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Leonardo Genoni, links, neuer Torhueter des SCB, arbeitet zu Beginn des Sommertrainigs im Konditionsraum am Dienstag, 14. Juni 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Der Top-Transfer schwitzt im Sommertraining: Der bisherige Davoser Leonardo Genoni wird beim Meister das Tor hüten. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die Konkurrenz sollte sich wappnen: Der SCB ist noch stärker als in der Meistersaison

Der SC Bern wird auf jeden Fall viel besser spielen als letzte Saison. Und doch ist es keineswegs sicher, dass die Berner den Titel verteidigen werden.



Neuer Trainer, neuer Assistent, neue Ausländer, neuer Goalie  – und ein neues Glück? Warum nicht? Mit Kari Jalonen, dem «Arno Del Curto des Nordens», kommt der charismatischste Erfolgstrainer ausserhalb der NHL.

Der neue finnische SCB-Headcoach Kari Jalonen nach Ende des Sommertrainigs beim Interviewtermin am Dienstag, 14. Juni 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Der neue Trainer mit Charisma: Kari Jalonen. Bild: KEYSTONE

Mit Sicherheit werden die Berner unter der neuen Führung viel besser spielen. Zumindest in der Qualifikation. Der SCB wird die letztjährige Klassierung (8.) klar verbessern. Wir können ausschliessen, dass der SCB wie 2013 als Titelverteidiger die Playoffs verpasst.

Aber besser spielen als in der Meistersaison bedeutet in diesem Falle noch nicht automatisch eine Titelverteidigung. Es wird fast nicht möglich sein, in den Playoffs so gut zu spielen wie in der vergangenen Saison. Ja, es ist unmöglich, das meisterliche Märchen von 2016 zu wiederholen. Wird Kari Jalonen Meister, dann heisst es: «Na und? Letzte Saison war es viel spannender.»

Der perfekte SCB-Trainer?

Der SCB hat reiche Erfahrung mit finnischen Trainern. Mit Olli Hietanen stiegen die Berner 1986 am grünen Tisch auf. Der tobende «Feuerkopf» Hannu Jortikka wurde 1994 nach nur einer Saison nicht mehr weiterbeschäftigt. Der freundliche Pekka Rautakallio blieb und der Opernliebhaber Alpo Suhonen kam nicht über die Halbfinals hinaus. Antti Törmänen schied mit Donnerhall: Er wurde als Meistertrainer gefeuert.

Kari Jalonen hat von allen seinen Vorgängern etwas. Er kann mindestens so toben wie Hannu Jortikka, aber nur dann, wenn es notwendig ist. Er ist so freundlich wie Pekka Rautakallio, aber nur, wenn alles so läuft, wie er will. Er ist an Kultur so interessiert wie Alpo Suhonen, aber Eishockey ist immer wichtiger. Und er weiss noch besser als Antti Törmänen, wie man Meister wird.

Der Berner Trainer Antti Toermaenen gestikuliert in der Eishockey National League A Partie zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel, am Freitag 22. November 2013, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Antti Törmänen wurde mit dem SCB Meister und musste trotzdem gehen. Bild: KEYSTONE

Ist Kari Jalonen der perfekte SCB-Trainer? Zumindest hat er die besten Referenzen, die je ein SCB-Cheftrainer hatte. Er hat in Finnland mehrmals den Titel verteidigt und sich auch in der KHL (Final mit Prag) und als Nationaltrainer (Final 2016) bewährt.

Hat er die sportlichen Voraussetzungen zur Titelverteidigung? Glen Sather, Cheftrainer und General Manager der Edmonton Oilers in den 1980er Jahren, pflegte zu sagen, eine Titelverteidigung sei nur möglich, wenn ein Drittel des Teams ausgetauscht wird. 1985 und 1988 verteidigte der den Stanley Cup.

Der SCB hat nicht ein Drittel seiner Spieler ausgewechselt. Aber immerhin drei von vier Ausländern und den Torhüter.

Den Gegner zermürben

Reicht das zur Titelverteidigung? Nein. Der SCB muss defensiv stabiler werden. Eine «Lotterabwehr» war die Hauptursache für die letztjährige Krise während der letzten Qualifikation. 162 Gegentreffer, so viele wie noch nie seit dem Wiederaufstieg von 1986. 2013 hatten die Berner in der Meistersaison bloss 117 Tore zugelassen. Diese defensive Durchlässigkeit hatte verschiedene Ursachen: die Verletzung von Marco Bührer und die lange Angewöhnungsphase seines Nachfolgers Jakub Stepanek, der Verzicht auf einen ausländischen Verteidiger und ein Trainer, den die Spieler fast nicht mehr ausgehalten haben.

Alle diese Faktoren fallen nun weg: Mit Leonardo Genoni ist das Torhüterproblem gelöst, mit Maxim Noreau hat der SCB wieder einen kanadischen Verteidigungsminister und ein Trainerproblem gibt es auch nicht mehr. Mit Jérémie Kamerzin, Eric Blum, Maxim Noreau und Roman Untersander ist die blaue Linie offensiv sogar so gut besetzt wie nie mehr seit 1986.

Maxim Noreau neuer Verteidiger des SCB, arbeitet zu Beginn des Sommertrainigs im Konditionsraum am Dienstag, 14. Juni 2016, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Maxim Noreau schuftet im Kraftraum, um die Verstärkung zu sein, die man sich beim SCB erhofft. Bild: KEYSTONE

Mit Corey Conacher haben die Berner ihren wildesten, unberechenbarsten und erfolgreichsten Torschützen verloren. Leitwolf und Captain Martin Plüss ist inzwischen 39 Jahre alt. Die offensive Feuerkraft wird nur grösser, wenn Kris Versteeg und Marc Arcobello die hohen Erwartungen erfüllen.

Der SCB beim «königlichen» Teamevent

Die eigentliche Stärke der SCB-Offensive ist sowieso nicht das Toreschiessen. Sondern die Fähigkeit, jeden Gegner mit vier Sturmreihen permanent unter Druck zu setzen und zu zermürben. Oder wie es Chris McSorley einmal so treffend gesagt hat: Gegen den SCB zu spielen ist wie gegen die chinesische Armee zu kämpfen. Immer wenn man glaube, nun sei es überstanden, rolle schon wieder eine neue Welle heran.

Was ist neu?

Die Schlüsselspieler beim SC Bern

Transferbilanz:

Dank dem Zuzug von Leonardo Genoni positiv.

Jobsicherheit des Trainers:

Maximal.

Die bange Frage:

Das Jahr zu viel für Martin Plüss?

Prognose: Platz 1 bis 3

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ordo Malleus 03.09.2016 18:14
    Highlight Highlight Also die Qualifikation kann eigentlich nur besser werden. Auf viele gute Spiele im Tempel. Go SCB!
  • weepee 03.09.2016 10:03
    Highlight Highlight Wie ich sie vermisst habe, die epochalen Inputs des KZ 🆘
    Auf eine spannende Saison 🏒
  • Safag83 03.09.2016 02:16
    Highlight Highlight Hey Leute...chilleds mal, tüüf dureschnufe! ;)
    Im grosse und ganze hät de liebi Klaus doch gar nöd so unrächt! Wies dänn würkli isch, erfahremer scho gli und ich freu mi druf wie scho lang nüm! Über alli Teams gseh, isch sicher einiges a Potenzial und Talent dezue cho. Wenn all ihres Potential chönd usschöpfe chönnts ade Tabellespitze eng werde. Vore gseh ich Bern und Züri,dicht gfolgt vo Zug, Lugano und Fribourg! Für Davos wirds e härti Saison, aber us dem chan au wieder was entstah im Landwassertal! ;)
    Wüsse werdemers ersch im Früehlig...drum freued Eu doch eifach dases scho gli los gaht!
  • Hungerbühler 02.09.2016 21:21
    Highlight Highlight Wer will denn eigentlich während des ganzen Jahrs über Eihockey lesen? War das nicht einmal ein Wintersport? ( Genügt ja, wenn man meint,eine jährlich ausgerichtete Weltmeisterschaft - im MAI -sei interessant. )
    «Richtige Männer», meint Büne. Wenn das richtige Männer wären, dann wüssten sie, wann es genug ist. Schnarch.
    • goschi 02.09.2016 21:26
      Highlight Highlight Gehen Sie doch bitte zurück in die Quengelecke, wo das Thema Fussball ist, danke.
    • Nothingtodisplay 02.09.2016 22:09
      Highlight Highlight Wer bitte zwingt dich denn bitte die Artikel über Eishockey zu lesen?
    • exeswiss 02.09.2016 22:33
      Highlight Highlight wenn selbst im winter über fussball berichtet wird weil Anton Hugentobler vom FC oberfrutigen zum SC Langenegg wechselt, darf auch im früh herbst über eishockey berichtet werden das übrigens nächste woche beginnt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Focke 02.09.2016 20:54
    Highlight Highlight und ich dachte ich hätte mal vom EIsmeister gelesen, dass der ZSC Lions die Chinesische Mauer sei... Egal. Zum Glück beginnt bald wieder die Saison!
    • MARC AUREL 02.09.2016 23:00
      Highlight Highlight Bern wurde zuerst damit betitelt vor Jahren dann Zürich vor kurzem und jetzt wieder Bern.
  • Tikkanen 02.09.2016 20:32
    Highlight Highlight Sehe der neuen Saison entspannt entgegen. Mit Leo im Goal und den neuen Ausländern scheint mir die Titelverteidigung realistisch. Auch wenn der epochale PO Run der letzten Saison unerreicht bleiben dürfte, länge wird's einäwäg. Hopp Bärn👏🏻👏🏻
    • Schreiberling 02.09.2016 21:21
      Highlight Highlight Die Titelverteidigung wird sehr hart und geht nur über den ZSC. Ich finde der SCB ist etwa gleich einzuschätzen wie letztes Jahr: ein starkes Team wenn alles passt, aber nicht zuoberst einzuordnen. http:// Ö
    • Darkside 02.09.2016 23:21
      Highlight Highlight Mal sehen ob die neuen Imports einschlagen. Der Titel geht über den Z oder LugaNO.
    • rauchfrei 02.09.2016 23:25
      Highlight Highlight @ Schreiberling: sorry, wenn man im Viertelfinale 0:4 verliert und seinen besten Spieler abgeben muss, ist man definitiv nicht das Team, über das der Titel geht. Bern ist auf der Torhüterposition deutlich stärker, als letztes Jahr und auch die Ausländerpositionen sind besser besetzt. Dazu kommt ein Trainer, der fachlich über alle Zweifel erhaben ist UND volle Rückendeckung des Leitungsgremiums geniesst. Warum sollte also der ZSC und nicht der SCB die Favoritenrolle innehaben?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Darkside 02.09.2016 20:17
    Highlight Highlight Die letzten paar Jahre war Arno noch der charismatischste Erfolgstrainer ausserhalb der NHL in Klausis eigenem Hockeyuniversum... We'll see...
  • goschi 02.09.2016 20:10
    Highlight Highlight Ich hoffe, wir sehen schon in der Quali ein bisschen die Big Bad Bears, die sie letzte Saison in den Playoffs waren, das hat ihnen wie immer gut gestanden.

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