt, leicht resigniert: «Ich bin immer noch der beste Mann für den Job.» Wohl wahr. Zwar sagt der legendäre Gil Montandon, ein exzellenter Kenner des welschen Hockeys: «Die Friedhöfe dieser Welt sind voll von Menschen, die unersetzlich schienen. Es wird in Genf auch ohne Chris McSorley weitergehen.» Wenn er sich da nur nicht täuscht.

Wie bei keinem anderen Hockeyunternehmen im Land steht und fällt Servette mit einem Mann. Mit Chris McSorley. Auf und neben dem Eis. Er hat dieses Hockeyunternehmen 2001 in der NLB übernommen, mit Hilfe von amerikanischen Investoren aufgebaut und zum besten Sportunternehmen der Westschweiz entwickelt – die beste Nachwuchsorganisation des welschen Hockeys inklusive. Geht er, werden die Folgen gravierender sein als bei einem Abgang von Arno Del Curto in Davos oder von Marc Lüthi in Bern.

Servettes Cheftrainer Chris McSorley, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den HC Biel und dem Geneve-Servette HC, am Samstag, 4. Februar 2017, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Während einer gefühlten Ewigkeit tanzte in Genf alles nach McSorleys Pfeife. Bild: KEYSTONE

Das «Alphatier» kann kein «Betatier» sein

Das klägliche Scheitern gegen Zug steht durchaus im Zusammenhang mit seiner Desillusionierung. Inzwischen weiss McSorley, dass der Traum einer neuen Arena in Genf wohl für immer ein Traum bleiben wird. Dass es nicht möglich ist, in der Stadt Genf genügend Einnahmen zu erwirtschaften, um ein Spitzenteam zu finanzieren.

Die neuen kanadischen Investoren haben seine Position geschwächt: Sie beanspruchen jetzt das letzte Wort in allen Dingen. Aber ein «Alphatier» wie Chris McSorley funktioniert nicht als «Betatier». Gegen den Willen des Kanadiers holten die neuen Besitzer Captain Goran Bezina zurück. Der Verteidigungsminister hatte Servette im letzten Frühjahr im Unfrieden verlassen und diese Saison in der russischen KHL bei Zagreb verbracht.

Der «Krieger» hat resigniert

Der rasche Zerfall der Mannschaft, die Auflösung der Disziplin, die überbordenden Emotionen nach einer unglücklichen Startniederlage in Zug stehen im direkten Zusammenhang mit der internen Destabilisierung des Cheftrainers. Er liess die Dinge treiben. Der einstige «Krieger» in sportlichen Dingen hat resigniert.

Bereits wird die Frage gestellt: Wohin geht Chris McSorley? Der Bruder der NHL-Legende Marty McSorley ist in Nordamerika bestens vernetzt. Ein Job in der NHL ist durchaus möglich. Er hatte schon in der Vergangenheit verschiedene Möglichkeiten.

La deception des joueurs Genevois, lors du 4eme match du quart de finale de play off du championnat suisse de hockey sur glace de National League LNA, entre le Geneve Servette HC et le EV Zug, ce samedi 11 mars 2017 a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Lange Gesichter bei den Spielern: Servette scheiterte gegen Zug deutlich. Bild: KEYSTONE

Nach Lugano oder Lausanne?

In der Schweiz gibt es eigentlich nur zwei Destinationen: Erstens Lugano. Hier würde er, wenn ihm die Milliardärin Vicky Mantegazza freie Hand lässt, in drei Jahren ein Team zusammenstellen, das selbst das «Grande Lugano» der 80er-Jahre in den Schatten stellen würde. Dieses «Grande Lugano» (vier Titel in fünf Jahren) hatte der Schwede John Slettvoll aufgebaut – und ihm hatte Präsident Geo Mantegazza (der Vater der aktuellen Präsidentin) freie Hand gelassen.

Zweitens Lausanne. Möglich wäre eine Züglete zum Erzrivalen allerdings nur, wenn es dort nach dem ruhmlosen Scheitern gegen den HC Davos zu einem «Housecleaning» käme, also einer Neubesetzung aller wichtigen Positionen. Was bei weiterlaufenden Verträgen von Sportdirektor Jan Alston und Trainer Dan Ratushny eher unwahrscheinlich ist.

Lausanne kann das frühe Out besser verschmerzen

Lausannes Scheitern kommt nicht überraschend. Die Mannschaft hat noch keine sturmerprobte Playoff-Kultur. Die Leitwölfe wissen nicht, wie man Meisterschaften gewinnt. Etienne Froidevaux, der wichtigste Schweizer Spieler, war als Hinterbänkler Meister mit dem SC Bern. Aber als Leitwolf der SCL Tigers stieg er in die NLB ab. Ratushny ist ein charismatischer Bandengeneral und wer will, kann ihn durchaus als Westentaschenversion von Ralph Krueger rühmen. Aber bis heute hat er sich erst in Operettenligen (NLB/Olten, DEL/Straubing, EBEL/Salzburg) bewährt.

In Lausanne wird eine neue Arena gebaut. Dieses Hockeyunternehmen hat ein enormes Entwicklungspotenzial und das Scheitern gegen den HCD können wir mit dem Motto «reculer pour mieux sauter» («einen Schritt zurück, um dann umso weiter zu springen») durchgehen lassen. Aber Servettes Untergang gegen Zug könnte der Anfang vom Ende der Genfer Hockeykultur sein. Das «Waterloo» für den grossen Hockey-Feldherrn Chris McSorley.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lumina 22.03.2017 10:51
    Highlight Highlight Ganz einfach Herr Zaugg, den zieht es nirgendwo hin.

    Diese ganzen Wechsel/Abgangsgerüchte, werden sich letzten Endes, als nichts weiter als heisse Luft heraus stellen, genauso wie die "Ankündigung" Slava Bykov werde der neue Coach von ZSKA Moskau - alles Mumpitz!

    Man muss nicht mal Eishockey-Sachverständiger sein um zu erkennen, dass Chris McSorley, trotz der deutlichen Ohrfeige im Viertelfinal, nach wie vor ein Top-Trainer ist.

    Servette wird den Teufel tun, ihren "Macher" freizustellen, so blöd, sind die nicht und gegen den EVZ in seiner aktuellen Verfassung zu verlieren, ist keine Schande
  • leon beeler 14.03.2017 12:16
    Highlight Highlight Eine Frage. Wieso gehen Sie nun davon aus das McSorley gehen muss, obwohl Sie noch vor 2 Wochen in der Playoff-Vorschau Zug vs. Genf sagten: "Für Chris McSorley ist es hingegen einerlei, ob er zum vierten Mal in Serie die Halbfinals erreicht oder nicht – seine Position in Genf ist unerschütterlich."?
  • Fippu 13.03.2017 17:06
    Highlight Highlight Ich sehe nicht McSorley aus Genf auswandern. Das Problem ist nicht er, sondern Mr. Quennec.

    7300 Fans stehen hinter Chris, wenn er geht, gibt es in Genf kein Hockey mehr.

    In Jesus-Chris we trust !
  • Coliander 13.03.2017 11:15
    Highlight Highlight MC Sorley zu Lausanne, Genf steigt ohne ihn ab und plötzlich heisst es 18/19, dass Genf das Farmteam von Lausanne in der NLB wird. Und so erhält die Romandie einen echten Contender. Geld ist ja vorhanden.
    Gefällt mir dieser Gedanke? Ich weiss es nicht.
    • BennyG 13.03.2017 12:18
      Highlight Highlight Zum "Glück" haben ja die Clubbosse entschieden in Zukunft mit mehr Ausländer die Playouts zu bestreiten.
      Somit wir es sich Servette wohl leisten können zumindest eine Top Reihe für eine eventuelle Playout Situation aufs Eis zu stellen.

      So wird es Servette auch ohne den Mc Sauerli schafen erstklassig zu bleiben. Aber denke es wird schwieriger in die Playoffs zu kommen.

      Mach dir also nicht zuviele Gedanken ;)
  • kupus@kombajn 13.03.2017 11:13
    Highlight Highlight Bruder der NHL-Legende Marty McSorley? Inwiefern soll Marty McSorley eine NHL-Legende sein? Wegen der einjährigen Sperre wegen Körperverletzung? Mit blieb zumindest nur das in Erinnerung.
  • MARC AUREL 13.03.2017 09:47
    Highlight Highlight Lassen wir uns überraschen! Alles rumors...
  • Eifach öpis 13.03.2017 09:22
    Highlight Highlight Was ist mit Fribourg?
    Sowohl die Position von Dube als Sportchef, wie auch der Trainerposten scheinen mehr oder weniger offen zu sein für nächste Saison. Mcsorley könnte die also der grosse Diktator werden und freie Hand im sportlichen Bereich erhalten. Auch das Budget scheint grösser als in Genf zu sein und deswegen wäre es sehr spannend zu sehen, was er aus diesem Verein machen kônnte.
    • Raemy 13.03.2017 11:32
      Highlight Highlight Bitte nicht.
    • Lumina 22.03.2017 11:00
      Highlight Highlight So ein Müll - in Fribourg, wird doch ständig gejammert und lamentiert, man habe für nix Geld.

      Ich glaube also kaum, dass in Fribourg mehr Pinke vorhanden ist, als in Genf.

      Und kommt mir jetzt nicht mit dem Transfer von Reto Berra - obwohl gekauft, kann sich Gotteron, den eigentlich gar nicht leisten. (und für 5 Jahre, schon gar nicht!)

      Das wissen nicht nur Fribourg-Fans, sondern auch jeder, der sich ein bisschen mit dem Klub beschäftigt. (hat)
  • sidthekid 13.03.2017 09:06
    Highlight Highlight Flamboyant? Grandioses Wort 😄
  • arthur991 13.03.2017 08:26
    Highlight Highlight Ich dachte immer die NLB ist eine der besten Ligen und auf einmal Opperetten Liga ???
    • sidthekid 13.03.2017 09:10
      Highlight Highlight Meiner Meinung nach sind die Farmteams Gift für die NLB.
    • arthur991 13.03.2017 16:56
      Highlight Highlight Das war auch als Seitenhieb gedacht da Chlöisu immer von der NLB schwärmt. Bin mit den Farmteams deiner Meinung
    • sidthekid 13.03.2017 18:07
      Highlight Highlight Ich weiss dass es ein Seitenhieb war 😉 Aber die Farmteams machen auf die Dauer aus einer der interessantesten Ligen, eine Liga in der fast die Hälfte der Spiele nicht zum zuschauen sind. Mal ernsthaft, GC gegen Biasca? Wer will das sehen? Zum Glück ist keines der Farmteams in die Playoffs gekommen. Die haben null sportliche Ambitionen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • no-way 13.03.2017 08:26
    Highlight Highlight Ich dachte, Hartley war sicher nächste Lugano trainer. Oder war es Peltonen? Ah nein das nächste Sportchef ist Aeschlimann oder ? Oder beide Rolle McSorley? Ah nein die waren die Leuenberger Bruder.
    Kann man die Luganesi hassen so viel wie möglich, aber ohne dem wäre alles viel langweiliger, gell chloisu? Wärst du Lugano Besitzer, hätte Lugano neue Staff jede drei Monaten.
  • ursw 13.03.2017 07:38
    Highlight Highlight Viel zu viel Lob für den respektlosesten und unfairsten Trainer der Gegenwart.
    • sidthekid 13.03.2017 09:12
      Highlight Highlight Habe als Zuschauer hinter der Gästebank selten einen so freundlichen Trainer erlebt wie McSorley. Jedenfalls direkt vor dem Spiel😉
    • Blitzableiter 13.03.2017 11:30
      Highlight Highlight Ja das ist der Unterschied zwischen Privatem und Beruf. Viele Leute nehmen ihren Job zu ernst und werden zu unaustehlichen Menschen, obschon sie Privat ganz nett sind.

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