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Torhueter Gilles Senn, Fabian Heldner und Beat Forster von Davos, sowie Diego Kostner von Lugano, von links beobachten den Puck, beim Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem HC Lugano, am Samstag, 6. Februar 2016, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Von der Verteidigung um Goalie Gilles Senn wird bei Davos vieles abhängen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Diesmal ist Arno Del Curtos Tiefstapelei nicht nur Theater: Der HCD hat ein Torhüterproblem

Der HC Davos steigt mit einer unerfahrenen Defensive in die neue Meisterschaft. Der rastlose Arno Del Curto spricht vom Abstieg. Aber am Horizont erkennen wir bereits die Konturen eines neuen Meisterteams.



Arno Del Curto ist ein charismatischer Tiefstapler und wer ihn nicht kennt, könnte vor jeder Saison depressiv werden. In der Vergangenheit hat er stets betont – auch als Titelverteidiger – alleine das Erreichen der Playoffs sei ein Erfolg. Jede Möglichkeit eines Qualifikationssieges hat er stets meilenweit von sich gewiesen.

Doch nun hat seine Tiefstapelei vor seiner 21. HCD-Saison eine neue Dimension erreicht. Er sagt: «Wir steigen ab, wenn wir nicht demütig werden!» Erst auf den Einwand, das sei nun doch etwas übertrieben, relativiert er: «Wir könnten die Playoffs verpassen.» Der HCD ist die einzige NLA-Mannschaft, die seit dem Wiederaufstieg noch nie die Playoffs verpasst hat.

L'entraineur grisons Arno Del Curto lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Lausanne HC, LHC, et le HC Davos, HCD, ce vendredi 22 janvier 2016 a la patinoire de Malley a Lausanne.  (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Daumen nach oben? Arno Del Curto ist sich nicht so sicher. Bild: KEYSTONE

Genonis Erbe

Der Pessimismus des Trainers hat berechtigte defensive Gründe. Offensiv braucht er sich keine Sorgen zu machen. Der HCD hatte letzte Saison den besten Sturm der Liga (181 Tore) und es gibt keinen Grund, warum das nicht wieder so sein sollte. Vier Spieler haben das Potenzial für mehr als 40 Punkte (Axelsson, Lindgren, Ambühl und Marc Wieser) und auch die «zweite Feuerlinie» ist vorzüglich besetzt (Sciaroni, Walser, Jörg, Dino Wieser, Simion und Aeschlimann). Der Tscheche Robert Kousal kann allerdings auf der Ausländerposition die Abgänge von Marcus Paulsson und Devin Setoguchi nicht kompensieren.

epa05500075 Davos's goal scorer Marc Aeschlimann, Andres Ambuehl, Dino Wieser, Robert Kousal (CZ) and Noah Schneeberger, from left to right, celebrate after their leading 3:1 goal, next to Rouen's goalkeeper Dany Sabourin (CA) and Patrick Koudys (CA), top, during the Champions Hockey League Group G hockey match between Switzerland's HC Davos and France’s Rouen Dragons (Rouen Hockey Elite 76), in Davos, Switzerland, 19 August 2016.  EPA/JUERGEN STAIGER

In der CHL schon erfolgreich: Marc Aeschlimann, Andres Ambühl, Dino Wieser, Robert Kousal und Noah Schneeberger (v.l.). Bild: EPA/KEYSTONE

Aber die bange Frage ist, ob der HCD auch mit dem besten Sturm der Liga konkurrenzfähig sein kann? Denn der HCD hat ein Torhüter-Problem.

Arno Del Curto hätte es sich nach dem Abgang seines mehrfachen Meistergoalies Leonardo Genoni zum SC Bern einfach machen können. Es wäre möglich gewesen, Daniel Manzato aus Lugano zu holen oder Jonas Hiller zu einer Rückkehr zu bewegen.

Torhueter Leonardo Genoni, rechts, und Torhueter Gilles Senn von Davos verlassen das Eis nach dem verlorenen fuenften Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem SC Bern, am Samstag, 26. Maerz 2016, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Leonardo Genoni verlässt das Davoser Eis und hinterlässt für Gilles Senn (hinten) grosse Fussstapfen. Bild: KEYSTONE

Aber der HCD-Trainer ist auch in seiner 21. Saison nicht an einfachen Lösungen interessiert – und wäre er das, dann wäre er nicht mehr ein grosser Trainer. Deshalb das Wagnis den dreifachen Meistergoalie durch die Torhüter-Frischlinge Joren van Pottelberghe (19) und Gilles Senn (20) zu ersetzen.

30.12.2015; Helsinki; Eishockey U20 WM - USA - Schweiz; 
Torhueter Joren van Pottelberghe (SUI) enttaeuscht mit USA Fans 
(Joel Marklund/Bildbyran/freshfocus)

Joren van Pottelberghe im Einsatz für die Schweizer U18. Bild: Bildbyran

In drei bis vier Jahren meisterlich

Diese zwei Torhüter waren in der NLA noch nie die Nummer 1 und die Abwehr ist unerfahren. Die Konkurrenz sollte allerdings nicht frohlocken, wenn die jungen Goalies versagen sollten – Ersatz gibt es immer. Notfalls halt aus dem Ausland.

Vielmehr sollte im Unterland aufmerksam und mit Sorge die Entwicklung der Verteidiger beobachtet werden. Arno Del Curto ist drauf und dran, eine Verteidigung mit meisterlichen Ausmassen aufzubauen. Fabian Heldner, Claude-Curdin Paschoud, Ruben Rampazzo, Sven Jung und Simon Kindschi sind alle zwischen 20 und 22 Jahre alt, mindestens 190 Zentimeter gross und 90 Kilo schwer.

Biel, 19.09.2015, Eishockey NLA, EHC Biel - HC Davos, Davos Claude-Curdin Paschoud gegen Biels Matthias Rossi (Monika Majer/EQ Images)

Claude-Curdin Paschoud (l.) und die weiteren jungen HCD-Verteidiger könnten eine rosige Zukunft vor sich haben. Bild: EQ Images

Die grösste, die schwerste und wohl bald einmal (aber noch nicht) die böseste Verteidigung der Liga. Davos – dort wo neue Berge sich erheben. Verteidiger brauchen in der Regel eine längere Entwicklungszeit als Torhüter und Stürmer. In drei bis vier Jahren wird die Verteidigung (und somit der HCD) meisterlich sein.

Aber vorerst geht es um die Gegenwart. Um die neue Saison.

Was ist neu?

Die Schlüsselspieler beim HC Davos

Jobsicherheit des Trainers:

Der sicherste Trainerposten der Welt.

Die bange Frage:

Sind die Goalies gut genug?

Prognose: Platz 7

Wie schneidet Davos in der Regular Season ab?

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Play-offs 1985/86

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Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86
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