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Der Zuercher Reto Schaeppi jubelt nach dem 1-0 der Lions im dritten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano, am Donnerstag, 9. Maerz 2017, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Jubeln die Lions am Ende doch noch? Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Siegen oder fliegen – 4 Beispiele, die den ZSC Lions Mut machen

Die Chancen der ZSC Lions auf ein Weiterkommen gegen Lugano stehen immer noch mindestens bei 50 Prozent. Dank dem «welschen Prinzip».



Die ZSC Lions stehen in Lugano eine Niederlage vor dem Ausscheiden. Oder vor der Rückkehr auf einen Weg, der sie bis zum Titel führen kann. Es geht ums «welsche Prinzip». Nur in der französischen Sprache gibt es einen so treffenden Ausdruck für diese Situation: «Reculer pour mieux sauter». Ein paar Schritte zurück, um dann umso weiter springen zu können.

4 Beispiele, die den Zürchern Mut machen müssten

– Der SCB machte im Laufe der letzten Saison monatelang Schritte rückwärts, schaffte punktgleich mit Lausanne gerade noch den 8. Platz – und sprang dann vorwärts zum Titel.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG DES SC BERN ZUM VERZICHT AUF EINE VERTRAGSVERLAENGERUNG MIT MARTIN PLUESS, AM DONNERSTAG, 16. FEBRUAR 2017 ---- SCB Spieler Martin Pluess haelt den Meisterpokal hoch, bei der Meisterfeier des SCB am Samstag, 16. April 2016 auf dem Bundesplatz in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Martin Plüss an der Meisterfeier des SCB 2016. Bild: KEYSTONE

– Lugano stand im Frühjahr 2006 im Viertelfinal gegen Ambri eine Niederlage vor dem «Aus». Ja, mit 0:3-Siegen war die Lage beinahe aussichtslos. Mit Nottrainer Harold Kreis sprang Lugano über Ambri und schliesslich zum bis heute letzten Titel.

– Die ZSC Lions selbst lagen unter Bob Hartley im Frühjahr 2012 im Final gegen den SCB 1:3 zurück – alles schien klar, der SCB hatte jetzt drei «Matchpucks» und zwei davon auf eigenem Eis. Die ZSC Lions holten den Titel.

ZSC Trainer Bob Hartley, rechts, scherzt mit Luca Cunti, links, im Training der ZSC Lions am Montag, 2. April 2012, in der Kebo in Zuerich Oerlikon. Der ZSC trifft am morgigen Dienstag im ersten Playoff Finalspiel in Bern auf den SC Bern. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Cunti-Flüsterer Bob Hartley schaffte 2012 gegen Bern die Wende. Bild: KEYSTONE

– Der SCB stand 2013 im Viertelfinal gegen Servette vor dem Ausscheiden. Die Mannschaft war ausser Form und Servette führte 3:1. Die Berner schafften mit allem Glück der Welt die Wende und holten den Titel.

Nicht alleine spielerische Qualitäten entscheiden in solchen Situationen. Das vielzitierte Umschalten auf den Playoff-Modus ist keine taktische Variante. Dieses Umschalten passiert auf der mentalen Ebene. Die Mannschaft rückt zusammen. Spieler, die monatelang nicht ihr bestes Hockey spielten, werden, wie die Nordamerikaner sagen, «Warriors» – «Krieger».

Zuerichs Ronalds Kenins, links, kaempft gegen Philippe Furrer, rechts, von Lugano im fuenften Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano am Dienstag, 14. Maerz 2017, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ronalds Kenins: Er hat alles, um für die Lions ein Krieger zu sein. Bild: KEYSTONE

Es die die Verwandlung, für die bei uns die Phrase «Über den Kampf zum Spiel finden» steht. Diese Verwandlung führen oft äussere Umstände herbei. Sehr oft die Ausgangslage der allerletzten Chance. Wenn die Befreiung aus einer scheinbar hoffnungslosen Situation gelingt, spielt fortan jeder so, als sei er zehn Zentimeter grösser, zehn Kilo schwerer und zehn Stundenkilometer schneller.

Von einer Minute auf die andere werden alle bisherigen Analysen Makulatur. Wenn den ZSC Lions die Wende gelingt, kann die Wirkung so gross sein, dass sie sogar den Ausfall von Robert Nilsson halbwegs kompensieren können und wieder Titelkandidat werden. Die ZSC Lions sind nach wie vor nominell klar besser als der HC Lugano. Ein Sieg heute und ein Vorrücken ins Halbfinale wäre logisch.

Wie endet diese Playoff-Serie?

Wäre es ein gewöhnliches Lugano, so wären die Zürcher heute trotz allem klare Favoriten. Das Problem ist bloss, dass auch Lugano nach dem «welschen Prinzip» eine neue Identität gefunden hat. Nach einer turbulenten Saison sind Leidenschaft und Kampfgeist zurückgekehrt. Lugano war bisher in dieser Serie die im hockeyvolkstümlichen Sinne härtere Mannschaft. Das ist die grösste Überraschung dieser Playoffs.

Im Viertelfinal scheitern, weil man weicher war als Lugano. Es wäre für die ZSC Lions die grösstmögliche Schmach.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Grinder 16.03.2017 19:13
    Highlight Highlight ewigs diese zsc beiträge, bring mal was über den scb chlöisu uahhh
  • LebeauFortier 16.03.2017 19:10
    Highlight Highlight Falls der ZSC Motivation brauchen sollte, würde er eventuell sogar eher die eigene Chronik lesen statt Herr Zauggs Shitstorm-Kolumne zu inspizieren.
  • BOSELLI 16.03.2017 17:45
    Highlight Highlight ZSC gewinnt heute...ihr werdets sehen....Luganos Theater heute hilft genau einem...dem ZSC!!!
    • doomsday prophet 16.03.2017 18:25
      Highlight Highlight rüfi, denk daran wo du spitzenhockey spielen gelernt hast 😉
  • Nashville98 16.03.2017 17:33
    Highlight Highlight Ich muss mich bei KZ entschldigen.
    Meine Worte vor ein paar Tagen :
    Zaug habe keine Ahnung von Hockey
    Waren sehr hart und unüberlegt.

    Auch wenn ich nicht immer mit seinen Meinungen und Berichten einverstanden binn, so muss ich zugeben lese ich diese täglich und Freue mich auch wenn etwas Informatives dabei ist.

    Ein Hoch auf das Welsche Prinzip !
  • Sloping 16.03.2017 17:28
    Highlight Highlight "Die ZSC Lions sind nach wie vor nominell klar besser als der HC Lugano" Nur gewinnt man Playoffserien als Mannschaft und nicht mit starken Individuen. Statt immer die Schwächen des ZSC zu betonen, sollte vermehrt der Verdient des zu Beginn belächelten Lugano Trainers und der Mannschaft in den Vordergrund gerückt werden. Die lottrige Verteidigung der Quali ist extrem sattelfest geworden und das schnelle Umschaltsystem funktioniert 1A. Der Z hat viel mehr Puckbesitz, aber die eindeutigen Chancen in fast jedem Spiel Lugano. Und dies obwohl die Schweden kaum 50% ihres Potentials abrufen.

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