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Le joueur viegeois Beat Heldstab a gauche, lutte avec, le joueur bernois Adrian Gerber lors du 6eme match de la finale de Play Off de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le EHC Visp et SC Langnau Tigers ce dimanche 6 avril 2014 a la Litterna Halle a Viege Visp. (KEYSTONE/Olivier Maire)

Bild: KEYSTONE

Langnau muss Visp nur noch abschiessen

Eismeister Zaugg

Warten auf die Vögel, die zu weit geflogen sind

So gross war der Optimismus nach einer Niederlage in unserem Hockey noch selten: Die Langnauer gehen davon aus, dass Visp heute gebodigt wird. Schliesslich planen sie auch für die NLA. 



Politiker fiebert mit Visp

Die SCL Tigers haben in Visp am Sonntagabend 3:4 verloren. Durch einen Treffer 17 Sekunden vor Schluss von Tomas Dolana, dem Tschechen mit Schweizer Lizenz. Nun wird die NLB-Meisterschaft eben heute im 7. Spiel in Langnau vergeben. Visp reist mit Alexei Kovalev an. Der 41jährige russische Schillerfalter ist nach dem Restausschluss im sonntäglichen Spiel nicht gesperrt worden.

Mit diesem Stockstich gegen Silvan Wyss hat sich Alexei Kovalev eine Sperre im entscheidenden Match eingehandelt. YouTube/Vid Man

Vor einem 7. Spiel in einer Playoff-Finalserie gibt es offiziell nur Statements, langweilig wie das Vorwort des Telefonbuches. Weshalb es viel kurzweiliger ist, jemanden zu zitieren, der in Emmental und Langnau viel zu sagen hat und deshalb offiziell auch nichts sagt.

Visp nur eine Hürde auf dem Weg in die NLA

Seine Rede in einem renommierten Wirtshaus ging gestern, natürlich inoffiziell, so: «Wir sind in Visp am eigenen Grössenwahn gescheitert. Jeder wollte das Tor erzielen, das uns zum NLB-Meister gemacht hätte. Dabei vergassen wir die Defensive. Visp war klinisch längst tot. Wäre der Dolana noch einen Schritt weiter gelaufen, wäre er vor Erschöpfung zusammengebrochen und man hätte ihn unter ein Sauerstoffzelt schleppen müssen. Aber es gelang ihm gerade noch rechtzeitig zu schiessen. Jetzt müssen wir Visp halt im 7. Spiel nehmen.»

Die Zuversicht ist also auch nach der ärgerlichen sonntäglichen Niederlage ungebrochen. Die Visper, da dürften sich in Langnau die meisten ausserhalb und einige auch innerhalb der Kabine einig sein, sind müde wie Vögel, die zu weit geflogen sind. Der Sieg im 7. Finalspiel ist daher möglich, ja geradezu eine heilige Pflicht. Und so gehen die Gedanken, wie es sich für gute Strategen gehört, jetzt schon über den Tag hinaus. In die Liga-Qualifikation, die am Donnerstag in Biel beginnt und den Langnauern vielleicht gar die Rückkehr in die NLA beschert.

Die Langnauer Hockeygeneräle haben sich bereits mit ernsthafter Miene über die Kartentische gebeugt und einen möglichen NLA-Feldzug durchgespielt. Die Kriegskasse wird nach dieser Saison randvoll sein. Erstmals seit dem NLA-Wiederaufstieg von 1998, also seit 16 Jahren, wird die Jahresrechnung der SCL Tigers mit einem kleinen Gewinn abschliessen. Im letzten Herbst hatte Manager Wolfgang Schickli zwar noch gewarnt, die Gastronomie laufe so schlecht, dass man tiefrote Zahlen schreiben werde.

Tigers-Geschaeftsfuehrer Wolfgang Schickli, im ersten Playoff Halbfinal Spiel der NLB zwischen den SCL Tigers und dem HC La Chaux-de-Fonds, am Sonntag 9. Maerz 2014 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Trotz skeptischem Blick: Wolfgang Schickli kann zufrieden sein mit dem Geschäftsgang.. Bild: KEYSTONE

Trainer bleibt an Bord

Das sei, wie jetzt wichtiger Männer sagen, Unsinn gewesen. Der tüchtige Wolfgang habe seine Aussage halt aufgrund von Schätzungen auf der Basis der Umsätze des Sommers gemacht. In dieser Zeit laufe im Emmental auf einer Eisbahn nicht viel. Während der Saison sei es in den Beizen nun hoch zu und hergegangen und auch die sonstigen Verkäufe von Wurst und Bier lägen über den Erwartungen. 

So kann im Falle eines Aufstieges das Budget von jetzt rund sechs Millionen auf gut neun hochgefahren werden. Trainer Bengt-Ake Gustafsson bleibt so oder so. Auch die beiden Ausländer Kevin Hecquefeuille (Fr) und Christopher DiDomenico /Ka) haben Veträge für nächste Saison, unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit.

Im Falle eines Aufstieges würde sich Langnau primär beim Ausverkauf in Biel bedienen und versuchen, Emanuel Peter und Oliver Kamber zu übernehmen sowie Christian Moser zurückzuholen. Auch der kanadische Stürmer Ahren Spylo bekäme in Langnau einen Vertrag. 

Biels Topscorer Ahren Spylo beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem EHC Biel am Freitag, 17. Januar 2014, in der Bossard Arena in Zug. (PHOTOPRESS/Maria Schmid)

Bald der neue Ausländer bei einem NLA-Aufstieg? Der aktuelle Bieler Topskorer, Ahren Spylo.  Bild: PHOTOPRESS

Volle Kriegskasse auch bei Scheitern

Sollten die Emmentaler scheitern, heute im 7. NLB-Finalspiel gegen Visp oder dann in der Liga-Qualifikation gegen Biel, so bleibt die Zuversicht unverändert gross und das Ziel weiterhin Rückkehr in die NLA – dann halt mit neuem Anlauf 2015.

Das NLB-Budget würde immer noch 6,5 Millionen betragen und nebst den bereits feststehenden Zuzügen von Torhüter Damiano Ciaccio (La Chaux-de-Fonds), Verteidiger Yves Müller (Langenthal) und Stürmer Thomas Nüssli (Thurgau) würden die Langnauer versuchen, im Sommer und Herbst auf den NLA-Transferwühltischen noch diesen oder jenen Spieler zu bekommen. Denn die Kriegskasse ist ja randvoll. 

Und nun warten heute Abend erst einmal alle auf die Visper, diese Vögel, die hoffentlich tatsächlich zu weit geflogen sind. Und wer weiss, vielleicht sind ja dann im Falle eines Falles in der Liga-Qualifikation auch die Bieler solche müden Vögel. 

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