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Colorado Avalanche goalie Reto Berra, of the Czech Republic, cools off during a timeout against the Toronto Maple Leafs in the third period of the Avalanche's 4-3 shootout victory in an NHL hockey game in Denver on Thursday, Nov. 6, 2014. (AP Photo/David Zalubowski)

Reto Berra ist mit allen Wassern gewaschen, hatte in der NHL aber nicht das nötige Glück. Bild: David Zalubowski/AP/KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Gottéron oder Lausanne – wer macht das Rennen um Reto Berra? 

In den nächsten Tagen wird einer der folgenreichsten Transfers über die Bühne gehen: WM-Silberheld Reto Berra (30) unterschreibt entweder bei Fribourg-Gottéron oder bei Lausanne.



Der Entscheid ist gefallen: Reto Berra kehrt im Frühjahr nach drei Jahren Nordamerika in die NLA zurück. Er hat alles für den NHL-Traum getan und es in der wichtigsten Liga der Welt auf 73 Partien für Calgary, Colorado und Florida gebracht. Aber die Nummer 1 war er nie für eine ganze Saison und den Multimillionen-Mehrjahresvertrag hat er nicht bekommen.

Reto Berra hat die Postur, das Talent und die Berufseinstellung für eine NHL-Karriere. Aber er hatte kein Glück. Er wurde mehrmals im entscheidenden Moment durch Verletzungen zurückgeworfen. Sein aktueller Einjahresvertrag mit Florida, dotiert mit 1,5 Millionen Dollar, läuft im Frühjahr aus. Von diesem Gehalt geht die Hälfte durch Steuern drauf. Nun ist er 30 und es ist an der Zeit, sein Talent zu kapitalisieren.

HC Davos Torhueter Leonardo Genoni, links, und Torhueter Reto Berra, rechts, jubeln nach dem Gewinn des Meistertitels im siebten der Best of Seven Serie Eishockey Playoff-Final-Spiel der National League A zwischen den Kloten-Flyers und dem HC Davos, Montag, 13. April 2009, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Photopress/Patrick B. Kraemer)

Die Davoser Meistergoalies 2009: Leonardo Genoni (l.) und Reto Berra.   Bild: PHOTOPRESS

Lugano ist in den letzten Tagen aus dem Rennen ausgestiegen. Aus finanziellen Gründen. Ein weiterer schwierig nachvollziehbarer sportlicher Entscheid eines faszinierenden Hockeyunternehmens mit Stil, bei dem Geld keine Rolle spielt. Reto Berra wird nun entweder bei Lausanne oder Gottéron einen Mehrjahresvertrag unterschreiben.

Alston kann jede Offerte kontern

Lausannes Sportdirektor Jan Alston wollte eigentlich nächste Saison auf das Duo Sandro Zurkirchen/Cristobal Huet setzen. Inzwischen hat er sich noch einmal mit seinen neuen kanadischen Besitzern beraten und fährt nun eine neue Strategie: Wenn Reto Berra zu haben ist, dann müssen wir ihn holen. Denn der WM-Silberheld ist der einzige Schweizer Spieler, der aus einem guten Team wie Lausanne einen Meisterschaftsanwärter machen kann. Der Zürcher, schon mit Davos Meister und mit Biel in den Playoffs, hat uns 2013 an der WM mit dem Spiel seines Lebens (3:0 im Halbfinal gegen die USA) in den Final gebracht und der Schweiz die erste Medaille seit 1952 beschert.

Wer für die «Eisgenossen» eine Medaille herauszuhexen vermag, ist auch als erster Torhüter seit Gérald Rigolet 1973 (La Chaux-de-Fonds) dazu in der Lage, eine durch und durch welsche Mannschaft zum Meister zu machen.

Der sowjetische Eishockeyspieler Petukhov (Nummer 16) erzeilt aus naechster Naehe ein Goal. Der Schweizer Goalie Gerald Rigolet und die Verteidiger Elvin Friedrich, links und Furrer, Mitte, sind machtlos. Die Sowjetunion ueberrollt am 1. Februar 1964 die Schweiz im Eishockeyturnier an den Olympischen Winterspielen in Innsbruck mit 15 zu 0 Toren. (KEYSTONE/Str)

Goalie Gérald Rigolet kann an den Olympischen Winterspielen 1974 die 0:15-Niederlage gegen die Sowetunjon nicht verhindern. Bild: KEYSTONE

Und was wird im Falle eines Falles aus Sandro Zurkirchen? Lausannes Management sieht diese Angelegenheit ganz pragmatisch: Wenn wir Reto Berra haben können, dann lösen wir die «Causa Sandro Zurkirchen» später. Sollte die Verpflichtung von Reto Berra gelingen, wird Lausanne Ambris Nationaltorhüter entweder auszahlen oder leihweise zu einem anderen Klub transferieren. Beispielsweise zu Fribourg-Gottéron. Und Ambri hat dann eine Chance, seine Nummer 1 zu halten.

Noch hofft Gottéron-Sportchef Christian Dubé, dass er das Rennen um Reto Berra machen wird. Dieser Transfer würde seine Probleme lösen und ihn aus der Schusslinie der Kritik nehmen. Aber Lausanne bietet Reto Berra die besseren sportlichen Perspektiven. Und Jan Alston kann jede Offerte kontern.

Jan Alston, directeur sportif du Lausanne HC, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et HC Ambri-Piotta, ce mardi 24 fevrier 2015 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Lausannes Sportchef Jan Alston hat im Poker um Reto Berra gute Karten. Bild: KEYSTONE

Reto Berra hat in diesen entscheidenden Tagen seiner Karriere mit André Rufener den bestmöglichen Agenten. Auf die eben geschilderte Situation angesprochen, sagt Rufener: «Es ist richtig, dass in den nächsten Tagen ein Entscheid fallen und Reto Berra nächste Saison in die Schweiz zurückkehren wird. Es ist allerdings nicht meine Aufgabe, Ihre Ausführungen zu bestätigen oder zu dementieren.»

Affaire à suivre …

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    Alle Leser-Kommentare
  • Der müde Joe 07.02.2017 16:18
    Highlight Highlight Ich tippe mal das Lausanne das Rennen machen wird. Die Avenir-Truppe wird soviel Geld bieten bis der Reto nur noch so rumläuft🤑
    Wie diese Besitzer Geld verschleudern können haben wir in Kloten eindrücklich miterlebt.💸💸💸💸💸💸💸💸
    • Chloote 08.02.2017 07:55
      Highlight Highlight Und irgendwann gibt es auch in Lausanne einen Knall und wie in Kloten steigen die Kanadischen Investoren auch wieder aus!
      Ab dann wird für den HC Lausanne der Kampf ums überleben beginnen!
      Das kommt nicht gut in der Romandie!!!
  • Peter von der Flue 07.02.2017 00:43
    Highlight Highlight Wieso glauben alle er ist der Messias. Er ging in die NHL und hat versagt. Oder wie nennt man einen solchen Leistungsausweis? Ich bin mir nicht sicher ob die Liga the Wall oder doch nur ein löchriges Brett mit großem Lohn in Wohlfühlzone zurück holt.
    • Pascal Mona 07.02.2017 10:52
      Highlight Highlight Wer sagt denn etwas von Messias? Die "Grossen" welche auf der Torhüterposition gut-sehr gut besetzt sind halten sich ja auch raus. Anscheinend sind ja nur noch Fribourg, welche den statistisch schwächsten Goalie der Liga hat, und Lausanne, welche den mittlerweile 41-jährigen Huet ersetzen wollen, im Rennen. Besser als Conz wird Berra ziemlich sicher sein und wahrscheinlich auf dem Niveau von Huet auch, nur halt 11 Jahre Jünger.
    • Der müde Joe 07.02.2017 16:08
      Highlight Highlight Besser als Conz würde er sicher sein. Der Benji könnte nicht mal das Tor mit der Grösse einer Schuhschachtel sauber halten.
  • Hmm 06.02.2017 19:41
    Highlight Highlight "Ein weiterer schwierig nachvollziehbarer sportlicher Entscheid eines faszinierenden Hockeyunternehmens mit Stil, bei dem Geld keine Rolle spielt."

    Ganz ehrlich, ich weiss nicht ob ich lachen oder weinen soll bei Ihren Beiträgen Herr Zaugg. Zahlt Lugano eine grosse Summe ist es nicht OK, steigen sie aus ist es auch nicht OK. So oder so dieser Verein kann es Ihnen nicht Recht machen, Sie finden immer was zu meckern.
    Frage mich was Ihnen der Klub angetan hat das Sie so reagieren.

    Anyway wäre Berra Momentan für Lugano sowieso nichts, Elvis sitzt fest im Sattel. Was danach ist wissen die Götter.
  • Bossy 06.02.2017 11:37
    Highlight Highlight Von wegen "kein Glück". Berras Leistungen waren einfach zu wenig konstant. Ein Shutout, dann eine weitere gute Leistung, dann eine unterirdische Fangquote. Das war in Calgary so, dann in Colorado und jetzt auch in Springfield (AHL). Das ist nicht das, was man in der NHL von einem guten Backup-Keeper erwartet. Dabei hatte er gerade in Colorado aufgrund des langen verletzungsbedingten Ausfalls von Warlamow eine einzigartige Chance.
  • Tikkanen 06.02.2017 10:51
    Highlight Highlight ...geilä Siech, der Berra👍🏻Seit seinem Abgang aus dem Murmeliland sich lauter Looserteams in seinen Lebenslauf😳 Biel>Calgary>Colorado>Florida und bald LHC oder Fribourg🤔 Eines lottriger als das andere, Titelchancen gleich null😂😎
    • jjjj 06.02.2017 12:22
      Highlight Highlight Bei Lausanne wär ich mir nicht so sicher. Wenn du etwas Ahnung von Hockey hättest, wüsstest du, dass am Lac Léman gerade gewaltig aufgerüstet wird. Infrastruktur, Team, etc...
    • welefant 06.02.2017 18:47
      Highlight Highlight Bist das du auf dem foto tikkanen? ☺☺
    • Dynamischer-Muzzi 08.02.2017 09:39
      Highlight Highlight Mein lieber Tikkanen, dann solltest Du Dich aber mal ernsthaft fragen, warum RB überhaupt die Chance bekommen hat in die NHL zu gehen. Mit seinen Leistungen bei einer Mannschaft wie Biel, hat er erst sein Können unter Beweis stellen können. Schaue Dir mal seine Fangquoten und Big-Safes-Zahlen seiner letzten beiden Saisons in Biel an. Dort liegt der Grund für das Interesse der NHL. Ein Berra in dieser Form verstärkt jedes Team in der NLA. Für seine Verletzungen und die dadurch entstandenen Rückschläge kann er ja nichts.

      Dynamische Grüsse
      Muzzi
  • Rumbel the Sumbel 06.02.2017 10:41
    Highlight Highlight Denke Lausanne ist klar Favorit. Zurkirchen danach Backup beim SCB! Wäre die Lösung!
    • Chloote 06.02.2017 15:04
      Highlight Highlight Bei einem Rücktritt von Tinu Gerber wäre in Kloten auch noch ein Platz frei für Zurkirchen!
    • welefant 06.02.2017 18:49
      Highlight Highlight Zuri zu kloten? No way ☺
      Sobald merzlikins weg ist geht er zu lugano
    • ch2mesro 06.02.2017 18:52
      Highlight Highlight wenn kloten voll auf zuri als nummer eins setzt, wäre kloten eine gute wahl für ihn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomtackle 06.02.2017 08:49
    Highlight Highlight Ah jetzt ist es plötzlich sportlich wieder eine Fehlentscheidung von Lugano...?? Lugano hat zweimal schlechte Erfahrungen gemacht mit NHL-Rückkehrern. Lugano hat noch bis 2019 Elvis. Wieso soll man jetzt Berra holen und genau den überhöhten Preis zahlen, den man Lugano immer vorwirft. Und ist Berra so gut? Durchgesetzt hat er sich auf jeden Fall nicht.
    • Amboss 06.02.2017 09:50
      Highlight Highlight Das sehe ich gleich. Lugano hat eigentlich überall Probleme: In der Verteidigung (häufig wacklig), im Sturm (treffen zu wenig), beim Trainer, in der Führung.
      Ausser - beim Torhüter.
      Elvis spielt konstant top.
      Ich wüsste nicht, wie Berra ein Gewinn für diese Mannschaft sein könnte.
    • MARC AUREL 06.02.2017 09:53
      Highlight Highlight Elivis bleibt sicher nicht sehr lange in Lugano, egal ob sein Vertrag bis 2019 läuft... NHL
    • Thomtackle 06.02.2017 10:13
      Highlight Highlight Elvis hat keine Ausstiegsklausel!
    Weitere Antworten anzeigen
  • whatthepuck 06.02.2017 08:16
    Highlight Highlight Berra in Ehren, aber er hatte nicht kein Glück - er hat's einfach nicht gepackt. Ist doch keine Schande; sehr viele sehr gute Spieler schaffen es nicht in die NHL. Für den Rest seiner Karriere wird er nun einer der besseren Torhüter in Europa sein.
  • mukeleven 06.02.2017 07:32
    Highlight Highlight ... ansonsten kann er ja beim tikkanen zuhause geschirr spuehlen, denn keller aufräumen und sonst zum rechten schauen 😂
    liebe gruesse aus maui, liebe freunde hier.
  • Dan Rifter 06.02.2017 06:58
    Highlight Highlight Das einzige, was an Lausanne welsch ist, ist die Stadt. Den LHC als "durch und durch welsch" zu bezeichnen.. bisseguet.

    Gottéron wiederum ist durch und durch welsch. Womit auch ein Grossteil der Ursache für den momentanen Misserfolg geklärt ist.
    • Pascal Mona 06.02.2017 09:07
      Highlight Highlight Wieso soll Gottéron durch und durch welsch sein? Okay, die Führung ist durchaus welsch, die Spieler aber sicher nicht, ich wüsste nicht wann bei uns in den letzten 20 Jahren weniger welsche gespielt haben. Abplanalp, Schilt, Stalder, Leeger, Kienzle, Glauser, Saikonnen, Schmutz, Neukom, Steiner... nicht sehr welsch...
    • p***ylover 06.02.2017 16:40
      Highlight Highlight Welsche Teams zeichnen sich aus durch ihre Leidenschaft. So gesehen ist Gottéron nicht welsch genug..

So hoch ist der CO2-Ausstoss eines Hockey-Fans, der seinem Team zu jedem Spiel folgt

Die Schweiz ist ein kleines Land. Und doch kommen ganz schön viele Kilometer zusammen, wenn die zwölf Eishockeyteams der höchsten Liga und ihre Anhänger umher reisen. Fakten zu 50 Runden Regular Season.

Am Freitag beginnt die neue Saison um die Eishockey-Meisterschaft. Der HC Lausanne muss dazu nach Lugano reisen. 378 Kilometer hin, 378 Kilometer zurück. Mehr als acht Stunden werden die Waadtländer im Car sitzen.

Es ist eine der weitesten Auswärtsfahrten. Aber längst nicht die einzige, die ziemlich lange dauert. Schliesslich kämpfen Teams weit im Westen (Servette), tief im Süden (Lugano) und im bergigen Osten (Davos) gegen jene aus dem Mittelland um den Titel. Ohne den Moralfinger zu heben: …

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